13
Nov
2012

 

 

Verlust Gewinn




Wer ständig Zeit verliert, wird gewinnen, weil er am Ende keine Zeit hat.
Das letzte Hemd hat keine Taschen. Warum also etwas hineinstecken?

Aus dem Totenbuch der November-Depressionen




12
Nov
2012

 

 

Grau in Grau




Dichter Nebel raubt der Seele Sicht,
inneres Sehen verliert alles Gewicht.
Wer sich über November Grau nicht erhebt,
hat niemals einen einzigen Sommer gelebt.

Zum Gedeihen gehören Entstehen und Vergehen
wie zum Besuchen das Kommen und wieder Gehen.
Wer aber ständig nur im Gestern verweilt,
gehört den Gestrigen, wenn er sich nicht beeilt

11
Nov
2012

 

 

Ich gegen sich selbst




Wenn sich Ich und Selbst widersprechen, ist es keine existentiell vernünftige Regel, diesen Widerspruch einfach wegdrängen zu wollen!

Wenn das Ich die Ideen des Selbst nicht mag, sollte es seinen Grundbedürfnissen folgen.


Aus dem Totenbuch der November-Depressionen




10
Nov
2012

 

 

Vorbewusstsein




Das Vorbewusste denkt Gedanken, bevor sie uns bewusst werden.
Weil das Vorbewusstsein nicht von der Enge des Bewusstseins eingeschränkt wird, vermag es auch das mehr und wahrscheinlich auch sensibler wahrzunehmen, was dem Bewusstsein verborgen bleibt. Bisweilen öffnet uns auch der Nachttraum die Tür zum Vorbewussten.

Deutungen bleiben jedoch verwehrt, da jeder Versuch, einen Traum im Nachhinein verstehen zu wollen, an Projektionen scheitert. Selbst wiederkehrende Ereignisse während des Träumens verschließen sich einer nachträglichen Bewusstmachung.

Wenn ein Kind Nacht für Nacht im Traum vor einer lebensbedrohlichen Riesenkugel, die es zu überrollen droht, flüchtet, dann besagt das noch nichts über eine Bedrohung, der das Kind tagsüber ausgesetzt ist. Es lässt sich daraus auch keine existentielle Grundangst ableiten.

Was zeigen Bilder eines Traumes einer Seele, wenn nicht nachgestellte Szenen bewussten Erlebens? Gewöhnlich weiß ein Kind mit seinen Nachtträumen nichts anzufangen. Natürlicherweise vergisst es sie wieder.

Fallen dem Vorwussten spielerisch keine Lösungen zu, dann wird es offene Probleme mit gleichen oder auch anderen Bildern immer wieder neu erneut inszenieren. Entsprechende Nachtträume wiederholen sich, bis verlorenes Gleichgewicht zurückgewonnen wird. Andererseits vermag Vorbewusstes auch unbewusst auf Vorgänge des Bewusstwerdens einzuwirken und Unruhe zu stiften. Betroffene werden dann von Ängsten und Gefühlen der Orientierungslosigkeit gequält.

Nachträgliche Versuche, Nachtträume zu deuten, können nicht den wesentlichen Grund innerer Unruhe betreffen. Die Ursache solchen Umtriebs gelangt durch therapeutische Projektionen natürlicherweise nicht zum Vorschein. Antizipierende selbst heilende, positive Bilder während des Einschlafens dagegen wirken günstig auf Vorbewusstes zurück.

9
Nov
2012

 

 

Moment mal!




Sobald während des Betrachtens Perspektiven oder Aspekte besonders wichtig werden, geht Betrachten in Beobachten bestimmter Eigenschaften oder Zusammenhänge über.
Um situativ angemessenes Verhalten zu ermöglichen, werden durch Beobachten Verhältnisse festgestellt.
Umgangsformen werden ausprobiert und korrigiert, bis sie sich als erprobte Muster der Gestaltung erweisen.
Dem Beobachten kommt nach der Unverbindlichkeit freien, selbstlosen Betrachtens vornehmlich die Funktion existentieller Selbstversicherung zu.

8
Nov
2012

 

 
Wider das Entstehen von Demenz


Wiedererkennen verkürzt das Einschätzen bekannter Situationen. Das Gehirn weiß die Vorteile des Wiedererkennens so sehr zu schätzen, dass es diesen Vorgang automatisiert und als Routine ins Unbewusste delegiert.

Sobald Existieren aber nur noch aus Routinen besteht, verliert Bewusstwerden gleichsam das Bewusstsein und Dasein entartet zu bloßem Dahinvegetieren.

Neuerdings wird solches Dahindämmern als Demenz beschrieben. Weil die Vernunft in Vergessenheit gerät, verliert das Gehirn an Bewusstsein.

Aber unbewusstes, weil automatisiertes Wiedererkennen (Identifikation) lässt sich als solches rechtzeitig jederzeit vergegenwärtigen und in rückbesinnliches Erkennen zurückführen. Mit solchen Rückführungen kann dem Entstehen von Demenz entgegengewirkt werden. Praktisch bedeutet das, täglich wenigstens einmal bei jenem Tun, bei welchem es auch schwerfällt, gegen die Gewohnheit handeln.
 

7
Nov
2012

US Wahl 6 NOV 2012

 

Amerika hat gut gewählt!!
 

6
Nov
2012

 

 

Geistige Heilung


Geistige Heiler sehen gleichsam die Krankheit des zu heilenden Menschen zunächst in einer ihrer Fantasie gemäßen Form vor ihrem inneren Auge und lösen dann die geschaute Erkrankung in ihrer Vor-stellung auf. Das Gehirn des Kranken empfängt die Schwingungen dieser Vorstellung und verändert dann körperliche Prozesse dieser empfangenen Vorgabe entsprechend.
 

5
Nov
2012

 

 

Bilder-Leben der Vernunft
und
Bild-Erleben des Verstandes.




Sobald gedacht wird, gewährt auch Selbstbeobachtung Aufschluss darüber, ob gerade die Vernunft, der Verstand oder beide das Bewusstwerden bestimmen. Wenn ich mich an eine Situation erinne-re und das vergangene Geschehen in Bildern abläuft, wird das von der Vernunft geregelt. Sobald ich mich aber auf einzelne Bilder besonders einlasse, schaltet sich der Verstand ein. Wenn sich jemand an sein Zuhause in seiner Jugend erinnert und er in Gedanken durch das Haus geht, wird dieser Besuch von der Vernunft gestaltet. Kommt aber der Wunsch auf, während des Gangs durch das Haus oder die Wohnung in einem Zimmer zu verweilen, um sich genauer umzusehen, wird das Erinnern vom Verstand geleitet.

Der Verstand wird tätig, sobald die Vernunft von einem besonderen Befürfnis bewegt wird. Der Verstand ist eine emotionalisierte Erscheinungsform der Vernunft. Durch die Verstandestätigkeit wird Bilder-Leben zum Bild-Erleben und Einzelheiten treten in den Vordergrund.

Etwa zwei Drittel eines Tages werden ausschließlich von der Vernunft in Tag- und Nachtträumen geregelt. Bisweilen ertappen wir uns beim Tagträumen. Irgendetwas Auffälliges oder Aufdringliches ruft uns dann wieder zur Ordnung, und unser Verstand meldet sich zu Wort.

Eine Zeitlang wurde der Verstand der linken und die Vernunft der rechten Hemisphäre zugeschrieben. Nach diesem Modell geht es in unserer Gesellschaft vor allem sehr linkslastig zu. Das aber würde ja bedeuten, dass unsere Vernunft vorwiegend hochgestimmt ist. Tatsächlich wird die Stimmung der Vernunft ständig durch Bilderfluten überreizt und der Verstand dadurch ständig herausgefordert.
Diese überdrehte Situation schafft ruheloses Bewusstsein, dem besinnliches Betrachten fremd ist. Als Folge dieser ständigen Unruhe unterdrückt das Gehirn Gelegenheiten, sich mit etwas eingehender zu beschäftigen und Wahrnehmen geht unmittelbar in Identifizieren über. Das ermöglicht natürlich auch kein Unterscheiden zwischen Vernunft und Verstand mehr. Letztendlich geschieht ja alles Bewusstwerden nur noch durch den Verstand.
Der Verstand verliert den Kontakt zu seinem Ursprung und weiß mit Vernunft nichts mehr anzufangen. Der Fortschritt der Welt verrechnet sich, weil Vernunft nichts mehr zählt.

4
Nov
2012

Verstand ist eine Emotion der Vernunft

 

Verstand ist eine Emotion der Vernunft


Sobald gedacht wird, gewährt auch Selbstbeobachtung Aufschluss darüber, ob gerade die Vernunft, der Verstand oder beide das Bewusstwerden bestimmen.
Wenn ich mich an eine Situation erinnere und das vergangene Geschehen in Bildern abläuft, wird das von der Vernunft gereglt. Sobald ich mich aber auf einzelne Bilder besonders einlasse, schaltet sich der Verstand ein. Wenn sich jemand an sein Zuhause in seiner Jugend erinnert und er in Gedanken durch das Haus geht, wird dieser Besuch von der Vernunft gestaltet. Kommt aber der Wunsch auf, während des Gangs durch das Haus oder die Wohnung in einem Zimmer zu verweilen, um sich genauer umzusehen, wird das Erinnern vom Verstand geleitet.
Der Verstand wird tätig, sobald die Vernunft von einem besonderen Befürfnis bewegt wird. Der Verstand ist eine emotionalisierte Erscheinungsform der Vernunft. Durch die Verstandestätigkeit wird Bilder-Leben zum Bild-Erleben und Einzelheiten treten in den Vordergrund.
 

3
Nov
2012

Verstand <> Vernunft

 


Der Verstand arbeitet digital; er löst also einen Vorgang in einzelne Schritte auf.
Die Vernunft dagegen arbeitet analog; sie belässt einen Vorgang als Ganzes und erfasst ihn als Bewegung.

Wie kann man sich das vorstellen? Zur Erklärung eignet sich das Einkaufen besonders gut. Wer verstandesmäßig einkaufen geht, legt zuvor die Abfolge der Geschäfte, in denen er die gewünschte Ware findet, ganau fest. Wer dagegen vernunftgemäß einkaufen geht, macht einen Einkaufsbummel; seinen Weg, an dem ihn interessierende Geschäfte liegen, legt er erst unterwegs spontan, gefühlsmäßig fest. Dem Verstand kommt es auf den kürzesten Weg an, der Vernunft eher auf den angenehmsten oder schönsten.
 

2
Nov
2012

link

Trennschärfe

 

Wahrnehmen <> Erkennen


Wahrnehmen geschieht unbewusst und Erkennen bewusst.
Bewusstsein ist ein Moment des Bewusstwerdens. Das Auflösen des Bewusstwerdens in Momente geschieht durch den Verstand. Indem der Verstand Augenblicke des Bewusstwerdens erfahrungsbedingt aussucht, macht er diese auch zugleich zurecht. Im Bewusstsein erscheint nichts so wie es ist, sondern alles so wie wir es irgendwann einmal erfahren haben.

Wir erkennen nicht die augenblickliche, sondern eine gleichsam bereits erfahrene Welt. Im Wort „erkennen“ steckt aufgrund der Vorsilbe „er“ die Funktion „das zurückholen, was wir schon kennen“, weil wir es irgenwann einmal mehr oder weniger unbewusst erfahren haben. „Erholen“ bedeutet entsprechend, eine „bessere Befindlichkeit“ zurück holen (wieder herstellen)“.
Den ersten griechischen Philosophen war dieser Sachverhalt bewusst, weshalb für sie Erkennen zugleich immer auch ein Wiedererkennen war.

Sokrates demonstrierte diese Auffassung, indem er bei einem Sklaven nachwies, dass dieser den Satz des Pythagoras immer schon weiß. Wird er nämlich nur geschickt genug danach gefragt, dann kann er systematisch in sich suchen und den Lehrsatz des Verhältnisses der Quadrate über den Katheten eines rechtwinkligen Dreiecks zum Quadrat über dessen Hypothenuse entdecken und zutreffend wiedergeben.

1
Nov
2012

So sieht es Angelus Silesius

 
 

31
Okt
2012

Wenn Unterricht keine Zeit lässt

 


Wecken Wahrnehmungen besonderes Interesse oder sind sie besonders auffällig, dann verzögert sich das Wahrnehmen, um eine besondere Beschäftigung damit zu ermöglichen. Und gerade diese Möglichkeit wird bei vielen Menschen aufgrund fehlerhafter Unterrichtung gehemmt oder gar blockiert, so dass die Gelegenheit für intuitives Wahrnehmen genommen wird. Der Vernunft fehlt die Zeit, einer Tätigkeit des Verstandes unter Umständen auch einmal zu widersprechen. So werden zu oberflächlich behandelte Unterrichtsinhalte widerspruchslos hingenommen. Die Unlust zu lernen wächst so lange, bis schließlich auch der Verstand aufgibt, und tiefe Niedergeschlagenheit wegen der ständig unterdrückten Vernunft krank macht.
Immer dann, wenn sich Vernunft und Verstand nicht mehr im Einklang befinden, löst das mangels wechselseitiger Aufladung eine Art Tiefenentladung (Depression) aus. Depressionen sind immer ein Zeichen von Energieverlust durch Unter- oder Überforderung.
 

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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