5
Dez
2010

Seiltanz




Ein Tanz auf dem Seil ist das Leben.
Jederzeit kann es Abstürze geben.
Die Kunst, balancierend auszugleichen,
widerstehen und zugleich auszuweichen.

Trotz allem können Abstürze geschehen.
Liebe hat die Seilkünste mit Netzen versehen.
So werden Missgeschicke aufgefangen,
und niemand braucht zu bangen.


4
Dez
2010

Kasse




Mir ist nicht geheuer,
das ist viel zu teuer.
Haben Sie Feuer
für ein kleines Ungeheuer!

Ich kann das jetzt gebrauchen,
muss unbedingt eine rauchen.
Schließlich habe ich sie gebucht,
meine heiß geliebte Sucht!

Das gab's und wird’s immer geben,
Preise bestimmen unser ganzes Leben.
Kannst Du nicht bezahlen,
dann vergüte mit Qualen!


3
Dez
2010

Woche




Sonntag ist der Tag des Herrn,
Tag der Bildung vom andern Stern.

Montag ist Einstieg ins Hamsterrad,
hält Anstrengungen und Pflichten parat.

Dienstag ist schon ein Tag vorbei
von der wöchentlichen Quälerei.

Mittwoch lässt schon Hoffnung keimen,
lässt das Wochenende durchscheinen.

Donnerstag, den muss ich noch überwinden
und mir meine Wochenend' Pläne verkünden.

Freitag ist so wie er heisst,
alle Last jäh von mir reisst.

Samstag habe ich vom Einerlei
endlich endlich wieder frei.

Wer die Woche so verbringt,
im Leben mit dem Tode ringt!


2
Dez
2010

Dompteur




Es geht mir an die Niere,
er behandelt uns wie Tiere!
Wir sind doch nur Kinder
und doch keine Sünder!

"Wir sind Eure Pädagogen",
haben sie uns vorgelogen.
Erziehung heisst ihre Dressur,
Quälereien rund um die Uhr.


1
Dez
2010

Manege




Die Manege Deines Lebens
suchst Du vergebens
draußen in der Welt allein.
Nein, es ist Dein Bewusstsein!

Ob's Dir nicht oder doch gefällt,
dort erschaffst Du Deine Welt.
Deine Pläne, Träume, Deine Spiele,
Deine Wege und Deine Ziele!

Du gestaltest selbst ganz allein Dein Leben,
diese Verantwortung ist nicht abzugeben.
Du lebst das, was Du in Dir siehst,
und was Du siehst, nur das Du kriegst !!


30
Nov
2010

Direktor




Direktor, Chef, Manager und so weiter,
ist das Mädchen für alles. Kein Leiter!
Niemand wird jemals davon abweichen:
die Hierarchie: jeder unter seines Gleichen.

Verstehen und Liebe ist das Licht,
Mächtigkeitsgehabe gibt es nicht.
Und doch geht’s nicht ohne Disziplin und Drill,
die Zirkuswelt liegt eben quer und ist schrill.


29
Nov
2010

Aufbau




Zwischen den Zelten
schlummern noch die Welten.
Alles nimmt seinen Lauf,
die Artisten bauen auf.

Alle sind sich nicht zu schade,
keiner lebt wie im Speck die Made.
Niemand hat viel Geld,
aber jeder hat seine Welt.

Zwischen Gerüst und Stangen,
werden sie schon zu üben anfangen.
Monteure, die doch Künstler sind,
bauen an der Spielwelt Montage geschwind.

Welche Anstrengung, welche Pein,
in einem Tag muss alles fertig sein.
Und niemand wird es jemals wagen
„Das kann nicht sein!“zu sagen.

Und ist wie immer alles geglückt,
alles geordnet und zurecht gerückt.
Ja, jeder kann es jetzt endlich sehen:
Chaos kann allein aus Ordnung entstehen!


28
Nov
2010

Zirkus




Hallo Ihr Leute, es ist nicht wahr,
Hurra, hurra, der Zirkus ist da!
Wir warteten nicht vergebens
auf den Zirkus unseres Lebens!

Die Freude ist groß,
Es ist ganz famos!
Unser Leid hat ein Ende,
Spielleute nehmen es in die Hände!

Tagebücher werden zum Skript,
inszenieren, was es nirgendwo gibt.
Ach, was haben wir gelacht,
Du hast Dir das doch ausgedacht.

Jetzt spitze Dein Ohr,
das Wort hat der Humor,
das freie Spiel innerer Kräfte
und der Triebe Mächte.

Es ist egal, wie Du es lenkst.
Es ist das, was Du denkst.
Oh, jetzt wird es Zeit,
der Zirkus ist nicht mehr weit!


27
Nov
2010

Weiß




Weiß ist wie Schwarz und Grau eine unbunte Farbe. Es ist als die hellste unbunte Farbe die Farbe des Geistes, der Unsterblichkeit und Unendlichkeit, der Reinheit und Heiligkeit, der Askese und der Freude, des Todes und der Kraft.

Weiß entsteht durch eine additive Mischung gleicher Intensitäten der Farben Rot, Grün und Blau. Im RGB-Farbraum hat Weiß den Wert RGB = (255, 255, 255) oder hexadezimal ausgedrückt RGB = (FF FF FF).

Rot warnt, Grün befreit, Blau hilft. Das Innere Auge bewegt sich im seelischen Raum von Glaube (blau), Hoffnung (grün) und Liebe (rot). Und der Verstand als Auge der Vernunft bewegt sich im geistigen Raum von Energie des Geistes (rot), Kraft der Seele (grün) und Stärke oder Trennschärfe des Gewissens (blau).

In welchem Raum wir existieren, das hängt von der Art, wie wir sehen ab. Wir existieren im persönlichen Tripel von Verbot (rot), Freiheit (grün) und Gebot (blau).

Persönlichkeit zeichnet sich durch eine individuelle Mischung der Farben des Lebens aus.


26
Nov
2010

Einfallslosigkeit




Einfallslosigkeit ist kein Leiden. Es fehlt die Lust der Neugier, schöpferisch zu spielen. Es ist weder Müdigkeit noch Bedürfnislosigkeit. Es fehlen Wegmarken, so dass sich im Augenblick kein geeigneter Weg auftut.

Die schöpferische Pause, ein Märchen, das nicht weiterhilft. Das Gehirn braucht auch keine Atempause. Das Unbewusste braucht auch keine Erholung. Aber der Spieltrieb kann gestört sein. Dann bleibt die Motivation aus.

Vielleicht fehlt es an körperlich, geistig oder seelisch gesunder Nahrung


25
Nov
2010

Komposition




Gefühlte Bilder deuten sich in Klängen an. Einige nehmen Gestalt als Klangbilder an. In günstigen Augenblicken formen sie sich und lassen sich als Notenbilder ausprobieren.

Noten einer Komposition sind wie Worte eines Gedichts. Beide brauchen einen lebendigen Rhythmus, um Gehör zu finden.

Wem das Gefühl für Rhythmus abgeht, stolpert leicht, wenn er sich schöpferisch bewegt. Frühzeitig genug lässt sich das aber üben.


24
Nov
2010

Musik




An Gedanken überreiche Bilder lösen sich in Musik auf. Kompositionen sind gefühlte Betrachtungen von Bildern. Gehörte Spiele mit Tönen sind flüchtig wie ungedachte Gedanken. Meistens kehren sie nicht zurück.

Lieder sind wie Gedichte, die zu erfühlen suchen, was der Verstand allein nicht zu fassen vermag.

Wem sich Gedichte oder Lieder nicht aufdrängen, der bewahrt und erfährt sie in Stimmungen.

Prüfe, ob Deine Einstellungen nicht konservierte Einstellungen sind.


23
Nov
2010

Bilder




Bilder sind Spiegelungen des Unbewussten. Bilder schaffen Bewusstsein. Worte begleiten diese Bilder und machen sie uns verfügbar und denkbar. Bilder schaffen Vorstellungen, die wir in Gedanken zu verstehen versuchen.

Denken vollzieht Erfahren als Bilder-Leben und Bild-Erleben. Denken ist Erfahrung als Bilderleben.

Aber wir erfahren durch die Bilder mehr als wir denken können. Übergangene Gedanken kehren als Träume oder Ideen zurück. Sie beschäftigen uns, weil wir sie nicht gesehen haben.


22
Nov
2010

Armut




Arm ist nicht, wer auf alles verzichtet,

arm ist, wer anderen ihre Träume vernichtet.

Arm ist niemals, wer liebt,
arm ist, wer nicht vergibt.

Arm ist nicht, wer Hilfe von anderen bezieht,

arm ist, wer nur sich selbst sieht.


Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

Ergänzende Webseiten

 

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