3
Sep
2012

Das Hirtentäschelkraut

 
Das Gewöhnliche Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris), auch Hirtentäschelkraut genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Der wissenschaftliche Name Capsella bursa-pastoris kommt von lat. capsa = Kapsel, bursa = Tasche und pastor = Hirt, da die Kapseln der Pflanze wie die Taschen von Hirten geformt sein sollen.

Als katathyme Heilpflanze unterstützt das Hirtentäschelkraut:
Brennnessel, Trichterwinde, Löwenzahn, Hibiskus, Sensibelchen und Schachblume.

ZUBEREITUNG UND ANWENDUNG:

Beantworte folgende Checkfragen:

1. Wie steht es mit der Reinigung von Erziehungsschlacken?
2. Denkst Du positiv über die Selbstheilung?
3. Stimmt Deine Prophylaxe?
4. Betrachtest Du wiederholt das Heilbild?
5. Trainierst Du die Bewusstseinserweiterung?
6. Führst Du das Journal+?
7. Was tust Du für Dein Grundmotiv?
 

2
Sep
2012

Die Schachblume

 
Für alle inneren Maßnahmen gilt, dass damit auf keinen Fall übertrieben werden darf. Die größte Gefahr besteht in der Kurzatmigkeit. Etwas begeistert, wird auf übertriebene Weise angenommen und dann doch wieder vergessen. Psycho-Asthma könnte vor allem eine Folge mangelnden Trainings des Gehirns sein. Vor allem die regelmäßige Anwendung des Sensibelchen könnte da wirksame Abhilfe schaffen. Zur Unterstützung kann auch die Schachbrettblume wertvolle Hilfe leisten.

Diese Schachblume (Fritillaria meleagris) wächst nur an sehr wenigen vulkansteinernen Berghängen in feuchten Mulden wie am Nord-Hang des Hohentwiels. Diese Heilpflanze dient vor allem der Förderung und Erhaltung des Langzeitgedächtnisses.

ZUBEREITUNG UND ANWENDUNG:

Das positive Journal wird mit Hilfe eines sehr einprägsamen Bildes pro positivem Tagesereignis (7 pro Woche) eingeprägt. Ist eine Woche vollständig, dann sollte aus den sieben Ereignissen eine kleine Fantasiegeschichte gestaltet werden. Je zwei Wochen sollten gegenwärtig gehalten werden.

Mindestens 1x pro Tag sollten die jeweils verfügbaren Ereignisse vor Augen geführt (vergegenwärtigt) werden.
 

1
Sep
2012

Sensibilchen

 
Das Sensibelchen (flosculus mollis) erinnert von seiner morphologischen Struktur an das Gänseblümchen (bellis perennis), kommt jedoch nur in höheren Gebirgslagen vor. Es ist eine äußerst wertvolle Heilpflanze.

Das Sensibilchen spricht vor allem sensible Punkte des neuronalen Systems an und dient der Sensibilisierung von Schwachstellen in der Transmitterproduktion und bei Schwächung von Botenstoffen. Wegen seiner starken Wirkung sollte diese Heilpflanze selten und nicht in Verbindung mit anderen benutzt werden. Das Sensibelchen gehört zu den am schnellsten wirkenden und wirksamsten Heilpflanzen. Einmal eingenommen bewirkt sie eine Art Blitzaufladung des gesamten neuronalen Systems.

ZUBEREITUNG:

Die Einnahme dieser Heilpflanze setzt eine erweiterte Organisation des Bewusstseins und ein gut trainiertes Kurzzeitgedächtnis voraus. Der Zustand des eigenen Kurzeitgedächtnisses lässt sich beispielsweise mit folgendem komplexen Satz, der alle Perspektiven bzw. Aspekte umfasst, testen:

Glaubens- und Wissenssatz

Ich erfasse etwas dann, wenn ich über dessen Grund und Zweck in Hinsicht auf seine Ursache und Wirkung verfüge, und zwar nach Art/Weise und Umstand der auffälligen Eigenschaften seines Wesens unter Berücksichtigung des Mittels und Ausmaßes in Raum und Zeit seines Vorscheinens.

Ergänzung: die 12 Perspektiven und Aspekte des Bewusstseins (Kategorien):

Grund und Zweck
Ursache und Wirkung
Eigenschaften und Wesen
Art/Weise und Umstand
Mittel und Maß
Raum und Zeit

Beispiel:
  • Auf der Party habe ich zu viel geraucht und getrunken, um allen Stress einmal zu vergessen. (Grund und Zweck)
  • Nikotin- und Alkoholmissbrauch verursachten Kopfschmerzen und einen vernebelten Kopf. (Ursache und Wirkung)
  • Aspirin soll mich von den Kopfschmerzen befreien und mir wieder einen klaren Kopf verschaffen. (Mittel und Maß)
  • Ich möchte wieder aufmerksam sein und mich konzentrieren können. (Art/Weise und Umstand)
  • Das schöpferische Arbeiten soll nicht darunter leiden. (Eigenschaften und Wesen)
  • Vormittags, nachmittags und abends werde ich an der Uni sein. (Raum und Zeit)

Zubereitung und Einnahme der Heilpflanze:

Diese Heilpflanze wird eingenommen durch Bildung eines eigenen Fallbeispiels zu den 12 Kategorien.

Wirkung:

Die beste Wirkung wird durch tägliche Einnahme (1x) ohne Benutzung von Papier erzielt!
 

31
Aug
2012

Katathyme Landschaftsberatung

 
In gewisser Weise ist das Erscheinungsbild des katathymen Gartens ein aktuelles Spiegelbild der Seele. Vielleicht hilft da manches Mal ein kleines Gespräch mit der inneren Landschaftspflege. Meditativ lässt er oder sie sich leicht herbeirufen.

Das Zwiegespräch, das sich hierbei entwickelt, ist ein innerer Dialog zwischen dem seelischen Ich und dem geistigen Ich, dem Selbst. Es handelt sich letztlich um einen Dialog zwischen eher strategisch vorgehendem Bewusstsein und spielerischem Unbewussten. Es liegt demnach auch nahe, dass das Ich dem Selbst die Fragen stellt und das Selbst dem Ich intuitiv antwortet.

Das Ich vermag innerhalb der vom Selbst vorgebenen Grenzen Jahreszeit und Wetter der inneren Landschaft zu gestalten. Je größer dabei der Gegensatz zwischen äußeren (realen) und inneren (katathymen) Jahreszeiten und/oder Wetter wird, um so stärker ist die Widerstandskraft, über welche das Ich gegenwärtig verfügt. Stürmt und schneit es draußen heftig und ist drinnen das schönste sommerliche Wetter, dann verfügt das Immunsystem des Ichs über hinreichende Reserven, um gegebenenfalls zusätzliche Heilkräfte konzentrieren zu können. Bei diesem Beispiel wird natürlich vorausgesetzt, dass der Sommer als sehr viel erfreulicher empfunden wird als der Winter. Die regionalen realen Unterschiede sind also unbedingt zu berücksichtigen. So empfinden mehr Norddeutsche Novemberstürme als etwas Angenehmes als Süddeutsche. Und auch katathymes Regenwetter kann bei realer Hitze draußen als sehr angenehm empfunden werden.

Das Ich muss folglich erst Erfahrunen mit den Wetter-Innenbildern des Selbst sammeln und sie deuten lernen. Allgemein gilt jedoch, dass als positiv empfundenes Wetter mit der Immunstärke korreliert. Und es ist immer ein aufforderndes Zeichen einer notwendigen Selbstheilungsmaßnahme, wenn das katathyme Wetter des Selbst gegen den Willen des Ichs längerfristig schlecht bleibt.
 

30
Aug
2012

Im katathymen Garten

 
Es ist nicht ganz leicht, in den katathymen Garten zu gelangen, um ihn zu besichtigen. Es braucht dazu Ruhe und Muße. Am besten für einen Besuch ist die Zeit vor dem Einschlafen geeignet. Jeder erreicht diesen Heilgarten auf dem Weg, den ihn seine Fantasie führt. Jahreszeit und jeweiliger Zustand des Gartens werden ebenfalls von der Vorstellungskraft und der momentanen inneren Stimmung gestaltet.

Die innere Jahreszeit richtet sich in der Regel innerhalb gewisser Grenzen nach der äußeren Jahreszeit. Natürlich existieren Ausnahmen. Eine hoch künstlerische kräftige Fantasie vermag einen sehr strengen äußeren Winter sogar mit einem heißen inneren Sommer auszugleichen.
Das Wetter wird ebenfalls von der Stimmung des Augenblicks bestimmt, wobei unter Umständen keinerlei Scheu davor bestehen sollte, das Wetter bis hin zum Unwetter sich austoben zu lassen.

Das jeweilige Aussehen des katathymen Gartens zur Besuchszeit wird vor allem durch die augenblickliche Selbst-Einstellung des Ichs geregelt. Vielleicht zeigt sich der katathyme Garten gerade als eine Art schöne Wiese mit Bäumen, an denen sich die Trichterenden wie Efeu empor schlängeln oder gar als streng geordneter Park, auf dessen Rasen einige Brennnesseln "protestieren". Wichtig ist es, die Fantasie den katathymen Garten ganz nach den gegenwärtigen Bedürfnissen hervor scheinen zu lassen.
 

29
Aug
2012

Der Löwenzahn

 
Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia) gehört zu jenen Heilpflanzen, welche in keinem Kräutergarten fehlen dürfen. Diese radikale Heilpflanze gewährt Energien, die gegen hartnäckige Widerstände eingesetzt werden müssen, damit Heilungen eingeleitet werden können.

Aber der Gewöhnliche Löwenzahn wird vor allem auch zur Prophylaxe eingesetzt.

ZUBREITUNG:

Krankheiten wirken meistens wie körperliche Warnungen vor einer krankmachenden Existenz. Insofern werden sie auch als Chancen zu einer radikalen Verhaltensänderung gesehen. Aber man sollte es nicht darauf ankommen lassen, sondern sich lieber an die Zehn Gebote der Seele zur Gesundheitserhaltung des Körpers halten.

ZEHN GEBOTE DER PROPHYLAXE:
  1. Du sollst Dich selbst als "Ich bin Ich" annehmen und lieben lernen.
  2. Ohne körperliche Bewegung vermag Deine Seele nicht voran zu kommen.
  3. Ohne schöpferisches Tun vermögen sich Körper, Seele, Geist nicht zu erhalten.
  4. Du sollst keine erzieherischen Schandtaten an Dir ehren.
  5. Du sollst durch Loslassen im Augenblick verbleiben.
  6. Du sollst Deine Gefühle achten und durch Belohnungen ehren.
  7. Du sollst Dich körperlich, seelisch und geistig gesund ernähren.
  8. Um Dich selbst zu heilen, musst Du antizipieren können.
  9. Tiere sind Lebewesen wie Du und wie Du kein Nahrungsmittel.
  10. Erforsche regelmäßig Dein Gewissen, damit Du Dir nicht verloren gehst.
Der Gewöhnliche Löwenzahn entfaltet seine Widerstandskraft um so eher, je mehr eingehaltene Gebote ihm Nahrung liefern.
 

28
Aug
2012

Hibiscus inflammans

 
Es existieren Heilbilder, die sich besonders gut zur Prophylaxe eignen. Dazu zählt der "Brennende Hibiskus" (Hibiskus inflammans). Beim intuitiven Betrachten dieses Bildes sich vorstellen, dass sämtliche aufkeimende Wucherungen verbrennen.

Ein Heilbild, das sich jeder durch Aussuchen einer sich ihm zusagenden Pflanze intuitiv gestalten kann, sollte für einige Tage nicht nur einige Male einige Minuten betrachtet werden, sondern möglichst im Blickfeld bleiben:
 

hibiscus inflammans:
 
hibiskus-inflammans
 

27
Aug
2012

Virtuelle Brennnessel

 
Die "virtuelle Brennnessel" hat ihren Namen wie die gewöhnliche Brennnessel der Tatsache zu verdanken, dass sie auf der Haut brennt, sobald sie berührt wird. Die Haut oder die Oberfläche der Seele ist sehr berührungsempfindlich; sie besteht aus Gefühlen, die Erfahrungen widerspiegeln. Die "virtuelle Brennnessel" wird bei inneren Verwachsungen eingesetzt.

ZUBEREITUNG:

Damit diese Heilpflanze wirken kann, indem sie die natürliche Fähigkeit zur Selbstheilung bzw. Selbstreperatur nutzt, muss sie vor allem dem Gehirn mit Hilfe einer vorwärtsgerichteten Vorstellungskraft initiieren, dass die gefürchtete körperliche und/oder seelische Verwachsung durch Reversion zunächst aufgehalten und dann umgekehrt werden kann. Es ist sehr wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass alles Behandeln, das nicht mit Loslassen einhergeht, vergebliche Liebesmühe bleibt.

Die Übungen der Konzentration auf die völlige Reduktion störender körperlicher, seelischer, geistiger Phänomene sind sehr wichtige Übungen des Loslassens. Neben der Abwehr durch Minimieren (kleiner werden lassen) existiert die Abwehr durch fortwährendes Aufteilen. Die Natur bietet diese Möglichkeit der Abwehr vor allem bei Störungen, die durch Erstarren, Hemmen oder Blockieren organischer, psychischer oder kognitiver Prozesse auftreten. Vorgänge sollen wieder verflüssigt oder dynamisiert werden.

Die Abwehr durch Aufteilen ist natürlicherweise wesentlich aggressiver als die Abwehr durch Kleiner-werden-lassen. Erstarrungen oder Verfestigungen haben gewöhnlich auch eine längere Entstehungsgeschichte als Verunsicherungen oder Hemmungen.

Ist das körperliche, seelische, geistige Gleichgewicht erst einmal gestört, dann sind Versuche, die Stabilität auf chemischem Wege wieder herzustellen in der Regel symptomatische Behandlungen. Häufig werden nicht die Ursachen aufgelöst, sondern deren Wirkungen. Das Abwehren durch Selbstheilen dagegen greift das gesamte Wirkungsgefüge an und geschieht dementsprechend umfassender. Natur und Chemie können sich jedoch wechselseitig stützen und unterstützen.

Die natürlichen Kräfte, die im inneren Heilgarten entdeckt werden können, sind Nehmen und Geben, Teilen und Mehren. Alle diese Kräfte können sowohl negativ als auch positiv wirken.

So kann sich Nehmen zur Habsucht oder krankhaftem Ehrgeiz entwickeln, wenn Körper, Seele und Geist aus dem Gleichgewicht geraten. Befinden sich dagegen Körper, Seele und Geist im inneren Gleichgewicht, dann wandelt sich Nehmen zur inneren Bereitschaft des Annehmens dessen, was uns die äußere und innere Natur schickt, ohne das natürliche Geschick gleich zu einem übermächtigen Schicksal erklären zu wollen. Gemeint ist die leidenschaftlose und damit leidlose Annahme der täglichen Aufgaben und alltäglichen Verpflichtungen. Die positive Kraft des Nehmens und Annehmens gewährt die Kunst eines Lebens aus dem Augenblick.

Auch das Nutzen katathymer Heilkräuter verlangt die Bereitschaft des Annehmens, und zwar das etwas von sich selbst annehmen können (auch eine Art des Selbst Belohnens).

Das Zubereiten eines inneren Heilkrauts verlangt eine konzentrierte Fantasie. Was die virtuelle Brennnessel angeht, so gibt es durchaus im Vorfeld brauchbare Verträglichkeitstests.

BRENNESSEL-TEST: RAUM UND ZEIT LOSLASSEN:

Steige am besten vor dem Einschlafen in ein Raumschiff Deiner Wahl und fliege mit zunehmender Geschwindigkeit in die Unendlichkeit des Universums!
Wiederhole diese Übung, bis sich der konzentrierten Fantasie die Leere (von Raum und Zeit) zeigt.
Nehme dann Deine Sorgen und Ängste mit, bis sich diese in der Leere auflösen!
 

26
Aug
2012

Der Garten der katathymen Heilpflanzen

 
Der Weg zum inneren Heilgarten führt selbstverständlich durch den äußeren Garten der helfenden Pflanzen und Kräuter. Niemand findet den Weg zum inneren Heilgarten, wenn er sich ungesund ernährt.

Der innere Heilgarten der Natur ist in jedem Lebewesen angelegt. Das, was dort wächst, gedeiht durch körperliche, seelische und geistige Kräfte, die jedoch individuell unterschiedlich ausgeprägt sind. Aber alle können dort für sich alles finden, was sie für sich brauchen.

Den Garten der Kunst findest Du in Dir erst, nachdem Du Dir Deinen Weg mühsam durch den Dschungel Deiner Erziehungsgefahren geschlagen hast. Es sind Deine schöpferischen Ideen, die Du dort finden wirst. Dem Ich wird klar, dass das Loslassen wie ein Buschmesser wirkt, mit dem es sich den Weg durch den Dschungel erzieherischer Wirkungen schlägt. Und es geht um so besser voran, auf je mehr negative Vorurteile es sich selbst gegenüber nicht mehr einlässt.

Paradoxerweise fordert die Seele das Ich trotz Loslassens auf, sich wieder sinnlich anschauen zu lernen. "Dein innerer Spiegel zeigt Dir, inwieweit es Dir gelingt, die Spuren der Erziehung zu beseitigen!" Das unangenehme Gefühl, welches diese Berührung der inneren Stimme das Ich noch spüren lässt, macht die Entfernung zum Selbst deutlich.

"Einer von den Pharisäern, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (nach MT 22, 37-39 verkürzt)

Ohne Liebe ist das Selbst nicht zu haben. Ohne Selbstliebe vermag das Ich sich nicht zu finden. Selbstliebe sollte allerdings nicht zum Narzissmus oder zur homosexuellen, körperlichen Selbstverliebtheit entarten.

Den Gesundheitszustand der Selbstliebe vermag der innere Arzt leicht festzustellen, indem er prüft, ob sich das Ich noch in der Lage zeigt, sich selbst zu belohnen. Um dieses Vermögen wieder sanft herzustellen, ist ein Journal der täglichen guten Ereignisse hilfreich, denn das sich Über-kleine-Dinge-freuen-können ist ein guter Nährboden für die Selbstliebe.

Im inneren Garten wachsen genug katathyme Heilkräuter gegen eine entartete Selbstverliebtheit. Aber genau so wichtig sind die Heilpflanzen zur Gesundung dort, wo tradierte Medizin versagt.
 

25
Aug
2012

Die reine Seele

 
Die reine Seele des unausgelegten Selbst vermag allein Bilder zu schauen und in ihnen Wahrheit zu erkennen. Die reine Seele ist ein künstlerisches Wesen. Um so mehr muss sich dieses Wesen vor irgendwelchen Selbst-Auslegungen hüten und in der Kunst des Loslassens üben.

Diese Seele erfährt während ihres Anstiegs auf den Berg der Stille keine Zurückweisung durch die innere Stimme. Der Fortschritt wird begleitet von der Einsicht, dass sich Wahrheit in Bildern öffenbart. Selbst das Nichts als absolutes Loslassen zeigt sich intuitiv dem Gespür für das, worauf es ankommt.

Die Selbstreinigung der Seele vollzieht sich allmählich, indem alle erziehungsbedingten Selbstverurteilungen als aberwitzige Irrtümer nach und nach abfallen. Von allen Häresien befreit findet sich die Seele in Freiheit im ursprünglich natürlich kindlichen Selbstvertrauen wieder.

Und jetzt spricht die innere Stimme zu unserem den Berg der inneren Stille aufsteigenden Meditierenden, indem sie ihm rät: "Sobald in Dir eine der vernichtenden Selbst-Verurteilungen hochwächst, reiß sie aus, indem Du einen solchen Gedanken bereits im Entstehen loslässt. Und siehe, allmählich verlieren solche vernichtenden Innenbilder jegliches Interesse an Dir.

Das Loslassen von hemmender und blockierender Erziehung befreit Deine Seele von körperlicher Enge, seelischer Ängstlichkeit und geistiger Selbstfesselung."
 

24
Aug
2012

Ausweg aus der eigenen Höhle

 
In seinem Höhlengleichnis weist Platon auf den Weg der Selbstbefreiung des Ichs hin. Es ist das Wagnis, das Wissen aus seinen Engen zu befreien und die Intuition (wieder) zuzulassen. Das Ich vermag sich nämlich einzig und allein intuitiv selbst zu schauen.

Der im Selbst Gefangene erkennt im Augenblick seiner Befreiung aus der Höhle das Licht der höchsten Idee. Diese Erkenntnis entspringt dem Glauben auf Grund seiner Erfahrungen, dass sich im reinen inneren Licht das anerzogene Selbst dem Ich als bloßer Schatten des Gehabes seiner Erzieher offenbart. Angesichts dieser Offenbarung erscheinen dem Ich alle Annahmen des Selbst als unwahr. Und die innere Stimme teilt dem Ich mit, dass nichts von dem wahr ist, was es bislang seinem Selbst zugesprochen hat.

Im reinen, weil von Erziehung ungefilterten inneren Licht, schaut das Ich die Wahrheit des Selbst. Und Lethe, die Göttin oder Kraft des Vergessens, offenbart dem Ich, dass das Selbst verunreinigt und zum Krankheitsherd wird, sobald ihm überhaupt Eigenschaften irgendwelcher positiver oder negativer Art zugesprochen werden.

"Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht ins Reich Gottes kommen." (Markus 10, 13 - 16)
Kinder kennzeichnet, dass sie völlig vertrauen können. Kleine Kinder kennzeichnet darüber hinaus die völlige köperliche Abhängigkeit und geistige, seelische Unabhängigkeit von den Eltern und Erziehern. Die kindliche Fantasie lässt eine Gleichschaltung von körperlicher Abhängigkeit und geistig, seelischer Unabhängigkeit nicht zu und entführt das Kind jederzeit in seine eigene Welt, um es zu retten.

Es ist die kindliche Unvoreingenommenheit, die allein das wahre Selbst schaut. Lethe verhilft zum Ausstieg aus der eigenen Höhle, indem sie jeden Gedanken einer unwahren Selbsteinschätzung verbietet bzw. gebietet, diesen unmittelbar loszulassen. Und es ist die Zeit, die dann aufgrund der Übungen des Loslassens von den Selbstschändungen reinigt.

Allein ein freies, wahres, weil vom Ich nicht ausgelegtes Selbst, ermöglicht dem Ich die Existenz in der Allgegenwart Gottes, denn das "Himmelreich", das überall ist, duldet wie das Selbst keinerlei Auslegung.
 

23
Aug
2012

Der brennende Dornbusch

 
Nicht jedes Innenbild ist echt, insbesondere wenn es sich um eine Vision eines metaphysischen Ereignisses handelt. So hegte Hildegard von Bingen wie viele andere Heilige auch anfangs starke Zweifel, ob sie ihren Visionen trauen darf.

Die vielleicht bekannteste und zugleich frühest überlieferte Vision ist die des Moses (8. Jh. v. Chr.). Es ist die Vision vom brennenden Dornbusch. Es wird in der Bibel erzählt, dass Moses viele Jahre die Herden seines Schwiegervaters Jitro hütete.

Eines Tages weideten die Schafe und Ziegen auf den saftigen Weiden an den Hängen des Berges Sinai. Moses blickte in die Ferne, und er traute seinen Augen nicht. Denn er erblickte einen brennenden Busch. Merkwürdigerweise sah es nur so aus, als lodere dort ein Feuer. Denn der Busch verbrannte nicht. Neugierig ging Mose näher heran.

Da hörte er plötzlich eine Stimme. Sie kam aus dem brennenden Busch und sagte: "Zieh deine Schuhe aus, Mose! Du stehst auf heiligem Boden." Mose wusste, dass es Gott war, der zu ihm sprach. Er gehorchte, und Gott sagte: "Ich bin, der ich bin. Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Ich habe die Klagen und Bitten meines Volkes gehört, das in Ägypten in der Sklaverei lebt. Und ich werde es retten. Du Mose, sollst es aus Ägypten in ein Land führen, das ich den Nachkommen Abrahams versprochen habe. In diesem Land werden Milch und Honig fließen. Und dich Mose, sende ich nun zum Pharao."

Dieser Auftrag ist für einen Hirten in der Wüste nicht gerade naheliegend. Offenbar ist allen Visionen gemeinsam, dass sie Menschen überraschen, die über die Kraft verfügen, ihnen auch zu entsprechen.

Visionen sind ganz offensichtlich Phänomene des Tunnelns, die nicht bewusst herbeigeführt werden können, sondern aus den Tiefen des Unbewussten heraus entstehen. Wer oder was aber veranlasst unseren Meditierenden, eine ihm Zugang verwehrende Stimme zu vernehmen? (vgl. Meditation 5b)
 

22
Aug
2012

Platons Intuition

 
Der große abendländische Lehrer der Intuition ist Platon. Platon (altgriechisch Πλάτων Plátōn, latinisiert Plato; * 428/427 v. Chr. in Athen oder Aigina; † 348/347 v. Chr. in Athen) war ein antiker griechischer Philosoph. In seinem berühmten Höhlengleichnis schildert er den Weg der Intuition.

Was geschieht in der Höhle, von der Platon spricht?
Hat man sich an die Dunkelheit der nur von einem kleinen Feuer beleuchteten Höhle gewöhnt, dann erkennt man sehr bald, dass dort gegen die Wand hin gefesselte Menschen sitzen, die sich nicht umdrehen können und deshalb nur Schatten an der Höhlenwand sehen. Es sind die Schatten der Menschen, die hinter dem Rücken der Gefangenen und dem Feuer Gegenstände und Speisen hin- und hertragen. Die Gefangenen aber kennen allein die Schatten dieser Gestalten und halten diese Schatten also für die Gestalten selbst. Deshalb ordnen sie ihnen auch sogar die Stimmen zu, die sie hören. Die Schattenwelt ist die Welt so, wie die Gefangenen sie erleben. Die Gefangenen halten ihre Erlebniswelt für die Wirklichkeit, denn sie befinden sich von Geburt an in dieser Lage. Und Platon provoziert uns, indem er uns sagt, dass unsere sogenannte reale Welt nichts anderes ist als eine Schattenwelt. Das, was wir wahrnehmen, ist nicht mehr als Abschattung von etwas, was wir selbst nicht wahrzunehmen vermögen, weil wir uns ebenfalls nicht umdrehen, unsere Sichtweise nicht verändern können.

Dabei muss es jedenfalls nicht bleiben. Wir sind nicht dazu verurteilt, unser gesamtes Leben als Gefangene unserer Schattenwelt zu verbringen. Aber Platon macht auch nachdrücklich darauf aufmerksam, dass sich niemand selbst aus seiner miserablen Lage befreien kann. Jeder braucht einen Lehrer, der ihn befreit. „Erziehung“ ist für Platon der Name für diese Befreiung. In seinem Höhlengleichnis fragt Platon, was geschehen würde, wenn einer der Gefangenen in der Höhle befreit würde. Platon sagt, dass eine solche Befreiung gewaltsam geschehen müsste, weil sich niemand freiwillig von Gewohnheiten trennt, die ihn ein Leben lang bestimmt haben. Und wir alle spüren auch, wie sehr wir uns dagegen wehren, Platon zu glauben, dass alles, mit dem wir zu tun haben nicht mehr ist als Schatten. Statt uns in unserer Sichtweise zu wenden, halten wir lieber Platons Auffassungen für verdreht. Und einem Verrückten braucht man nicht zu folgen. Dennoch sollen wir uns nun vorstellen, dass einer der Gefangenen von seinen Fesseln befreit wird. Der so befreite Mensch kann sich jetzt umdrehen und plötzlich klar erkennen, dass das, was er sehen kann, überhaupt nichts mit dem zu tun hat, was er bislang für wahr gehalten hat. Allmählich gewöhnt er sich an seine Freiheit und folglich auch daran, Zusammenhänge erkennen zu können. So erkennt er die Schatten als Projektionen dieser Gestalten vor dem Feuer. Sie bewachen die Gefangenen, und er erkennt nicht nur die Schatten als Wächter, sondern er nimmt auch einen Weg wahr, der nach oben zum Höhlenausgang führt. Weil er neugierig geworden ist, folgt er diesem Weg vorsichtig nach oben, wohl darauf gefasst, dass die Höhle auch nicht die Welt ist und er jederzeit mit einer weiteren Überraschung rechnen muss.

Als er schließlich zum Ausgang gelangt erfasst ihn ein kaum zu beschreibender Schrecken und er bekommt große Angst, weil er wegen des sehr grellen Lichts, das seine Augen blendet, nichts mehr erkennen kann. Als sich dann seine Augen an das Licht der Sonne gewöhnt haben, erkennt er wiederum ein Feuer. Das ist die Sonne der er nun gewahr wird. Er kommt zu dem Schluss, dass es sich bei den Dingen, die er nun wahrnehmen kann, wiederum nur um Abschattungen handelt. Deshalb folgert er, dass er erneut einen Weg finden muss, der ihn aus dieser Welt der Schatten hinausführt.
 

21
Aug
2012

Stolperstein

 
Schwierigkeiten beim Übergang aus der Welt des Wissens in die Welt des Glaubens ergeben sich vor allem aus dem Mangel an Intuition und dem damit verbundenen Schwund an Gefühlen. Das Vertrauen in das Wissen verdrängt das Gespür für den helfenden Zuspruch der Natur.

Mit dem Primat des Wissens vor dem Glauben verliert das Gehirn die Fähigkeit der Selbstheilung und flüchtet sich zunehmend mehr in Altersvergesslichkeit (Demenz). Die Organisation des Bewusstseins verliert die eigentliche Kraft und somit den wesentlichen Gewinn des Alters, das ist die Weisheit (σοφία). "γέρωσοφία" (γέρωv Greis, σοφία Weisheit), die Altersweisheit verliert sich in der Altersvergesslichkeit (Demenz). Das Gehirn gibt eher das so wichtige Alltagsbewusstsein auf statt die Fähigkeit schöpferischer Selbstorganisation.

Pseudowissen, der Aberglaube durch Halbwissen, ist der größte Stolperstein in der Welt natürlichen Glaubens. Diese Welt offenbart sich nämlich allein der Intuition.
 

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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