18
Sep
2013

Kein Fall für die Staatsanwaltschaft

Frederike van Freesen ist recht ungehalten über die erneute Delegation der Akte "Periculum in mora" an sie. Um den Kram möglichst schnell vom Tisch zu bekommen leitet sie diese an Kriminalkommissarin Aesthe Logkat mit der Bitte, sich dieses merkwürdigen Falles anzunehmen.
Die Agnostikerin Aeste Logkat durchschaut sofort die Brisanz des Falles. Ihr rheinischer Humor rät ihr, diesen Fall wie jeden anderen Fall auch ernst zu nehmen. Dabei entdeckt sie sofort eine Reihe von Missverständnissen. Es handelt sich um keine Vermissten-, sondern Betrugsanzeige. Diese Anzeige wurde von einem Buddhisten aufgegeben. Dieser bewertet die katholischen Zeremonien und Riten als Vorspiegelung falscher Tatsachen, wahrscheinlich, um sich durch Leichtgläubige zu bereichern. Der Kern seiner Aussage besteht aus dem Vorwurf, dass etwas 'verkauft' wird, das gar nicht existiert. Es wird nämlich die unsichtbare Anwesenheit eines Gottes behauptet, der aber in Wahrheit abwesend ist oder überhaupt gar nicht existiert.

17
Sep
2013

Beweisaufnahme

Es ist bis gestern nichts geschehen, denn gegen Unsichtbares vermag keine Staatsanwalt zu ermitteln. Wie denn auch? Wo zuvor nichts war, lässt sich die Abwesenheit von Nichts nicht nachweisen. Die wenigen, die eine Vermisstenanzeige aufgaben, zeigten sich zudem zu einem Phantombild nicht in der Lage. Und die ermittelnden Beamten fanden in Kirchen nichts vor, was hätte fehlen können.
Um den Fall aber einerseits ad acta legen zu können und andererseits damit auch provozieren zu können, bat die zuständige Kölner Staatsanwaltschaft den Vatikan über die italienische Polizei um Amtshilfe, um das Fehlen Gottes in Kirchen feststellen zu können. Commissario Luciano aber kennt sich mit rheinischem Humor aus, denn schließlich hatte er in Köln lange genug studiert. Also fordert Luciano die Staatsanwältin auf, ihm den Bericht der Spurensicherung zukommen oder in dieser allerheiligsten Angelegenheit doch noch einmal genauer nachforschen zu lassen.

16
Sep
2013

Gefahr im Verzug

Medien versuchen zwar eine vor Langeweile erschöpfte Gesellschaft mit Sensationen wachzuhalten, aber sie halten auch dann Veröffentlichungen zurück, wenn Gefahr im Verzug ist.
"Gefahr im Verzug", ein Begriff aus dem Verfahrensrecht, meint eine Sachlage, bei der ein Schaden eintreten würde oder ein Beweismittel verloren ginge, wenn nicht an Stelle der zuständigen Behörde oder Person eine andere Behörde oder Person tätig wird.
Im aktuellen Fall, in dem Gott unbemerkt seine Kirchen verließ, tun alle so, als sei nichts geschehen. Ganz im Gegenteil, mit Kopfschütteln wurden die 'ewigen Lichter', die Zeichen für die Anwesenheit Gottes von den Gläubigen unbemerkt neu entzündet.

15
Sep
2013

Vergesslichkeit des Seins

Die Vergesslichkeit des Menschen ist erstaunlich. Visionen werden überzeugend vorgetragen und geglaubt. Schöne Bilder der Fantasie genügen Leichtgläubigen, den vorgestellten Darstellungen zu glauben. Das Phänomen solcher Leichtgläubigkeit ist von der Wirksamkeit alltäglicher Werbung nur allzu vertraut. Auch hier überzeugen schöne Bilder leichtgläubige Menschen von der Wirksamkeit angebotener Produkte.
Die erfolgreichsten und seit gut zwei Jahrtausenden wirksamsten Geschichten schöpferischer Fantasie finden sich im sogenannten Buch der Bücher. Offenbar beeindrucken diese Geschichten weitaus mehr als die Erzählungen der griechischen Mythologie, denn wer glaubt heutzutage noch an den Göttervater Zeus, ganz im Gegensatz zu Gott, dem Schöpfer von Himmel.
Die große organisatorische Leistung von Religionsstiftern besteht im Vermögen, ein komplexes Glaubensgebäude in eine bürokratisch beherrschbare Verwaltung zu überführen. Auf die Bibel bezogen ist das die Kirche.

14
Sep
2013

Letzte Fragen

Den meisten Religionen ist der Glaube an einen Gott gemeinsam. Das verführt viele zur Meinung, dass da etwas Wahres dran sein müsse. Selbst Wissenschaftler lässt das nicht unberührt und verleitet sie sogar zu Versuchen, beweisen zu wollen, was nur geglaubt werden kann.
Nicht von ungefähr erklärt der große wissenschaftliche Visionär Albert Einstein die Suche nach Spuren Gottes als Beweggrund seiner Forschung. Eine Wissenschaftssendung des WDR, die Ranga Yogeshwar moderiert, stellt sich heutzutage immer noch Fragen wie:
"Woher kommen und wohin gehen wir? Wie ist unsere Welt entstanden? Was war davor? Und gab es einen Schöpfer?"
"Das sind Fragen" - so der Moderator, "die wir Menschen uns stellen, seit es uns gibt. Theologen und Philosophen suchen ebenso nach Antworten, wie Physiker und Kosmologie."

13
Sep
2013

Gottheiten

Lange vor allen Philosophen entdecken Priester das Fantasieren als Vorstellen von etwas Unsichtbaren, das sich gemäß ihrer Bedürfnisse von ihnen gestalten und lehren lässt. Manche von ihnen erleben ihre Vorstellungen so intensiv, dass sie diese für wirklich halten. Gottheiten entstehen, indem Vorstellungen so intensiv erlebt werden, dass sie gleichsam als wirklich vergegenwärtigt werden. Das ist das Prinzip der Mystik bzw. Visionen. Hildegard von Bingen beschreibt das sehr anschaulich, wenn sie von ihren Visionen erzählt.
Religionen sind Glaubensgemeinschaften, die sich auf überzeugenden Visionen gründen und davon leben.

12
Sep
2013

Philosophen

Aber es gab auch Leute, welche die Geschäfte mit der Angst sehr kritisch beobachteten. Gleichzeitig entdeckten sie auch die Erfindung einer Gottheit als Mittel zu diesem miesen Zweck. Angesichts der Anfälligkeit der Menschen für alles, was über den Horizont sinnlicher Wahrnehmungen hinausgeht, drängte sich ihnen die Frage auf, was es damit wirklich auf sich hat. So wandten sie sich dem Grund des überall vorherrschenden Aberglaubens zu, nämlich der Natur und ihren Erscheinungen selbst. So bestimmen die griechischen Naturphilosophen Natur sowohl als das, was sie von sich her beobachtbar zeigt als auch als das, was Menschen sich unter ihr vorstellen. Beobachtbar ist die Natur des Körpers, der stirbt und zerfällt. Nicht sichtbar aber ist die Natur des Körpers als solchen, also das Wesen oder die Essenz des Körperlichen.
Die Naturphilosophen beobachten, dass Priester die Unsichtbarkeit des Wesentlichen nutzen, um darin ihre erdachten Gottheiten einzunisten. Und sie versuchen herauszufinden, was die Natur des Menschen veranlasst, diesem Unsinn zu glauben und sich den erdachten Gottheiten zu unterwerfen.

11
Sep
2013

Frühe Geschäfte mit der Angst

Der Mensch wird sich zunächst seines Bewusstwerdens nicht als verfremdetes Wahrnehmen bewusst. Er glaubt, dass alles so geschieht wie er es wahrnimmt. Was in Wahrheit eine Projektion des Un- bzw. Unterbewussten ist, das hält er für unmittelbar wirklich. Aus diesem Glauben heraus erlebt er anfänglich Naturereignisse wie Unwetter, Überschwemmung oder Dürre als Zorn der Gottheiten. Diesen Zorn versucht er durch Opfer zu besänftigen.

Die Bereitschaft, aus Angst zu bezahlen, entdecken geschäftstüchtige Leute als sichere Einnahmequelle und machen deshalb auch als Priesterinnen oder Priester ein Geschäft. Sie denken sich Geschichten von Gottheiten aus, mit denen sie die Ängste der Leute schüren können. Diese Strategie haben christliche Religionen übernommen, indem sie beispielsweise eine Hölle erfunden haben. In vielen Menschen wirkt das noch heutzutage nach. Und letztlich geht auch die Angst vor dem Tod auf die Idee eines strafenden Gottes zurück.

10
Sep
2013

Spiele der Fantasie

Verstand und Vernunft sind verschiedene Spiele der Fantasie. Fantasie steuert oder regelt Bewusstwerden. Fantasie spiegelt Bewusstwerden als Bilderleben, das wir zwar als "Bewusstsein" erfahren, aber dabei nicht vergegenwärtigen, dass es sich um eine Inszenierung der Fantasie handelt. Solches Vergessen verführt dazu, diese Inszenierung zu verdrängen und das Spiel der Fantasie für Wirklichkeit zu halten. Das Unbewusste aber bewahrt die Erinnerung an diesen schöpferischen Ursprung der Fantasie und deutet diesen religiös. Götterwelten entstehen und breiten sich über unterschiedliche Religionen aus. Widersprüchliche Verhaltensweisen und Streitigkeiten zwischen Gottheiten rufen Menschen auf den Plan, über diese Widersprüche nachzudenken. Das ist die Geburt der Philosophie.

9
Sep
2013

Scheinwelt

Die älteste philosophische Bestimmung des Menschen als "vernunftbegabtes Lebewesen" spielt zwar auf das Denken als besondere Fähigkeit des Menschen an, vernachlässigt dabei aber, dass das Denken ein besonderes Spiel der Fantasie ist.

Fantasie lässt uns träumen, modellieren und konstruieren. Die Fantasie überzieht Wirklichkeit mit dem schönen Schein unserer Vorstellungen. Das Bewusstsein, in einer Scheinwelt zu leben, ist uns aber im Gegensatz zu Buddhisten, längst nicht mehr gegenwärtig.

8
Sep
2013

Tod

Wenn ein Mensch stirbt, dann verlässt die Seele ihr Haus, in dem sie vorübergehend verweilte. Als zurückgelassene Hülle der Seele zerfällt der Körper. Materie 'kehrt' in Energie 'zurück'. Energie aber geht samt innewohnender Information nicht verloren. Energie bleibt gleichsam das neue Zuhause der Seele. Die nunmehr orts- und zeitungebundene Seele vermag an jedem Ort und zu jeder Zeit zu kommunizieren. Ihre sprachlose Verständigung bedarf einer vertrauten Seele, die sie empfängt, weil sie dem neuen Medium rein gefühlter Mitteilung vertraut. Dieser Glaube setzt voraus, dass die empfangende Seele, Vernunft und Verstand vollkommen loszulassen in der Lage ist. Je nach Intensität der Liebe zwischen kommunizierenden Seelen, gelangen gefühlte Schwingungen als innere Stimme zum Ausdruck.

7
Sep
2013

Antwort auf die Frage nach Gott

Das Erscheinungsbild der Physis setzt Initiation voraus.

Diese Initiation ist nicht physischer Natur.

Außerhalb der Physis existiert nur Information.
Information existiert allein metaphysisch bzw. geistig vor aller Physis.

Information bleibt unabhängig von der Vergänglichkeit des Physischen unendlich erhalten.

Durch diese Konstellation gewinnt die Vorstellung Platons vom Körper als Haus der unsterblichen Seele eine neuzeitliche Gestalt.

6
Sep
2013

Frage nach Gott

Die metaphysische Überhöhung physikalischer Eigenschaften ist eine Tatsache, welche die Frage nach der Existenz Gottes nicht ausschließt. Die kategorialen Prinzipien wie das Prinzip von Ursache und Wirkung oder Ursache und Grund widersprechen dieser Tatsache ebenso wie das Axiom von Materie als informierte Energie. Schließlich muss Information überhaupt existieren, wenn Energie Materie entwickeln soll.

Ob uns das schmeckt oder nicht, Information ist die Bedingung der Möglichkeit für das Entstehen von Materie. Information (lat. "informare" Gestalt geben) ist jene Form, welche der Energie Gestalt gibt. Information steht somit allgemein für die Fülle aller Möglichkeiten. Um Information zur Gestaltgebung zu bewegen, bedarf es einer metaphysischen Tätigkeit, da ja Information Bedingung der Möglichkeit der ursprünglichen physischen Aktivität ist.

5
Sep
2013

Die innere Stimme

Die innere Stimme wird entweder durch das Gewissen oder durch den Verstand geweckt. Im Alltag meldet sie sich zu Wort, wenn unser Verhalten gegen eine Norm, eine Regel oder gar gegen ein Gesetz zu verstoßen droht. Durch den Verstand wird sie gewöhnlich durch eine Frage geweckt. Sie berät schöpferische Menschen, was sie schaffen können und diktiert Schriftstellern den Text oder Komponisten, was sie komponieren sollen.

Künstlerisch, aber auch wissenschaftlich schaffende Menschen sind auf die innere Stimme angewiesen.

Als innerer Dialog spiegelt die innere Stimme Reflexionen des Empfindens durch Gefühle. Äußere Reize oder innere Impulse finden dabei ihren sprachlichen Ausdruck oder gestalten sich als Antizipationen oder auch Visionen.

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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