29
Aug
2010

Lehrbuchentwuf

Lernkarte

Wenn Sie sich selbst beobachten während Sie auf Auffälliges in Ihrer Umgebung achten, dann fällt Ihnen vielleicht auf, welches die Gründe für Ihre Auswahl sind, d.h., Sie erfahren etwas über den Ablauf des Auswählens. Wenn Sie solche Erfahrungen zu machen in der Lage sind, dann verfügen Sie über die erforderliche Empfindlichkeit, um Selbstbeobachtungen erfolgreich durchführen zu können.

So können Sie während der Durchführung der letzten Aufgabe wahrscheinlich feststellen, dass Sie irgendwie das Gefühl haben, sich in den Vorgang des Beobachtens einzumischen. So haben Sie beispielsweise das Gefühl, bevor Sie wahrnehmen, auf das, was Sie wahrnehmen werden, auf nicht so klar auszumachende Weise Einfluss zu nehmen. Sie haben das Gefühl, vorweg bestimmen zu wollen, was auffällig sein soll. Das, was Sie hier vielleicht noch sehr unbestimmt empfinden, ist tatsächlich eine Einmischung, die alle unsere Wahrnehmungen bestimmt. Diese „Einmischung“ beruht auf der unwillkürlichen Reaktion der Identifikation. Die neuronale Funktion Identifikation bewirkt, dass, sobald wahrgenommen zugleich auch Gleiches erinnert wird. Sobald ich auf einem KFZ-Kennzeichen „FL“ lese, weiß ich, dass „FL“ für die Stadt „Flensburg“ steht.

Warum legen wir so viel Wert auf diese Empfindung der inneren 'Einmischung'? Es ist wichtig, dass Sie so etwas spüren! Das zeigt, dass Ihre Sensibilität der Selbstwahrnehmung (innere Vigilanz) hoch genug ist, um dieser Schulung des Bewusstseins weiterhin erfolgreich folgen zu können. Andererseits ist es auch schwierig, solche feinnervigen Empfindungen mit für Sie gut geeigneten Worten so genau zu beschreiben, dass Sie sofort erkennen, was damit gemeint ist.

28
Aug
2010

Lehrbuchentwuf

Lernkarte

Aufgabe: Fragen Sie sich, ob Sie in der Lage sind, bei sich zu beobachten, ob Sie sich im Gleichgewicht befinden! Woran erkennen Sie das überhaupt? Nennen Sie einige Merkmale!

Kalibrieren
...bedeutet u.a.: Sich durch genaues Beobachten auf die Physiologie und Reaktion seines Gegenübers einstellen, um festzustellen, welche äußeren Reaktionen welches innere Erleben widerspiegeln. Und hier bedeutet dieser Vorgang: das Verändern des eigenen Verhaltens aufgrund beobachteter Verhaltensmerkmale. Beispiel: es gibt Anzeichen von Nervosität oder Niedergeschlagenheit, die als Zeichen für Überarbeitung auftreten. Zufolge dieser Anzeichen wird sofort eine längere Pause eingelegt. Schwierig wird dieser Ausgleich dann, wenn die berufliche Tätigkeit keine längere Pause zulässt, weil der laufende Prozess sich gar nicht unterbrechen lässt, z.B. im medizinischen Operations- und Pflegedienst, Führen eines öffentlichen Verkehrsmittels oder das Durchführen von Unterricht. Während eines laufenden Prozesses für Ausgleich sorgen, das bedarf der Kunst der unauffälligen Erholung durch geschickte Entspannungsübungen oder Blitzaufladungen durch meditative Techniken. Eine beliebte Methode von Lehrern, sich während des Unterrichtens zu entlasten, ist das Einstreuen von Experimenten oder Aufgaben.

Die wesentliche Bedeutung des Kalibrierens meint aber das Angleichen der Trennschärfe des Denkens an das Niveau der Intelligenz durch Trainieren der elementaren Ordnungsfunktionen:

Die Natur ordnet durch
Zuordnen (vergleichen) und Einordnen (Gleiches, Ähnliches, Unterschiedliches, Gegensätzliches)
Überordnen (Formen, Gestalten) und Unterordnen (Eigenschaften, Merkmale)
Vorordnen (Aktionsmöglichkeiten) und Nachordnungen (Reaktionsmöglichkeiten)
Anordnen (Folge von einzelnen Schritten (Algorithmus)) und Beiordnen (Alternativen, sich zu verhalten)

Aufgabe: Ordnen Sie sich, indem Sie achtfach ordnen ! Führen Sie diese Kalibrierung am Beispiel der Jahreszeit „Sommer“ durch!

27
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte



(Fortsetzung von gestern)


Das Gehirn erfasst demnach Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das sind die neurologischen Zeiten des Gehirns, durch welche das Zeitempfinden erheblich beeinflusst wird. Über je mehr Zukunft das natürliche System verfügt, um so dichter wird das Zeitempfinden, wobei die Zukunft der Gegenwart natürlich von der Vergangenheit abhängt. Vergangenheit fördert gleichsam das Erzeugen von Zukunft, und die Gegenwart fordert die Vergangenheit heraus.

Um die neurologische nicht empirische Richtung des Zeitpfeils ausrichten zu können, bedarf das natürliche System eines tiefgreifenden Beweggrundes. Der Zeitpfeil lässt sich als Vektor begreifen, der im existentiellen Motiv seinen Ausgangspunkt hat. Die Richtung dieses Vektors wird durch die Suchbewegung des natürlichen Systems vorgegeben. Solche Bewegungen werden als Fragen versprachlicht und dadurch auch bewusst. Die Komplexion des dadurch maßgeblich bestimmten neuronalen Netzes oder die Weite des Bewusstseins wird durch den Betrag bzw. Energie des Vektors bestimmt.

Während des Bewusstwerdens, das wir als Bilderleben erfahren, können wir das neuronale Geschehen durch Kalibrierung des Bewusstseins günstig beeinflussen.

26
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte



Wiederholung nebst Erweiterungen


Warum lernen wir überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?
Dass wir überhaupt lernen, verdanken wir einer Eigenschaft unseres Gehirns. Vom menschlichen Gehirn kennen wir bislang vor allem drei Eigenschaften. Unser Gehirn ist von Natur aus vorsichtig, konservativ und neugierig. Alle drei Eigenschaften sind auf das ökonomische Prinzip zurückzuführen: "Minimaler Aufwand – maximale Wirkung" oder "So wenig wie möglich und gerade so viel wie unbedingt nötig!" "Vor-Sicht", die erstgenannte Eigenschaft wird vor allem durch das Grundbedürfnis nach Schutz bzw. Sicherheit gesteuert. (Grundsätzlich wird das Gehirn natürlicherweise durch alle unsere Triebe und Grundbedürfnissen gesteuert. Das Gebot der Selbsterhaltung ist das 1. Gebot der Natur!)

Das Wort "Vor-Sicht" besagt, dass unser Gehirn über die Gabe der Antizipation verfügt, also über die Fähigkeit, etwas vorweg sehen, um sich vorsehen zu können. Die Vorsicht ist das durchgängige Motiv, überhaupt zu lernen: "Etwas immer besser zu machen, um immer sicherer sein zu können!"
Um das leisten zu können, muss das Gehirn vor allem in der Lage sein zu vergleichen, also Gleiches zu erfassen und Ähnliches, Unterschiedliches oder gar Gegensätzliches davon abheben zu können.
Das geschieht vorwiegend im Bewusstsein. Bewusstsein, das ist ein momentaner Verbund besonders erhöht aktiver Nervenzellen zu einem besonderen Netz zu einem gerade interessanten oder gar spannenden Thema.

Grundsätzlich sind ständig die gesamten Nervenzellen des Gehirns aktiv. Jede Nervenzelle (Neuron) ist ein eigenständiges Informationsverarbeitungssystem, das zugleich über die Tätigkeit aller anderen 100 Milliarden Nervenzellen vollständig informiert ist. Jedes Neuron ist ständig mit 1000 anderen Neuronen über 100 Billionen Synapsen verbunden und kann von diesen in höchstens vier schritten Schritten erreicht werden: Wahrnehmen = Gleichschalten des Identischen, Betrachten = Gleichschalten des Gleichen, Beobachten = Gleichschalten des Ähnlichen, Begreifen = Zusammenschalten zu einem definierten Netz.

Aus ökonomischen Gründen werden allein jene 1000 Nervenzellen zusammengeschaltet, welche die Verkürzung oder Vereinfachung eines Ablaufs in Aussicht stellen, d.h. aus (gespeicherten) Erfahrungen die kürzesten bzw. einfachsten Wege anbieten.
Das lässt sich nur dann und erst dann verstehen, wenn man bedenkt, dass das Gehirn alles dreifach erfasst, und zwar als Vergangenheit bzw. Gewesenes, als Gegenwart bzw. Seiendes, als Zukünftiges bzw. Werdendes.

Forsetzung und Ende dieser Lernkarte morgen

25
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte



Stehen bleiben bedeutet rückwärts gehen


Ohne geistig durchgängig zu üben, kann man geistig auch nicht fit bleiben. Will man die Speicherfähigkeit seines Kurzzeitgedächtnisses erhalten, dann kommt man nicht umhin, entweder regelmäßig Gedächtnistraining zu machen oder anspruchsvollen Gedankengängen nachzugehen.

Ein gutes Kurzzeitgedächtnis verhilft dazu, komplexe Ereignisse und mehrere Vorgänge zugleich zu vergegenwärtigen, so wie z.B die vier Vorgänge des Verstehens mit den sie begleitenden Gefühlen und Regelfunktionen. Wenn Sie diese 12 Vorgänge jetzt nicht mehr erinnern, dann liegt das nicht an einem untrainierten Kurzzeitgedächtnis, sondern vielmehr an einer nicht besonders guten Einprägung. Wenn man sich nämlich etwas besonders gut und möglichst dauerhaft merken will, dann braucht man:

➢ ein Bild,
➢ eine Geschichte,
➢ eine Idee,
➢ ein Etikett.

Versuchen wir das doch einmal mit den vier Phasen des Verstehens: Wahrnehmen, Betrachten, Beobachten, Begreifen. Die Idee wäre eine Geschichte, die alle Vorgänge erfasst.

Die Geschichte:

Sonne scheint,
Poweranzeige auf ¼,
Solaruhr an die Sonne,
auch nach Stunden verändert sich die Anzeige nicht. Was nun?

Dieser Fall lässt sich leicht merken und leicht mit den 4 Phasen verbinden! Am besten, Sie wählen ein eigenes Beispiel!

Hier ein Merksatz für die 4 Phasen:

Wir beginnen bald zu begreifen! (w, b, b, b für wahrnehmen, betrachten, beobachten, begreifen)

24
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte


Die Natur versucht unnötige Wiederholgen (Leerlauf) und besonders die Wiederholung von Fehlern zu vermeiden. Also werden gemachte Erfahrungen festgehalten, um diese gegebenenfalls berücksichtigen zu können. Es sind also unsere Erfahrungen, aufgrund derer wir über unsere möglichen Wahrnehmungen vorweg urteilen. Weil das Gehirn zu vereinfachen sucht, um zukünftige Verarbeitungsprozesse zu beschleunigen, werden mit der Zeit gemachte Erfahrungen zu Verhaltensregeln vereinfacht und zukünftig neben bereits vorhandenen berücksichtigt. Die Menge der anerzogenen, kultur- und gesellschaftsbedingten Regeln wird „Gewissen“ genannt. Diese Menge von Vorgaben sich zu verhalten lässt sich als zureichender Grund unserer Vorurteile auffassen.

Gemäß den zurückliegenden Überlegungen sollen nun die Phasen des Verstehens erweitert werden:


Phasen des Verstehens und die sie begleitenden Gefühle:

Wahrnehmung ↔ Empfindung
Betrachtung ↔ Stimmung
Beobachtung ↔ Interesse
Einsicht ↔ Einstellung


Diese vier Phasen des Verstehens sind zugleich Phasen der Regelung des Bewusstwerdens:

Wahrnehmung ↔ Empfindung ↔ Vorgabe (Soll ↔ Ist)
Betrachtung ↔ Stimmung ↔ Regler (Selbst ↔ Ich)
Beobachtung ↔ Interesse ↔ Maßnahme
Einsicht ↔ Einstellung ↔ Ausführung bzw. Anwendung


Offensichtlich genügt für eine Einsicht nicht nur das Wissen um den Begriff, sondern es braucht auch das Wissen um die Anwendung des begriffenen Inhalts.

Wenn man es recht bedenkt, sind inzwischen die Anforderungen an die Benutzer der Lernkarten ganz schön gestiegen, denn jetzt müssen 4 mal 3 Vorgänge zugleich vergegenwärtigt werden und somit wird auch die Belastungsgrenze des Kurzzeitgedächtnisses erreicht, das ja höchstens 12 Inhalte bzw. Einheiten zugleich zu vergegenwärtigen vermag.

23
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte


Aufgabe: Versuchen Sie folgende Frage zu beantworten: Können Sie sich vorstellen, warum das Gedächtnis nur dann erfolgreich einprägt, wenn die vier Phasen des Verstehens eingehalten werden.

Früher wurde den Kindern in der Schule beigebracht, sich Vokabeln nacheinander einzuprägen und so lange zu wiederholen, bis sie behalten werden. Heutzutage werden Vokabeln im Zusammenhang einer Situation erarbeitet, also gemäß den vier Phasen des Erfassens aus ihrem Kontext erschlossen. Im Fremdsprachenunterricht wird deshalb auch vermieden, zwischen Muttersprache und Fremdsprache hin und her zu wechseln. Bedeutungen sollen nämlich im und durch das Gespräch und nicht in Wörter zerstückelt erschlossen werden. Das kommt der Neigung des Gehirns entgegen, sich wegen der Notwendigkeit, neuronale Netze zu bilden, vorzugsweise mit Zusammenhängen auseinanderzusetzen und sich Einzelnes nur widerwillig zu merken.

Nun verhält es sich aber so, dass es nicht weiterhilft, allein die vier Phasen zu berücksichtigen. Die Redewendung „Der Ton macht die Musik!“ weist darauf hin, dass alles nicht viel nutzt, wenn die Phasen des Erfassens einfach abgearbeitet werden, ohne sie zu fühlen. Und jetzt spätestens wird klar, dass der wichtige Aspekt des Gefühls außer Acht gelassen wird, dass Wahrnehmen, Betrachten, Beobachten und Begreifen gefühlt werden müssen, wenn diese Prozesse störungsfrei ablaufen sollen. Ein Lehrer kann noch so gut sein, ohne gefühlsmäßige positive Beziehung zu seinen Schülern wird seine Lehre nur wenig erfolgreich sein. Das Mindeste, das von einem Lehrer erwartet werden muss, ist, dass er vorurteilsfrei unterrichtet. Und damit gelangen wir zum ersten kritischen Punkt in unserer Auseinandersetzung mit der Selbstbeobachtung. Sie funktioniert nämlich überhaupt nicht, wenn sie nicht vorurteilsfrei geschieht.

Natürlicherweise versucht das Gehirn, das eigene System (Körper, Seele, Geist) schon aus Selbstschutz im besten Licht erscheinen zu lassen. Das führt häufig zur Verfälschung aller Phasen des Verstehens. Wie leicht das geschehen kann, das zeigt das folgende Gedicht, dem viele inhaltlich erst einmal zustimmen, weil die eigenen Erfahrungen entsprechend vorbelastet sind und damit voller Vorurteile erinnert werden.

Lehrer

Es sprach ein Pennäler:
"Die schlimmsten Quäler
sind unsere Lehrer.
Nein, ich bin kein Verehrer
von ihrer hohen Geistigkeit.
Oft haben sie nicht einmal Zeit,
etwas anständig zu erklären.
Ich muss mich häufig wehren
gegen ihre zynische Selbstherrlichkeit."
 
-"Was Du begreifst nicht,
 Du bist noch nicht so weit?"
 
Doch wenn man sie erlebt,
wonach jedem Schüler strebt,
in einer anderen Sparte,
dann erwarte
nur nicht Verstand und Geist.
Wie es sich oft erweist,
gilt dies nur auf ihrem Gebiet,
das ist das alte Lied.
Alle anderen Themen versanden
oder kommen sogar ganz abhanden.
 
Norbert Wittke

Diese Art von Vorurteilen Lehrern gegenüber sind genau so weit verbreitet wie Vorurteile in Bezug auf Beamte oder Ärzte.

Wenn wir uns einmal genau beobachten, dann können wir feststellen, dass wir durchgängig nicht vorurteilsfrei wahrnehmen. Demnach muss doch den Vorurteilen eine wichtige Funktion zukommen. Einen ersten Hinweis gibt uns das Wort Vorurteil selbst. Es existiert vor allem Wahrnehmen ein Urteil, durch das unsere Betrachtungen und Beobachtungen beeinflusst werden. Bevor wir näher hierauf eingehen, erscheint es aber wichtig, sich die Rolle von Vorurteilen hinreichend bewusst zu machen.

Aufgabe: Vergegenwärtigen Sie, wie Sie selbst einmal Opfer eines Vorurteils geworden sind!

22
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte


Aufgabe: Wie lauten die vier Phasen des Verstehens? Wenn Sie die Antwort kennen, versuchen Sie einmal eigene Namen für diese Phasen zu finden! Und: Gegeben ist das Verb "sehen". Benennen Sie mit Hilfe dieses Verbs die vier Phasen, indem Sie das Verb durch geeignete Vorsilben erweitern ("sehen" → "um-sehen" → "umsehen").


Warum ich Falten bekomme

Eines Morgens fühlte sich meine Haut ganz elend. Sie hatte Durst und sehnte sich nach Feuchtigkeit. Schließlich klagte sie dem Gehirn ihr Leid. "Da kenne ich eine ganz einfache und ebenso schnelle Lösung!" beruhigte das Gehirn die Haut. "Rufe den Durst, nicht mich!" antwortete das Gehirn und hing weiter seinen Gedanken nach.

Auch in dieser kleinen Geschichte verbergen sich die vier Phasen des Verstehens. Aber vorweg zuerst noch das fällige Beispiel aus der Fahrschule: Ich bin mit dem Auto unterwegs und nähere mich einer Straßenkreuzung (wahrnehmen). Ein Verkehrsschild zeigt an, dass ich mich auf einer Vorfahrtastrasse befinde (betrachten). Ich bemerke keine Verkehrsteilnehmer, die sich ebenfalls der Straßenkreuzung nähern (beobachten). Aufgrund meiner Fahrpraxis entscheide ich mich, mein Fahrzeug aus Vorsicht etwas zu verlangsamen (begreifen).

Nun zur Interaktion der beiden Organe Gehirn und Haut:

Wahrnehmen: Erfassen des Feuchtigkeitsmangels der Haut
Betrachten: Erfassen des Gesamtzustandes der Haut
Beobachten: Die Wasserzufuhr ist ungenügend (Bericht der Zellen)
Begreifen: Vergrößerung der Hautoberfläche durch Falten


Die Falten um die Stirne...

Die Falten um die Stirne dein,
lass sie nur heiter ranken;
das sind die Narben, die darein
geschlagen die Gedanken.

Josef Viktor von Scheffel


An eine Falte

Wie Gottes Atem seine Fluren fächelt,
so wird es leicht und licht
in diesem klaren Angesicht.
Es hat die Erde gern
und schwebt ihr fern
und liebt und lächelt.

Und Gottes Finger bildete den Bug
vom Ebenbilde.
Es zieht so milde
hin über alles Leid,
und es verzeiht
der edle Zug.

In dich, o unvergeßlich feine Falte,
betend versanken
meine Gedanken.
Daß diese letzte Spur
seiner Natur
mir Gott erhalte!

Karl Kraus


Aufgabe: Wenden Sie die vier Phasen auf das Einprägen von Vokabeln an !

21
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte


Aufgabe zur Selbstbeobachtung: Können Sie vielleicht schon, wenn Sie sich selbst beobachten, verschiedene Phasen unterscheiden ?

Sie beobachten sich zum Beispiel im Supermarkt, genauer: Sie beobachten sich, wie Sie in einer Warteschlange vor der Kasse anstehen und darauf warten, an die Reihe zu kommen. Wenn Sie nun dieses Beobachten selbst wiederum beobachten sollen, dann wird Ihnen auffallen, dass Sie sich zunächst überhaupt erst einmal auf diese Szenerie konzentrieren müssen, um das erinnerte Geschehen genau genug wahrzunehmen.

Ich vermute, dass wir uns darauf einigen können, die erste Phase "Wahrnehmen" zu nennen. Nun sind Sie ja aufgefordert, Phasen der Selbstbeobachtung zu entdecken. Sie sollen das, was Sie da wahrnehmen, erforschen. Sie lassen sich Zeit, um sich mit den Inhalten der Wahrnehmung zu beschäftigen. Genau für diesen Vorgang des bei Wahrnehmungen Verweilens kennt die deutsche Sprache das Vorgangs- oder Tunwort "Betrachten", wenngleich dieses Verb etwas ungebräuchlich geworden ist. Der Grund hierfür ergibt sich vermutlich aus der Schnelllebigkeit oder Kurzlebigkeit unserer Zeit. Wir haben keine Zeit mehr zum Betrachten! Wenn wir das, was wir wahrnehmen, sorgfältig genug betrachten, dann können wir Zusammenhänge beobachten und diese auch als Wirkungsgefüge begreifen. Damit haben wir sämtliche Phasen des Erfassens innerer oder äußerer Wahrnehmungen zusammen:

➢ Wahrnehmen,
➢ Betrachten,
➢ Beobachten,
➢ Begreifen.

Es ist klar, dass Sie das, was Sie selbst zum gründlichen Erfassen von etwas brauchen, auch jenen gewähren müssen, welchen Sie etwas erklären wollen. Dabei ist es gleichgültig, ob sie etwas verkaufen oder unterrichten wollen. In jedem Fall gehören diese vier Phasen zum Verstehen von etwas.

Beobachtungsaufgabe: Erinnern Sie sich, wie Sie den Führerschein machten und erklären Sie diese vier Phasen am Unterricht der Fahrschule.


20
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf



Lernkarte


Aufgabe: Sammeln Sie ähnliche Erfahrungen aus Ihrer Praxis!


Kannitverstan    (1809)



Der Mensch hat wohl täglich Gelegenheit, in Emmendingen und Gundelfingen, so gut als in Amsterdam Betrachtungen über den Umstand aller irdischen Dinge anzustellen, wenn er will, und zufrieden zu werden mit seinem Schicksal, wenn auch nicht viel gebratene Tauben für ihn in der Luft herumfliegen. 
Aber auf dem seltsamsten Umweg kam ein deutscher Handwerksbursche in Amsterdam durch den Irrtum zur Wahrheit und zu ihrer Erkenntnis. Denn als er in diese große und reiche Handelsstadt, voll prächtiger Häuser, wogender Schiffe und geschäftiger Menschen, gekommen war, fiel ihm sogleich ein großes und schönes Haus in die Augen, wie er auf seiner ganzen Wanderschaft von Duttlingen bis Amsterdam noch keines erlebt hatte. 
Lange betrachtete er mit Verwunderung dies kostbare Gebäude, die 6 Kamine auf dem Dach, die schönen Gesimse und die hohen Fenster, größer als an des Vaters Haus daheim die Tür. Endlich konnte er sich nicht entbrechen, einen Vorübergehenden anzureden. "Guter Freund", redete er ihn an, "könnt Ihr mir nicht sagen, wie der Herr heißt, dem dieses wunderschöne Haus gehört mit den Fenstern voll Tulipanen, Sternenblumen und Levkojen?" - Der Mann aber, der vermutlich etwas Wichtigeres zu tun hatte, und zum Unglück gerade soviel von der deutschen Sprache verstand, als der Fragende von der holländischen, nämlich nichts, sagte kurz und schnauzig: "Kannitverstan"; und schnurrte vorüber. Dies war ein holländisches Wort, oder drei, wenn man's recht betrachtet, und heißt auf deutsch soviel als: Ich kann Euch nicht verstehen. Aber der gute Fremdling glaubte, es sei der Name des Mannes, nach dem er gefragt hatte. Das muß ein grundreicher Mann sein, der Herr Kannitverstan, dachte er, und ging weiter. Gaß aus Gaß ein kam er endlich an den Meerbusen, der da heißt: Het Ey, oder auf deutsch: das Ypsilon. Da stand nun Schiff an Schiff, und Mastbaum an Mastbaum; und er wusste anfänglich nicht, wie er es mit seinen zwei einzigen Augen durchfechten werde, alle diese Merkwürdigkeiten genug zu sehen und zu betrachten, bis endlich ein großes Schiff seine Aufmerksamkeit an sich zog, das vor kurzem aus Ostindien angelangt war und jetzt eben ausgeladen wurde.
Schon standen ganze Reihen von Kisten und Ballen auf- und nebeneinander am Lande. Noch immer wurden mehrere herausgewälzt, und Fässer voll Zucker und Kaffee, voll Reis und Pfeffer, und salveni Mausdreck darunter. Als er aber lange zugesehen hatte, fragte er endlich einen, der eben eine Kiste auf der Achsel heraustrug, wie der glückliche Mann heiße, dem das Meer alle diese Waren an das Land bringe. "Kannitverstan", war die Antwort. Da dacht er: Haha, schaut's da heraus? Kein Wunder, wem das Meer solch Reichtümer an das Land schwemmt, der hat gut solche Häuser in die Welt stellen, und solcherlei Tulipanen vor die Fenster in vergoldeten Scherben. Jetzt ging er wieder zurück, und stellte eine recht traurige Betrachtung bei sich selbst an, was er für ein armer Mensch sei unter soviel reichen Leuten in der Welt. 
Aber als er eben dachte: Wenn ich's doch nur auch einmal so gut bekäme, wie dieser Herr Kannitverstan es hat, kam er um eine Ecke, und erblickte einen großen Leichenzug. Vier schwarz vermummte Pferde zogen einen ebenfalls schwarz überzogenen Leichenwagen langsam und traurig, als ob sie wüßten, daß sie einen Toten in seine Ruhe führten. Ein langer Zug von Freunden und Bekannten des Verstorbenen folgte nach, Paar um Paar, verhüllt in schwarze Mäntel, und stumm. In der Ferne läutete ein einsames Glöcklein. Jetzt ergriff unsern Fremdling ein wehmütiges Gefühl, das an keinem guten Menschen vorübergeht, wenn er eine Leiche sieht, und blieb mit dem Hut in den Händen andächtig stehen, bis alles vorüber war. Doch machte er sich an den letzten vom Zug, der eben in der Stille ausrechnete, was er an seiner Baumwolle gewinnen könnte, wenn der Zentner um 10 Gulden aufschlüge, ergriff ihn sachte am Mantel, und bat ihn treuherzig um Exküse. "Das muss wohl auch ein guter Freund von Euch gewesen sein", sagte er, "dem das Glöcklein läutet, daß Ihr so betrübt und nachdenklich mitgeht." - "Kannitverstan!" war die Antwort. Da fielen unserm guten Duttlinger ein paar große Tränen aus den Augen, und es ward ihm auf einmal schwer und wieder leicht ums Herz. 
"Armer Kannitverstan", rief er aus, "was hast du nun von allem deinem Reichtum? Was ich einst von meiner Armut auch bekomme: ein Totenkleid und ein Leintuch, und von allen deinen schönen Blumen vielleicht einen Rosmarin auf die kalte Brust, oder eine Raute". Mit diesen Gedanken begleitete er die Leiche, als wenn er dazugehörte, bis ans Grab, sah den vermeinten Herrn Kannitverstan hinabsenken in seine Ruhestätte, und ward von der holländischen Leichenpredigt, von der er kein Wort verstand, mehr gerührt als von mancher deutschen, auf die er nicht acht gab. 
Endlich ging er leichten Herzens mit den anderen wieder fort, verzehrte in einer Herberge, wo man Deutsch verstand, mit gutem Appetit ein Stück Limburger Käse, und, wenn es ihm wieder einmal schwerfallen wollte, daß so viele Leute in der Welt so reich seien, und er so arm, so dachte er nur an den Herrn Kannitverstan in Amsterdam, an sein großes Haus, an sein reiches Schiff, und an sein enges Grab.
Quelle mit Bildern: Kannitverstan

Aufgabe: Versuchen Sie sich selbst zu erklären, wie solche Missverständnisse zustandekommen! (Vorbereitung auf die nächste Lernkarte)




Lernkarte


Aufgabe: Sie haben versucht, herauszufinden wie solche Missverständnisse wie Kannitverstan entstehen! Versuchen Sie jetzt zu lösen, welche Fähigkeit Sie brauchen, um derartige Aufgaben selbst bewältigen zu können!


Hinweis: Um sich selbst in der Welt erfolgreich behaupten zu können, benötigen Sie diese Fähigkeit ebenfalls. Ein Fußballspieler, der mit seiner Mannschaft Weltmeister werden will, braucht dieses Vermögen ebenso. Tipp: Sie machen von dieser Fähigkeit Gebrauch, wenn Sie sich einen Film vom vergangenen Tag vorstellen, in dem Sie allein die Hauptrolle spielen.


Schwabenpack

Auf dem Weg zum Arzt entdecke ich vor mir ein Plakat mit zwei Schimpansen und dem Titel "Schwabenpack". Ich bin hoch erstaunt über dieses Plakat, und ich vermute eine Aktion gegen das Abriss-Projekt "Stuttgart 21". Dann kommt mir das absurd vor. Ich gehe einige Schritte zurück und lese statt "Schwabenpack" "Schwabenpark". Ich bin doch leicht erschrocken über diesen Lesefehler und fragte mich, ob ich tatsächlich unbewusst eine so schlechte Meinung von Schimpansen habe.

Ich möchte nun dieses Beispiel nutzen, um die ersten Funktionen des menschlichen Bewusstseins zu erklären. Bewusstsein ist als Moment des Bewusstwerdens eine Widerspiegelung von dem, was um uns und in uns geschieht. Durch dieses Geschehen gestalten sich Bilder unserer Welt in unserem Kopf. Dieses Bilderleben können wir betrachten, beobachten und Zusammenhänge, die wir feststellen, begreifen. Diese Fähigkeit, innere Bilder zu begreifen, wird traditionell "Selbstbeobachtung" oder auch "Introspektion" genannt. Nach dieser Fähigkeit wurde am Ende und zu Anfang dieser Lernkarte gefragt. "Selbstbeobachtung" ist also die gesuchte Antwort auf die gestellte Frage.

Aufgabe: Gehen Sie Ihren Alltag durch und markieren Sie die täglichen Momente der Selbstbeobachtung!

19
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf




Naturalgebra





⧫§ B Die Natur entwickelt alles nach dem ökonomischen Prinzip (Minimaler Einsatz -maximaler Gewinn). Eine ökonomische Entwicklung kann sich vollziehen als:
  1. Mikrostrukturierung durch Auflösung
  2. Makrostrukturierung durch Bindung
  3. Induktion durch Hinzufügung
    oder
  4. Deduktion durch Wegnahme
Beispiel: Bestimmung von Unterricht
  1. Wahrnehmen - Betrachten - Experimentieren - Beobachten - Begreifen - Anwenden als unterrichtliche Phasen.
  2. Unterricht bedeutet Bildung und Erziehung durch Information.
  3. Religion-, Kunst-, Physik- und Mathematikunterricht als Differenzierung des Fachunterrichts in Bezug auf Unterricht.
  4. Einzel-, Gruppenunterricht und andere Arten und Weisen des Unterrichts als stringente praktische konkrete Ableitungen von der Definition des Unterrichts.
Natürlich lässt sich diese Verhaltensweise auch auf jedes natürliche Verhalten beziehen, so auch auf das Pflücken eines Blumenstraußes:
  1. Die verfügbare Auswahl von Blumen wird betrachtet, und es wird überlegt, welche Blumen am besten zusammen harmonieren.
  2. Es wird überlegt, zu welchem Anlass der Strauß überreicht und wie er dementsprechend gebunden werden soll.
    oder
  3. Die Blumen werden einfach spontan gepflückt.
  4. Der Strauß wird hergerichtet, indem die Menge gepflückter Blumen intuitiv sortiert wird oder eben auch manche Blumen wieder aussortiert werden.
Bilden Makro- und Mikrostrukturierung, Superierung bzw. Induktion und Subsumtion eine Folge oder handelt es sich um Vorgänge ganz unterschiedlicher Qualität?

Wird beachtet, dass alles vor dem Hintergrund einer an äußerster Sparsamkeit orientierten Natur vor sich geht, dann liegt es nahe, von verschiedenen Prinzipien des Vorgehens auszugehen. Die Prioritäten ihrer Verwendung richten sich dann vor allem nach der gegebenen Situation. Wer makrostrukturiert, für den ist vor allem der Anlass wichtig. Er wird sich zuerst überlegen, wie viel Geld er für einen Blumenstrauß ausgeben möchte. Wer mikrostrukturiert, wird sich dagegen Gedanken machen, welche Blumen in Frage kommen. Und wer induziert, für den ist vor allem wichtig, dass der Blumenstrauß der Etikette gerecht wird und nicht etwa aus dem Rahmen fällt. Der deduzierende überlegt sich vor allem, wie er das Überreichen des Blumenstraußes am besten inszeniert. In allen vier Fällen geht es um Vereinfachung der Überlegungen, was die Vorgehensweise angeht.

Aufgabe: Jemand, der kein Geld hat, ist zum Geburtstag eingeladen. Welches Prinzip wird sein Verhalten maßgeblich bestimmen? Inszenieren Sie in Ihrer Vorstellung, wie ein erfolgreicher Auftritt aussehen könnte.


⧫§ C In der Natur erscheint jegliches Verhalten geregelt. Eine Aktion erzeugt vielfach geregelte Reaktionen. Eine Regelung beinhaltet: Erwartete oder unerwartete Ursache, ausgelöste erwartete oder unerwartete Wirkung, eine damit verbundene Entscheidung, vorgesehene oder unvorhergesehene Maßnahme, eine gelungene oder misslungene Ausführung und eine damit verbundene Bewertung. Zwischen negativ und positiv gibt es viele unterschiedlich ausfallende Aktivitäten, also keineswegs nur Entweder – Oder.



⧫§ D Wird eine Regelung gestört oder deren Verlauf irritiert, dann wird der gesamte Algorithmus für eine Wiederholung gesperrt. Es bedarf vieler Anstrengungen, um zu erreichen, dass ein gesperrter Algorithmus wieder freigegeben wird.

Beispiel: Ein neuer Lehrer unterrichtet eine Guppe zum ersten Mal (Aktion). Die Schüler langweilen sich (Reaktionen). Sie beurteilen den neuen Lehrer negativ (Entscheidung). Sie finden es nicht erträglich, dem Unterricht weiterhin zu folgen (Maßnahme). Sie beginnen, den Unterricht zu stören (Ausführung). Sie empfinden es als absurd, dass der Lehrer sie tadelt, statt seinen Unterrichtsstil zu ändern (Bewertung).

Weil der Lehrer sich nicht sogleich änderte, wird er es zukünftig schwer haben, von seinen Schülern noch angenommen zu werden.



⧫§ E Natürliches Wachsen wird entstellt, wenn die Bedingungen nicht artgemäß sind, also einer natürlichen Organisationsform nicht entsprechen.



Beispiel: Wenn Lehrer ihre Lerngruppen nur deduktiv unterrichten, werden sie jenen nicht gerecht, welche gern experimentieren und etwas dadurch zu verstehen versuchen. Eine leichte und schnelle Korrektur bestünde in der Kooperation deduktiv und induktiv Lernender.


⧫§ F Entstehen und Vergehen werden in der Natur durch Bindung und Lösung oder Vermehrung und Verringerung geregelt. Die Natur ermöglicht also Wachstum, indem sie teilt und zugleich wieder bindet und indem sie gibt und zugleich wieder nimmt.

18
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf




Naturalgebra





⧫§ A Natürliches störungsfreies Wachsen überführt vergleichbare Phasen oder Wachstumsmomente, denn nur Vergleichbares lässt sich inhaltlich bzw. stofflich binden.

Das gilt für eine Satzfolge, die einen Text entwickeln soll ebenso wie für eine unterrichtliche Folge von Lehr- bzw. Lernphasen oder irgendeinen alltäglichen Vorgang.

Sobald keine gleichen oder wenigstens ähnlichen Inhalte zwischen Vorgangsmomenten vorhanden sind, können diese keine Verbindung eingehen.

Paragraphen, welche sich auf die Naturalgebra beziehen, sind durch "⧫" nebst Buchstaben gekennzeichnet.

17
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf




Naturalgebra



Naturalgebra ist die Lehre von gleich und gleich


Alle Handlungen werden algebraisch geregelt. Wenn nun aber letztlich die Natur hinter solchen Regelungen steckt, dann müsste es auch möglich sein, mit den Mitteln der Algebra das Verhalten der Natur selbst zu entdecken. Weil aber die Natur wesentlich Einheit von Information und Energie ist, muss man sich selbstverständlich an eine Erscheinungsform halten, die diese wesentlichen Eigenschaften aufweist. Die einzig mir bekannte Erscheinung, die diesen Bedingungen genügt, ist die Sprache. Sprache ist das anschauliche Universum der Gedanken. In ihren Texten dokumentieren sie ihr Bilderleben und stellen sich dadurch bereitwillig wissenschaftlichen Untersuchungen.

Auf den Text übertragen bedeutet die Lehre vom Gleichen zunächst:

Etwas entwickelt sich, wenn Vergleichbares aufeinander folgt. Nicht vergleichbare Sätze entwickeln keinen Text.

Textalgebra ist die in Texten gespiegelte Algebra der Natur. Die Textalgebra ist die neuronal vermittelte Spiegelung der Algebra der Natur in Texten. Die Überführung der Algebra der Natur in die Algebra des Textes geschieht durch neuronale Prozesse des Gehirns. Anders formuliert: Das Gehirn protokolliert seine neuronalen Prozesse in den Texten, die es erzeugt. Texte sind also neuronale Protokolle des Gehirns.

•§ 1. Zwei Sätze sind gleich, wenn sie wörtliche Übereinstimmungen aufweisen:

Substantive~ gleiche Sache
Verben~ gleiche Bewegung
Adjektiv~ gleiche Eigenschaft
Adverb~ gleiche Art und Weise
Subjekt~ gleicher Auslöser

Paragraphen, welche sich auf die Textalgebra beziehen, sind durch "•" nebst Zahlen gekennzeichnet.

16
Aug
2010

Lehrbuch-Entwurf




Naturalgebra



Naturalgebra ist die Lehre von gleich und gleich


Die Lehre, die uns das Besorgen von Wissen der Natur ermöglicht, dürfte die älteste sein, über welche die Menschheit verfügt. Es ist die Lehre vom Vergleichen. Diese Lehre ermöglicht, Gleiches zu erkennen und von Ungleichem zu unterscheiden.

Diese Lehre hat einen Namen, der auf viele abschreckend wirkt, weil sie ihn in diesem Zusammenhang noch nie gehört haben. Der Name für die Lehre vom Gleichsetzen und Unterscheiden ist Algebra. Algebra ist die Lehre von den Gleichungen.

Alle Menschen wenden Gleichungen an, wenn sie beispielsweise einem Menschen zum ersten Mal begegnen und diesen auf Grund ihrer Erfahrungen mit gleichen oder zumindest ähnlichen Typen vergleichen oder wenn sie gar das, was vor aller Erscheinung existiert, mit Gott gleichsetzen. Auch "Natur = Einheit von Information und Energie" ist eine solche Gleichsetzung.

Ohne Algebra kommt kein Lebewesen aus. Und, um auf das Gedankenleben zurückzukommen, Gedanken leben vom Vergleichen, sie können sich nur mit Hilfe von Gleichsetzungen weiter entwickeln. Insofern sind sie aufeinander angewiesen. Sie brauchen einander. Jetzt ahnen wir, warum sich gleiche Gedanken gern zu gleichen gesellen.

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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Es gelten die Rechtsvorschriften für Webseiten der Universität Flensburg © Texte: Wolfgang F. Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) wfschmid(at)me.com Bilder: Ulrike Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) mail(at)ulrike-schmid.de

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