15
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf




Naturalgebra



Vom Reiz zum Gedankenleben



Aus neuronaler Sicht handelt es sich beim Bewusstwerden um neuronale Räume, durch die jeder Außen- oder Innenreiz hindurch muss, wenn er zum Gedanken werden will. Ob er das will oder nicht, kann sich ein Reiz im Vorbewusstsein überlegen. Erst dann, wenn seine Überlegungen zu einer Bejahung führen, darf er den Flur, in dem die fünf Räume des Bewusstwerdens liegen, betreten. Vor der Tür zu diesem Flur findet die Zulassungsprüfung statt. Es wird getestet, ob der Reiz überhaupt die Voraussetzungen erfüllt, um zum Gedanken werden zu können. Der Reiz muss für das Gehirn wichtig genug sein. Das ist er, wenn er ungewöhnlich erscheint. Er muss gefühlsmäßig hinter seinem Aufnahmeantrag stehen und sich engagiert genug zeigen. Er muss also Lust dazu haben, ein Gedanke zu werden. Wenn er sich also auf diese Wise vorstellt, dann steht einer Aufname zur eigentlichen Prüfung nichts mehr entgegen.

Der erste Teil dieser Prüfung findet im Raum der Wahrnehmung statt. Der Reiz soll zeigen, dass er einer Wahrnehmung standhält. Der Reiz wird gleichsam auf das hin durchleuchtet, was er inhaltlich zu bieten hat. Er sollte zeigen, dass er entweder dem Körper, der Seele oder dem Verstand Vorteile zu verschaffen mag. Also entweder werden sich Körper oder Seele damit besser fühlen oder der Verstand kann eine Einsicht verzeichnen. In Bezug auf die Wahrnehmung muss sich ein Reiz also sehr wohl überlegen, wie er sich darstellt, um sich erfolgreich vorstellen zu können. Wenn er sich nicht getraut, darüber allein zu befinden, kann er Beratung in Anspuch nehmen oder das Vorstellen der Intuition überlassen. Überlässt sich ein Reiz weder der Beratung noch der Intuition, und wird er auch von keinem besonderen Antrieb gesteuert, dann wird er aus dem Auswahlverfahren höchst wahrscheinlich folgenslos ins Unterbewusstsein entlassen. Gelangt aber ein Reiz in die Wahrnehmung, dann wird er als Wort und/oder Bild bewusst. Erscheint er nur als Wort, dann wird nach dem Bild gesucht. Den Suchauftrag erhält eine Frage, die das dann übernimmt. Erscheint der Reiz umgekehrt nur als Bild, dann wird nach einer Erklärung gesucht. Unter Umständen wird dann ein solcher Suchauftrag allein vom Gefühl übernommen. Ich möchte einen solchen Fall aus eigener Erfahrung schildern. Das ist ein Fall, bei dem mir aus mangelnder Kompetenz die Worte nahezu fehlten. Also war ich in der Situation allein auf die Bilder angewiesen. Die Situation, die ich beschreibe, war ein kardiologischer Eingriff im Katharinenhospital, von den Stuttgartern kritisch "Schlachthof" genannt.

Mein Bett wird in den Operationssaal geschoben, und ich wurde auf den Operationstisch gelegt und mit einer Art sterilem Gummituch zugedeckt. Nur die Stelle an der rechten Leiste blieb offen, an der der Einstich für den Herzkatheter erfolgen sollte. Für mich ist es die erste Operation, die da auf mich zukommt. Da ich nur örtlich betäubt bin und auf dem Rücken liege, kann ich das Geschehen gut verfolgen. Ein Schreck durchfährt mich, als ich sehe wie der Herzchirurg seine Operationsschürze aus einer Art braunem Gummi anlegt. Ich habe so eine Schürze zum letzten Mal als Kind bei unserem Metzger gesehen, der vorhatte ein Schwein zu schlachten. Als Mutprobe sollte ich als Junge dabei zusehen. Merkwürdigerweise schockte mich diese Erinnerung nicht, denn ich bin völlig gelassen. Ich habe nämlich einen Pakt mit der Uhr an der Wand geschlossen, dass egal, was passiert, in einer halben Stunde alles vorbei ist. Diese persönliche Beziehung zur neutralen teilnahmslosen Uhr hilft mir in dieser miesen Situation.

Der Chirurg führt den Katheder in die Vene in der Leistengegend ein und schon bald zittert der Draht mit der winzigen Kamera über die Monitore auf der linken Seite neben dem Operationstisch. Ein spezieller Monitor wird dicht herangefahren, und der Operateur kündigt an, dass er nun die Kamera ganz nah auf das Herz zu fährt, um alles ganz deutlich sehen zu können. In diesem Augenblick werden alle Bildschirme schwarz, und in weißer Schrift ist auf allen Monitoren zu lesen "Das System muss neu gestartet werden“. Dann erscheint ein Countdown-Zähler, der von 6 Minuten herunter zählt. Überraschenderweise beruhigt mich dieser Zwischenfall. Wahrscheinlich, weil mir das alles vertraut vorkommt. "Typisch Windows!" lästere ich. Aber der inzwischen verärgerte Chirurg kann über den kleinen Scherz so gar nicht lächeln. Er macht auf mich den Eindruck, als wolle er alles stehen und liegen lassen. Na, hoffentlich macht er jetzt keinen Fehler! Aber lustlos führt er die Prozedur zu Ende und bemerkt noch, dass er keinen der geplanten Stents setzen konnte, weil alle Gefäße zu sind.

Merkwürdig, ich bleibe ganz ruhig, weil ich diesem Chirurgen spontan kein einziges Wort glaube. Was hat sich da während des Wahrnehmens, Betrachtens und Beobachtens abgespielt, dass ich das so begreife?

Später bei der Visite erfahre ich, dass ich ein Notfall bin und mich dringend einer Bypass-Operation mit erhöhtem Risiko unterziehen muss. Dennoch soll ich zuvor die Strapazen einer mehrwöchigen Reha auf mich nehmen. Wie nur passt das zusammen? Und warum sagt mir die Intuition, dass es diese Operation nicht geben wird? Wie verlässlich ist denn eigentlich so eine ganz persönliche intuitive Auskunft?

14
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf




Naturalgebra



Exkursion:



Damit ein Gedanke im Gedächtnis bleiben kann, braucht er eine eigene Geschichte und eine Ordnung, um sich sicher zu fühlen. Um das zu erreichen lässt er sich kategorisieren. Diese Art von Versicherung beginnt mit der Fantasie eines Wesens mit schöpferischen Eigenschaften. Um einen Gedanken auf diese Weise zu verwirklichen, bedarf es eines Wortes und eines Bildes für dieses Wort: z.B. "Gedicht" und "Fensterscheibe":

Gedichte sind gemalte Fensterscheiben

Gedichte sind gemalte Fensterscheiben!
Sieht man vom Markt in die Kirche hinein,
Da ist alles dunkel und düster;
Und so siehts auch der Herr Philister.
Der mag denn wohl verdrießlich sein
Und lebenslang verdrießlich bleiben.

Kommt aber nur einmal herein!
Begrüßt die heilige Kapelle;
Da ists auf einmal farbig helle,
Geschicht und Zierat glänzt in Schnelle,
Bedeutend wirkt ein edler Schein,
Dies wird euch Kindern Gottes taugen,
Erbaut euch und ergetzt die Augen

Johann Wolfgang von Goethe


Dieser Gedanke, der sich mit dem Wort "Gedicht" beim Namen rufen lässt, bleibt, da er nicht unabhängig von weiteren Gedanken ist, nicht lange. Abhängige Gedanken lösen sich schon bald im Gedächtnis auf, wenigstens so lange wie sie nicht interpretiert, also mit helfenden Gedanken versorgt werden. Da haben es Gedanken mit leicht verfügbaren Bildern leichter, besonders dann, wenn sie auch noch humorvoll daherkommen:


Löwenzahn ist schon seit jeher

Löwenzahn ist schon seit jeher
als höchst kriegerisch verschrien,
denn er lässt bei gutem Winde
Fallschirmtruppen feindwärts ziehn.
Und ich sitz auf der Veranda
und verzehre meine Suppe
und entdecke in derselben
zwei Versprengte dieser Truppe.

Heinz Erhardt


oder:


Verblühter Löwenzahn

Wunderbar
stand er da im Silberhaar.

Aber eine Dame,
Annette war ihr Name,
machte ihre Backen dick,
machte ihre Lippen spitz,

blies einmal, blies mit Macht,
blies ihm fort die ganze Pracht.

Und er blieb am Platze
zurück mit einer Glatze.

Josef Guggenmos


oder auch:


Warum sind Löwenzahnblüten gelb?

Warum sind Löwenzahnblüten gelb?
Das weiß jedes Kind.
Weil Löwenzahnblüten
Briefkästen sind.

Wer hat die Briefkästen aufgestellt?
Die grasgrüne Wiese.
Sie steckt in die Briefkästen
all ihre Grüße.

Wem werden die Grüße zugestellt?
Das weiß jedes Kind.
Briefträger sind
Biene und Wind.

Reiner Kunze


Die Freundlichkeit dieser Gedanken spürt man schon dadurch, dass sich deren bildliche Inhalte leicht merken lassen.

Was aber wäre nun eine passende Geschichte für einen Gedanken, der sich vorstellt?

13
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf




Naturalgebra



Suche Gleichgesinnte


"Gleich und gleich gesellt sich gern!" Gedanken, die gleichgesinnte suchen, um sich vermehren zu können, geben eine Art Suchanzeige auf. Diese Anzeigen werden durch bestimmte Boten (Botenstoffe) übermittelt. Boten, die Suchanzeigen bei sich tragen, werden ihrer Aufgabe gemäß Träger genannt.

Um diese Träger von anderen, beispielsweise von Nachrichtenträgern, unterscheiden zu können, erhalten sie einen besonderen Namen. Tragen heißt lateinisch "vehi". Deshalb erhält ein Träger mit einem Suchauftrag den Namen Vektor. Jedes Wort ist ein möglicher Vektor, weil es seine Aufgabe durchzuführen vermag, indem es sich mit anderen Worten zu einem Text zu verbinden und gemeinsam mit anderen einen Inhalt zu gestalten vermag. Um diesem Sinn zu entsprechen, ist jedes Wort mit einem Bild, durch das es sich auszudrücken vermag, ausgestattet. Das Wort „Hochzeit“ findet sich in unserem Bewusstsein ein und schon entwickelt sich spontan ein Bilderleben zu diesem Thema.

Ein Vektor spielt gleichsam Detektiv. Er sucht für einen Gedanken einen gleichgesinnten. Wenn dieser Suchauftrag schriftlich vereinbart wurde, existiert auch ein Text, in dem dieser Detektiv seine Arbeit festgehalten hat. Das beste Beispiel dafür ist dieser Text hier, entsteht er doch durch einen Gedanken namens „Vektor“, der seit geraumer Zeit versucht, sich als Gedanke zu erklären. Aufgrund dieses Versuchs erzeugt er die Sätze zu diesem Text.

Anders als im gewöhnlichen Leben sind in der neuronalen Welt gleich gesinnte Vektoren auch vollkommen gleich angezogen, damit sie sich sofort erkennen können. Der Vektor scheint es demnach gar nicht sonderlich schwer zu haben, gleich gesinnte zu finden. Da die Kleidung eines Gedankens aus einer bestimmten Zeichenkombination besteht, braucht ein Vektor folglich nur nach genau gleich gekleideten Gedanken Ausschau zu halten.

Ein Vektor wird je nach Aufwand, den er während seiner Suche betreiben muss, entschädigt. Diese Aufwandsentschädigung, die dem Vektor zugewiesen wird, heißt in der Welt der Vektoren "Betrag".

Wissen Sie, wann zum letzten Mal in diesem Text hier das Wort „Natur“ vorkam?

Den Aufwand, den Sie jetzt treiben müssen, um dieses Wort zu finden, die Zeilen und Seiten, die sie zurückverfolgen müssen, lässt sich als Betrag ausdrücken, nämlich als Menge von Wörtern oder Sätzen, die zwischen dem Wort „Natur“ hier und dem Wort „Natur“ dort stehen. Wenn Sie Glück haben, nimmt Ihnen ein freundlicher Vektor diese Arbeit ab und Ihr Gehirn lässt Sie sich an die Seite erinnern, auf der das gesuchte Wort „Natur“ zuletzt auftrat. Dann fällt Ihnen ein, dass das auf der letzten Seite der Fall war, und Sie erinnern sich an den folgenden Absatz dort:

"Alle Handlungen werden algebraisch geregelt. Wenn nun aber letztlich die Natur hinter solchen Regelungen steckt, dann müsste es auch möglich sein, mit den Mitteln der Algebra das Verhalten der Natur selbst zu entdecken. Weil aber die Natur wesentlich Einheit von Information und Energie ist, muss man sich selbstverständlich an eine Erscheinungsform halten, die diese wesentlichen Eigenschaften aufweist. Die einzig mir bekannte Erscheinung, die diesen Bedingungen genügt, ist die Sprache. Sprache ist das anschauliche Universum der Gedanken. In ihren Texten dokumentieren sie ihr Bilderleben und stellen sich dadurch bereitwillig wissenschaftlichen Untersuchungen."

Aber vielleicht war auch der folgende Absatz auf der vorletzten Seite für Sie interessanter und deshalb noch leichter zu merken:

"Weil aber die Natur wesentlich Einheit von Information und Energie ist, muss man sich selbstverständlich an eine Erscheinungsform halten, die diese wesentlichen Eigenschaften aufweist. Die einzig mir bekannte Erscheinung, die diesen Bedingungen genügt, ist die Sprache."

An Ihrer Erinnerung können Sie sehr leicht sehr schnell feststellen, inwiefern Sie welche Gedanken wie beeindrucken. Gedanken, die nicht beeindrucken, hinterlassen auch keine erinnerungswürdigen Inhalte. Stellt sich die Frage, was sich tun lässt, um das Erinnerungsvermögen zu verbessern. Ein Gedanke, der sich nicht wohl fühlt, mag auch nicht bleiben.

Damit aber ein Gedanke sich wohl fühlen kann, muss er Bilder erleben können. Vergesslichkeit ist immer ein Zeichen von Bilderarmut. Ein Gedanke braucht eine Geschichte, welche die Bilder bindet. Also gehen wir jetzt zurück, um den Gedanken etwas erleben zu lassen.

12
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf




Naturalgebra



Lehre von gleich und gleich


Die Lehre, die uns das Besorgen von Wissen der Natur ermöglicht, dürfte die älteste sein, über welche die Menschheit verfügt. Es ist die Lehre vom Vergleichen. Diese Lehre ermöglicht, Gleiches zu erkennen und von Ungleichem zu unterscheiden.

Diese Lehre hat einen Namen, der auf viele abschreckend wirkt, weil sie ihn in diesem Zusammenhang noch nie gehört haben. Der Name für die Lehre vom Gleichsetzen und Unterscheiden ist Algebra. Algebra ist die Lehre von den Gleichungen.

Alle Menschen wenden Gleichungen an, wenn sie beispielsweise einem Menschen zum ersten Mal begegnen und diesen auf Grund ihrer Erfahrungen mit gleichen oder zumindest ähnlichen Typen vergleichen oder wenn sie gar das, was vor aller Erscheinung existiert, mit Gott gleichsetzen. Auch "Natur = Einheit von Information und Energie" ist eine solche Gleichsetzung.

Ohne Algebra kommt kein Lebewesen aus. Und, um auf das Gedankenleben zurückzukommen, Gedanken leben vom Vergleichen, sie können sich nur mit Hilfe von Gleichsetzungen weiter entwickeln. Insofern sind sie aufeinander angewiesen. Sie brauchen einander. Jetzt ahnen wir, warum sich gleiche Gedanken gern zu gleichen gesellen.

Alle Handlungen werden algebraisch geregelt. Wenn nun aber letztlich die Natur hinter solchen Regelungen steckt, dann müsste es auch möglich sein, mit den Mitteln der Algebra das Verhalten der Natur selbst zu entdecken. Weil aber die Natur wesentlich Einheit von Information und Energie ist, muss man sich selbstverständlich an eine Erscheinungsform halten, die diese wesentlichen Eigenschaften aufweist. Die einzig mir bekannte Erscheinung, die diesen Bedingungen genügt, ist die Sprache. Sprache ist das anschauliche Universum der Gedanken. In ihren Texten dokumentieren sie ihr Bilderleben und stellen sich dadurch bereitwillig wissenschaftlichen Untersuchungen.

11
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf




Naturalgebra



Gleiche unter Gleichen


Es ist nun aber nicht so, dass die Natur Geschaffenes sich selbst überlässt. Sie ist in allem Geschaffenen gegenwärtig und ermöglicht ihm, jederzeit Kontakt zu halten. Tiere erfahren diese Allgegenwart instinktiv, Menschen besitzen hierfür Vernunft, weshalb die Griechen dieses Lebewesen auch als vernunftbegabtes Lebewesen bestimmten.

Um nun diesen Kontakt zur Natur aufnehmen und halten zu können, sind wir aufgefordert, uns das notwendige Wissen zu schaffen: Wissenschaft als Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft in eins zugleich.

10
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf




Naturalgebra



Kontakt


Kontakt bedeutet Berührung. Es sind gleiche Schwingungen, an denen sich Gedanken erkennen. Gedanken nehmen sich wahr, indem sie für einander identisch, gleich, ähnlich oder unterschiedlich empfinden. Je nach Gefühl entscheiden sie sich für oder gegen einander. Zweifel sind in den neuronalen Bereichen aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Alle Gedanken streben von Natur aus danach, zu einander zu finden. Sie wollen miteinander in Einklang leben und suchen deshalb die Harmonie. So ist es auch erklärlich, dass wir Gedanken die Geselligkeit lieben. Unsere Gesellschaft bevorzugt solche Gedanken, die sie entweder spannend unterhalten, neugierig machen oder schöpferisch tätig werden lassen.

Gedanken müssen im Gehirn ein Eigenleben führen können, wenn sie einen Platzverweis vermeiden wollen. Gute Gedanken finden sich anziehend, spielen miteinander und bringen neue Gedanken zur Welt, die verändern und vieles anders ordnen oder neu schaffen.

Die meisten Menschen denken, dass sie es sind, die denken. In Wahrheit denkt es in uns, genauer: es ist das spielende, ordnende und gestaltende Gehirn.

Aber niemand braucht dabei nur zusehen, wir können uns auch mit Hilfe unserer Gedanken daran beteiligen. Der Ort solcher Interaktivität der Gedanken hat den Namen Bewusstsein. Dort dürfen wir sogar wahrnehmen, was sich gedanklich in uns tut: Kopfkino. Das Gehirn inszeniert mit uns und führt Regie.

Manche mögen solche Filme nicht und verkaufen ihre Platzkarte lieber an irgendwelche Drogen. Andere finden die Inszenierungen ihres Gehirns so interessant, dass sie versuchen, möglichst viel davon aufzunehmen, also schriftlich festzuhalten. Wer damit Erfahrungen hat, weiß, dass die meisten Stücke nur einmal aufgeführt werden. Wichtige Gedanken haben offensichtlich ihre eigenen Zeitfenster, treten also zu einer bestimmten Zeit auf, um dann ein für allemal unterzutauchen.

Das Hirn hat während der frühen Kindheit eine überaus anspruchsvolle Ausbildung genossen. Seine Ausbilderin ist die Natur. Die Natur vermittelt dem Gehirn alles, was es für ein erfolgreiches oder besser geglücktes Gedankenleben braucht. Sie macht dabei keinerlei Unterschiede. Es ist ihr vollkommen gleichgültig, um welches Lebewesen es sich handelt. Alles soll spielen, ordnen und gestalten dürfen, ob Steine, Pflanzen, Tiere, Menschen oder Elementarteilchen. Die Natur vermittelt das, während sie Materie schafft oder genauer: indem sie Energie in Materie überführt. Die Natur selbst existiert als Einheit von Energie und Information. Und weil sie alles, was sie schafft, liebt, holt sie dieses wieder nach gewisser Zeit zu sich nach Hause zurück. In der Wiederholung des immer Gleichen entfaltet sich sanft abweichend alles Natürliche.

9
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf




Naturalgebra



Bewusstwerden


Noch während ich erwache schwindet der Sinn des schönen Traumes und weicht schon einer bereits schwächelnden Frage, die ihn zurückzurufen versucht. Zu spät. Ich kann diesen Schwund nicht aufhalten.

Ich weiß nun nicht mehr, wonach ich eigentlich frage. Ich weiß gerade noch, dass ich frage und dass ich nach etwas frage, das ich geträumt habe und zurückholen möchte. Schließlich vergesse ich auch das, und mein Fragen gibt sich mit Bedauern auf.

Ich weiß, dass mir etwas entgangen ist, das ich mir unbedingt merken wollte. Ich empfand es wohl als für mich sehr wichtig.
Ich versuche mich gegen diese Niederlage zu wehren, indem ich mich angestrengt zu erinnern versuche. Dabei bemerke ich erst jetzt, dass mich noch tiefe Dunkelheit umgibt und von meiner Umgebung überhaupt nichts wahrzunehmen ist.

Ein Schreck durchfährt mich. Ich empfinde nichts, und ein Gefühl von Orientierungslosigkeit überkommt mich: Angst!
Absurderweise versuche ich mich zu entsinnen, wer ich eigentlich bin. Meine Angst steigert sich. Ich will flüchten, aber ich kann mich nicht bewegen.

Plötzlich spüre ich, dass ich mich erfahre, weil mich etwas bewegt. Diese Ich-Erfahrung beruhigt mich. Ich bin, weil ich mich habe. Aber ich möchte mehr haben, weil ich noch mehr erfahren möchte. Erfahrungen wecken mein Ich, damit es Selbst werden kann.

Ohne recht zu wissen, was in mir vor sich geht, verstehe ich, dass ich mich fortbewegen muss, um einen Standpunkt zu haben.
Ich bin ein Gedanke unterwegs zum Denken. Ich bin von einem gefühlten Grundbedürfnis oder Antrieb in das Wahrnehmen hinein geboren, damit ich Gestalt annehmen und als Bewusstsein erscheinen kann.

Also erscheine ich in dem, was ich wahr nehme. Aber was ich sehe, das wird mir zu viel. Also versuche ich es durch Betrachtung zu vereinfachen. Genauer gesagt, versuche ich das Einzelne im Allgemeinen zu sehen. Diese Verallgemeinerung erreiche ich durch Beobachten von Gemeinsam­keiten, die ich dann zusammengenommen als Wesen von etwas begreife. Ich weiß nicht, woher ich das weiß, aber ich weiß jetzt, dass das, was ich bin, Gedanke genannt wird, und die Art und Weise, wie ich mich fortbewege, nennt man Denken.

Also, in dem, was ich gerade tue, denke ich.

Wahrscheinlich bin ich jetzt erwacht, denn ich merke, dass ich denken kann, indem ich frage. Und ich vermag noch nicht zu beschreiben, auf welchem Weg mich die Antworten auf meine Fragen erreichen. Jedenfalls sind sie spontan da. Es erscheint mir so, als ob sie mir aus meinem Inneren zufließen, als ob das Unbewusste daran arbeitet, für meine Fragen entsprechende Antworten zu finden.

Und die Fragen selbst, meine Fragen? Ich spüre einfach, wie sie in mir entstehen und sich entwickeln. Ich kann sogar empfinden, welche Fragen gut sind, weil ich mich fortbewegen kann und welche nicht so gut sind oder gar nichts mit dem zu tun haben, womit ich mich gerade beschäftige.

So ganz allmählich schwindet die Dunkelheit, die mich umgibt. In der Dämmerung zeichnen sich schon die ersten Umrisse meines Zuhauses ab. Ich kann Worte erkennen und verstehen, dass sie zu dem, was ich gerade denke, wirklich passen. Mir wird nun bewusst, dass ich in der Sprache zu Hause bin und dass ich mich in den Worten, die mich erreichen, fortbewege.

Ja, die Sprache ist mein Zuhause und in den Worten kann ich mich ansehen, weil sie mich in dem, was ich gerade bin, widerspiegeln.
Ich muss mich mit der Sprache gut stellen, weil sie es ist, die mich am Leben erhält. Denn je mehr mich etwas anspricht, desto länger darf ich auch bleiben und mich im Bewusstwerden aufhalten. Wenn ich aber nichts von mir aus hinzufüge, indem ich zum Beispiel frage, ist mein Erscheinen von sehr kurzer Dauer. Ich bin nämlich von Natur aus alt genug zu sterben, sobald ich ins Bewusstsein geboren werde.

Und jetzt erkenne ich, dass ich in der Bewegung des Fragens zu Hause bin. Als Gedanke erhalte ich mich in meinem Dasein durch die augenblickliche Frage, die ich habe und die mich fortbewegt.

Die Dämmerung ist nun so weit fortgeschritten, dass sie einer Aufgabe weichen muss. Und eine Aufgabe zu haben, das ist das Beste, das einem Gedanken widerfahren kann. Eine Aufgabe bedeutet nämlich, dass er einen Weg vor sich hat und sehen darf, wohin ihn seine Bewegung führen soll. Sein Denken hat ein Ziel und gehört damit zu den Grundgedanken oder Beweggründen des Denkens. Das Wissen um den Weg gehört zum wesentlichen Fortbewegungsmittel eines Gedan­kens.

Ich nehme an, dass durch meine Schilderung klar geworden ist, dass Gedanken sich selbst denken und erklären können. Deshalb merken wir auch sehr schnell, dass wir nicht allein sind und uns mit anderen verständigen können.

8
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte Nr. 5

Naturalgebra



Natürliche Begabung


Natürliche Begabung ist der Name für alle Fähigkeiten, mit denen die Natur den Menschen von Geburt an ausstattet. Aber mit der Entdeckung des Menschen unter all den entwickelten Lebewesen lässt sich die Natur wie mit allem sehr viel Zeit. Sie entwickelt das Gehirn des Menschen, indem sie die Triebe steuert und Grundbedürfnisse entsprechend regelt und das Spiel der Kategorien danach animiert. Auf diese Art und Weise bilden sie köperliche, geistige und schließlich seelische Eigenschaften aus, ohne eigens einen Schöpfer zu bemühen. So steht am Anfang auch nicht das Wort, sondern die Ausbildung eines typischen Gebisses, das die ersten Worte aus Urlauten heraus artikuliert. Das Gehirn vergrößert sich, um allmählich die neuronalen Verbindungen nach und nach für neue Verhaltensweisen schaffen zu können. Das Jagen verändert sich zum Sammeln, und der Gang richtet sich auf, um besser überschauen zu können, wo sich was befindet. Während der gesamten Zeit haben Menschen niemals ein Paradies gesehen oder einen Schöpfer getroffen, der ihnen auf die Sprünge hilft. Vielmehr haben sich Menschen selbst ein zu Hause geschaffen, um einen Ort für das Gesammelte zu haben. Dort trafen sie auch ihre ersten Lehrer, das sind Menschen, die Erfahrungen, die sie voraus haben, in Form von Strategien sich zu verhalten vermitteln können. Und die Lehrer erkennen, dass sie es sich aufgrund ihres Erfahrungsvorsprungs leichter machen können, wenn sie andere für sich sorgen lassen. So entdecken sie Möglichkeiten der Unterwerfung, damit ihnen notwendige Dinge gebracht werden, statt sie selbst besorgen zu müssen. Unterdessen gibt ein Urlaut den anderen, bis es zur Verlautbarung der ersten Worte, einfachste Befehle, was zu tun ist, kommt. Notfalls verleihen die Lehrer ihren Befehlen anfänglich noch mit Bissen Nachdruck, um das Lernen zu beschleunigen. Urzeitlich bedeutet Lernen zu gehorchen, etwas lehrgerecht auszuführen.

7
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte Nr. 5

Naturalgebra



Aus dem Buch der Natur


Im Anfang sind Bewegungen des Zufalls. Alles Vorgänge ohne Bedeutung, die sich ziellos ineinander fügen. Mit minimalen Mitteln schaffen sie ein Zusammenspiel möglicher Möglichkeiten. Kategorien entstehen. Die ursprüngliche Information reiner Energien beginnt Milliarden von Jahren Eigenschaften durchzuspielen, bis sich das Wesen des Schöpferischen gestaltet, um wirklich mögliche Formen der Energie, möglicherweise als Materie, zu verwirklichen. Unendlichkeiten voller richtungsloser Teilchen, die sich in chaotischen Tänzen durch offene Zeiträume bewegen. Durch ständig wiederkehrende Wiederholungen tendieren Teilchen zu ähnlichen Bewegungen. Weitere Jahrmilliarden führen zu ähnlichen Bewegungen in ähnlichen Richtungen, bis schließlich entgegengesetze Richtungen entstehen. Es war nur eine Frage der Zeiträume, bis Teilchen zusammenprallen und sich in Drehbewegungen versetzen. Ungebremst rasen sie durch Zeiträume und ziehen andere Teilchen an, da diese in ihren Strudel geraten. Sie verdichten sich so stark, bis sie die Grenze zur Materie überschreiten und zu Urteilchen werden. Gemäß der vier Urkräfte des Bindens und Lösens, des Wegnehmens und Hinzufügens weisen diese Teilchen verschiedene Eigenschaften auf:
  • Subtraktionen werden zunehmend schwächer, weil sie ständig an Anteilen verlieren,
  • Additionen werden zunehmend stärker, weil sie ständig an Anteilen gewinnen,
  • Divisionen vermehren Teilchen durch Auflösen,
  • Multiplikationen verdichten Teilchen, indem sie Anteile binden.
Aufgrund der Eigenschaften der Urteilchen entstehen vor allem positive und negative Kräfte, aus denen heraus sich Ordnungen gestalten, aus denen Kategorien entstehen, welche das Formen des Alls maßgeblich bestimmend regeln.

Eigenschaften von Urteilchen formen Elementarteichen unterschiedlicher Verhaltensweisen, die durch Zusammentreffen mit anderen Atome entstehen oder zerfallen lassen. Es entstehen Zeit und Raum von Wirkungsfeldern. Quantitative Veränderungen schaffen Qualitäten. Strukturen tun sich zu Systemen zusammen. Über lange Reihen von Versuchen und Irrtümern entstehen Strategien, die später den Anschein eines schöpferischen Geistes erwecken.

6
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte Nr. 5

Naturalgebra



Erziehung oder Lernen heißt Loslassen


Wenige Pädagogen glauben, dass sich unvoreingenommen unterrichten lässt, obgleich Unvorein­genommenheit wesentlich zum Lehren gehört. Die meisten Pädagogen bemühen sich nicht einmal, ihre Vorurteile abzubauen. Vielmehr prägen sie anderen ihre Vorstellungen auf und nennen das auch noch Erziehung, völlig ahnunglos, was Erziehen eigentlich bedeutet.

Erziehung ist ursprünglich der Name der Hebamme und steht für die Hilfestellung zur Selbst­befreiung, Hilfe, um ins Leben zu gelangen. Diese Bedeutung stammt noch von Sokrates, dessen Mutter übrigens Hebamme war. Jedenfalls ist es bei dieser Bedeutung von Erziehung geblieben und später von der Reformpädagogik als die sie maßgeblich bestimmende Idee beansprucht worden. Aber wer von den Pädagogen richtet sich heutzutage noch danach? Erziehung ist auch gleichsam die ursprüng­liche 'Idee' der Natur in ihrer offensichtlich radikalsten Ausprägung.

5
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte Nr. 5

Naturalgebra



Die Geschichte eines möglichen Anfangs


Im Anfang war die Unentschiedenheit zwischen Sein und Nichts. Diese Unentschiedenheit existier­te vor jeglichem Ursprung. Diese Welt vor allem ist voller Bewegungen ohne Bedeutungen. Und alles wird durch die Zufälligkeit des Augenblicks beherrscht. Es existieren unendlich viele Teilchen, die alle auf ein Ganzes hin streben, ohne dass darüber entschieden worden wäre. Zunächst aber müssen sich Gegensätze zu einer Einheit verbinden, ohne sich dabei aufzugeben. Eingetaucht zwischen den Farben 0 und 1, inszenieren positive und negative Kräfte zufällig mögliche Möglichkeiten, von denen Milliarden wirkliche Möglichkeiten werden, um als mögliche Wirklichkeiten spontan in eine zufällige Wirklichkeit zu fallen.

Aus dem Geschick solchen Zufalls ist alles Seiende geworden. Und zufällig haben alle Wesen auch Geist angenommen. Als der Geist Vernunft annimmt und beginnt, sich bewusst zu erfahren, erwachen Fragen, Kategorien, wesentliche Kräfte des Ordnens und Gestaltens. Das Wesen entdeckt seinen Anfang im Chaos möglicher Möglichkeiten und versucht, den mystischen Dunst der Gefühle zu durchschauen, indem es einen originellen Beginn ersinnt. Aus ursprünglichen Sprach­spielen gestalten sie verehrungswürdige Schriften, die sich allmählich zu heiligen Büchern binden. Wesen, die sich in ihrer Vernunft zu Hause fühlen wollen, brauchen annehmbare Erklärungen und Zwänge, an die sie sich binden können. Und Triebe, Bedürfnisse und Wünsche formen Gebote und Verbote, Regeln und Gesetze, damit sich inmitten des Chaos zuerst Mengen bilden, um dann Gruppen und Klassen zu schaffen. Da sich alles zufällig entwickelt und deshalb Ungleichheiten zum Vorschein gelangen, entstehen Wettkämpfe, die zu Machtkämpfen entarten und schließlich zu Kriegen führen, die niemand mehr gewinnen kann.

4
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte Nr. 5

Naturalgebra



Einführung in die Naturalgbra


In der Naturalgebra werden Beziehungen zwischen Teilen eines Ganzen zwar numerisch ausgedrückt, aber die Zahlen haben alphanumerische Bedeutung.

"2/5" bedeutet also nicht "zwei Fünftel", sondern 2. bzw 2 von 5 Schritten. Der Nenner sagt also aus, aus wie viel Teilen das Ganze besteht.

1/5 + 2/5 + 3/5 + 4/5 + 5/5 = 5/5 = (nicht 15/5!) 5 Schritte einer Regelung = 1

Rechenregel (§ 1)

Additionen und Subtraktionen sind nur bei linearen, nicht aber bei komplexen Anordnungen erlaubt.

Der Ausdruck "1/12 + 2/12 + 3/12... + 11/12 + 12/12" ist gemäß § 1 nicht erlaubt! Kategorien sind nicht linear, sondern komplex angeordnet. Das bedeutet, dass gebunden, also multipliziert werden muss:

1/12 * 2/12 = Wahrnehmen
3/12 * 4/12 = Betrachten
5/12 * 6/12 = Werten
7/12 * 8/12 = Beobachten
9/12 * 10/ 12 = Begreifen
11/12 * 12/12 = Verwirklichen

Gemäß § 1 handelt es sich hier in jedem Fall um keinen linear, sondern komplex organisierten Vorgang.

Was ist nun Sinn und Zweck dieser numerischen Ausdrücke? Im Gegensatz zu Wörtern repräsentie­ren Zahlen neuronale Prozesse unmittelbarer, ohne gestalterische 'Belastungen' bzw. allein auf das formale Geschehen bezogen. Der entscheidende Unterschied zwischen dem Denken der Natur und dem Denken des Menschen besteht darin, dass die Natur auf Bewegungen als solche achtet, währ­end für Menschen alle Bewegungen Bedeutungen haben müssen. Der Buddhismus hat diese natürli­che Bedeutungslosigkeit von der Natur übernommen. Dies für sich anzunehmen bedeutet, von allem loszulassen.

Der Buddhist betrachtet den Vorgang "1/5 + 2/5 + 3/5 + 4/5 + 5/5" als Bewegung, während für ande­re diese Bewegung eine besondere Regelung sein muss. In diesem Denken sich zu üben, das ist das Angebot der Naturalgebra. Es handelt sich gleichsam um eine Art abstrakter Malerei des Denkens.

3
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte Nr. 4

Naturalgebra



Mit der Natur rechnen


Auch die Natur kennt wie die Kultur "Zeit". Aber im Gegensatz zur Kultur vergeht die Zeit in der Natur nicht linear, sondern komplex:

mögliche Möglichkeit ⇒ Möglichkeit ⇒ mögliche Wirklichkeit ⇒ verwirklichte Wirklichkeit.

Beispiel:
Eva wird geboren und kann alles werden ⇒ von Erziehung besucht sie das Gymnasium ⇒ Sie studiert Philosophie und Germanistik ⇒ Sie ist Journalistin beim Spiegel in Hamburg.

Wie man leicht ersehen kann, vollzieht sich hier die Zeit als Verwirklichung vorgegebener Möglichkeiten infolge einer Folge getroffener Entscheidungen. Der Wert, der sich hierbei ergibt, also der Erfolg des Ergebnisses hängt vor allem von Evas Zufriedenheit ab. Objektiv betrachtet handelt es sich um ein Ergebnis, das sich unter günstigen Umständen erreichen lässt.

Mit der Natur rechnen bedeutet demnach eine Entscheidungskette definieren. Die Rechnung geht auf, wenn die erste und die letzte Entscheidung übereinstimmen, also Soll- = Ist-Wert ist:

"Soll ⇒ 1 ⇒ 2 ⇒ 3... … ⇒ = Ist ~ Soll",
z.B. "Kind ⇒ … … ⇒ ~ Kind".

Wird ein natürlicher Ablauf beobachtet, dann lässt sich feststellen, dass jedes Prozessmoment geregelt abläuft. Die Natur löst demnach Abläufe, indem sie diese in Regelungsmomente unterteilt. Natürlich dividieren bzw. differenzieren bedeutet demnach regeln.

Sobald also natürlich definiert wird, greift die Kategorie der Art und Weise, denn wie bereits beschrieben, hat die Natur die Regelung geschaffen, um dieser Kategorie gerecht zu werden Die Kategorie der Art und Weise erscheint dementsprechend als Regelkreis, der das Verhalten durch Vorhaben (Zielsetzung, Sollwert, Plan), Entscheidung (Regler), Maßnahme (Stellgröße), Umsetzung (Durchführung) und Bewertung (Kontrolle, Regelgröße) definiert. Somit wird das Verhalten durch die Kategorie der Art und Weise mit Hilfe folgender Fragen, die wir noch hier noch einmal wiederholen, organisiert:

✔ Was ist zu tun?
✔ Wie zu entscheiden?
✔ Maßnahme?
✔ Wie viel Zeit für die Ausführung?
✔ Ist das Ergebnis akzeptabel?

Eine Regelung besteht aus 5 Momenten (Teilen):
Vorgabe / Soll1/5
Entscheidung / Regler2/5
Maßnahme3/5
Ausführung4/5
Ergebnis / Kontrolle5/5

1/5 ist kein Bruch, sondern der erste von 5 Schritten. 5/5 ist der letzte Schritt, der 5. von 5 Schritten.
[1/5] Stadt ⎯ [2/5] Bus / Straßenbahn / zu Fuß ⎯ [3/5] zu Fuß ⎯ [4/5] ⎯ [5/5] in ½ Stunde in der Stadt

Natürlich kann man die einzelnen Schritte auch untereinander schreiben!

[1/5] Stadt
[2/5] Bus / Straßenbahn / zu Fuß
[3/5] zu Fuß
[4/5] gehen
[5/5] in ½ Stunde

Dieser Algorithmus der Regelung ist rein linear angelegt. In dieser schmalspurigen Form kommt er fast einem automatisierten Verhalten nahe. Für die Organisation komplexen Verhaltens ist das selbstverständlich keineswegs ausreichend, da ja beispielsweise keine Kategorien berücksichtigt werden.

2
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte Nr. 3k

Naturalgebra



Die Dimensionen der Natur
(Aspekte der Information)


Kategorie des Aufwands

Diese Kategorien harmonisiert das Zusammenspiel der Kategorien so, dass es möglichst ökonomisch ausfällt. Das aufwendige Zusammenspiel der Kategorien während der Organisation des Bewusstseins lässt sich vielleicht am ehesten überschauen, wenn den einzelnen Kategorien entsprechende Arten und Weisen des Erfassens zugeordnet werden:

➢Welche? - Was? Eigenschaften – Wesen Wahrnehmen
➢Warum? - Wozu? Ursache – Wirkung Beobachten
➢Weshalb – Wofür? Grund – Zweck Werten
➢Wie? - Wobei? Art und Weise – Umstand Betrachten
➢Wann? - Wo? Zeit und Raum Verwirklichen
➢Womit? - Wie viel? Mittel – Aufwand Begreifen

Erscheinen die Arten und Weisen des Erfassens als Vorgang des Bewusstwerdens, dann ergibt sich folgende Abfolge:

➢ Welche? - Was? Eigenschaften – Wesen Wahrnehmen
➢ Wie? - Wobei? Art und Weise – Umstand Betrachten
➢ Weshalb – Wofür? Grund – Zweck Werten
➢ Warum? - Wozu? Ursache – Wirkung Beobachten
➢ Womit? - Wie viel? Mittel – Aufwand Begreifen
➢ Wann? - Wo? Zeit und Raum Verwirklichen

Jetzt kommt eine merkwürdige Aufforderung: Um diese sechs Bewusstsein stiftenden Vorgänge wirklich zu beherrschen, müssen Sie lernen, diese wirklich aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren (wichtig!).

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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Es gelten die Rechtsvorschriften für Webseiten der Universität Flensburg © Texte: Wolfgang F. Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) wfschmid(at)me.com Bilder: Ulrike Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) mail(at)ulrike-schmid.de

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