14
Mrz
2011

Zwischenstopp


Wir sind unterwegs, das Phänomen der Selbstheilung zu untersuchen. Sogenannte Wunder- oder Spontanheilungen scheinen eindeutig darauf zu verweisen, dass es die Kraft vorgestellter Bilder ist, die selbst bei schlimmen Krankheiten heilsam wirkt. Diese Beobachtung erscheint uns Grund genug, diesem Phänomen mit wissenschaftlichen Methoden nachzugehen. Auf phänomenologischem Weg sind wir auf die Erscheinung der neuronalen Farben gestoßen. Bislang ungeprüft sind wir davon ausgegangen, dass dies mit dem Öffnen des inneren Auges zu tun hat, weil wir der Ansicht sind, dass sich auf diese Weise die Selbstheilungskraft sogar wahr nehmen lässt. Nun könnte es sich aber bei der Vorstellung der Spectralfarben auch um ein reines Fantasieprodukt handeln, welches als neuronales Ereignis aufgrund gewisser Konzentrationseffekte entsteht. Hintergrund dieser Überlegungen ist ein gewisser Zweifel, der sich eingestellt hat. Es stellt sich nämlich inzwischen die Frage, ob sich die Selbstheilungskraft überhaupt dem Wissen erschließt oder ob sich nicht vielmehr allein auf Glauben beruht. „In der Not frisst der Teufel Fliegen!" Sehe ich vielleicht die "Selbstheilungskräfte" zu optimistisch und reflektiere ich sie eventuell sogar schöngefärbt, weil mir außer der Selbstheilungskraft gar keine andere Möglichkeit zu überleben bleibt? Um dem zu entgehen, halte ich mich an den wissenschaftlichen Grundsatz der Überprüfbarkeit. Letztendlich handelt es sich hier ja um ein Experiment, maßgeblich durch die Hypothese, dass sich durch geeignete Stimulation der Nerven Funktionsstörungen des Stütz- und Bewegungsapparates beheben lassen. Dabei wird auf die unterstützende selbstorganisatorisch selbstrepararierende Tätigkeit des Körpers gebaut. Beispiel: Wenn sich ein Muskel verkürzt, zieht er die beiden Knochen in deren Gelenk aufeinander zu. Muskeln haben nur die Möglichkeit, sich zusammen zu ziehen, nicht aber, sich selbst in ihre Ausgangslage zurück zu dehnen. Dafür brauchen sie einen oder mehrere Muskeln, die auf der anderen Seite des Gelenks ansetzen und die entgegengesetzte Bewegung bewirken. Solche Muskeln werden Gegenspieler bzw. Antagonisten genannt. Durch gezielte osteopathische Griffe wird es möglich, Gegenspieler dieser Art zu initiieren, wobei es ganz entschieden darauf ankommt, dass der Körper die gestörte Struktur selbstorganisierend korrigiert. Betrachtet man also Selbstheilungskraft entmystiziert kybernetisch als "Selbstorganisation", dann lässt sie sich auch dementsprechend empirisch überprüfen. Die Versuchsanordnung des Selbstversuchs besteht nun schlichtweg in einer üblichen osteopathischen Behandlung. Es besteht nun die Hypothese, dass sich diese Behandlung unterstützen lässt, wenn die Selbstorganisation neuronal unterstützt wird, indem helfende Bilder erzeugt werden. Und das darf durchaus fantasievoll geschehen, denn auch hier vermag "'Glaube' Berge zu versetzen". Und an dieser Stelle berühren sich Glauben und Wissen durchaus. Hypothese: Selbstorganisation wird wirksam, sobald während des Bewusstwerdens Energieströme spectralfarbig sichbar werden! Zusätzlich vermuten wir, dass diese Form der Selbstheilung sogar erfahrbar wird, sobald sich die Energieströme auf das Öffnen des inneren Auges konzentrieren!

13
Mrz
2011

Erweitertes Wahrnehmen (über die Enge des Bewusstseins hinaus)


Verstand: "Und hast Du nun etwas von irgeneiner Selbstheilungskraft bemerkt?"

Ich: "Eigentlich nicht! Das entspricht ja durchaus den Erfahrungen der letzten Wochen! Ich nehme an, dass ich nach wie vor viel Geduld brauche!"

Verstand: "Warum gehst Du dann weiter zur Behandlung?"

Ich: "Ich verlasse mich da ganz auf meine Intuition, die immer noch darauf beharrt, dass die Behandlung wider Erwarten überraschend erfolgreich sein wird!"

An dieser Stelle unterbricht das innere Gespräch, um der Darstellung der inneren Prozesse wieder den gesamten Raum zu gewähren.
Inzwischen stellt sich ja Wahrnehmen etwas verändert dar als Gleichzeitigkeit von:
Empfinden - Fühlen - Vergleichen - Beobachten - Einstellen - Begreifen - Regeln.
Bislang dagegen wurde Wahrnehmen als die Folge von Wahrnehmen --> Betrachten --> Beobachten --> Begreifen vergegenwärtigt. Die Erweiterung des fünffachen Wahrnehmens zum siebenfachen Wahrnehmen zeigt, dass das Wahrnehmen über das Begreifen hinausgeht und sich zum intuitiven Vernehmen des inneren Gleichgewichts entwickelt. Den Ausgangspunkt der Wahrnehmung bilden nicht mehr ausdrücklich die Sinne, sondern Empfindungen. Die Wahrnehmung beginnt also gleichsam in ihren eigenen Vorbedingungen. Es handelt sich nämlich letztlich um neuronale Vorgänge, die Sinnlichkeit allererst ermöglichen. Immanuel Kant spricht deshalb bereits von den Sinnen, die durch Empfindungen affiziert werden. Affektionen übersetzen Prozesse des Unbewussten oder Vorbewussten in Bewusstwerden.
Das Öffnen des inneren Auges wird demnach bereits dort vorbereitet, wo das "unsinnliche Wahrnehmen" später stattfinden soll, nämlich im Unbewussten!
Die veränderte Darstellung des Wahrnehmens beinhaltet eine Erweiterung des Bewusstwerdens um die Bedingungen seiner Möglichkeit. Daraus ergibt sich das Bewusstwerden als Folge von:
Perzeption (unbewusste Wahrnehmung) --> Affektion --> (bewusst werdende Wahrnehmung) --> Apperzeption (bewusste Wahrnehmung) --> Flexion (Erfahrung) --> Emotion (bewusst werdende Einnerung) --> Reflexion (in der bewussten Wahrnehmung sich widerspiegelnde Erfahrung). Ob diese Folge als solche vergegenwärtigt wird oder in Beobachtung übergeht, das ergibt sich vor allem aus der Emotion. Die Emotion (lat. 'ex' = aus, heraus + "motio' = Bewegung, Erregung) wird erzeugt, sobald erfahrene Bedürfnisse als noch nicht oder nicht mehr befriedigt bewusst werden. Motivation (auf Befriedigung drängendes Bedürfnis) ist die Voraussetzung für das Beobachten (Suchen nach Bedürfnisbefriedigung in Form von Fragen). Emotion initiiert demnach die Folge "Motivation --> Interesse (bedürfnisbedingte Aufmerksamkeit)“.
Interesse wiederum erzeugt Antizipation (vorstellungsmäßige Vorwegnahme eines Verhaltens), die zu einer Projektion (Bild von einer Möglichkeit, sich zu verhalten) führt, also:
Emotion--> Motivation--> Interesse--> Antizipation--> Projektion. Während der Projektion des Verhaltens werden dessen Möglichkeiten durchgespielt und eine Strategie zur Umsetzung der erfolgsversprechendsten Möglichkeit entwickelt: Projektion--> Spiel--> Strategie--> Aktion. Wird nun das Wahr-nehmen insgesamt betrachtet, dann ergibt sich:

"Perzeption --> Affektion --> Apperzeption --> Flexion --> Emotion --> [Motivation => Interesse => Antizipation => Projektion => Spiel => Strategie] --> Reflexion"

Durch die Erweiterung ergibt sich eine Ausweitung des Bewusstwerdens von 6 auf 12 gleichzeitig ablaufende neuronale Prozesse. Durch die folgende Situation lässt sich diese Gleichzeitigkeit darstellen, wobei jedes Moment der Folge durch die entsprechende Zahl angezeigt wird.

Wie oft hat die Turmuhr soeben geschlagen? Er lässt die unbewusst gehörten (1) Glockenschläge bewusst werden. Er zählt die in der Vorstellung gehörten Glockenschläge und erschrocken (2) stellt er fest (3), dass seine Armbanduhr stehen geblieben ist und dass das Treffen schon in einer Stunde stattfinden wird. Aufregung beschleunigt seinen Puls (4). Er will auf keinen Fall zu spät kommen. (5) Soll er nicht doch lieber (6) den Bus (7) oder gar ein Taxi (8) nehmen, statt zu Fuß zu gehen? (9) Und wo soll er sich welche Blumen besorgen? Ist das überhaupt alles zu Fuß noch zu schaffen? (10) Also doch mit dem Taxi (11), weil der Blumenladen nicht am Weg liegt! (12)

Gehen eigentlich mit den Momenten der Folge des Wahr-nehmens auch die Kategorien des Bild-er-lebens einher? Wenn man das soeben betrachtete Beispiel sieht, dann lässt sich das nicht bejahen. Tatsächlich hängt die Kategorisierung davon ab, ob künstlerisch oder wissenschaftlich wahrgenommen wird. Aber was sich gut erkennen lässt, ist, dass die beschriebene Einfärbung des Bewusstwerdens während der Therapie wohl eher auf konzentriertes statt auf systemisches Verhalten zurückzuführen ist.

Es ist deshalb sinnvoll, das Protokoll noch einmal unter den veränderten Bedingungen aufzuarbeiten.

12
Mrz
2011

Neuronale Farben


flanzlich

Seele: "Das dritte Auge ist das Zentrum des Empfindens, Fühlens und Denkens. Deshalb ist es wichtig, dort die Energie zu aktivieren. Wichtig ist, dass man sich dafür ausreichend Zeit nimmt und ungestört ist. Gut ist, wenn man für sich für eine gute Atmosphäre und Stille sorgt. Sehr ruhig in gefühlten gleich langen Phasen (keine Sekunden zählen!) einatmen, den Atem anhalten und ausatmen. Dabei auf das eigene Atmen achten.(1) Wenn Sie glauben, Ihren körpereigenen Rhythmus gefunden zu haben (2), auf das Gefühl achten (3), das diesen Rhythmus kommentiert.(4) Beobachte (5) also diese Resonanz auf Deine Befindlichkeit. Stelle das Bewusstsein darauf ein (6), indem Du die Aktivität des Kurzzeitgedächtnisses erhöhst. Verwende dabei die Kategorien in vier Dreierschritten als Mantra. Sobald es gelingt, dieses Mantra dem körpereigenen Rhythmus (7) anzugleichen, bildet sich die aktivierte Energie spectralfarbig ab. Schauen Sie einfach ruhig gelassen zu. Die Farbströme beginnen sich zu bewegen und allmählich zu drehen. Wenn sie die Form einer Spirale annehmen, werden sie schneller und verdichten sich zu einem Kreis, in dem sich schließlich das dritte Auge öffnet!"

Verstand: "So, das verstehe sogar ich! Jetzt frage ich aber das Ich, wie es Dir dabei ergeht!"

Ich: "Das ist für mich gut nachvollziehbar, denn ich habe das gestern erst ausprobiert und erfahren!

Verstand: "Wie kamst Du nur auf diese Idee?"

Ich: "Wenn die tradierten Wege nicht zu Deinem Ziel führen, dann bist Du notgedrungen gezwungen, nach Wegen außerhalb der Tradition zu suchen. Vor genau einem Jahr lag ich in der Stroke-Unit des Bürgerhospitals in Stuttgart wegen eines durch einen Schlaganfall ausgelösten vermuteten Herzinfarkts. Trotz ausgiebiger Untersuchungen vermochten sich die Ärzte aber nicht eindeutig festzulegen. Der Schlaganfall hatte eine starke Beeinträchtigung des Sprechens, der Hand und des Beines zur Folge. Obwohl man sich auf keine klare Diagnose festzulegen vermochte, betrachtete mich der Chefarzt als Privatpatienten, also als jemand, den man aus Kostengründen unbedingt zum Notfall deklarieren und operieren muss.
Damit beginnt eine Geschichte voller Merkwürdigkeiten. Es werden Untersuchungen für eine Herzoperation, die offensichtlich niemand ernsthaft ins Auge fasst, durchgeführt. Ich muss auf den Chefarzt der Herzklinik warten und deshalb länger im Krankenhaus verbleiben. Das ist inzwischen wegen einer Herzkatheter-Untersuchung das Katharinen-Hospital. Da dieser Arzt keine Zeit findet, werde ich entlassen, mit der Zusicherung, dass die Herzklinik sich mit einem Operationstermin melden wird. Das ist bis heute nicht geschehen. Während meines Aufenthalts in der Rehabilitationsklinik sehe ich mich nach einer alternativen Heilmethode um. Ich finde diese in der Chelattherapie, durch die dann auch jegliche Herzbeschwerden ausbleiben. Durch Mundprobaganda finde ich zusätzlich einen Osteopathen, der mich behandelt. Und damit bin ich unmittelbar beim Thema. Ich möchte ja die letzte Behandlung als Fallbeispiel darstellen. Anlass dafür ist meine Intuition, die mich seit einem Jahr durch die widerwärtige Zeit führt. Über die innere Stimme ermahnt sie mich die gesamte Zeit hindurch, doch endlich endgültig auf die Selbstheilungskräfte statt auf die Schulmedizin zu setzen. Und zu diesem Zweck führt mich die Intuition der Ostheopathie als ihren Verbündeten zu. Eigentlich sind die Folgen eines Schlaganfalls nicht mit Selbstheilungskräften und damit auch nicht osteopathisch aufzulösen. Aber das interessiert die Intuition nicht. Sie teilt sehr klar nachdrücklich mit, dass sich die Selbstheilungskräfte osteopathisch so anregen lassen, dass sie selbst diesen hartnäckigen Fall erfolgreich zu behandeln vermögen. Gott sei Dank habe ich einen so toleranten und zugleich wissenschaftlich interessierten Osteopathen, der sich darauf einlässt. Ich mache das, weil die Intuition von mir den Handel "Heilung gegem schriftlichen Bericht (Buch) darüber!" verlangt. Da ich solche Geschäfte schon von kleinauf kenne, ist dieser Deal für mich nicht außergewöhnlich. Während der letzten osteopathischen Behandlung habe ich also mit diesem Experiment begonnen. Und hier das Gedächtnisprotokoll dazu:

Ich empfinde Gelassenheit und nehme die Wärme wahr, die von dem 'osteopathischen Griff' ausgeht (1). Die Hände des Osteopathen befinden sich auf beiden Seiten des Beckens. Ich verspüre zunächst energiestromartige Bewegungen um die durch die Hände berührten Stellen des Körpers. (2) Ich fühle und vergleiche (3) die unterschiedlichen angenehmen Strömungen ohne irgendwelche Erwartungen. (4) Ich beobachte, wie diese Strömungen in Bewegung geraten und sich wechselseitig austauschen. (5) Ich begreife, dass sie sich in eine Art Rhythmus einschwingen. (6) Währenddessen achte ich sorgfältig darauf, alle erfassten Wahrnehmungen zugleich zu vergegenwärtigen, wohl wissend wie wichtig es ist, die Aktivität des Kurzzeitgedächtnisses zu erhöhen. Durch diese Intensensivierung des Bilderlebens erscheinen die sich austauschenden Bewegungen plötzlich rot, gelb und grün. Sie regeln sich auf eine Art schwingenden rot-gelb-grünen Farbstrom zwischen beiden Händen des Osteopathen ein (7). Obgleich ich nur diese drei Farben sehe, habe ich den Eindruck, dass sie zugleich tief blau waren. Bis zum Ende der Sitzung schaue ich diesem neuronalen Farbspiel zu!"

Verstand: "Und konntest Du irgendeine helfende Wirkung feststellen?"

Ich: "Erfahrungsgemäß stellen sich solche Wirkungen nicht sofort ein, sondern erst ein bis zwei Tage später!"

11
Mrz
2011

Siebenfaches Wahr-nehmen


Verstand: "Das, was Du mit "Weg nach innen" meinst, kann ich zwar verstehen, aber unklar ist mir noch, was genau wahrnehmen, betrachten, werten, beobachten, ordnen, begreifen und regeln bedeutet!"
Ich: "Mir ist klar, warum Du Schwierigkeiten hast, die Seele in ihrer intuitiven Darstellung zu verstehen. Allzu leicht verliert die Seele das Einzelne aus dem Auge, weil sie bereits das Ganze sieht und allzu schnell dorthin drängt. Die Seele sieht die Einzelheit vom Ganzen her, der Verstand aber vermag das Ganze erst zu erfassen, wenn er alle Einzelheiten ganz genau aufgenommen hat! Diese ganz unterschiedliche Art und Weise des Wahrnehmens lässt sich nicht werten. Je nach dem, in welchem Bereich man sich aufhält, gibt es Vor- und Nachteile sowohl bei der induktiven als auch bei der deduktiven Vorgehensweise!"

Seele: "Ich bin vom Wesen her Künstlerin, die es schwer hat, einem Wissenschaftler etwas zeigen zu wollen. Ich gebe zu, dass es mir schwer fällt, systematisch oder ganz planmäßig vorzugehen!"

Ich: "Du brauchst Dich beim Verstand nicht zu entschuldigen, denn Ihr könnt beide voneinander lernen!"

Verstand: "Dann möchte ich jetzt auf meine Weise versuchen, den Weg nach innen zu erklären!"

Ich bin gefühlsmäßig damit einverstanden.

Verstand: "Es existiert keine einzige wissenschaftliche Entdeckung, die nicht zuvor künstlerisch geschaut worden wäre. Die Kunst schaut das Wesen, die Wissenschaft beweist es! Ohne Kunst wäre Wissenschaft undenkbar! Die Seele sieht den Weg nach innen siebenfach als Wahrnehmen, Betrachten, Vergleichen, Werten, Beobachten, Begreifen und Regeln. Als Verstand muss ich diesen siebenfachen Weg vereinfachen und einfach als Fortschreiten oder Verdichten des Sehens betrachten. Und das genau möchte ich jetzt zeigen! Das geht nicht ohne meine Verbündete, der Fantasie:
Wahrnehmen: Etwa sechs Jahrtausende vor Christi Geburt erfinden Kinder ein Spiel, das sie "Steinrennen" nennen. Es geht darum, dass jedes Kind eine bestimmte Anzahl von Steinen zur Verfügung hat. Auf Kommando lassen sie ihre Steine einen Abhang hinab rollen. Es gewinnt der erste Stein, der unten ankommt. Nach einiger Zeit wundern sich die Kinder, dass ein kleiner Junge aus Sesklo immer gewinnt. Nachdem sie feststellen, dass seine Steine zum selben Zeitpunkt loszurollen beginnen wie die anderen auch, beginnen sie zu beobachten, um herauszufinden, warum diese Steine schneller sind. So beobachten sie den kleinen Jungen heimlich und betrachten ihn dabei wie er seine Steine in einem ausgetrockneten Flussbett sammelt. Also machen sie ihm das nach. Aber sie gewinnen trotzdem nicht. Und so beobachten sie weiter und allmählich entdecken sie, dass seine Steine weniger eckig waren als ihre. Schließlich begreifen sie durch wiederholtes Vergleichen, dass Steine mit weniger Ecken weniger springen, also weniger Zeit verlieren. Und sie begreifen, dass sie schneller sind, weil sie Unebenheiten des Bodens leichter überwinden. Von nun an sammeln sie nur noch Steine, die diesen Anforderungen entsprechen. Diese Regelung führt dazu, dass der Sieg nicht mehr vorhersagbar erscheint und auch sie gewinnen. Und Sieger wird immer der Stein, der möglichst rund und möglichst wie eine Töpferscheibe zu Hause aussieht. Fortan ist das Suchen interessanter als das Gewinnen. Also ich wiederhole jetzt noch einmal:

Wahrnehmen: Rollende Steine
Betrachten: Formen der Steine
Vergleichen: eckige mit runden Steinen
Werten: günstige und ungünstige Formen
Beobachten: Vergleichen und Auswählen
Begreifen: runde Steine rollen schneller als eckige
Regeln: Vorgehensweise beim Suchen!"

Nach dem, was der Verstand durch siebenfaches Wahrnehmen aufzeigt, zeigt sich das Wesen von etwas in dessen Regelung. Theorie wird dadurch im ursprünglich wortwörtlichen Sinn zur Praxis.

Seele: "Es ist deutlich geworden was Du meinst, aber es ist nicht das, was unter Kontemplation verstanden wird. „contemplare“ meint das Beschauen des Wahr Nehmen selbst, das Verweilen in der Wahrheit als Offenbaren oder Eröffnen bzw. Entbergen von Verborgenem. Es ist ein Verweilen im Augenblick, ein Loslassen von allem, das Dich berührt und betrifft. Insofern führt Kontemplation niemals von außen nach innen, sondern ist insgesamt ein innerer Weg!"

Verstand: "Dann kann aber Kontemplation auch nicht mit der Wahrnehmung beginnen!"

Seele: "Es existieren nicht nur äußere oder sinnliche Wahrnehmungen, sondern auch innere Wahrnehmungen wie das Empfinden von Gefühlen oder körperlichen Empfindungen! Du hast durchaus Recht, und ich möchte den Weg der Kontemplation verändert beschreiben, um Missverstehen zu vermeiden, und zwar als inneren Weg = Empfindung --> Gespür --> Gefühl --> Resonanz --> Beobachtung --> Einstellung --> Rhythmus.
Ich gestehe zu, dass dies schwer in Worte zu fassen ist. So möchte ich als Beispiel das Öffnen des dritten Auges wählen!“

10
Mrz
2011

Nach innen sehen


Nach einigen Stunden gelangen sie an einen merkwürdigen Wegweiser. Auf diesem Schild steht "Kontemplation" zu lesen. Verstand: "Ich verstehe nicht, was das bedeuten soll. Zudem fehlt hier jegliche Angabe über die Entfernung!"
Seele: "Die Entfernung bestimmt Du selbst. Der Weg dorthin kann entweder sehr kurz oder sehr lang sein. Das hängt davon ab, welche Strecke Du wählst. In jedem Fall erreichst Du das Ziel nur dann, wenn Du den Weg nach innen wählst, denn nichts Anderes bedeutet "Kontemplation"!"
Verstand: "Von einem Weg nach innen war bislang nie die Rede! Ich wüßte auch gar nicht, wie das gehen sollte. Ich kenne nur den Weg geradeaus und davon erst einmal die Strecke von A nach B, also von zu Hause bis Klause!“
Seele: "Nicht einmal diesen Weg kennst Du, denn Du bist ihn ja noch gar nicht gegangen!"
Verstand: "Aber ich kann mir diesen Weg als Strecke sehr gut vorstellen!"
Die Seele lächelnd: "Siehst Du, jetzt sprichts Du auch von einem inneren Weg, denn als Vorstellung gibt es diesen Weg nur in Deinem Kopf. Und genau das besagt "Kontemplation", nämlich, dass wir unseren Weg von jetzt ab innen fortsetzen sollen!“
Der Verstand versteht nicht, was die Seele meint, und so erklärt sie ihm, wie er sich durch Versenkung, also tiefe Betrachtung auf den Weg nach innen begeben kann. Sie erzählt, dass das Bewusstwerden in höchstens sieben gleichzeitigen Prozessen ablaufen kann, weil das Bewusstsein nicht mehr als sieben Ereignisse zugleich erfassen kann. Und je mehr von diesen sieben Vorgängen zugleich aktiviert werden, desto tiefer verläuft auch das Bewusstwerden. Also "Kontemplation" führt von außen her bis auf den Grund des Bewusstseins. „Und allein in der Tiefe des Bewusstseins kannst Du das Wesen der Dinge erkennen!"
Der Verstand will natürlich wissen, welche sieben Prozesse die Seele meint. Und er erfährt, dass es sich um wahrnehmen, betrachten, werten, beobachten, ordnen, begreifen und regeln handelt. Selbstvertändlich möchte der Verstand ein Beispiel haben! Die Seele sagt ihm, dass sie es ihm nicht unnötig schwer machen möchte und deshalb ein Beispiel aus seinem Bereich wählt, nämlich das Entwickeln einer Formel.
"Bei einer Formel hast Du nämlich auch einen Weg markiert, der nur in Deinem Kopf existiert!
Beginnen wir also mit Wahrnehmen. Nehmen wir an, Du willst eine Entscheidung per Münzwurf herbeiführen und bestimmst, dass "Zahl" gewinnt. Du stellt Dir vor, bevor Du die Münze wirfst, dass die Münze auf das Bild bzw. Kopf oder Wappen fällt, also "Zahl" gewinnt. Du überlegst, dass das Fallen sowohl auf "Zahl" als auch auf "Wappen" genau gleich wahrscheinlich ist. Um die Wahrscheinlichkeit nun als Formel auszudrücken, musst Du Dir zuerst überlegen, wie sich der Fall zahlenmäßig ausdrücken lässt. Die Entscheidung, also gleichsam das Ganze, also 1, hängt genau von 2 Ereignissen ab. Zwei Ereignisse bilden die Teile der bevorstehenden Entscheidung, also 1 geteilt durch 2. Die Wahrscheinlichkeit w, dass die Münze auf "Kopf" oder "Zahl" fällt, beträgt also w = 1/2. Nimmst Du aber stattdessen einen üblichen Spielwürfel, um eine Entscheidung zu fällen, dann hast Du es mit 6 Ereignissen zu tun, weil der Spielwürfel 6 Augen hat. Jetzt beträgt die Wahrscheinlichkeit w =1/6.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Würfel auf eine bestimmte Zahl fällt, ist also sehr viel geringer als beim Wurf einer Münze. Wenn Du diese Fälle länger beobachtet hast, dann wirst Du begreifen, dass sich der Wahrscheinlichkeitswert zwischen "sicher" und "unmöglich" bewegt, und dass diese Bewegung von der Anzahl der Ereignisse abhängt, die daran teilhaben. So sind wir ganz sicher, dass die Sonne auch morgen wieder scheinen wird. Das eintreffende Ereignis 1 hängt nur von einem einzigen Fall ab, nämlich, dass die Erde sich auch weiter wie bisher um die Sonne dreht. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch morgen die Sonne wieder aufgeht, ist w =1/1, also sicher. Dagegen beträgt die Wahrscheinlichket, dass die Sonne vom Himmel fällt = w= 1/0, da dieses Ereignis undenkbar ist. Und damit lässt sich besagter Fall auch allgemein, nämlich als Formel regeln: Die Wahrscheinlichkeit eines beliebigen Ereignisses ist w = 1/n, da n Möglichkeiten existieren. Wenn Du also zu einer Formel gelangen willst, musst Du die zu formalisierenden Vorgänge allgemein lösen, indem Du allgemeine Zahlen benutzt!"

Verstand: "Was wolltest Du eigentlich zeigen?"
Seele: "...dass es einen inneren Weg gibt, auf dem wir das Wesen von etwas schauen können! Das Wesen der Wahrscheinlichkeit besteht im Verhältnis einer Möglichkeit und zu der in ihr angelegten Wirklichkeit.“

9
Mrz
2011

Sichtbarmachen


Die wichtigste existentielle Funktion des Menschen ist das Wahrnehmen. In dem Verb „wahrnehmen“ verbirgt sich „wahr nehmen“. Wir sehen etwas nicht so wie es von sich her erscheint, sondern wie wir es uns zurechtlegen. Wir sehen nicht so wie es ist, sondern wie wir meinen, dass es ist. Das hat seinen zureichenden Grund darin, dass wir nicht einfach, sondern mehrfach sehen, also nicht nur sinnlich bzw. körperlich, gefühlsmäßig und geistig. Wir sehen einen Baum. Unsere augenblickliche Stimmung und Einstellung färben diesen Eindruck und aktuelle Gedanken interpretieren ihn als Vorstellung im Bewusstsein. Das gesehene Urbild erfährt demnach verschiedene Filterungen, bevor es als gefiltertes Abbild von uns wahr genommen wird. Wir wissen nicht, was wir sehen, sondern wir glauben, was wir wahr nehmen.

In Bezug auf das Wort verhält es sich noch abenteuerlicher. Die Vieldeutigkeit des Wortes überlässt es geradezu der Fantasie, welches Bilderleben sie dazu inszeniert. So hören wir das Wort so wie wir es verstehen wollen. Und es spielt eine große Rolle, in welcher Stimmung und Einstellung ein geschriebenes oder gesprochenes Wort aufgenommen wird.

Angesichts der vielfältig einfallsreichen Inszenierung eines Worte während des Bewusstwerdens besteht die am besten geeignete Vermittlung eines Wortes in der Demonstration dessen, was es eigentlich zeigen soll. Insbesondere für Didaktiker gilt: „Nicht lehren, sondern zeigen!“(1!)

Eingedenk der Enge des menschlichen Bewusstseins und der geringen Merkfähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses sind für eine wirksame Wiederholung entsprechende Maßnahmen 'gegen das Vergessen' unvermeidbar. Wir werden das mit Hilfe eines begleitenden Gedächtnistrainings verwirklichen. Zunächst müssen wir die Voraussetzungen für eine merkfähige Geschichte schaffen. Sie sind Ihr eigener Regisseur bei der Inszenierung dieser Geschichte. Die Inszenierung erfolgt mit Hilfe Ihrer Vorstellungskraft. Wir sind in einer wunderschönen Landschaft unterwegs. Sie befinden sich in Begleitung einer Lichtgestalt namens Seele und einem Landschaftsführer namens Verstand, der sich in der Gegend sehr gut auskennt. Stellen Sie sich jetzt die Seele an Ihrer rechten Seite als schöne weibliche Gestalt vor und den Verstand auf Ihrer linken Seite als männliche Gestalt, die, falls Sie ein Mann sind, genau so aussieht wie Sie selbst. Falls Sie eine Frau sind, ist auch die Gestalt auf Ihrer linken Seite weiblich und trägt den Namen „Vernunft“. Sie bewegen sich ruhig durch die Landschaft an einem sonnigen Tag. Es ist um die Mittagszeit.

Verstand: „Hast Du es inzwischen bereut, dass Du Dich für diese Wallfahrt entschieden hast?“
Ich: „Nein, ich bin froh, dass ich mich so entschieden habe wie mir die Seele geraten hat! Schließlich möchte ich ja wieder gesund werden!“
Verstand: „Stört es Dich, dass der Weg durch ein Traumland führt?“
Ich: „Das ist Deine Deutung. Ich aber träume nicht und das alles ist für mich wirklich!“
Ich: „Sage mir lieber, wann und wo wir heute unsere Pause einlegen werden, damit ich mich darauf einstellen kann.“
Verstand: „Die Seele hat doch, als wir unsere Reise planten, vorgeschlagen, dass wir unsere erste Rast in der Klause des alten Bruno einlegen. Er soll Pilgern gegenüber sehr gastfreundlich sein. Jedenfalls werden wir seine Karthause kaum vor Sonnenuntergang erreichen.“

Memo: Die drei Gestalten stehen für die drei Wahrnehmungen: Geist, Sinne, Gefühl, die Wallfahrt selbst für das Bewusstwerden und schließlich die Klause für das Bewusstsein.

8
Mrz
2011

Suchen, was sich nicht sehen lässt

Er lächelt über die Verlegenheit seines Schülers. "Wie kann ich nach etwas suchen, das ich nicht sehe?" Aber der Schüler versteht diese Rückfrage seines Lehrers nicht: "Wenn Du es siehst, dann hast Du es ja bereits entdeckt und brauchst nicht mehr suchen!"

Jetzt erkennt der Lehrer, dass er selbst Verwirrung gestiftet hat. Es ist die Vieldeutigkeit der Worte, die den anderen in eine parallele Welt versetzt. Ihm wird klar, dass für seinen Schüler "Sehen" eine andere Bedeutung hat.

Wir sehen zugleich körperlich, seelisch und geistig. Wenn ich einem Menschen begegne, erfasse ich ihn mit meinen Augen, mit meinen Gefühlen und mit meinen Gedanken. Ich kann aber auch einem Menschen begegnen, ohne ihn genau anzusehen und ihn zu
empfinden. Und ebenso kann ich gefühlsmäßig etwas empfinden, das ich geistig noch nicht erfassen kann.

Er ist sich plötzlich unsicher, ob sich das überhaupt so beschreiben lässt, ob denn vielleicht nicht doch das Fühlen auch ein Sehen ist.

7
Mrz
2011

Enschuldigen Sie, was suchen Sie?

Der Mensch bezeichnet sich als vernunftbegabtes Lebewesen. Diese Begabung ermöglicht ihm, in Gedanken aus sich heraus zu gehen, um ein anderes Leben zu führen. Der lateinische Name für diesen Ausgang lautet "Existenz". Existieren bedeutet aus sich herausgehen. Das Ich hat offensichtlich das Bedürfnis, sich vom Selbst zu befreien, um sein Leben im schönen Schein zu verbringen. Sobald das Ich das Selbst verlassen hat, zeigt es sich unfähig, wahrzunehmen, ohne sich das Wahrgenommene für sich zurecht zu legen. So lebt es fortan in einer für sich zurecht gelegten Welt, in der es sich so sieht, wie es für es am angenehmsten erscheint.
Es sind diese Gedanken über den schöngefärbten Schein des eigenen Lebens, die ihn bewegen, als sich ihm einer seiner Schüler so vorsichtig nähert, dass er ihn erst im letzten Augenblick bemerkt.
"Was schleichst Du Dich so an?"
"Ich wollte Sie nicht in Ihren Gedanken stören und schon gar nicht erschrecken!"
Er betrachtet seinen etwas hilflos erscheinenden Schüler und erkundigt sich freundlich, welche Überlegung ihn zu ihm führt. Der Schüler erkundigt sich, ob er das, wonach er so lange sucht, nicht wenigstens schon in der Ferne zu sehen vermag.

6
Mrz
2011

Ich glaube kein Wort

Die Aufnahmebereitschaft für Ratschläge ist begrenzt. Die Erfahrung der Erfolglosigkeit dämpft das Interesse. Die Welt ist voller Ratgeber. In Bibliotheken füllen sie Regale und in Buchhandlungen die Kasse. Ratgeber-Sendungen im Fernsehen, Rundfunk und Internet im Verbund mit Büchern, Magazinen, Zeitschriften und Foren den strömen auf den Menschen ein.. Warum sich viele Menschen immer wieder Rat holen, ohne anschließend Bescheid zu wissen, liegt in der unstillbaren Sehnsucht nach einem verbesserten Leben begründet. In dieser Sehnsucht entdecken viele Abzocker eine willkommene Geldquelle und nutzen auch noch den Rest verbliebenen Vertrauens schamlos aus.
Der Informationsdschungel und der Ansturm an Scheininformationen führen dazu, dass Menschen in der Informationsflut ertrinken. Information hat ihre Wirkung verloren. Das Wort, das sie vermittelt, verfügt nicht mehr über die Kraft, seinen Inhalt in Schaffensenergie umzuwandeln. Die Geschichte des Menschen scheint so zu verlaufen, dass nicht nur am Anfang, sondern auch am Ende das Wort steht. Der Glaube und das Vertrauen in das Wort scheint verloren! Die Umwertung aller Werte lässt geistige Wüsten unaufhörlich wachsen....

5
Mrz
2011

Erziehen bedeutet, das Ich zu sich selbst befreien lassen

Folgt man dem Philosophen Heraklit, der um 520 bis etwa 460 in Ephesos lebte, und vergleicht das Denken mit einem Strom, dann liegt es nahe, anzunehmen, dass der Fluss der Gedanken erheblich gestört wird, wenn der Körper unter Stoffwechselstörungen leidet, weil ihm zu wenig Wasser zugeführt wird.
Alte Menschen, die ihren Körper austrocknen lassen, können deshalb nicht mehr erwarten, dass in ihrem austrocknenden Gehirn noch Gedanken fließen können. Mit der Gedankenwelt aber fällt auch die Menge der Gedächtnisfunktionen in sich zusammen und Demenz wird zur natürlichen folgerichtigen Erscheinung.

Obwohl hinreichend bekannt ist, dass alte Menschen kaum mehr Durst empfinden, werden sie dazu gedrängt, mehr zu trinken, statt ihre innere Regelung intakt zu halten. Würde also frühzeitig dafür Sorge getragen, dass die Kontrollgröße nicht ausfällt, indem das Denken lebendig gehalten wird, dann würden auch die Schwierigkeiten, sich mit hinreichend Wasser zu versorgen, erst gar nicht auftreten. Das körperliche, seelische, geistige Gleichgewicht des Menschen hängt unmittelbar von der Balance zwischen Wasserhaushalt und Denken ab.
Die Auslegung der Bedingungen der Möglickeit des Denkens durch eine angemessene Befriedigung der Grundbedürfnisse wurde in der Zeit nach den vorsokratischen Naturphilosophen arg vernachlässigt.

„Wasser-Trinken hilft denken!“ Dieser Leitspruch hilft zu vermeiden, dass der Geist im Wassermangel ertrinkt. Aber dieser Spruch steht stellvertretend für alle Bedürnisse. Dementsprechend erweitert lautet er nun:

Bedürfnisse fühlen, Befriedigung empfinden, Glück denken und leben!

Eine angemessene Vorsorge bestünde also in der Betrachtung, auf welche Weise den eigenen Grundbedürfnissen entsprochen wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die gesamte Regelung des einzelnen davon abhängt, dass diese Bedüfnisse nicht zu eng ausgelegt und auf jeden Fall in ihrer Mehrdeutigkeit ausgelegt werden. Die dargestellte Regelung soll nachfolgend dementsprechend „erweitert“ werden:

Körperlich seelisch geistiges Motivationsprofil

Soll – Liebe – Suche

Regler – Berührung – Glück

Einstellung – Sehnsucht – Projektion

Regelung – Unternehmung – Umsetzung

Ist – Erfolg – Befriedigung


Als Verwirklichen hängt Denken wesentlich vom aktiven Umsatz ab. Und bedenken wir indem wir einige Gedanken zurückgehen, dass die seelisch geistig körperliche Lebendigkeit davon abhängt, von wie vielen Fragen Sie bewegt werden.

Bedenken Sie, dass sich solches Fragen nicht nur im geistigen Bereich, sondern auch im körperlichen oder seelischen Bereich abspielen kann. Es kommt darauf an, in welchem Bereich Sie sich von Ihrer Begabung her bevorzugt aufhalten. Und diese Fragen sollten auch von innen her angeregt sein und nicht von äußeren Einflüssen herrühren. Fragen können in den unterschiedlichsten Formen auftreten. Das am weitesten von geistigen Fragen entfernteste Komplementieren findet durch technische oder handwerkliche Fragen statt. Falls Sie also keine Sie motivierenden Fragen finden, fragen Sie sich, ob Sie sich eigentlich in Ihrem ureigenen Bereich aufhalten. Am schwierigsten zu erkennen ist gewöhnlich das seelische oder soziale Gebiet, vielleicht deshalb, weil es in einer egoistischen, kapitalistischen Gesellschaft die geringste Anerkennung findet. So gilt es kaum akzeptabel, wenn sich jemand in ein Kloster zurückzieht, um Gott zu suchen. Suchen ist die spürsamste und empfindsamste Erscheinungsform des Fragens.

Oft werden die ganz persönlichen Fragen durch falsche Erziehung verschüttet, so dass keine inneren Bewegungen der Befreiung des Ichs zu sich selbst mehr enstehen können. Eine solche Situation wird nachfolgend beschrieben.

4
Mrz
2011

Lebensenergie Wasser


Das Denken wird von Fragen in Gang gesetzt, aufrecht erhalten und auch geregelt. Es existieren Hauptfragen, die sogenannten Leitmotive, und abgeleitete Fragen. Leitfragen sind Fragen, die jemanden ununterbrochen beschäftigen und von deren Beantwortung man träumt. Wird an den Ursprung der Fragen gedacht, dann ist es vielleicht vorteilhafter, von pimären, sekundären und tertiären Fragen zu sprechen. So geht eine primäre Frage von Grundbedürfnissen oder gar Trieben aus. Die Frage nach dem Beruf, den jemand wählen möchte, kann durch das Grundbedürfnis nach Schutz und Geborgenheit bzw. Sicherheit gesteuert sein, wenn es ausschließlich ums Geld Verdienen geht. Ist allerdings die Höhe des Verdienstes ausschlaggebend, dann gesellt sich noch ein weiteres Bedürfnis verstärkend hinzu. Es geht dann nicht mehr nur um Sicherheit, sondern zugleich auch um Ansehen oder vielleicht auch Macht à la "Geld regiert die Welt". Wenn jemand schlichtweg nur neugierig ist, dann wird das Grunbedürfnis nach Neuem die Berufswahl steuern und jemanden dazu bringen zu studieren, um forschen zu können. Die von Grundbedürnissen abgeleiteten Fragen, die ein Leben maßgeblich bestimmen, sind vielfältig und deren existentielle Auswahl ganz persönlich. Bei der Beantwortung, welche primären Fragen einen wirklich maßgeblich bestimmen, muss man sich gegenüber ganz offen bzw. ehrlich sein, insofern man sich in seinen Motiven selbst erkennen will. Sie erhalten nachfolgend eine Art „Checkliste“, die Sie Zeile für Zeile durchgehen und beantworten sollten: Fragen Sie sich in jeder Zeile, wie stark diese Frage Sie bschäftigt und vergeben Sie intuitiv Punkte zwischen 0 und 100, wobei 100 Punkte für eine sehr starke, fast schon krankhafte Beschäftigung stehen:

Motivationsprofil

Grundbedürfnis - Grundfrage / Punkte

Hunger - Hungert mich nach Neuem? - (Bin ich neugierig?)
Durst - Dürstet mich nach Anerkennung? - (Bin ich ehrgeizig)
Schlaf - Bin ich energielos? - (Bin ich träge?)
Bewegung - Bin ich abenteuerlustig? - (Liebe ich Veränderungen?)
Schutz - Bin ich spontan? - (Scheue ich das Risiko?)

Verwechseln Sie nicht Grundbedürfnis und abgeleitete Frage. Wenn Sie viel schlafen, hat das nichts damit zu tun, ob Sie untertags antriebslos sind oder nicht! Und das ist auch kein Test, sondern eine Checkliste. Um zu verstehen, wie das Motivationsprofil aufzufassen ist, wird nun dieses Profil als Regelung dargestellt, wobei gilt:

Soll - Schutz
Regler - Schlaf
Einstellung - Hunger
Regelung - Bewegung
Ist - Durst

Man ist vielleicht überrascht, dass der Sollwert vom Bedürfnis zu trinken bestimmt wird. Anderseits funktioniert der Stoffwechsel nur, wenn der Körper ausreichend mit Wasser versorgt wird, also mit 2 bis 2,5 Liter pro Tag. Schließlich besteht etwa 80 Prozent des Bluts aus Wasser, das Gehirn etwa zu 75 Prozent und unser Körper besteht ingesamt zu etwa 2/3 aus Wasser. Das dürfte klarmachen, warum in der bioenergetischen Regelung der Wasserhaushalt die Rolle der Kontrolle übernimmt.

3
Mrz
2011

Nicht zu Ende gedacht



eigendynamik
(c) urs


Wer sich einem Denken als Verwirklichen nicht verpflichtet fühlt, neigt leicht dazu, sein Denken mit Tun zu verwechseln. Er träumt sich in eine Welt hinein, in der er nach eigenem Gutdünken handeln kann, ohne etwas tun zu müssen. In einer gedachten Welt kann jeder jene Rolle einnehmen, in welcher er sich am besten gefällt. Insofern könnte man das Denken, das sich als Selbst-Denken begnügt, auch Vorspiegeln falscher Tatsachen nennen. Die Entdeckung der Illusion als Existenz ist so alt wie das Denken selbst. Religionen schenken von Anfang an die Illusionen, letztlich nicht selbst für das eigene Denken verantwortlich sein zu müssen. Umgekehrt stellt sich natürlich auch die Frage, ob Religionen auch nicht nur für ein Denken stehen das nie zu Ende gedacht worden ist.

2
Mrz
2011

unfolgsam

Im Grunde wird eine vom Denken erzeugte Vorstellung als ziemlich unverbindlich betrachtet. Die vom Denken organisierte Handlungsvorlage wird zwar als Möglichkeit angenommen, aber deshalb längst noch nicht dem entsprechend verwirklicht. Es tut sich ein Widerspruch zwischen Denken und Handeln auf.

Ein vergleichbarer Widerspruch kann auch zwischen Fühlen und Denken bestehen, denn auf das, was das Gefühl sagt zu hören und darüber nachzudenken, geschieht ebenfalls häufig nicht. Bedenkt man aber, dass Fühlen, Denken, Handeln von Natur aus vor allem als kongruente Vorgänge angelegt sind, dann lässt sich auch vorstellen, dass die Verstrickung in solche Widersprüche nicht folgenlos bleibt und das widersprüchliche Verhalten auf Dauer eine hohe körperliche Belastung darstellt.
Dieser Widerspruch zwischen gefühltem Denken und Verhalten führt als Stress zu Verspannungen, weil sich der Körper inkongruent zu sich selbst verhält.
Diese fehlende Übereinstimmung mit sich selbst macht auf Dauer nicht nur ernsthaft krank, sondern gefährdet anschließend auch noch jegliche Heilung.

Wie schon öfters erwähnt ist der Körper ein natürliches selbstorganisierendes System, das von Natur aus in der Lage ist, sich selbst korrigierend zu heilen. Diese Selbstheilung kann aber dann nicht mehr geschehen, wenn die Voraussetzungen hierfür gestört oder zerstört sind.

Findet eine konsequente innere Kommunikation zwischen Gefühl (Seele), Denken (Geist) und Handeln (Körper) nicht mehr statt, kann Selbstheilung schon deshalb nicht mehr stattfinden, weil der Körper gar nicht mehr auf die hierfür unabdingbar erforderlichen helfenden Bilder zu 'hören' und dem Vorgestellten zu folgen vermag.

In ihrer schöpferischen Begabung haben Seele, Geist und Körper Religion und Philosophie erfunden, um wenigstens in der Fantasie einen Ausgleich zu schaffen. Wenn sich Seele, Geist und Körper schon nicht mehr selbst helfen können, dann muss sie das stärkere Bild von einem Gott retten.

1
Mrz
2011

Gedanken sind eigenwillig

Das Denken vollzieht sich nicht abbildungstreu. Die Gedanken bleiben in einem schöpferischen Gehirn während des Bewusstwerdens nicht das was sie sind, sondern verändern sich durch ihre Bekanntschaften mit immer wieder anderen Gedanken. Gedanken ergeht es wie dem Menschen, dem sie gehören; auf Grund ihrer Erfahrungen verändern sie sich. Man muss sich von der mechanistischen Vorstellung verabschieden, dass sich Gedanken lediglich im Langzeitgedächtnis befinden, um auf ihren Abruf bzw. Einsatz zu warten. Gedanken sind keine Konservendosen, deren Inhalte über Jahre aufbewahrt werden können. Ganz im Gegenteil, Gedanken sind selbständige neuronale Wesen, die, sobald sie vom Bewusstsein nicht mehr beaufsichtigt werden, sich im Unbewussten begegnen, um sich miteinander spielerisch auszutauschen. Aus diesem Grund vollzieht sich vorwärtsgerichtetes Lehren als Anregung weiterzudenken.

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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