1
Apr
2012

Innerer Zuspruch

 

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Wenn, wenn, wenn! Ja, wenn die vielen Wenns und Abers nicht wären, dann würde erfolgreiches Verhalten nicht so oft gehemmt oder gar blockiert. Diese ständig stichelnden Störenfriede aus der mentalen Wahrnehmung zu verbannen, das ist gar nicht so leicht. Zu dieser Gruppe der bohrenden Dauerprobleme zählen vor allem die geistigen und seelischen Bedenkenträger, der nicht wollende Wille, das 'ewig schlechte Gewissen' und der 'innere Schweinehund'.

Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist leider schwach! Warum, verflixt noch mal, ist es so schwer, gute sportliche Vorsätze in die Tat umzusetzen und einfach zu machen?
Der nicht wollende Wille erzählt, wie so etwas abläuft: "Heute habe ich mir fest vorgenommen, endlich mal wieder Sport zu betreiben. Die Runde steht, die Stöcke liegen schon im Auto, die Schuhe stehen bereits vor der Tür. Doch plötzlich meldet er sich... mein alter Bekannter: mein innerer Schweinehund. Er hält mir vor, wie kalt und nass es doch draußen ist und wie schön gemütlich dagegen das warme Wohnzimmer wäre. Und überhaupt — morgen ist doch auch noch ein Tag. Schon sind alle guten Vorsätze im Nu vergessen!"

Der Schweinehund ist schon ein lästiger und hartnäckiger Begleiter, und es hilft nur ein Mittel: ihn überlisten! Aber das ist leichter gesagt als getan, denn der nörgelnde Kumpan kommt doch oft recht gelegen. Er ist so mächtig, weil wir Menschen einfach dazu neigen, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen.

Aber wer den inneren Schweinehund nur beschimpft, wird ihn ebenso wenig los wie derjenige, der ihm allzu oft nachgibt. Vielleicht ist es besser, diesen unliebsamen Begleiter als Freund zu gewinnen und ihn behutsam umzuerziehen.

Das mit Abstand beliebteste Argument des inneren Schweinehunds ist "Keine Zeit!". Tatsächlich stehlen viele Zeitdiebe tagsüber fast zwei Drittel an Zeit. Das können sie völlig unbemerkt tun, weil sie die Bestohlenen in Tagträume versetzen. Eine Prioritätenliste mit realistischer Zielsetzung schafft hier Abhilfe. Die Konzentration auf die Dringlichkeit ist in der Regel erfolgreicher als die Beachtung der Dauer mittels eines Zeitplans.

Ein weiteres gewichtiges Argument des inneren Schweinehunds ist "Keine Lust!" oder "Zu langweilig!" Gegen dieses Argument ist nur mit Hilfe anderer anzukommen. Verabredungen treffen und Termine vereinbaren, die sich schwer absagen lassen. Die Umerziehung des inneren Schweinehunds fällt leichter, wenn sie ihm (sich) Belohnungen versprechen.

Eine weitere unterstützende Maßnahme besteht im sogenannten positiven Denken. Es ist wesentlich hilfreicher, sich regelmäßig angenehme Ereignisse des Tages vorzustellen statt unangenehme. Wer die inneren Dämonen loswerden will, sollte loslassen, was sich nicht ändern lässt. "Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist!" Den Kampf gegen sich beenden, denn Kämpfen bedeutet, Kraft und Zeit in aggressiver Weise in einen Konflikt zu investieren, von dem man nicht sicher wissen kann, ob er sich zu den eigenen Gunsten lösen lässt. Doch wenn der Ausgang ohnehin ungewiss ist – wozu dann überhaupt kämpfen? Warum nicht lieber Zuversicht und Vertrauen walten lassen, und damit gute “Schwingungen” in das eigene Leben einladen? Jedenfalls hat sich schon sehr oft gezeigt, dass der Sanftmütige, der seine Kämpfe allesamt beendet hat, plötzlich mit den schönsten Siegen belohnt wird.

Annehmen und lieben, was ist. Unzufriedenheit scheint eine allgegenwärtige Untugend zu sein. Fast scheint es, als könne man es den Menschen niemals recht machen. Tatsächlich geht es uns aber deutlich besser als es das ständige zur Schau getragene Jammern glauben machen will. Das sollte man sich jeden Tag vor Augen halten. Wenn man das Geschenk der eigenen Existenz täglich neu feiert, kommt der innere Frieden fast von selbst. Also "Ja" sagen und Frieden mit sich selbst schließen! Weder "So war es!" noch "So wird es sein!" sondern "So ist es!" und damit den inneren Zuspruch des Augenblicks annehmen.
 

31
Mrz
2012

Suchen

 

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Suchen geschieht entweder intuitiv oder vernünftig. Die vernünftige Suche oder Forschung wird durch eine klare, eindeutige Vorgabe geleitet, was gefunden bzw. herausgefunden werden soll. Aufgrund dieser Vorlage können Strategien entwickelt werden, wie Schritt für Schritt vorzugehen ist. Die Vorgabe für eine systematische Suche kann auch aus einem Beweggrund in Gestalt eines Wunsches oder einer Sehnsucht bestehen. Die wichtigste Aufgabe besteht dann darin, das Wunschbild in ein konkretes Handlungsmodell zu überführen und zügig, schrittweise umzusetzen.


Im Gegensatz zur vernünftigen Suche geschieht die intuitive Suche eher zufällig, weil vor allem gefühlsmäßig. Die Schwierigkeit bei der intuitiven Suche besteht darin, dass die Vorgabe oft so vage ausfällt, dass daraus keine konkreten Maßnahmen zu handeln abgeleitet werden können. Intuitive Suchen bilden deshalb häufig eher nur Vorsätze, bei denen es dann auch meistens bleibt. Ein Vorsatz aber ist keine Vorgabe mehr. Der Vorsatz, sich aus gesundheitlichen Gründen mehr zu bewegen, hat kaum Initiationswirkung, dagegen initiiert die Vorgabe, das täglich zu einer festgelegten Zeit auch zu tun, schon eher eine konsequente Umsetzung.


Noch besser als vorformulierte Vorgaben ist die Eigeninitiative, die gleich spontan in Angriff nimmt, was getan werden soll. Im Gegensatz zu Vorsätzen oder Vorgaben ergeben sich vor allem Eigeninitiativen eher aus Ideen der Fantasie seelischen Bedürfnissen entsprechend. Anders als Fragen entwickelt sich intuitives Suchen eher aus Stimmungen oder Einstellungen heraus. Ein Lehrer, dem es an einer positiven Einstellung Schülern gegenüber mangelt, kann von sich keine unterrichtlichen Ideen erwarten.


Wer sich also auf einer schöpferischen Suche befindet, tut vor allem gut daran, sich keine Fragen zu stellen. Wenn er nämlich, positiv eingestellt, eine Stimmung aufsucht, indem er eine für sich günstige Atmosphäre schafft, darf er erwarten, von der inneren Stimme gesagt oder von inneren Bildern gezeigt zu bekommen, was zu tun ist.

==>> Innere Zusage

 

30
Mrz
2012

Schlüssel

 

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Als gebräuchlichster Schlüssel zu den Türen nach innen gilt die Meditation. Aber diese Form tiefer Selbstbetrachtung setzt viel intuitive Erfahrung voraus. Diese Form der Selbstaufklärung lässt sich folglich leider kaum durch Information vermitteln. Aber die Schlüsselinformation stellt natürlich auch keine bloße Bedienungsanleitung dar. Information, derer man sich einfach zu bedienen braucht, kann niemals menschengerechte Information sein und gehört umgehend in den Papierkorb.


Echte Information zeichnet sich durch unmittelbare praktische Verwendbarkeit aus, setzt demnach Bewusstwerden in Gang, das Wesentliches erfahren lässt. Das Mittel zu diesem Zweck sind geeignete Fragen.

Fragen übernehmen die Aufgabe, gezielt zu suchen. Allerdings will das gezielte, also trennscharfe Fragen auch erst einmal gelernt sein.


Folgende Fragen können bei einem Blick auf sich selbst erst einmal helfen:
Wie würden Sie sich selbst für jemanden beschreiben, der Sie nicht kennt?
Was sind Ihre besonderen Stärken?
Was sind Ihre größten Erfolge gewesen?
Worauf sind Sie in Ihrem Leben richtig stolz und warum?
Welche verschiedenen Rollen haben Sie im Moment in Ihrem Leben inne? Welche mögen Sie, welche nicht so sehr?
Die drei Dinge, die sie am allerliebsten machen sind…
Die berühmten drei Wünsche an die Fee – welches sind Ihre?
Was möchten Sie, was man später einmal über Sie und Ihr Leben sagen soll?
Dass dies noch nicht die entscheidenden, wesentlichen Fragen sein können, zeigt, dass sie alle nach außen und noch nicht nach innen gerichtet sind.

Es lohnt sich deshalb der Versuch zwecks Übung eines nach innen gerichteten Fragens einmal zu versuchen, mit den folgenden Fragefürwörtern richtig umzugehen:

fragen1e

Fragen2-e



==>> Suchen

 

29
Mrz
2012

Selbsterkenntnis

 

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Gewöhnlich hat das Ich große Schwierigkeiten, das Selbst zu erkennen.
Meistens nämlich wird das Vorhaben, sich selbst zu erkennen, ausgerechnet durch jene neuronalen Initiatoren blockiert, welche diesen Wunsch wecken. Deshalb lässt sich wohl feststellen, dass viele, die den Wunsch nach Selbsterkenntnis in sich verspüren, gerade dadurch erfahren, dass ihnen das Erfüllen dieses Wunsches aus eigenen Kräften nicht gewährt werden kann.

Niemand kann sich selbst ins Gesicht sehen. Wenn er das dennoch will, dann braucht er das Hilfsmittel eines Spiegels. Auch Selbsterkenntnis ist ohne Hilfe von außen nicht möglich. Aber um das Erkennen seiner selbst zu erlangen, bedarf es in der Regel keines Psychologen. Der Wunsch nach Selbsterkenntnis ist nämlich kein Syndrom einer seelischen Erkrankung, sondern allenfalls eine frühzeitige Ermahnung, nicht länger gegen sich selbst zu handeln. Diese Mahnung aber lässt noch Hilfe in Form von Information zu.

Diese Information wird in diesem Abschnitt "Selbsterkenntnis" vermittelt.
 

28
Mrz
2012

Motiv

 

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Das kleine heranwachsende Lebewesen ist auf Erziehung angewiesen. Erzieher zeigen ihm, wie es im Leben zurechtkommen kann. Dieses Zeigen vollzieht sich als ein Vormachen und Nachmachen. Dort, wo Nachahmung nicht ausreicht, wird sie durch Versuch und Irrtum ergänzt. Anfangs gilt als Lehrer ausgemacht, wer sich besser auskennt als andere. Um sich das nicht streitig machen zu lassen, muss er sich ausweisen. Mit der Zeit maßen sich Verwaltungen an, die entsprechenden Ausweise für die Lehrberechtigung auszustellen. Zukünftig beweisen nicht mehr Kompetenzen die Lehrbefugnis, sondern amtlich beglaubigte Papiere.

Es gibt kaum Berufe, die so sehr auf erfolgreicher Autodidaktik beruhen wie der Lehrberuf. Der Lehrer macht in seiner Praxis von dem Gebrauch, was der Ausbilder in seiner (!) Theorie verdrängt. In der Praxis ist ein Anfänger letztlich ganz allein auf sich selbst und seine Begabung angewiesen, schwankt der Neuling anfangs zwischen Intelligenz und Intuition.

Demnach kommt alles darauf an, herauszuarbeiten, auf welche Art und Weise jeder seine 'Methodik des Selbsterfolgs' optimieren kann.
Selbsterfolg bedeutet in Bewegung (motiviert) sein. Ohne Motiv (Beweggrund) vermag sich das Ich nicht auf das Selbst zu bewegen.

Wer sich auf einen erfolgreichen Weg machen will, muss sich vorbereiten. Vor allem sollte er zuvor sorgfältig prüfen, ob er sich diesen Weg überhaupt zutrauen kann und ob das Ich die Kraft besitzt, sich notfalls gegen sich selbst durchzusetzen.
 

==> Selbsterkenntnis


27
Mrz
2012

Naturalgebra

Naturalgebra ist die Lehre von gleich und gleich

 

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Wachstum entwickelt sich durch die vier Grundkräfte des Bindens und Lösens und des Hinzufügens und Wegnehmens. Etwas entwickelt sich, indem Ganzes in Gleiches geteilt und hinzugefügt und gleichzeitig den Verhältnissen entsprechend modifiziert wird.

Hinzufügen, Wegnehmen, Binden und Lösen vollziehen sich ineins gleichzeitig.

Gestalten bedeutet Umformen. Sein als Gegenwart des Werdens löst sich aus Vergangenheit und Zukunft, um diese verändert aneinander zu binden und miteinander zu verbinden. Das Wort reißt sich mit seinem Bild vom Werden los, um einen wieder hervorholbaren Augenblick für sich zu behalten. Die Vergegenwärtigung des Wortes erinnert an das festgehaltene Bild.

Der Glaube an die Gleichheit von erinnertem Bild und festgehaltenem Original schafft eine eigene Erlebniswelt. Die durch diese Welt verzögerte Zeit erlaubt deren Modellierung, Mathematisierung und technische Simulation bzw. Reproduktion. Die Technische Entwicklung führt zur fortwährenden Angleichung von Original und medialem Abbild. Das Konvertieren von der primären in die sekundäre technisch verifizierte Welt wird denkbar. Der Traum von einem Fortleben nach dem Tod erfüllt sich durch die Hoffnung auf Simulation.

Alle Handlungen werden algebraisch geregelt. Wenn nun aber letztlich die Natur hinter solchen Regelungen steckt, dann müsste es auch möglich sein, mit den Mitteln der Algebra das Verhalten der Natur selbst zu entdecken. Weil aber die Natur wesentlich Einheit von Information und Energie ist, muss man sich selbstverständlich an eine Erscheinungsform halten, die diese wesentlichen Eigenschaften aufweist. Die einzige mir bekannte Erscheinung, die diesen Bedingungen genügt, ist die Sprache. Sprache ist das anschauliche Universum der Gedanken. In ihren Texten dokumentieren sie ihr Bilderleben und stellen sich dadurch bereitwillig wissenschaftlichen Untersuchungen.


Auf den Text übertragen bedeutet die Lehre vom Gleichen zunächst:

Etwas entwickelt sich, wenn Vergleichbares aufeinander folgt. Nicht vergleichbare Sätze entwickeln keinen Text.

Textalgebra ist die in Texten gespiegelte Algebra der Natur. Die Textalgebra ist die neuronal vermittelte Spiegelung der Algebra der Natur in Texten. Die Überführung der Algebra der Natur in die Algebra des Textes geschieht durch neuronale Prozesse des Gehirns. Anders formuliert: Das Gehirn protokolliert seine neuronalen Prozesse in den Texten, die es erzeugt. Texte sind also neuronale Protokolle des Gehirns.



Zwei Sätze sind gleich, wenn sie hinreichend viele Übereinstimmungen aufweisen:

Substantive ~ gleiche Sache

Verben ~ gleiche Bewegung

Adjektiv ~ gleiche Eigenschaft

Adverb ~ gleiche Art und Weise

Subjekt ~ gleicher Auslöser
 

26
Mrz
2012

Schönheit

 

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Schönheit ist der Vorschein von Anmut und Harmonie, geprägt von Symmetrie, wohlgeformt und vollendet gestaltet. Neben äußerer, sinnlich vernehmbarer Schönheit, existiert eine letztlich wesentlich bestimmendere innere Schönheit, die als Ausstrahlung vor allem intuitiv wahrgenommen wird.

Experimente haben gezeigt, dass der Durchschnitt vieler Gesichter als attraktiv empfunden wird. Dazu werden mit speziellen Computerprogrammen viele Gesichter zu einem verschmolzen. Das Resultat ist dann ein Gesicht, welches im Allgemeinen als attraktiv empfunden wird.

Im Grunde könnte man sagen, dass jeder zu einem gewissen Prozentsatz "schön" ist, also allgemein anerkannte Schönheitskriterien erfüllt. Durch das Verschmelzen vieler Gesichter werden die "unschönen" Merkmale "herausgerechnet" und nur die "guten" Merkmale bleiben übrig.

Besonders symmetrische Gesichter werden als attraktiv empfunden. Je mehr sich beide Gesichtshälften ähneln, desto schöner erscheint jemand.

In der Schönheitschirurgie wird oftmals durch Eingriffe versucht, eine höhere Symmetrie beider Gesichtshälften herzustellen.

Die Haut ist ebenfalls ein wichtiges Schönheitsmerkmal. Ist sie rein, glatt und nicht zu blass, wird sie als attraktiv empfunden. Dies könnte auch ein Grund dafür sein, dass am Computer berechnete Durchschnittsgesichter im Allgemeinen als besonders schön empfunden werden. Durch das Verschmelzen vieler Gesichter entsteht gewöhnlich ein sehr glattes und gesundes Hautbild.
 

25
Mrz
2012

Bedürfnis nach Vollständigkeit

 

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Eine Emotion löst Impulse aus, die sich in eine Richtung bewegen (neuronale Linie) und gleichzeitig ausbreiten (neuronale Fläche). Bei einer Zeichnung oder Fotografie meint "Punkt" ein kleines Element, das innerhalb einer Fläche einen deutlichen Akzent setzt. Das goldene Licht der untergehenden Sommersonne, das die Fläche des Sees stimmungsvoll verzaubert, lässt den Betrachter träumen, sobald ein kleines Segelboot am Horizont auftaucht. Der Punkt, schon eher eine kleine Kreisfläche, auf dem o.a. Bild lädt die Fantasie zu einem gestalterischen Spiel ein. Die Fantasie nimmt diese Einladung an. Ihr missfällt dieser Punkt außerhalb eines Zusammenhangs. Also versucht sie, etwas herzustellen, das nicht gleich auffällt. Der Teil eines Gesichts mit einer unverhältnismäßig großen Nase ragt aus dem weißen Nichts hervor. Aber die leicht gekrümmte Linie am rechten unteren Rand stört die Idee der Fantasie. So gibt sie schließlich das gesehene Profil auf und lässt den Punkt zur Flipperkugel werden, die von der leicht gebogenen Klappe rechts unten zurückgestoßen werden wird.

Bei längerer Betrachtung wird die Fantasie noch mehr umgestalten und sehen können. In der virtuellen Welt der Innenräume ist ein neuronaler Punkt ein Impuls, der in seiner Nachbarschaft unterwegs ist, um sich mit einem anderen Impuls zu einem Gedanken zu verbinden. Das Streben nach Vervollständigung durch Herstellen eines Zusammenhangs gehört zu den Grundbewegungen des Bewusstwerdens.
 

24
Mrz
2012

Bilder reflektieren

 

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Der körpersprachliche Ausdruck des linken Bildes bringt offenes, unvoreingenommenes Zugehen auf eine Aufgabe zum Vorschein. Aber es schwingt doch auch leichte Ängstlichkeit in Bezug auf das zu Erwartende mit. Die gefühlsmäßige Einstellung verrät aber vielleicht auch eher Unerfahrenheit und Desorientierung, die mit Staunen einhergeht. "Traut sie sich den Schritt nach vorn doch nicht so ganz wirklich zu?"

Was ist passiert? Frustration und Verärgerung zeigen sich im rechten Bild aufgrund der in Angriff genommenen Aufgabe. Der angriffslustige, leicht zornige Blick kündet von Gegenwehr. Offensichtlich will sie sich das nicht gefallen lassen!
Zwei oder mehrere Bilder reflektieren sich dann, wenn sie ein gemeinsames Thema aufweisen. Das den o.a. Bildern gemeinsame Thema könnte "Kopfarbeit" sein.
 

23
Mrz
2012

Reflexion

 

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Die Blick- und Denkrichtung verläuft von links nach rechts (Augen- und Hemisphärenbewegung). Das Erblicken einer Wahrnehmung geschieht weder im sinnlichen noch im geistigen Bereich originalgetreu. Sowohl die sinnliche als auch die geistige Erfahrung gehen mit einer erinnerungsbedingten Verkürzung oder Erweiterung einher. So fällt die einschneidende Verkürzung der zweiten Linie im Bild kaum ins Gewicht. Durch die Notwenigkeit einer fantasievoll gedachten Ergänzung erhöht sich die Spannung während der Betrachtung. Die Befragung des Unbewussten nach der Bedeutung des gezeichneten Ausdrucks ergibt den überraschenden Eindruck eines Pinguins mit Skiern auf dem Rücken liegend.

Die im Bild wiederkehrende, das Aussehen eines Pinguins prägende (spiegelnde) Linie war ausschlaggebend für die Fantasie zu dieser humorvollen Ergänzung.
 

22
Mrz
2012

Lücke

 

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Auf und ab, eine emporsteigende und eine fallende Linie. Die nicht bestandene Zerreißprobe im rückwärts gewandten Fall hinterlässt eine prägende Lücke, die auch während des Aufstiegs trotz aller Anstrengung nicht mehr zu schließen war. Die Biografie eines ins Werk gesetzten immer wiederkehrenden verletzten Gedankens mahnt das Aufnehmen und Abgeben vor dem nur scheinbar Halt gebenden Bruch im Grund des Gedankens. Die von Harmonie träumenden Linien lenken davon ab, in Wahrheit in ihrer Tiefe gebrochen zu sein. Und was wäre, wenn es sich in Wirklichkeit um zwei emporrankende Hopfenstauden handelt, die sich am durch Weglassung gezogenen Draht festhalten? Was wäre dann?

Die Quelle allen Denkens ist die Kunst. Fantasie und Gefühle gestalten den Wunsch, der sich durch das Denken offenbaren soll. Vor aller Mal-, Modellierungs-, Bild-, Ton- , Spiel- oder Sprachkunst wirkt das Geheimnis des verborgenen Unbewussten. Der natürliche, wahre Gedanke wird durch den sanften Hauch der Intuition geweckt. Sobald er sich offenbart, wird er auch empfunden. Bewusstwerden muss empfindsam genug sein, um sich als Denken entfalten und gestalten zu können. Nur wer sich in der schöpferischen Welt der Fantasie zu Hause fühlt, vermag sich später in der abstrakten Kunst der Wissenschaft zurechtfinden. Die ersten Mathematiker haben ihre Lehrsätze durch Naturbeobachtungen gefunden.

Es bleibt dabei: Ein Gedanke, der nichts entdeckt, ist eine Verwechslung. Gedanken lassen sich auch nicht erinnern, sondern müssen wieder entdeckt werden. Denken ist kein Sein, sondern immer nur Werden. Denken vollzieht sich künstlerisch, indem es Geschichten, die berühren, erfindet. Alles, was künstlerisch ins Werk gesetzt wird, scheint nicht unmittelbar hervor, sondern bedarf der Vermittlung durch das Betrachten. Erst in der Betrachtung offenbart sich die Intuition des Künstlers.
 

21
Mrz
2012

Gefühl

 

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Das Gefühl zeigt zuverlässig die subjektive Befindlichkeit während des Bewusstwerdens an. Das Gefühl mischt sich zumeist aus Stimmung (Affektion) und Einstellung (Emotion).
Die Stimmung bezieht sich auf die sinnlichen Wahrnehmungen bzw. die Umgebung oder Außenwelt des wahrnehmenden Wesens.
Die Einstellung bezieht sich dagegen auf die inneren Wahrnehmungen bzw. die Innenwelt des wahrnehmenden Wesens. In der Regel lässt sich nicht spontan ausmachen, woher die augenblickliche Befindlichkeit herrührt.


Jedoch vermag jeder seine Befindlichkeit introspektiv zu reflektieren. Es ist wichtig, bei Verschlechterung der Befindlichkeit der Ursache auf den Grund zu gehen, um Maßnahmen zur Verbesserung ergreifen zu können. Das setzt allerdings entsprechende Empfindlichkeit (Sensibilität) voraus. So ist beispielsweise vorausgesetzt, zwischen "Ursache" und "Grund" unterscheiden zu können. Das ist wichtig, weil sich ansonsten die Befindlichkeit nicht verändern lässt.

Die Befindlichkeit ist der Vorbote bzw. der Helfershelfer körperlicher Erkrankungen. Die auf Harmonie ausgelegten körperlichen Prozesse werden durch negative Befindlichkeiten so gestört, dass es zu Schädigungen kommt. Durch Verbesserung der Befindlichkeit lässt sich so etwas verhindern, besonders wenn dies durch Bewegung unterstützt wird.

Wird die Befindlichkeit vor allem durch eine negative Einstellung gestört, dann liegen Ursache und Grund dafür vor allem in schlechten, unverarbeiteten oder fehlerhaft verarbeiteten Erfahrungen.

Es gilt allgemein als schwierig, solche Fehler in der Vergangenheit nachträglich zu erfassen.

Oft hilft es auch, gegen die Selbstvorwürfe noch den Selbstbehauptungswillen zu setzen oder sich in der Kunst des Loslassen von der Leidenschaft an Leiden, die wiederum Leiden schafft, zu üben. Der Körper sollte erst gar nicht falsch lernen, dass Jammern sehr viel leichter ist als Arbeiten.

Das Gefühl ist die erste Instanz, die jede Information durchlaufen muss. Es gibt demnach keine Information, die sich nicht stimmungsmäßig auswirkt. Dementsprechend sorgfältig wird sie auch verarbeitet oder eben gar nicht. Information, die sich stimmungsmäßig ungünstig auswirkt, wird eher vertagt (verdrängt) als andere. Es ist demnach unsinnig, Information negativ zu formulieren. Kritik, die nicht mit einem Lob beginnt, wird kaum angenommen.

Gefühle schützen das Wesen vor Zerstörungen durch äußere oder innere negative Einflüsse. Sie zeigen mögliche Gefahren durch die Arten und Weisen von Stimmungen an. Erreichen diese gar den Zustand tiefer Niedergeschlagenheit (Depression) mit bereits auftretenden körperlichen Folgen, dann ist es für die Betroffenen kaum mehr möglich, dagegen Widerstände zu entwickeln. Wesentlich günstiger wäre es also, eine solche Entwicklung erst gar nicht so weit kommen zu lassen.
 

20
Mrz
2012

Neugier

 

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Neugier ist jedem begabten Wesen angeboren. Seine Gier, Neues zu erfahren schützt es vor Bewusstseinsstarre. Neugier weckt den Willen, nicht in der Wiederholung des immer Gleichen unterzugehen. Neugier emöglicht das Bewusstwerden als originäre Erfahrung und schützt vor unkritischer Übernahme von Gewohnheiten.

Gier ist kein Weg. Gier ist ein Zug, der nach Nirgendwo führt. Die unersättliche Gier führt zu nichts, weil sie mit nichts zufrieden ist. Tun sich gar Gier und nicht wollender Wille zusammen, dann fühlt sich ein Wesen ständig getrieben, ohne jemals erfahren zu können, wozu eigentlich. Ziellos Getriebene aber haben die Neugier verloren. Emotionen jedoch setzen neue neuronale Impulse wie Züge in Bewegung und schicken sie durch neuronale Netze, um helfende Möglichkeiten zu erkunden. Es ist nicht Gier, sondern Neugier, die nach Aufbruch verlangt und das Abstellgleis der Gedanken selbst bis ins hohe Alter immer wieder freiräumt. Solange sich Fantasie, Vernunft und Verstand in einem harmonischen Verhältnis zueinander befinden, erzeugen sie schöpferische Energien, die Bilder formen und als Bilderleben gestalten. Im Gegensatz zur unersättlichen Gier ist der Neugier Hoffnungslosigkeit fremd. Für sie ist Utopie kein Niemandsland, sondern die Fülle aller schöpferischen Möglichkeiten.
Neugier ist insofern eine Gabe des Unbewussten als dieses das Bewusstsein antreibt, ungewöhnliche Fragen zu organisieren. Durch die Entdeckung einer maßgeblich bestimmenden Fragestellung wird das Bewusstsein zum Anstoß des Bewusstwerdens, und die Suche nach noch nicht Erforschtem versetzt das Subjekt in seine ihm ureigene Bewegung (Motivation), intuitiv Erahntes zu entdecken.

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Der zureichende Grund für diese Aktivität liegt in der Selbstorganisation des Gehirns, das sich ruhelos, unaufhörlich spielerisch mit Möglichkeiten neuronaler Kombinationen beschäftigt. Diese Ruhelosigkeit kann dazu führen, dass schöpferische Menschen schaffen, ohne sich eine ausreichende Pause zu gönnen.
 

19
Mrz
2012

Fantasie

 

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Fantasie gehört neben Gefühl, Vernunft und Verstand zu jenen neuronalen Strömungen, welche das Bewusstwerden ausmachen. Bewusstwerden geht einher mit sinnlichem Wahrnehmen. Die sinnlichen Reize werden in Impulse überführt und gleichzeitig ineins mit vorhandenen Erfahrungen abgeglichen. Fantasie und Gefühl beeinflussen sich wechselseitig. Erfahrungen können die gegenwärtige Stimmung erhellen oder trüben.

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Fantasie, Gefühl, Vernunft und Verstand lassen sich nicht getrennt voneinander betrachten. Die Isolation von Strömungen des Bewusstwerdens führt zu Brüchen, die sich unter Umständen kaum mehr heilen lassen. Eine der Folgen ist beispielsweise die Entgegensetzung von Kunst und Wissenschaft oder in der Medizin die Entgegensetzung von Naturheilkunde und Schulmedizin. Solche Trennungen führen zu Spezialisierungen, durch welche die ganzheitliche Betrachtung des Menschen verloren geht. So spalteten manche Hirnforscher das Gehirn in eine linke und rechte Hemisphäre und verschärften dadurch den Jahrtausende währenden Gegensatz von Logik und Ästhetik.

Fantasie improvisiert gefühlsmäßig wertend mit Möglichkeiten zu handeln (Begriffe).
 

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

Ergänzende Webseiten

 

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