21
Nov
2010

Sterben




Sterben heißt alles loslassen,

alles Lieben und Hassen.

Rechtzeitig im Leben

gegen allen Widerstand vergeben.

Gehen muss jeder allein,

aber er muss dabei nicht einsam sein.

Er braucht nicht zu verzagen,

wenn er von Liebe getragen!


20
Nov
2010

Tod




In wessen Hände

legt ein Mensch sein Ende?

Glaube tröstet nicht,

nicht die Hoffnung auf das Licht.

Am großen Schluss das Ende wagen,

mutig seine Angst zu Grabe tragen.

Niemals hat sich ein Toter an Lebende gewandt

und eine Botschaft vom Leben danach gesandt!


19
Nov
2010

Mut




Mut heißt der Gefahr ins Auge sehen,

wo’s gefährlich ist, weitergehen,

es trotzdem wagen,

sich selbst als Last zu tragen.

Mut schafft Brücken

über schicksalhafte Lücken,

gibt Kraft, nicht zu verzagen

und gegen alle Hoffnung zu leben wagen!


18
Nov
2010

Angst




Angst wohnt in allen Lebewesen.

Die ungewollte Bereitschaft, alles zu verlieren.

Krank sein, ohne jemals zu genesen,

um in der untergehenden Sonne zu erfrieren.

Angst lässt alle Wege schwinden.

Der nicht mehr wollende Wille ohne Ziele.

Frohe Botschaften nichts mehr verkünden.

Vergessene Auszeichnungen wie Fetzen auf der Diele.

Angst wohnt an einem Ort ohne Raum.

Vorwärts gehen, ohne sich zu bewegen.

Schwarze Utopie ohne irgendeinen Traum.
Erntedank ohne Segen!


17
Nov
2010

N.N. (33)




Das Internet ist wie jedes neuronale Netz voller Schlaglöcher, in denen Kröten lauern, die Dich teilweise oder ganz zu verschlingen drohen. Fallensteller, Abzocker und selbst ernannte Gurus verführen zum Unglück.

Wer nicht freiwillig ein Schlangennest aufsucht, sollte auch das Internet meiden. Zu viele Missionare des absolut Richtigen ergehen sich in selbstgefälligen Ergüssen, maßen sich die Wahrheiten der Besserwisser an.

Hüte Dich selbstgefälligen Priestern der Eitelkeiten zu glauben. Und behalte Deine Texte doch lieber für Dich, damit sie weder zerfetzt oder aufgefressen werden.


Mütter, die Kinder aus Liebe zu ihnen nicht gebären, hassen sich selbst. Reiche, die Armen helfen, um sich voller Nächstenliebe darzustellen, beschämen sich und andere öffentlich. Therapeuten, die sich am Leid anderer aufgeilen, verkaufen ihre Seele auf dem Markt der Untugenden.

Um sich selbst im Zaun zu halten, haben versuchsweise Ehrliche erst die Zehn Gebote und dann die Bergpredigt erfunden. Schließlich rundete eine vielversprechende Heilsgeschichte das Unbehagen ab.

Der Niedergang einer Kultur beginnt mit den Heilslehren selbsternannter Heiliger.


Der Turm der Wünsche darf nicht in den Himmel wachsen. Jeden Tag, an dem gebaut wird, verändert sich die Statik.

Jeder Tag stabilisiert das innere Gleichgewicht. Wer dafür nichts investiert, riskiert, dem Ich das Selbst zu nehmen. Die Sanftheit, mit der das Ich sich selbst entzieht, geschieht so unauffällig, dass die Seele dabei sanft entschläft.

Schöpferische Gedanken werden nur von einer lebendigen Seele geboren!


Die Unermüdlichkeit des Seins bewährt sich in der Wiederholung des Gleichen. Die Geduld sich wiederholender Neuanfänge begleitet das hartnäckige Schaffen auf seinem langen Weg zum Erfolg.

Manche Schöpfungen brauchen sehr tiefe Wurzeln, um wachsen zu können. Nicht nachlassen und schon gar nicht aufgeben sind die nicht enden wollenden Wehen des schöpferischen Denkens.

Geduld ist der Same des Erfolgs.


Zeit ist nur im Augenblick. Nur im Augenblick erfährt sich Sein als Da. Dasein ist gereinigte Gegenwart. Gegenwart erlebt sich nur, wenn sich Vergangenheit und Zukunft auflösen und in den einen Strom münden.

Wer sich im Strom der Zeit reinigen will, muss loslassen können. Im Loslassen finden sich Selbst und Ich in der Einsamkeit absoluter Freiheit. Sinn und vertraute Werte verflüssigen sich und lösen sich in schmerzhafter Gelassenheit auf. Vertrautes entzieht sich und Unterschiede werden gleich, ohne in Gleichgültigkeit zu enden.

Alles bricht auf, um den Aufbruch in fremde Erfahrungen vorzubereiten.



16
Nov
2010

N.N. (32)




Die Fantasie nahm die Sehnsucht nach draußen auf und bat die Neugier, nach weiteren Lauten und Bildern zu suchen. Sie entdecken einfache Laute der Verständigung und der Mitteilungen von Freude und Trauer.

Sprachliche Verlautbarungen verhelfen Bedürfnissen zur Befriedigung und Trieben dazu, sich Vergeltung zu verschaffen. Und sprachliche Erwiderungen von draußen deuten Grenzen an und vermitteln erste Erfahrungen des Selbst-Beherrschens.

Eigene Möglichkeiten und Grenzen werden sichtbar.


Die erste Kunst des Lebens besteht darin, das Ich aus dem Selbst zu befreien. Die ersten erfolgreichen Versuche sind schöpferische Versuche geschickten Sammelns und Ordnens.

Intelligenz und Begabung erwachen und gestalten aus Lauten von draußen helfende Worte eigenen Veräußerns. Sich bemerkbar machen und bemerkt werden schafft vertrauliche Verbindlichkeiten.

Beziehungen schaffen und erhalten bedeutet erst Sprechen und später Schreiben.


Sprechen ist Schreiben auf Probe. Schreiben bedeutet, sich ein besonderes Gedächtnis zu schaffen. Das ehemals eigens Gedachte will von anderen bedacht und gedacht werden. Die Schönheit der sprachlichen Veräußerung liegt in der Selbst-Spiegelung.

An den Harmonien der Mitteilungen wächst das Ich im Du mit dem Selbst zusammen. Durch das Glück solcher Erfahrung wächst das Verlangen. Eine frühe Quelle von Ideen beginnt zu sprudeln. Meist versiegt sie unbeachtet und die zweite Geburt eines großen Geistes misslingt.

Dummheit ist kein Unglück der Natur, sondern frühe Benachteiligung durch Nicht-beachtet-werden.



15
Nov
2010

N.N. (31)




28th


"Mama" erweckte das Innen zum Leben. Das Erleben von Bedeutung wird zur überwältigenden Erfahrung. Es ist der Augenblick, in dem die Liebe geboren wird.

Die Begegnung mit "Mama" lehrt, dass Worte Bilder aufbewahren und wieder aus dem Gedächtnis zurückrufen.

Die Sehnsucht nach Bildern und die Lust auf Worte wachsen.


(Fortsetzung folgt)


14
Nov
2010

N.N. (30)




27th


In einem günstigen Augenblick trafen sich Bedürfnisse in einem Wort. Seit langem schon hallte dieses Wort durch einen möglichen Sprachraum. Draußen als Echo geboren suchte es innen nach Bedeutung.

Immer dann, wenn dieses Wort im Bewusstsein erscheint, verbinden sich neuronale Ströme zu einem Bild von draußen, dass im Innern so etwas wie herzliche Wärme erzeugt. Diese erste lebewesenhafte Erfahrung formen Laute zu einem Wort.
Dieses Wort, das sich immer wieder wiederholt, lautet "Mama".


(Fortsetzung folgt)


13
Nov
2010

N.N. (29)




26th


Am Anfang existiert ein Trieb. Dieser Trieb äußert sich in einem Bedürfnis, das nach einem Ausdruck sucht.

Auf der Suche nach einem Wort stellen sich Bilder vor. Um bewusst werden zu können, müssen sich Bilder sprachlich gestalten. Das Versprachlichen von Vorstellungen vollzieht sich als Denken.

Denken erfahren wir als Bilderleben.


(Fortsetzung folgt)


12
Nov
2010

N.N. (28)




25th


Und so kommt es, dass er eines Tages den Mut fasst, seine eigene Biografie abzufassen und bewusst werden zu lassen. Warum also sollte man den Gedanken daran hindern, so etwas zu tun?

Also sei diesem Gedanken hier Zeit und Raum geschenkt.

Unter Gedanken gibt es keine Wunschkinder. Wünsche sind gefühlte Vorformen, welche Gedanken von Vorstellungen abhängig machen und sich nicht mehr offen entwickeln lassen.

Gedanken werden gezeugt, wenn eine inhaltliche Vereinigung zustande kommt. Bewusst wird das dadurch, dass sich Worte in einen neuen Zusammenhang fügen.


(Fortsetzung folgt)


11
Nov
2010

N.N. (27)




24th


Damit ein Gedanke schöpferisch werden und sich im Bewusstsein darstellen kann, braucht er eine offene Einstellung, der er sich vorzustellen vermag.

Einstellung ist die Stimmung des Bewusstseins, in der schöpferische Gedanken erwartet werden. Fantasie und Neugier spielen in Vorfreude auf das, was sich verwirklichen wird, mit möglichen Möglichkeiten. Auf Grund guter Erfahrungen mit diesem Spiel werden wirkliche Möglichkeiten unvoreingenommener in die Wirklichkeit entlassen.

Keiner der miteinander spielenden Gedanken sorgt sich davor, zu ungewöhnlich zu erscheinen und deshalb abgelehnt zu werden.


(Fortsetzung folgt)


10
Nov
2010

Novembertage (4)




November


Monat, der bei sich versammelt die dunklen Tage,
die verkünden von Tod, Schicksal und tiefer Plage.

Es fehlt unter den traurigen Tagen allein der Karfreitag,
gibt es für die Toten im November keine Hoffnung? Bitte sag’!

Siehst Du denn nicht, was im November die Bäume treiben?
Überall bilden sich Knospen und Tod mit Leben überschreiben!

Nimm Heraklits Offenbarung und Schluss! Alles ist im Werden!
Das Leben braucht den Tod, um wieder neu zu beginnen auf Erden.



9
Nov
2010

Novembertage (3)




Innere Leuchtkraft


Die innere Energie ist das, was die Lebenskraft eines Menschen ausmacht. Sie fließt aus der Vereinigung von Seele und Geist. Dies geschieht, wenn Bedürfnisse das Denken durch starke Fragen treiben.

Diese Gedanken beunruhigen den Geist, bis er in Einsicht wieder seine Ruhe findet.

Wesentliche Fragen wühlen den schöpferischen Geist auf wie Stürme das Meer. Es ist durchaus für das Denken nicht ungefährlich, sich auf dem durch das Unbewusste aufgewühlten Meer zu bewegen. Fehlt dann ein methodisch gut abgesichertes Gefährt, dann können selbst hoch schöpferische Ideen im Nichts versinken und das Bewusstsein unversehens in tiefe Dunkelheit hüllen.

In einer solchen Notsituation braucht es körperliche Stärke, also Nervenkraft, seelische Stärke und geistiges Durchhaltevermögen, damit die innere Leuchtkraft nicht erlischt. Nur so vermag sich der ursprünglich existentielle Beweggrund durchzusetzen.


8
Nov
2010

Novembertage (2)




Das innere Licht


Das innere Licht wird in seiner Helligkeit durch den Grad des Bewusstseins (Vigilanz) bestimmt. Die seelische und die geistige Klarheit ist um so höher, je wacher ein Mensch ist. Der Wachheitsgrad ergibt sich aus der Motivation und den Interessen, die jemanden maßgeblich bestimmen.

Es gibt Menschen, die täuschen wissenschaftliches Interesse vor, werden aber in Wahrheit durch ihren Geltungsdrang und ihr Machtstreben motiviert. Auffallen tun sie durch hohe Wertschätzung von Äußerlichkeiten. Mehr scheinen als sein. Mit nachdenklichen und kritischen Menschen wollen solche Leute nichts zu tun haben. Wahrscheinlich haben sie ihr inneres Licht so weit heruntergeregelt, dass sie ihre innere Dunkelheit nur noch durch äußeren Pomp verdrängen können.

Die Energie, welche das innere Licht speist, kommt allein durch einen die eigene Existenz maßgeblich bestimmenden Beweggrund. Will man also das innere Licht entzünden, dann muss man sich auf dieses existentielle Motiv besinnen.


Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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