20
Feb
2013

Denken des Denkens

 
Weil das “Bilderleben” zu komplex und kompliziert ist, hat der Mensch eine Kunst der Vereinfachung ersonnen.

Diese Kunst nennt er Philosophie.

Philosophie ist das bewusste Absehen von ständig sich verändernden Sinneseindrücken, um nach Bleibendem in allem Wandel zu suchen.

Diese Suche ist eine existentielle Notwendigkeit.

Der Mensch braucht eine Bleibe, um sich orientieren zu können.
 

19
Feb
2013

Denken ist Bilderleben

 
Das Wort “Bilderleben” bedeutet sowohl “Bilder-Leben” als auch “Bild-Erleben".

“Bilder-Leben” meint das Spielen der Fantasie, das Empfinden des Körpers oder das Fühlen der Seele.

“Bild-Erleben” meint das sich Einstellen auf besondere Bilder und das Auswählen von Bildern, um sich besonders damit zu beschäftigen.
 

18
Feb
2013

Besonderes Denken

 
Unserer Erfahrung nach können wir das Bildgeschehen in uns auch bewusst beeinflussen, indem wir uns darauf konzentrieren.

Meistens meinen Philosophen nur dieses bewusste Beeinflussen des Bilderlebens, wenn sie von Denken sprechen.

Aber niemand wird verneinen, dass auch jenes Denken existiert, welches unbewusst in uns jene Bilder gestaltet, welche uns einen Einfall oder eine Idee entdecken lassen.

Der Philosoph Platon nennt dieses Denken deshalb “idein”.

Das Gestalten schöpferischer Bilder ohne Hinzutun unseres Bewusstseins nennen wir heutzutage Intuition.
 

17
Feb
2013

Spiel mit Innenbildern

 
Wir verfremden warnehmungsbezogene Bilder im Kopf durch unsere Erfahrungen, durch unsere augenblickliche Stimmung und durch unsere Einstellung zum Wahrgenommenen.

Wir können uns Bilder im Kopf aus der Vergangenheit zeigen lassen, wenn wir uns erinnern, und wir können sogar Bilder in der Zukunft anschauen, wenn wir uns etwas ausmalen.

Wenn wir tag- oder nachtträumen, sucht sich unser Gehirn seine Bilder selbst aus und setzt sie auch ohne unsere Mitwirkung spielerisch zusammen.
 

16
Feb
2013

Es ist nicht möglich, nicht zu denken

 
Dauernd stellen wir uns mehr oder weniger bewusst etwas vor.

Im Alltag bemerken wir nicht, dass wir nicht unmittelbar wahrnehmen, sondern alles vermittelt durch die Brille jener Bilder sehen, welche wir uns von Wahrnehmungen machen.

Unsere Welt ist für uns nicht so wie sie ist,
sondern so wie wir sie sehen wollen.
 

15
Feb
2013

Die drei Weisen des Denkens

 
Denken drückt sich durch das Zusammenspiel körperlicher bzw. sinnlicher, seelischer und geistiger Eindrücke aus.

Körper, Seele und Geist bzw. Filtern, Fühlen, Erinnern prägen das Denken.

Gedanken entstehen aufgrund von Erfahrungen, Glauben oder Begreifen.

Denken strebt von seinem natürlichen Wesen her nach sinnlichem, religiösem oder neuem Erleben.

Denken erlebt und kristallisiert sich in Kunst, Religion und Forschung der Wissenschaft.

Im Alltag wird das kaum bewusst, wenn sich Wahrnehmungen zu Vorstellungen gestalten, denen wir aufgrund unserer Erfahrungen glauben und die wir nur bei Abweichungen in Frage stellen.

Existieren bedeutet, der Utopie glauben, auf die Kraft der Verwirklichung hoffen und das Abenteuer dieses Weges lieben!
 

14
Feb
2013

Zur Erkenntnis verhelfen

 
Philosophie ist der Name für das Erforschen und Erklären der Selbstreflexion.

Der Philosoph Platon nennt die Hinwendung des Menschen zur Reflexion seiner selbst „Bildung“, das ist das deutsche Wort für das griechische „paideia“.

Als Kunst der Paideia übernimmt Pädagogik die Aufgabe, Bildung zu vermitteln.

Im Grunde fasst Platon Pädagogik als Hinführung zur Philosophie auf. Mit seiner Auffassung stellt sich Platon gegen Protagoras, dem Lehrer seines Lehrers Sokrates.

Der Sophist Protagoras sieht nämlich in der Pädagogik die Kunst und Technik des Erfolgs.

Aber schon Sokrates folgt der geschäftstüchtigen Auffassung des Protagoras nicht mehr.

Sokrates betrachtet die Mäeutik als zur Erkenntnis verhelfende Kunst als vornehmliche Aufgabe der Pädagogik.
 

13
Feb
2013

Quelle der Erkenntnis des Denkens

 
Denken ist jene gestalterische Kraft, welche innere Bilder schafft.

In diesen Bildern spiegeln sich Wechselwirkungen zwischen sinnlichen Eindrücken und Erfahrungen.

Diese Wechselwirkungen lassen sich wiederum betrachten, beobachten und begreifen.

Der Name für dieses Zusammenspiel von innerem Betrachten, Beobachten und Begreifen ist Selbstreflexion.

Selbstreflexion ist auch die alleinige Quelle unserer Erkenntnis des Denkens.
 

12
Feb
2013

Textbausteine

 
Textbausteine
Zu- und Einordnung


Zuordnung: Unterricht = Erziehung zur Bildung

Einordnung: Bildung = Regelung = Überführung von IST-Verhalten in SOLL-Verhalten


Textbausteine
Über- und Unterordnung


Überordnung: Gesellschaft = geordnetes System des Zusammenlebens

Unterordnung: Zusammenleben = Regelung durch Normen


Textbausteine
Vor- und Nachordnung


Vorordnung: Kritische Integration in die Gesellschaft = Bildung

Nachordnung: Bildung = Demokratisches Bewusstsein eines mündigen Staatsbürgers


Textbausteine
An- und Beiordnung


Anordnung: Bildungssystem = Demokratie

Beiordnung: Bildungssystem = Erziehungs- und Ausbildungsstrukturen
 

11
Feb
2013

Emotion eines Textes

 
Emotion ist der Name für das Motiv, das einen Text aus dem Unbewussten heraus erzeugt.

Die Emotionalität eines Textes lässt sich am Grad seiner Verbindlichkeit erkennen, also aus der Dichte neuronaler Wortverbindungen.

Der Initiationspunkt zeigt sich in der Regel durch eine Überordnung, die durch eine ihrer Unterordnungen konkretisiert wird.

Gewöhnlich folgen Zuordnungen, die auf eine Einordnung hin ausgerichtet sind.

Die Anordnung von Worten gibt zwar Auskunft über das dem Denken zugrundeliegende System, aber eine solche Anordnung darf nicht nur systemisch, sondern muss zugleich auch kybernetisch ‘gelesen’ und als Regelwerk erkannt werden.

Denn: Ein Gedanke formiert sich zwar systemisch, aber gestaltet sich dynamisch.
 

10
Feb
2013

Textalgebra

 
Worte in einem Text bilden aktive Neuronen ab.

Durch Zuordnungen aktiver Neuronen, das sind identische Worte in zwei zusammenhängenden Sätzen, werden im Bewusstsein Vergegenwärtigungen des Satzinhalts ermöglicht.

Geht einer Zuordnung in einem vorgängigen Satz ein weiteres identisches Wort voraus, dann repräsentiert diese Vorordnung jene Vergegenwärtigung, auf welche die darauf folgende reflektiert.

Trennscharfe Reflexionen beruhen auf Folgen von Vor-, Zu- und Nachordnungen.

Reflexionen können sich auch auf Überordnungen beziehen, das sind Worte, die Namen für Mengen, Gruppen oder Klassen darstellen.

Zuordnungen, die sich auf Überordnungen beziehen, repräsentieren Abstaktionen.

Umgekehrt repräsentieren Überordnungen, die sich auf Zuordnungen als Unterordnungen beziehen, Konkretisierungen.

Eine neuronale Linie mit Verzweigungen oder Parallelen weist eine Beiordnung als Begleitung auf.

Aus der Anordnung von Worten lässt sich zwar die Intelligenz neuronaler Texterzeugung erkennen, aber noch nicht das Denken, das sie bewirkte.
 

9
Feb
2013

Naturalgebra <> Texalgebra

 
Die Natur selbst existiert vor der Entstehung des Universums als Einheit von Energie und Information.

Die Natur erschafft, indem sie Energie informiert.

Sobald aber Energie informiert wird, entsteht Materie.

Sobald die Variablen einer geometrischen Formel mittels Zahlen informiert werden, entsteht eine bestimmte geometrische Figur.

Aber alles, was die Natur erschafft, lässt sie nur für eine gewisse Zeit entstehen.

Sobald diese Zeit überschritten wird, vergeht das Erschaffene wieder.

Die Natur bleibt durch Bewegung im von ihr Erschaffenen gegenwärtig.

Durch diese Bewegung vermittelt die Natur Information über sich.

Die einem Geschöpf innewohnende typische Bewegung seiner Natur spürt der Instinkt.

Im Gegensatz zu Tieren empfinden Menschen in der Regel gravierende Veränderungen innerer Bewegungen nicht instinktiv oder zu spät, wenn sie bereits erkranken.

Vernunftbegabte Lebewesen klären sich über natürliche Bewegungen durch Beobachtungen und Vergleichen von Messungen auf.

Die Lehre, die uns das Besorgen von Wissen der Natur ermöglicht, dürfte die älteste sein, über welche die Menschheit verfügt, es ist die Lehre vom Vergleichen.

Diese Lehre ermöglicht, Gleiches zu erkennen und von Ungleichem zu unterscheiden.

Diese Lehre hat einen Namen, der auf viele abschreckend wirkt, weil sie ihn in diesem Zusammenhang noch nie gehört haben.

Der Name für die Lehre vom Gleichsetzen und Unterscheiden ist Algebra.

Algebra ist die Lehre von den Gleichungen.

Alle Menschen wenden Gleichungen an, wenn sie beispielsweise einem Menschen zum ersten Mal begegnen und diesen auf Grund ihrer Erfahrungen mit gleichen oder zumindest ähnlichen Typen vergleichen oder wenn sie gar das, was vor aller Erscheinung existiert, mit Gott gleichsetzen.

Auch "Natur = Einheit von Information und Energie" ist eine solche Gleichsetzung.

Ohne Algebra, die Kunst des Vergleichens, kommt kein Lebewesen aus.

Auch Gedanken leben vom Vergleichen, sie können sich nur mit Hilfe von Gleichsetzungen weiter entwickeln.

Gleiche Gedanken gesellen sich deshalb gern zu gleichen.

Alle Handlungen werden aufgrund des Vergleichens der gegenwärtigen Situation mit verfügbaren Erfahrungen algebraisch geregelt.
 

8
Feb
2013

Was ein Text über neuronale Aktivitäten verrät

 
Zunächst sieht ein Text als neuronale Abbildung wie ein Ultraschallbild für einen Laien aus.

Man muss also erst lernen, einen Text als neuronales Dokument zu lesen, um ihn als neuronale Abbildung betrachten zu können.

Substantivische alphanumerische Identitäten, also identische Substantive, die sich wiederholen, besagen, dass die neuronale Auseinandersetzung mit einem Objekt andauert.

Verändern sich identische zu gleichen Ausdrücken, dann wird diese Auseinandersetzung modifiziert.

Wechseln dagegen identische oder gleiche Ausdrücke zu synonymen, dann wird der Aspekt der Auseinandersetzung gewechselt.

Adjektivische oder adverbiale alphanumerische Identitäten, also identische Adjektive oder Adverbien modifizieren ein Objekt oder einen Vorgang.

Achtung: Identitäten oder Synonyme wiederholen sich keineswegs nur in aufeinanderfolgenden Sätzen, sondern auch erst nach einem oder gar mehreren Sätzen.

Erfolgen Wiederholungen erst nach einem oder mehreren Sätzen, dann handelt es sich gleichsam um Punkte einer “roten” Linie, d.i. der sogenannte “rote Faden”.

Je mehr rote Linien ein Text aufweist, je bündiger oder schlüssiger ist er.

Die Bündigkeit oder Schlüssigkeit eines Textes verweist auf die Trennschärfe des Denkens während der Texterzeugung.

Die Trennschärfe des Denkens wiederum zeigt die Qualität eines wissenschaftlichen, nicht aber künstlerischen Textes an.
 

7
Feb
2013

Neuronale Kommunikationsformen

 
Neuronale Beziehungen in Texten werden sowohl durch statische als auch dynamische Textmarken gekennzeichnet.

Statische Textmarken sind Substantive, die auf den Umgang mit Konkreta oder Abstrakta, Objekte also, verweisen.

Als Begleiter von Substantiven geben Adjektive Hinweise, wie genau eine Auseinandersetzung geführt wird.

Als Begleiter von Verben geben Adverben Hinweise auf die Genauigkeit von Vorgängen, die mit einer Auseinandersetzung zusammenhängen.

Dynamische Textmarken sind Verben, die auf Verhalten oder Handlungen verweisen.

An der Verteilung verschiedener Textmarken lässt sich die Qualität des neuronalen Geschehens ablesen.
 

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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