20
Aug
2012

Tunneln

 
"Wenn der Berg zu hoch ist, dann gräbt man am besten einen Tunnel, um auf die andere Seite zu gelangen. Leider sind Tunnel aber eine ziemlich teure Sache, weshalb der Mensch nur selten Gänge quer durch Felsen fräst oder sprengt. Elektronen haben es da leichter: Sie können einfach so durch einen Wall tunneln, ohne dass jemand zuvor einen Weg gebahnt hat - die Quantenmechanik macht's möglich. Auf diese Weise verlassen sie die Elektronenhülle des Atoms - übrig bleibt ein positiv geladenes Ion.
Bei dem Berg, den die Elektronen durchlaufen, handelt es sich um einen sogenannten Potentialwall - aufgebaut durch die Anziehungskräfte im Atomkern. Um ihn auf klassischem Weg zu überwinden, müssten die Elektronen auf ein höheres Energieniveau gehoben werden. Dank des Tunneleffekts geht es jedoch auch auf dem kurzen Weg direkt durch den Potentialwall.
Wegen ihres Wellencharakters können Elektronen den Wall mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit durchqueren und das Atom verlassen. Dabei durchlaufen sie Gebiete, in denen sie sich nach den Gesetzen der klassischen Physik gar nicht aufhalten dürften. Der Tunnel-Effekt ist übrigens nicht auf kleine Teilchen beschränkt. Prinzipiell ist er auch bei makroskopischen Objekte denkbar. So kann ein Auto mit einer von Null verschiedenen Wahrscheinlichkeit eine Mauer durchqueren, ohne dabei Schaden zu nehmen. Dabei müsste jedes einzelne Teilchen des Autos die Potentialbarriere der Wand durchtunneln. Die Wahrscheinlichkeit, das dies geschieht, ist jedoch so extrem klein, das das Phänomen außerhalb des Mikrokosmos noch nie beobachtet worden ist."

(Quelle: Auszüge aus Spiegel online Wissenschaft 3.04.07 Quantenphänomen - Physiker schauen Elektronen beim Tunneln zu)


In der Philosophie qua Metaphysik bedeutet Tunneln das Wechseln von Vorstellungen von Sein in Nichts bzw. von Wirklichkeit in mögliche Wirklichkeit, wirkliche Möglichkeit und mögliche Möglichkeit. Demnach ermöglicht das metaphysisch-meditative Denken einen Einblick in eine Welt des raum- und zeitlosen Unsichtbaren.

In dieser Welt gelten die Gesetze der Intuition und die Regeln des Glaubens. Es gilt nicht, was gesehen wird, sondern was intuitiv geschaut wird. In dem, was empfunden und gespürt wird, offenbaren sich Erkenntnisse in dieser anderen Welt.
 

19
Aug
2012

Meditation 6

 
Durch Meditation wechselt der Blick vom Physischen ins Metaphysische. Meditation ist ein Einblick des wissenden Verstandes in die Welt der glaubenden Vernunft. Dieser Blick wird durch den Abstand vom Besonderen des Konkreten gewonnen. Das ist der zureichende Grund für die begonnene Bergwanderung des Meditierenden.

Indem er an Höhe gewinnt, entwickelt sich in ihm das System der Orientierung an gewussten Erfahrungen zu einem System der Orientierung an Intuitionen. Die Sinne wenden sich nach innen, und das Wahrnehmen wird zum fühlenden Spüren. Wer dennoch versucht, sich unbekannten Phänomen wissend zu nähern, wird von der inneren Stimme gestoppt.

Im Bereich des Metaphysischen verunsichern physische Erfahrungen, und das Vorankommen wird leicht zum Stolpern. So verspürte er meditierend eine innere Zusage, und er suchte dazu sogleich aus Gewonheit eine sinnlich vernehmbare Gestalt. Das aber wurde ihm durch die innere Stimme versagt. Zusätzlich erklärt sie ihm. "In der metaphysischen Welt kann man nicht alles sehen, was man hört und nicht alles hören, was man sieht!" Da er nicht sehen kann, was er doch so unmittelbar hört, gewinnt er den Eindruck, dass sich gar keine Gestalt hinter dem vulkansteinernen Felsen verbirgt, und er setzt seinen Aufstieg in Gedanken versunken fort.

Er denkt dabei an das Erlebnis des Moses, der eine Stimme in einem brennenden Dornbusch hörte. Und er konnte natürlich jenen nicht sehen, welcher zu ihm sprach und sich als Gott offenbarte.
 

18
Aug
2012

Meditation 5c

 
Innenbild des Unsichtbaren

Das Innere Auge muss sich zunächst an die Innenlandschaft gewöhnen. Die natürliche Begabung der Introspektion liegt in der Regel brach. Wer ist denn schließlich damit vertraut, das eigene Denken zu betrachten und zu beobachten, um es zu begreifen?

Solche Unvertrautheit ist gewöhnlich die Folge einer die Selbstreflexion vernachlässigenden Erziehung. Folglich versuchen wir uns mit Hilfe von Innenbildern mit der inneren Welt über geeignete Vorstellungen vertraut zu machen.

So ist eine Bergwanderung eine vertraute Vorstellung. Mit dem allmählichen Gewinnen an Höhe weitet sich die alltägliche Enge der vertrauten Umgebung aus und verliert so an ihrer einschränkenden Bedeutung. Die gewohnte Enge weitet sich aus und befreit aus der engstirnigen Sicht eines zu geringen Abstandes.

Wie sich das subjektive sinnliche Wahrnehmungsfeld beim Aufstieg auf einen Berg verändert, so ändert sich auch das geistige Wahrnehmungsfeld aufgrund von Abstraktion. Abstrahieren bedeutet ja auch Abstand dadurch zu gewinnen, dass von besonderen Eigenschaften des wahrgenommen Objekts oder der wahrgenommenen Person abgesehen wird.

Im Alltag kennen wir durchaus viele Dinge, die zunächst abstrakt wahrgenommen werden wie z.B. den Floh- oder den Wochenmarkt als Menge von Verkaufsständen, die Wiese als Menge wild wachsender Blumen und Gräser, den Wald, die Stadt, den Bahnhof, die Warenhäuser oder auch Geschäfte. Uns fällt dabei auf, dass Abstraktionen die Übersichten sind, die man sich erst einmal verschaffen muss, bevor man sich Einzelheiten zuwenden kann.

Nichts Anderes treibt das Denken, wenn es abstrahiert, um sich Übersicht zu verschaffen. Es betrachtet dabei Einzelnes als Menge oder Gruppe. Es sieht also nur gemeinsame Eigenschaften. Aber diese Verallgemeinerung hat noch eine völlig andere Wirkung, die in der Regel nur selten bewusst wird.

Diese Wirkung besteht in der sogenannten Tunnelung. "Tunneln" heißt ein Vorgang, der Information jenseits der Sinne (meta ta physika), also metaphysich überträgt. Durch Tunneln empfängt das Denken Vorstellungen über das sinnlich Vernehmbare hinaus. Das wissenschaftliche Denken wechselt dann ins künstlerische Denken bzw. das Wissen in Glauben.
 

17
Aug
2012

Meditation 5b

 
Innenbild von den Höhen

Wegmarken, welche Höhenwege anzeigen, sind von Neugier gezeugte Intuitionen. Diese gefühlten Eingebungen schweben zunächst als Träume über den Höhen des Geistigen. Diese geträumten Wolken können sich zu Tag- oder Nachtträumen verdichten oder zu Utopien, in denen sich zart die ersten Schritte zum Aufstieg abzeichnen.

Aber meistens hoffen schöpferisch Träumende auf unmittelbare Eingebungen durch das innere Licht, welches dann doch immer den Nebel der Fantasie durchbricht.

Es braucht immer eine gewisse Zeit, bis ein vernunftbegabtes Wesen seinen Verstand in der Fülle des Vernünftigen findet. Es ist der Verstand, der inmitten der geträumten Fantasien das Leitmotiv offenbart. Dann braucht es Durchhaltevermögen und vielleicht auch Mut oder Zivilcourage, um einen unter Umständen langen Aufstieg durchzuhalten. Es ist immer leichter, sich auf eine Vorstellung von einem Ziel einzustellen und davon zu träumen, statt einen vorliegenden Weg Schritt für Schritt umzusetzen.

Obgleich über die Stimme hinter einem Schieferfelsen heftig erschrocken, überraschte ihn das letztlich doch nicht, hatte er doch immer gehofft, dass ihm so etwas auch einmal geschieht. Nun, da es ihm zugestoßen ist, ängstigt er sich doch. Er fürchtet spontan, dass jemand sein Vorhaben entdeckt hat und ihn nun daran zu hindern versucht.

Trotz aller Ängstlichkeit geht er auf den Felsen zu.
"Stopp!"
 

nur so
 
niemand weiß so genau
warum er tut was ihn
in bewegung hält
dass da ein antrieb ist
ein stachel
eine attraktion oder auch nur
die notwendigkeit
etwas zu tun und nicht nichts
was gar nicht geht
auch dann nicht wenn
alles still zu stehen scheint
gerade dann
steht die fremde vor diesem nichts
blank polierten möglichkeiten
im jenseits vom nichts
 
© urs nur so
 

16
Aug
2012

Meditation 5a

 
Meditation ist eine Tür nach innen. Die Vernunft verfügt über das Dritte Auge. Mit diesem inneren Auge blickt die Vernunft auf das schöpferische Geschehen.

Obgleich alle von Natur aus über die Gabe der Innenschau verfügen, lassen sich zu wenige darauf ein.

Einerseits hat Erziehung sie in ihrer frühen Kindheit nicht dafür sensibilisiert, anderseits sind diese frühkindlichen Fähigkeiten in Vergessenheit geraten.

Es spricht allerdings nichts gegen eine Wiedererinnerung. Diese Vergegenwärtigung beginnt mit einer Einladung an die Fantasie, denn die Innenwelt erschließt sich am ehesten auf fantastische Weise.

Innenbild vom Berg der Stille

Manche nennen den Berg der Stille auch den Heiligen Berg. Die meisten Leute steigen nämlich hinauf, um sich wieder zu finden. Es ist kein Berg der verlorenen Seelen, denn alle entdecken sich in sich selbst eingekehrt wieder.

Jene, welche diesen Berg noch nicht kennen, rätseln so lange, warum das so ist, bis sie ihre Neugier selbst den geheimnisvollen Berg hinaufsteigen lässt.

Die meisten, die das Unternehmen der Selbstfindung aus Neugier angehen, erwarten, auf dem Berg einem Weisen in Gestalt eines Einsiedlers zu begegnen. Diese Erwartung gründet auf keinerlei Erzählungen von Heimkehrenden. Aber irgendeinen Grund muss es ja haben, dass sie alle eine Art lichter Gelassenheit und innerer Freude ausstrahlen.

Es dämmert bereits ein weiterer herrlicher Sommertag, als er sich auf den Weg zu diesem so geheimnisvollen Berg macht.

Glaube und Hoffnung begleiten ihn, der Glaube, dass er sich endlich selbst finden wird und die Hoffnung, dass ihm dabei geholfen wird.

Unterwegs wird ihm klar, dass er ohne Neugier sich niemals auf diesen Weg gemacht hätte. Zudem hätte er diesen Weg
ohne Fantasie auch nicht gefunden. Es war nämlich so, dass der Weg nicht unmittelbar vor ihm lag. Innere Wege müssen sich intuitiv erst mit Hilfe der Fantasie in der Vorstellung gestalten.

Nach etwa einer Stunde beginnt der Feldweg in einen steil ansteigenden Bergweg überzugehen, der sich, zunehmend steiniger werdend, serpentinenartig den Berg hochschlängelt.

Der innere Prozess der Bewusstseinsorganisation, der dem serpentinenartigen Bergweg gleicht, ist das zirkuläre oder hermeneutische Denken. Gleich dem Bergweg, der am Ende eine schöne Aussicht verspricht, mündet das hermeneutische Denken in die erwartete Einsicht.
 

15
Aug
2012

Meditation 4

 
Wenn der künstlerisch tänzelnde Gedanke
sich sanft im Kreise dreht und neue Bilder entwirft,

wenn die Seele den Traum zur Vernunft ruft,
damit sich die gefühlte Vision zu Leben gestaltet,

wenn ein Gedicht das Denken zum Tanzen einlädt,
um das Erleben schattenlos in Licht zu wandeln,

dann spürst Du Deinen Grund jenseits gegenwärtigen Sinns.
 

angeregt durch das Gedicht "Tanz" von Ulrike Schmid

 

14
Aug
2012

Meditation 3

 
Horizontales Denken liebt die Weite des Allgemeinen,
an einen abstrakten Gott lässt sich leicht glauben.
Vertikales Denken verbindet Höhen und Tiefen,
die Nähe des Besonderen fordert eine Stellungnahme.

In die Tiefe gehendes Denken geht an die Wurzeln.
Vertikales Denken ist radikal, denkt den Sinn vom Grund her.
Diesem Denken ist Kosmetik an Symptomen fremd.
Kunst ist keine Angelegenheit von Wissenschaft.

Wissenschaft denkt nicht wie die Kunst, sondern rechnet.
Der Arzt heilt nicht, sondern operiert. Heilen vermögen nur Heiler.
Heilkräfte entziehen sich der Magnetresonanztomographie,
Innere Kräfte des Heilens werden nur im Herzen sichtbar.
 

13
Aug
2012

Meditation 2

 
Meditation ist ein Blick in die Möglichkeit…
… Einblick in die Zeit,
Augenblick des Werdens,
Sehen von Entstehen und Vergehen,
Verstehen von Binden und Lösen.

Anblick von Nähe und Ferne,
Blick über Oberflächen und in Tiefen.
Wagen zu denken,
sich den Fragen zu stellen.

Fragen heißt nach innen sehen,
Höhen und Tiefen entdecken.
Antworten der Natur schenken Kraft,
Ideologien rauben Glauben, Hoffen, Lieben.
 

12
Aug
2012

Meditation 1

 
Meditation ist ein Blick nach innen…
… ein Einblick
Geschaut wird je eine innere Kraft des Heilens…
… die Heilkraft des Loslassens.

Wir lassen los, indem wir uns vom Ereignis entfernen. Nicht die Zeit, sondern diese Entfernung heilt alle Wunden.

Wir können uns auch von einem schmerzlichen Ereignis entfernen, das noch gar nicht eingetreten ist. Wir legen dann fest, ab wann wir uns darauf frühestens oder spätestens einlassen werden. Die Seele vermag sich so vorsichtig anzunähern. Das ist kein Verdrängen, sondern Schonung.

Die Angst wandelt sich in Furcht,
wenn sie noch die Zeit hat.
Angst wird zur Furcht, wenn sie vorhersehbar wird.

Das Erste und Letzte, an dem die Seele
sich orientiert, ist die Zeit.
 

11
Aug
2012

Teilen und Mehren

 
Teilen kann sich zum Verausgaben durch Verzetteln entwickeln und Mehren kann gleichzeitig zum Überfordern durch Übertreiben werden.

Jener Übereifer, welcher zu Burnout führt, zählt zu den Übertreibungen durch Überforderungen. Es existiert keine Erziehung im Blick auf einen körperlich, seelisch und geistig vernünftigen Umgang mit den inneren Kräften des Heilens. Den meisten Menschen ist nicht einmal bewusst, dass sie über solche Kräfte verfügen.

In der Schulmedizin werden solche Kräfte zwar als Eigenschaften dem Immunsystem zugeschrieben, aber nicht demgemäß beachtet. Zwar gelten die Augen als Fenster zur Seele und die Körpersprache als Sprache der Seele, aber dennoch kommt ein Schulmediziner selten auf den Gedanken, Symptome einer Krankheit als Schreie einer verletzten Seele zu lesen.

Die Augen sagen dem Gegenüber zuerst, wie lebendig die Seele des anderen ist. Die Körpersprache ist lebendiger und aussagekräftiger als alle noch so geschickt gewendeten gesprochenen oder geschriebenen Worte.
 

10
Aug
2012

Die inneren Kräfte des Heilens

 
Die natürlichen Kräfte, die im inneren Heilgarten entdeckt werden können, sind Nehmen und Geben, Teilen und Mehren. Alle diese Kräfte können sowohl negativ als auch positiv wirken.

So kann sich Nehmen zur Habsucht oder krankhaftem Ehrgeiz entwickeln, wenn Körper, Seele und Geist aus dem Gleichgewicht geraten. Befinden sich dagegen Körper, Seele und Geist im inneren Gleichgewicht, dann wandelt sich Nehmen zur inneren Bereitschaft des Annehmens dessen, was uns die äußere und innere Natur schickt, ohne das natürliche Geschick gleich zu einem übermächtigen Schicksal erklären zu wollen. Gemeint ist die leidenschaftlose und damit leidlose Annahme der täglichen Aufgaben und alltäglichen Verpflichtungen. Die positive Kraft des Nehmens gewährt die Kunst eines Lebens aus dem Augenblick.

"Geben ist seliger denn nehmen!" Dieser Satz aus dem Neuen Testament (Paulus zitiert Jesus) betont das Primat des Gebens.
- Gebt, und es wird euch gegeben werden. Wer großherzig ist, wird immer Segen empfangen (Papst Johannes XXIII.).
- Je mehr du gibst, desto mehr empfängst du. Und: Wer mit Freuden gibt, gibt am meisten (Mutter Theresa).
"Sage nie, dass du etwas geben wirst. Denn wer so spricht, gibt nichts und verhindert Gaben anderer!" (Philemon).
 

9
Aug
2012

Aus dem inneren Heilgarten der Natur

 
Der innere Heilgarten der Natur ist in jedem Lebewesen angelegt. Das, was dort wächst, gedeiht durch körperliche, seelische und geistige Kräfte, die jedoch individuell unterschiedlich ausgeprägt sind. Aber alle können dort für sich alles finden, was sie für sich brauchen. Es existiert eine einfache Regel, um sich dort leicht zurechtzufinden. Es gedeiht nämlich dort besonders das gut, womit sich jemand schöpferisch gern beschäftigt.

Wenn jemand gern Gedichte schreibt, dann findet er auch seine Kraft in diesem Schaffen. Da das Verfassen von Gedichten aber ein schwieriges und oft auch mühsames Geschäft ist, bedarf die schöpferische Kraft des öfteren einmal einer natürlichen Stärkung.

Der Weg zum inneren Heilgarten führt selbstverständlich durch den äußeren Garten der helfenden Pflanzen und Kräuter. Niemand findet den Weg zum inneren Heilgarten, wenn er sich ungesund ernährt.
 

8
Aug
2012

Selbstheilung durch verschwinden lassen

 
Die Übungen der Konzentration auf die völlige Reduktion störender körperlicher, seelischer, geistiger Phänomene ist im Grunde eine Übung des Loslassens. Neben der Abwehr durch Minimieren (kleiner werden lassen) existiert die Abwehr durch fortwährendes Aufteilen. Die Natur bietet diese Möglichkeit der Abwehr vor allem bei Störungen, die durch Erstarren, Hemmen oder Blockieren organischer, psychischer oder kognitiver Prozesse auftreten. Vorgänge sollen wieder verflüssigt oder dynamisiert werden.

Die Abwehr durch Aufteilen ist natürlicherweise wesentlich aggressiver als die Abwehr durch Kleiner-werden-lassen. Erstarrungen oder Verfestigungen haben gewöhnlich auch eine längere Entstehungsgeschichte als Verunsicherungen oder Hemmungen.

Ist das körperliche, seelische, geistige Gleichgewicht erst einmal gestört, dann sind Versuche, die Stabilität auf chemischem Wege wieder herzustellen in der Regel symptomatische Behandlungen. Häufig werden nicht die Ursachen aufgelöst, sondern deren Wirkungen. Das Abwehren durch Selbstheilen dagegen greift das gesamte Wirkungsgefüge an und geschieht dementsprechend umfassender.
 

7
Aug
2012

Abwehr

 
Wer versucht, das für ihn Kleinste zu denken, wird versuchen, sich zunächst eine kleine Fläche oder einen kleinen Körper vorzustellen und bis zum Verschwinden kleiner werden zu lassen.

Je alltäglicher konkret diese Vorstellungen sind, desto schwerer fällt es, sie verschwinden zu lassen. Eine natürliche Gegenkraft des Widerstands stellt sich ein. Eine natürliche Abneigung, Dinge einfach verschwinden zu lassen, zeigt sich. Niemand verspürt Lust, sich lange auf so etwas zu konzentrieren.

Dennoch gehört diese Übung zu den Grundübungen der körperlichen, seelischen und geistigen Abwehrkräfte.
 

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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