3
Apr
2013

Die einzige Grundlage der Erziehung

 
Die einzig denkbare Grundlage der Erziehung ist die Selbsterziehung des vernunftbegabten Lebewesens in einer für ihn vorbildhaften Umgebung. Selbsterziehung vollzieht sich als Nachahmen selbst gewählter Vorbilder. Diese Nachahmung ereignet sich als Folge von Versuch und Irrtum in der Regel in einer durch Vorbilder beeinflussten fantastischen Traumwelt.

Denken in fantastischen Bildern ist ein angeborenes Verhaltensmuster. Das Kleinkind wird in eine Welt voller Rauschen hineingeboren. Allmählich treten für das Kleinkind aus dem Rauschen Geräusche hervor. Mit zunehmender Trennschärfe werden aus diesen Geräuschen beispielsweise Summen, Brummen und dann Stimmen. Es kristallisieren sich Laute bzw. Töne heraus. Es lernt durch zeitliche Nähe mit anderen sinnlichen Ereignissen, dass gewisse Laute und Töne bestimmte Bedeutungen haben.

Das kleine Gehirn entwickelt nach der Geburt wie bereits vorgeburtlich gelernt von Anfang an neuronale Verbindungen durch Erfassen von Zusammenhängen. Es erfährt wohltuende Klänge, angenehme Stille, aber auch erschreckenden Lärm. Für viele dieser akustischen Ereignisse ergeben sich zunächst keine Zusammenhänge. Also beginnt das Gehirn zu suchen. Das Suchen und Entdecken von Zusammenhängen ist bereits eine frühe Form des Denkens.
 

2
Apr
2013

Furcht der Pädagogen

 
Tragischkomischerweise geben sich Pädagogen zunehmend weniger damit zufrieden, sich nicht als Wissenschaftler ausweisen zu können. Dahinter steckt vor allem die Furcht, kein Ansehen zu genießen.

Tatsächlich ist diese Furcht berechtigt, denn im Gegensatz zur Wissenschaft, genießt Pädagogik nur sehr geringes Ansehen.
 

1
Apr
2013

Kunst vs Wissenschaft

 
Der Vorteil der Kunst gegenüber der Wissenschaft liegt unbestreitbar in ihrem Vermögen, den Menschen umfassend oder ganzheitlich anzusprechen. Das, was Kunst ins Werk setzt, offenbart sich als wahr, während Wissenschaft lediglich beanspruchen kann, richtig oder falsch auszusagen.

Wahrheit offenbart sich durch Glauben, während sich Richtigkeit oder Falschheit durch wissenschaftliche Beweisführung bewahrheitet.
 

31
Mrz
2013

Pädagogisches Denken

 
Pädagogisches Denken denkt in Fällen oder in Bildern der Erfahrungen. Philosophisches Denken denkt in Begriffen. Als Kunst, sich erfolgreich zu verhalten, entsteht Pädagogik zeitlich früher als Philosophie, die Kunst, Verhalten begrifflich abzubilden.

Pädagogik und Philosophie sind nicht ausgebildete Strategien, sich zu verhalten, sondern vielmehr Veranlagungen. Demnach entstehen diese Strategien nicht erst durch Erziehung, sondern sind angeboren.

Bis heute hat die Pädagogik das pädagogische Denken noch nicht als naturgegebene Begabung erkannt. Zumindest hat sie diesen Gedanken nicht sinnstiftend als ihren eigenen zureichenden Grund erfahren, und infolgedessen scheitern alle Bemühungen einer zur Philosophie analogen systematischen Grundlegung.
 

30
Mrz
2013

Pädagogik

 
Pädagogik ist keine Wissenschaft, sondern von ihrem Wesen her Kunst.

Pädagogik weist ihre Aussagen nicht durch Beweise aus, sondern durch den Glauben an erfahrene Praxis.

Im Gegensatz zur Philosophie hat es Pädagogik nicht mit Sein, sondern mit Werden zu tun. Im Gegensatz zum Sein lässt sich Werden nicht allgemeingültig fassen, sondern nur einzelfallbezogen beschreiben.

Damit entzieht sich der Pädagogik der Anspruch auf Objektivität, denn ihre Aussagen können allenfalls intersubjektive Zustimmung erreichen.
 

29
Mrz
2013

Nicht überschreitbare Grenzen des Wissens

 
Wissen findet seine Grenzen einerseits am Fassungsvermögen des Kurzzeitgedächtnisses (Arbeitsspeicher), andererseits an der durch ausgesparte Kategorien Relativität des Wahrheitsgehaltes einer wissenschaftlichen Aussage.

Jenseits der Wissensgrenze beginnt der Bereich des Glaubens.

Mit Überschreiten der Grenze zwischen Wissen und Glauben wechselt der Verstand zur Intuition.

Man kann nicht gerade behaupten, dass es an dieser Grenze friedlich zugeht. Beiderseits gibt es zweifelnde Wissende und Gläubige als unzufriedene Grenzgänger.

Theologen und Pädagogen meinen, das, was sie glauben oder auch nur vermuten, beweisen zu müssen bzw. durch Übernehmen wissenschaftlicher Methoden als Wissen ausweisen zu können.

Derartige Versuche sind in keiner Weise hilfreich, sondern sie führen vielmehr zu bloßen, aber konfliktreichen Behauptungen und lächerlich wirkenden Gehabe in der pädagogischen Praxis.
 

28
Mrz
2013

Die Rolle der Intuition

 
Der Härtegrad einer rationalen Entscheidung zeigt, dass dies der Verstand wegen der Enge des Bewusstseins letztlich nicht zu bewältigen vermag.

Das Fassungsvermögen des Bewusstseins beträgt in der Regel etwa sieben Einheiten.

Es finden demnach höchstens sieben Perspektiven oder Aspekte Berücksichtigung.

Infolge beschäftigen sich in der Wissenschaft einzelne Wissenschaften auch mit besonderen Fragestellungen.

So würde es einem Mathematiker oder Physiker nicht einfallen, sich auf die Frage der Metaphysik nach dem Wesen einzulassen.

Da aber die Geburt einer grundlegenden schöpferischen Idee aller Kategorien bedarf, wird diese wegen der Enge des Bewusstseins nicht rational, sondern intuitiv geboren.

Grundlegende Entdeckungen oder Erfindungen haben ihren Anfang niemals im Verstand, sondern im Gefühl.
 

27
Mrz
2013

Regelung der Abfolge von Alternativen

 
Das Wachstum wie das Verhalten alles Lebendigen beruht in jedem Moment auf einer Alternative.

Jede Situation wird "entweder so oder so" entschieden. Ich kann mich jederzeit für oder gegen etwas entscheiden.

Eine solche Entscheidung kann emotional oder rational fallen.

Die rationale Entscheidung berücksichtigt mehr oder weniger Kategorien. Berücksichtigt man alle Kategorien, dann lautet der Satz:

Ich erfasse etwas erst dann vollständig, wenn ich über dessen Grund und Zweck in Hinsicht auf seine Ursache und Wirkung verfüge, und zwar nach Art/Weise und Umstand der auffälligen Eigenschaften seines Wesens unter Berücksichtigung des Mittels und Ausmaßes in Raum und Zeit seines Vorscheinens.

Die Vollständigkeit einer Entscheidung ergibt sich also aus folgenden sechs Duplizitäten von Kategorien:

Grund und Zweck

Ursache und Wirkung

Eigenschaften und Wesen

Art/Weise und Umstand

Mittel und Maß

Raum und Zeit


Beispiel:

Auf der Party habe ich zu viel geraucht und getrunken, um allen Stress einmal zu vergessen. (Grund und Zweck)

Nikotin- und Alkoholmissbrauch verursachten Kopfschmerzen und einen vernebelten Kopf. (Ursache und Wirkung)

Aspirin soll mich von den Kopfschmerzen befreien und mir wieder einen klaren Kopf verschaffen. (Mittel und Maß)

Ich möchte wieder aufmerksam sein und mich konzentrieren können. (Art/Weise und Umstand)

Das schöpferische Arbeiten soll nicht darunter leiden. (Eigenschaften und Wesen)

Vormittags, nachmittags und abends werde ich an der Uni sein. (Raum und Zeit)
 

26
Mrz
2013

Mosaik des Freien Geistes

 
Der Zwang, der durch überkommenes Denken ausgeübt wird, unterdrückt natürliches Denken so stark, dass es unter diesem Druck fast erstickt.

Freien Geistern ist es aufgrund ihrer Veranlagung nahezu unmöglich, ihre Gedanken als lineare Abfolge zu gestalten.

Aus diesem Grund schaffen sie auch selten, Bücher zu verfassen.
Manches Mal ist etwas Schlechtes trotz allen Leidens nicht so schlimm, dass dabei nicht auch etwas Gutes zum Vorschein gelangt.
 

25
Mrz
2013

Algebra

 
Alle Menschen wenden Gleichungen an, wenn sie beispielsweise einem Menschen zum ersten Mal begegnen und diesen auf Grund ihrer Erfahrungen mit gleichen oder zumindest ähnlichen Typen vergleichen oder wenn sie gar das, was vor aller Erscheinung existiert, mit Gott gleichsetzen.

Auch "Natur = Einheit von Information und Energie" ist eine solche Gleichsetzung.

Ohne Algebra, die Kunst des Vergleichens, kommt kein Lebewesen aus.

Auch Gedanken leben vom Vergleichen, sie können sich nur mit Hilfe von Gleichsetzungen weiter entwickeln.

Gleiche Gedanken gesellen sich deshalb gern zu gleichen.

Alle Handlungen werden aufgrund des Vergleichens der gegenwärtigen Situation mit verfügbaren Erfahrungen algebraisch geregelt.
 

24
Mrz
2013

Natürliches Wachstum des Denkens

 
Alles Natürliche entwickelt sich als "trial and error" bzw. "Versuch und Irrtum".
Durch die Heuristik (Methode, den richtigen Weg zu entdecken) werden so lange zulässige Lösungen probiert, bis die gewünschte Lösung gefunden wird.
Es folgen Alternativen, die nach und nach entschieden werden, und zwar körperlich als (konditionell) "geeignet oder ungeeignet" seelisch als "entweder angenehm oder unangenehm" oder geistig "passend oder unpassend".
Der Organismus regelt das mittels Triebe bzw. Bedürfnisse und Reize, die er als angenehm oder unangenehm erfährt, wobei eine möglichst vollkommene Entspannung angestrebt wird.
Während des Trial-and-error-Vorganges werden körperliche Eindrücke, seelische Empfindungen und geistiges Verstehen individuell unterschiedlich bewertet.
Das Auflösen einer Alternative geschieht gewöhnlich situativ stimmungsgefärbt oder einstellungsbetont durch Vergleich von Erfahrungen
Die Natur folgt ihrer ureigenen Strategie, die mathematisch als Algebra definiert wird.
Diese Lehre dürfte die älteste sein, über welche die Menschheit verfügt, es ist die Lehre vom Vergleichen.

Diese Lehre ermöglicht, Gleiches zu erkennen und von Ungleichem zu unterscheiden.
 

23
Mrz
2013

Utopie des Ich

 
Um sich Möglichkeiten des Handelns zu schaffen, umgibt sich das Ich mit Utopien.
Die seelisch gesteuerte Fantasie spiegelt im Selbst Ziele ohne Wege, um das Ich in gedanklichen Bewegungen zu halten.

Zumeist enden solche Selbstspiegelungen in Illusionen, da der Verstand keine Strategien anbietet, die Utopie als Handlungsmöglichkeit zu verwirklichen.
In der Regel fehlt es an Geduld, sich sehr diszipliniert auf eine Utopie einzulassen.
Infolgedessen mangelt es an Ideen, um dem chaotischen Dunkel der Einfallslosigkeit entrinnen zu können.

Meistens lässt sich das auf einen unausgebildeten, lernunwilligen Verstand zurückführen, dem es nicht gelingt, bewusst werdende schöpferische Gedanken festzuhalten und sie schrittweise in ein ersthaftes Vorhaben überzuführen.
 

22
Mrz
2013

Grenzgänger

 
Von ihrem Wesen her bewegt sich Philosophie seit jeher auf der Grenze zwischen Glauben und Wissen.
Da Philosophie mit Wesentlichem zu tun hat, umfasst sie sowohl die Intuition des Glaubens als auch das Denken des Wissens.
Philosophie hat sowohl mit Glauben als auch mit Wissen das bewusste Absehen von ständig sich verändernden Sinneseindrücken gemeinsam, um nach Bleibendem in allem Wandel zu suchen.
Als emotionales Denken strebt Philosophie das Erforschen und Erklären der Selbstreflexion an, und als selbstreflexives Denken strebt sie nach Selbstsicherheit des Wissens.
Denken vollzieht sich dreifach in eins zugleich, und zwar als körperliches, seelisches und geistiges Denken.

Die körperliche, seelische, geistige Verfassung bestimmt die Höhe von Aufmerksamkeit und Konzentration, also die Weite des Bewusstseins und somit den Zeit-Raum des Bewusstwerdens.

Um die Weite des Denkens selbst denken zu können, erscheint es sinnvoll, von der ursprünglichen Bestimmung des Denkens als Bilderleben auszugehen.
Das seelisch empfundene, fantasievoll gefühlte Bilder-Leben bewegt den Verstand, auszuwählen und das Bild-Erleben in die Tat umzusetzen.
Die Tatkraft entspringt der körperlichen Energie des Bilderlebens.

Erziehung fördert Bilderleben, Bilder-Leben und Bild-Erleben, indem sie körperliche, seelische und geistige Leistungen fordert.
 

21
Mrz
2013

Schuster bleib' bei Deinen Leisten

 
Seltsamerweise versuchen Theologen, Pädagogen, Psychologen und sogar Künstler immer wieder, ihr Tun wissenschaftlich zu rechtfertigen.

Dabei würden ernsthafte Auseinandersetzungen mit den Wissenschaften unmittelbar den Irrsinn solchen Bemühens vor Augen führen.

Allerdings setzt das Bescheidenheit voraus, den Verzicht, sich aus persönlicher Eitelkeit mit Wissenschaftlichkeit zu etikettieren.

Es wäre besser, den Glauben allein aus seinen Bildern heraus zu erklären, statt ihn wie Wissen auf Begriffen zu gründen.

Glauben gelangt durch Tun zum Vorschein, Wissen durch Entdecken neuer Tätigkeitsfelder.
 

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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