21
Aug
2013

Umwertung aller Werte

Tradierte Philosophie denkt das Denken, weniger das Fühlen. Das tut sie so beeindruckend, dass Menschen diesen Vorgang als ausschlaggebend für das Gestalten ihrer Existenz betrachten. Angesichts solcher Überbewertung entgeht ihnen, dass sich in Wahrheit Triebe und Bedürfnisse ihres Denkens bemächtigen und das Bewusstwerden steuern. So ist es vor allem der Wille zur Macht, der das Handeln besonders begabter und intelligenter Menschen steuert. Sie bemessen ihre Leistung nach ihrem Ansehen. In den letzten Jahren tritt Qualifizieren zu Gunsten der Quantifizierung in den Hintergrund.
Das zeitgemäße Ich betrachtet den Selbstwert, der sich aus dem multimedialen Quantifizieren ergibt. Vor allem Zahlen bestimmen den Zugehörigkeitswert.

20
Aug
2013

Weg vom Ich zum Selbst oder Selbstfindung

Der Weg vom Ich zum Selbst führt durch verschiedene innere Gebiete, die von verschiedenen Bereichen des Gehirns bzw. des Gedächtnisses organisiert und verwaltet werden.
Das erste Gebiet beruht auf dem Feld sinnlicher Wahrnehmungen und gefühlsmäßiger Eindrücke. Sinnenreize sowie innere Impulse werden vor allem vom Ultrakurzzeitgedächtnis analysiert, gefiltert und je nach Relevanz für die nachfolgenden Bereiche weitergeleitet oder ins Unbewusstsein delegiert. Insgesamt machen die Reize und inneren Impulse jene Stimmung aus, in welcher sie dann im Bewusstsein affiziert werden. Stimmungen entstehen also, bevor vorbewusst ausgefilterte Inhalte bewusst werden. Das Bewusstsein als solches macht das Kurzzeit- oder Arbeitsgedächtnis aus. Wie die Bezeichnung schon besagt befinden sich Inhalte in diesem Bereich nur so lange wie sie tatsächlich bearbeitet werden. Die Regie "Arbeitsgedächtnis" entscheidet, was sofort zu erledigen und was zu verschieben oder gar abzulegen bzw. zu speichern ist. Das Arbeitsgedächtnis ist verbunden mit dem Verfahrens-, Episoden- und Bedeutungsgedächtnis.
Das Bedeutungsgedächtnis repräsentiert Zeichen und das, auf das sie zeigen, Symbole und das, wofür sie stehen. Die Leistung des Bedeutungsgedächtnisses wird durch Begriffe, Kalküle und Formeln beschleunigt.
Das Episoden-Gedächtnis hält Vorgänge bzw. Abläufe sowie Geschehnisse bzw. Ereignisse fest, die in der Regel nicht allzu weit zurückliegen.
Das Verfahrensgedächtnis meistert Methoden wie Techniken, Modelle, Algorithmen und Automatismen. Fragestellungen während des Bewusstwerdens werden an verschiedene Gedächtnisbezirke delegiert, das sind ganz bestimmte neuronale Beziehungsgefüge:

Eigenschaften bzw. Merkmale: Welche?
Objekte bzw. Inhalte: Was?
Raum und Zeit : Wo? und Wann?
Sinn und Zweck: Weshalb? und Wofür?
Ursache und Wirkung: Warum? und Wozu?
Mittel und Bedingung: Womit? und Wobei?
Maß: Wie viel?

Zusammengefasst werden alle diese Beziehungsgeflechte durch den Verstand, der Handlungen steuert.
Bewusst wird allerdings mehr, als der Verstand zu fassen vermag. Mit Hilfe des Verstandes können wir Bewusstwerden geringfügig steuern.
Angesichts der etwa 5% von 100% erscheinen alle esoterischen Versuche einer Rückführung wie etwa die sogenannte "Ästhetische Biografie" als völlig absurd.

19
Aug
2013

Im Kleinen wie im Großen

Das Leben wird durch verschiedene Paradigmenwechsel geprägt. Diese werden durch die einzelnen Lebensabschnitte markiert. In der Kindheit formt das Spiel maßgeblich die existentielle Gestaltung. Es ist die schöpferischste Phase der neuronalen Entwicklung. Das Gehirn experimentiert mit Milliarden von neuronalen Verbindungen und probiert deren Effektivität aus. Erfolgreiche neuronale Beziehungen bleiben erhalten, andere werden wieder aufgelöst. In dieser frühen Phase sind zunächst noch Instinkt und angeborene Automatismen besonders wirksam. Da sich Verhaltensmuster entwickeln, die das gesamte Leben maßgeblich beeinflussen werden, schützt das Gehirn diese Muster ganz besonders vor Erinnerungen und damit vor Gefahren der Destabilisierung. Der erste Paradigmenwechsel einer Biographie erfolgt in der Pubertät. Das Gehirn vollzieht eine radikale neuronale Selbstorganisation, wobei erzieherische Einflüsse weitestgehend "missachtet" werden. Das Paradigma des Spielens wird durch das Paradigma der Steuerung und Regelung durch eigenständige Werte abgelöst.
Der zweite Paradigmenwechsel wird vor allem durch die Berufsausbildung geprägt. Die Tendenz zur ökonomischen Steuerung des Handelns gelangt deutlich zum Vorschein. Der dritte und letzte Paradigmenwechsel einer Biografie vollzieht sich mit der Verabschiedung vom Berufsleben. Von vielen äußeren Zwängen frei, vollzieht sich eine Revision vorhandener Regelungen und Steuerungen sowie von Werten als deren Führungsgrößen.

18
Aug
2013

Vom Unwesentlichen zum Wesentlichen und zurück

Der Titel "Vom Unwesentlichen zum Wesentlichen und zurück" beinhaltet zwei Paradigmen: erstens das Paradigma des Wechsels vom Glauben zum Wissen oder von der Religion bzw. Kunst zur Wissenschaft und zweitens das Paradigma der Kehre bzw. Rückkehr von der Wissenschaft zur Kunst.

Der Philosoph Friedrich Nietzsche fordert bereits, "die Wissenschaft unter der Optik der Kunst, die Kunst aber unter der Optik des Lebens zu sehen", denn "wir sind zum Leben, zum richtigen und einfachen Sehen und Hören, zum glücklichen Ergreifen des Nächsten und Natürlichen verdorben und haben bis jetzt noch nicht einmal das Fundament einer Kultur, weil wir selbst nicht davon überzeugt sind, ein wahrhaftiges Leben in uns zu haben."

Das erste Paradigma kehrt sich nach gut zwei Jahrtausenden um. In dieser Phase der Wende radikalisieren religiöser Fanatismus und Rassismus den Wandel. Es sind vor allem konservative Kräfte, die sich immer aufzubäumen versuchen, wenn größere Veränderungen "drohen".

17
Aug
2013

Paradigmenwechsel

 
 

Die Vernunft fühlt. “Vernunftbegabtes Lebewesen” muss allerdings von Grund auf neu gedacht werden.

Als Bilderleben ist Denken sowohl triebhaftes, emotionales Bilder-Leben als auch sinnliches, affektives Bild-Erleben. Denken vollzieht sich entgegen tradierter Auffassung weniger logisch als gefühlsmäßig. Gefühle und Meinungen bestimmen unseren Alltag und unser alltägliches Handeln weitaus mehr als logisches Denken.

Die radikale Wende in der Auffassung vom Menschen als vernunftbegabtes Lebewesen revolutioniert unsere überkommene Orientierung.

Statt der durch Beweise ausgewiesenen Richtigkeit des Wissens regeln Gefühle unser Handeln.
Diese Sätze klingen keineswegs radikal, denn dieser Paradigmenwechsel wird durch den multimedialen und gleichzeitig multikulturellen Wandel zu einer globalen Gesellschaft längst vorbereitet.

Gleichzeitig vollzieht sich ein tiefgreifender Wertewandel. Nicht mehr Politik oder Kirche, sondern Werbung und Medien verkünden aktuelle Botschaften.
Wahrheit ist eine Frage der Quote geworden. Der Markt bestimmt die Wissenschaft und Kunst ist, was sich vermarkten lässt. Beweise beziehen sich auf Um- und Nachfragen, und Statistik übernimmt die Rolle der Philosophie.

Angesichts triebgesteuerter und übersensibilisiert geregelter Angebote schwindet das Wesentliche aus dem Blickfeld des Geistes. Bewusstwerden endet bereits mit dem vergleichendem Wahrnehmen und geht im bloßen Identifizieren auf.

Das Denken scheint in seine Ursprünge zurück zu fließen und neomystische Züge anzunehmen.

16
Aug
2013

Die Vernunft denkt nicht

Das Verständnis unserer Welt hängt ganz entschieden davon ab, ob sich unser Denken offen oder geschlossen gestaltet.

Eine von der Abendländischen Kultur maßgeblich beeinflusste Erziehung hat unser Denken als geschlossen systemisches Wahrnehmen, Betrachten, Beobachten und Begreifen ausgeprägt. Der Name für das Denken im geschlossenen System ist “Verstand”. Das lässt sich aber so nicht mehr aufrecht erhalten.

Der Verstand des vernunftbegabten Lebewesen scheint jetzt nämlich als Spielart des Zufälligen wider. Angesichts dieses Vorscheins hilft es die Tätigkeit des Verstandes eher unter limbischen Aspekt zu betrachten, also als emotionales und triebhaftes Verhalten zu sehen. Das würde helfen, den Menschen als Wesen zu verstehen, das ständig wider seinen Verstand handelt und sogar als einziges Lebewesen seinen eigenen Lebensraum zerstört.

"Verstand" ist zwar der tradierte Name für logisches oder systemisches Denken, aber unter limbischen Aspekt erscheint das emotionale Denken eher als Komplement bzw. als Widerspruch zu dem, was “Verstand” bezeichnet.

Da aber ein über Jahrtausende vorherrschender Begriff nun einmal nicht einfach zu streichen oder umzunennen ist, behalten wir die tradierte Bedeutung von Verstand als geschlossenes, begriffliches Denken bei. Wir nutzen die seit langem bestehende Unschärfe in der Unterscheidung zwischen “Verstand” und “Vernunft” und setzen “Vernunft” provokativ mit “limbisches System” gleich.

Die Vernunft denkt nicht

Die Vernunft fühlt. “Vernunftbegabtes Lebewesen” muss allerdings von Grund auf neu gedacht werden.

15
Aug
2013

Mathematische Zusammenfassung physikalischer Naturphilosophie (1)

Besonderheiten

- Die Mathematik der Natur kennt keine Zahlen, sondern nur Symbole (Kombination von Zeichen einer gewöhnlichen Tastatur)
- Buchstaben sind keine Variablen,
sondern Stellvertreter von Annahmen
- Rechenausdrücke mit Hilfe von Symbolen heißen Kalküle.

Wiederholung des immer Gleichen, im Zeichen “(=)” ist die Grundfunktion der Natur: f(N) = (=). Eine Folge hinreichender (<>)Wiederholungen des immer Gleichen, führt (>>) zu einer Regel, im Zeichen “((=)) ”:

<>(=) >> ((=))

Wenn (if) eine Regel keine Abweichungen (non) verzeichnet, dann (then) wandelt sie sich zum Gesetz ”(((=)))”:

IF non THEN ((=)) >> (((=)))

Wenn-dann-Beziehungen können zur Schleifenbildung (@) führen.


Das Wahrnehmen, Betrachten, Beobachten und Begreifen natürlicher Prozesse widerspricht der Organisation der Vernunft und vor allem der des Verstandes. Der Verstand strebt allgemeingültige in sich abgeschlossene Aussagen (Definitionen) an, während die Natur Beziehungen zu wesentlichen Bereichen offenhält. Im Gegensatz zu geschlossenen (isolierten) Formen tauschen sich offene Formen aus. Natürliche Information löst auf oder teilt, logische Information bindet bzw. verdichtet oder vervielfacht. Die Physik kennt offene, geschlossene und abgeschlossene (oder 'isolierte') Systeme.
Als offen definiert sie ein System, das sowohl Energie als auch Materie (bzw. Teilchen) mit seiner Umgebung austauschen kann. Ein offenes thermodynamisches System ist ein offener Kochtopf, der sowohl Energie in Form von Wärme als auch Materie in Form von Wasserdampf mit seiner Umgebung austauscht. Als offenes System legt das Universum die Existenz paralleler Universen nahe.

14
Aug
2013

Phänomen

Das Erscheinungsbild der Natur gestaltet sich aus einer Vielzahl von Wiederholungen zufällig Gleichen, in Äonen Regeln und Gesetze formend. Natur ist a priori ohne Verstand.
Regeln bedürfen keines Geistes, sondern spiegeln Wiederholungen des immer Gleichen wider. Indem sie sich als unabänderlich erweisen, werden sie zu Gesetzen.
Parallele Wiederholungen des immer Gleichen gestalten vielfache Spiegelungen, die sich in einem Mikrokosmos konzentrierend wiederholen. Diese Wiederholungen beginnen in sich zu kreisen, indem das Ende zum Anfang zurückkehrt. Zyklen bilden sich, die Prozesse bewahren. Gleichzeitig ermöglichen vielfache Spiegelungen das Vergleichen, das sich wiederholende Vorgänge als solche wiedererkennt. Folgen vielfachen wechselseitigen Spiegelns und Vergleichens bilden die Bedingungen der Möglichkeiten für “Verstand”. Das aus sich wiederholenden Spielen des Zufalls geborene Denken kehrt als “Vernunft” in jenen Lebewesen wieder, welche sich als vernunftbegabte Lebewesen erkennen und innere Spiegelungen konsequent als Philosophieren protokollieren und jeweils auf ihre eigene Art und Weise deuten oder auch missdeuten. Philosophie gelangt als Geschichte des Wiedererinnerns zum Vorschein. Sie entwickelt Methoden, sich in sich selbst kreisende Zyklen von Wiederholungen des immer Gleichen nach und nach zu entdecken, ohne mit Ausnahme von Platon diese als solche zu erkennen, nämlich Denken als Wiedererinnern. Heutzutage zeigt uns die Naturwissenchaft in zunehmend verbesserten Weltraumteleskopen den Verlauf philosophischer Betrachtungen der Natur.
Als Gedächtnis zufällig aus informierten Energien Gewesenem spiegelt das Universum die Geschichte dieser Philosophie wider. Das typische Erscheinungsbild der sich vervielfachenden in sich reflektierenden Natur ist die Spirale.

13
Aug
2013

Unpersönlicher Gott

Die infolge möglicher Möglichkeiten über wirkliche Möglichkeiten und mögliche Wirklichkeiten zum Werden gewordene physikalische Wirklichkeit, lässt sich nicht auf eine rein metaphysische Entscheidung zurückführen, denn die Entscheidung zwischen Alternativen oder verschiedenen Varianten setzt geistige Tätigkeit voraus.

Das Spiel des Zufalls erscheint als erste Tätigkeit des Geistes.
Im vollkommen freien Spiel geschieht das Zusammentreffen der Ereignisse offenbar ohne Prinzipien, ohne zu vergleichen oder zu bewerten. Das Spiel des Zufalls als Anfang von allem geschieht von einem Geist ohne Sinn und Verstand. Gott erscheint vollkommen unpersönlich.

12
Aug
2013

Der Erste Grund der ersten Ursache

Das Denken des reinen Geistes schaut das Sein vor allem Werden, da dieses des Raumes und der Zeit bedarf. Als Erste Ursache weilt der reine Geist absolut vor allem. Als unbewegter Beweger denkt er in der Anschauung des Nichts mögliche Möglichkeiten.

Das Geschehen der Ersten Ursache aus dem Ersten Grund trägt sich als reines Spiel möglicher Möglichkeiten zu. Die Wahrheit verbirgt sich vor dem träumenden Zufall. Das reine Spielen ist Energie des Bewegens. Natur ist Bewegung. Der Natur fällt die Bewegung durch den Grund des Spiels der Möglichkeiten als Erste Bewegung zu. Die Erste Ursache verdankt sich dem Ersten Grund als Beweger der Natur. Durch zufällige Entscheidung für eine Möglichkeit explodiert das Sein ins Werden. Indem eine mögliche Möglichkeit Wirklichkeit formt, entsteht die Erste Information. Durch diese Information wandelt sich Energie in Materie. Das bislang metaphysische Sein erscheint als physikalisches Werden.

11
Aug
2013

Prima causa - Erste Ursache

Der Geist des vernunftbegabten Lebewesens vermag die Erste Ursache zu denken, weil er diese als zureichenden Grund seiner selbst zu schauen vermag. Lange bevor noch am Anfang das Wort wurde, war der allumfassende, schöpferische Geist bereits allgegenwärtig. Diese Allgegenwart ohne Anfang und ohne Ende. Raum und Zeit existieren grenzenlos als Paradoxa. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verweilen noch in der Utopie reiner Möglichkeiten.

10
Aug
2013

 

Meditieren dauert dann nicht viele Stunden,
ist vielmehr Blitzaufladung in Sekunden.
Meditieren ist Haltung aus dem Gleichgewicht,
Vollkommenes Loslassen und inneres Licht.

 

Meditieren ist nicht geistiges Schweben,
um die Seele gegen Himmel zu erheben.
Meditieren ist vielmehr anstrengendes Tun,
bis Körper, Seele, Geist wieder in sich ruhn.

9
Aug
2013

 

Statt nur oberflächlich zu sehen wieder betrachten
durch Beobachten auf Zusammenhänge achten,
um unsichtbares Sein als Wesen tief zu begreifen,
bis die Früchte durch besonnene Erfahrung reifen.

8
Aug
2013

 

Das Ich möchte nicht länger in sich verweilen,
versucht immer gehetzter dem Selbst nachzueilen.
Gier zerfrisst erst die Seele und dann das Denken.
Vor Habgier ist der Verstand nicht mehr zu lenken.

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

Ergänzende Webseiten

 

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