19
Jun
2010

Jenseits (4)


Der unendliche Raum der Ewigkeit zeigt sich dem Geist der überlebenden Seele gottlos. Der irdisch erträumte Himmel ist jenseits nicht wirklich. Was als Gegenwart Gottes erwartet wird, erfährt sich als absolute Freiheit. Jede Möglichkeit, sich zu orientieren, will erst entdeckt werden. Denn alle Bewegung geschieht vollkommen offen in der grenzenlosen Wahrheit ohne an irgendwelchen Eigenschaften zu haften oder von irgendwelchen Umständen festgehalten zu werden, ohne sich auf irgendeine Art und Weise das Sein als Wesen einzugrenzen, ohne verursacht zu sein oder etwas bewirken zu wollen, also ohne Grund und Zweck und ohne Maß, auf alle Mittel, etwas quantifizieren oder qualifizieren zu wollen, verzichtend und ohne sich auf einen Ort oder eine Zeit einlassen zu müssen. In der allgegenwärtigen, also raum- und zeitlosen Bewegung verflüchtigt sich alles gebotsverbundene Göttliche in den weiten normlosen Werten, frei von Geboten und Verboten, ohne Regeln, die zu Gesetzen erstarren, um sittenwidrige Gebräuche zu pflegen oder zu vereinbaren. Das Ich kann sich noch allein am Du orientieren, das es aus dem Diesseits ins Jenseits retten konnte, falls es überhaupt irgendwann einmal darüber nachgedacht hat. Andernfalls löst es sich wohltuend verlierend in die Weiten der reinen Liebe auf.

18
Jun
2010

Jenseits (3)


"Ich habe nicht wirklich geglaubt, Dich wiederzusehen. Du siehst nicht einmal irgendwie verändert aus. Und merkwürdigerweise kann ich sogar mit Dir sprechen!" "Ja, das geht, weil Du eine geistige Verbindung zu mir hergestellt hast." Alles Geistige, das gefühlt wird, lässt sich für das Innere Auge wahrnehmen. Im schönen Schein der Fantasie erscheint es so, als ob es tatsächlich gewöhnlich wirklich wäre. Aber die Welt, in der ich jetzt zu Hause bin, ist nicht wie gewöhnlich wirklich. Sie ist nur dort wirklich, wo sie von jemand vorgestellt wird. Sie existiert rein virtuell kraft des Geistes. Das ist das Schlimme daran, dass ich nur dort eine Begegnung haben darf, wo ich vorgestellt werde. So ist es für mich überlebenswichtig, dass ich nicht in Vergessenheit gerate. Alle hier leben nur in den Erinnerungen der Lebenden und sind erst dann und nur dann wirklich, wenn diese konzentriert an sie denken. Der Himmel besteht eher aus den Träumen der anderen als aus den eigenen. Vergessen sie uns mit der Zeit, dann verblasst unser Raum so lange in die Unendlichkeit, bis er sich dort mit allen anderen Kategorien endgültig auflöst.

17
Jun
2010

Jenseits (2)


Er spürt noch die tiefe Traurigkeit, die sich um ihn ausbreitet. Er vermag auch nicht die wachsende Hoffnungslosigkeit zu verhindern. Das traurige Geschehen scheint sich zudem zusehends von ihm zu entfernen. Er bewegt sich scheinbar durch eine Art Tunnel spiralförmig vom Geschehen weg. Dämmerung. Die Sonnenstrahlen der untergehenden Abendsonne begleiten seinen Abschied von Raum und Zeit. Die Wirklichkeit scheint ihre Stabilität zu verlieren, weil alles in Bewegung zu geraten scheint. Immer mehr beginnt sich die Wirklichkeit nach seinen Gedanken zu gestalten. Indem er mit Möglichkeiten zu spielen beginnt, vergisst er beinahe, auf welchem Weg er sich eigentlich befindet. Aber jene Gedanken, welche das traurige Geschehen in sein Bewusstsein zurückrufen, zeigen eine Wirklichkeit, in der die zurückgebliebenen Menschen keine Verbindung zu ihm herstellen können. Der Schutzengel rät ihm zu warten, bis ihn der geliebte Mensch in seinen Gedanken zu sich einlädt.

16
Jun
2010

Jenseits


Vor-Wort

Das Wesen der Zeit liegt in der Möglichkeit einer radikalen Veränderung irgend eines beliebigen Augenblicks. So kann ein Schlaganfall von einem Augenblick auf den anderen ein Leben 'auf den Kopf stellen'. Und der Tod kann in jedem Augenblick diesem Leben ein abruptes Ende setzen. Die eigene Fantasie gewährt die Kraft, sich das alles vorstellen zu können. Aber wie weit reicht die Offenheit, welche die Fantasie gewährt, d.h., wie lang ist der Weg in die Tiefen dieser unendlichen Räume? Finden wir es heraus.


Jenseits (1)

Kein Internetanschluss. Nein, der Router war nicht schon wieder ausgefallen. Aber warum erscheinen auf dem Bildschirm die bunten Inhalte der gesuchten Webadresse? Er kann sich nicht erinnern, diese Adresse überhaupt eingegeben zu haben. Er schaut sich den auf der Webseite dargestellten Bauernhof genauer an. Nein, er befindet sich plötzlich inmitten dieses Hauses. Sein Wunsch hat sich ohne sein Hinzutun verwirklicht. Er bekommt es jetzt mit der Angst zu tun, denn er begreift ganz und gar nicht, was hier mit ihm geschieht. Das sieht ganz so aus, als ob er verrückt geworden sei.
Da nähert sich ihm überraschend eine Lichtgestalt und erklärt, dass sie ihn von jetzt ab als seine Beraterin begleite und für seinen Schutz verantwortlich sei. "Was ist eigentlich mit mir los, dass ich alles so seltsam erlebe?", will er von seinem Schutzengel wissen. "Du bist zu schnell gestorben und hast das nicht mitbekommen!" Ein abgrundtiefer Schreck erfasst ihn, als er versteht, dass er jäh von seiner geliebten, gelebten Welt abgeschnitten worden ist. Und es gibt für ihn kein Zurück mehr. Aber sein Schutzengel bietet ihm an, dass er ihn ins Sterben zurückführen könne, damit er wenigstens diesen Übergang begreifen kann.

15
Jun
2010

Das Öffnen des Inneren Auges Folge 16


Mit dem Leben nach dem Tod lässt sich bei Menschen Interesse für religiöse Schriften wecken, die sie sonst nie lesen würden. Diese Schriften dienen Glaubensgemeinschaften dazu, solche Menschen an sich zu ziehen und zu beherrschen. Das Wort „Religion“ (lat: religio, wörtlich „Rück-Bindung“) ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene des Glaubens an eine „andere Welt“ der Gottheiten oder der Spiritualität, die menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen und Wertvorstellungen beeinflussen. Religiöse Erziehung sorgt dafür, dass sich in uns ein tiefes Misstrauen gegenüber der Wahrheit entwickelt und wir unserer Fantasie nicht mehr glauben. Dabei ist die Fantasie das Gefährt, das uns erlaubt, die Grenzen zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit zu überschreiten. Aber wir misstrauen dem, was die Fantasie unserem Bewusstsein an Bildern schenkt. Dabei ist die Fantasie die neurologische Funktion unseres Gehirns, andere Wirklichkeiten auszuprobieren. Jeder kann auf diese Weise seine Träume verwirklichen und seinem langweiligen Leben davonlaufen. So fantasierte Moses den brennenden Dornbusch und die Zehn Gebote aus der Hand Gottes, eine unübertroffene Meisterleistung religiöser Fantasien aus tiefer existentieller Langeweile heraus.

Im Übrigen erweckt die Rede von einem Jenseits den Eindruck, dass sich der Mensch vorwiegend im sogenannten Diesseits aufhält. Das ist jedoch nicht der Fall, denn wie bereits erwähnt, verträumt der Mensch zwei Dittel seines Lebens. In seinen Tag- und Nachtträumen verweilt er in den Welten der Fantasie, also jenseits seiner Existenz. Ist Fantasie die Begabung des Gehirns, mit Möglichkeiten Wirklichkeiten durchzuspielen, dann wäre Gott als Fülle aller Möglichkeiten nicht mehr als ein Geschöpf allgegenwärtiger Fantasie und das Innere Auge würde dann nichts Anderes schauen als die inneren Bilder seiner Fantasie. Dann allerdings besteht die Gefahr einer überlebenslänglichen Gefangenschaft in den Welten der eigenen Fantasie. Das wäre insofern nichts Besonderes, da ja bereits jetzt schon alle in ihrer je eigenen Fantasie leben. Das Gehirn würde also im Jenseits fortsetzen, was es im Diesseits kennengelernt hat.

Wie das funktioniert, das können Sie ganz einfach einmal ausprobieren. Dazu müssen Sie sich vorweg klarmachen, dass alles, das Sie wahrnehmen, für Ihr Gehirn unmittelbare Adressen sind, also Wahrnehmungsinhalt = Gestalt = unmittelbare neuronale Adresse des Gehirns. Deshalb können Sie sich auch all das, was Sie einmal wahrgenommen haben, wieder vorstellen. Und alle neuronalen Adressen werden zweifach gespeichert, und zwar elektrochemisch in Ihrem Gedächtnis und außerhalb Ihres Gedächtnisses als elektromagnetische Schwingungen. Im Gegensatz zu elektromagnetischen Schwingungen sind elektrochemische Zustände von einem Körper abhängig. Nach Ihrem Tod bleiben also die elektromagnetischen Schwingungen erhalten und damit Ihr gesamtes Gedächtnis als gesamter Komplex. Sie können also als Jenseits alles erfahren und erleben, als ob Sie sich noch im Diesseits befänden, allerdings rein seelisch-geistig und damit körperlos.
Das können Sie sogar selbst wahrnehmen bzw. überprüfen, indem Sie von der sogenannten Fernwahrnehmung Gebrauch machen. Das vermögen Sie aber nur dann und erst dann, wenn Sie an Ort und Stelle alles sehr genau bzw. differenziert wahrnehmen können. Für die folgende Meditation brauchen Sie nämlich sehr differenzierte Adressen.

Übung zur Einführung in die Fernwahrnehmung: Bevor Sie nachts einschlafen, stellen Sie sich einen Ort, an dem Sie schon lange nicht mehr waren, sehr genau (!) vor. Wenn Sie sich genug darauf konzentrieren, wird Ihnen das nicht auf Dauer gelingen, weil Sie Veränderungen wahrnehmen, die Sie zum Teil erst einmal nicht glauben. Okay, begeben Sie sich an diesen Ort und schauen Sie nach, ob Sie richtig ‚fern’ gesehen haben. Mit gewissem Training werden Sie fernwahrnehmen können, was Sie wollen. Sie können das auch das Öffnen des Inneren Auges nennen.

Ende

14
Jun
2010

Das Öffnen des Inneren Auges Folge 15


Die gestellten Fragen drehen sich alle um das Vermögen der
Intuition. Wenn Sie diese positiv beantworten können, dann
haben Sie keine Schwierigkeiten mit intuitiven Wahrnehmungen. Es fragt sich nur, wie Sie damit umgehen.

Es kann zum Beispiel sein, dass Ihnen etwas in den Sinn kommt und Sie das zunächst einmal für absurd halten. Da gelangt beispielsweisse die Idee in Ihr Bewusstsein, dass Ihnen jemand nach sehr langer Zeit völlig überraschend einen Brief geschrieben hat. Dieser Brief befindet sich bereits in Ihrem Briefkasten, was Sie nicht für
möglich halten. Der Gang zum Briefkasten wiederlegt Sie und belehrt Sie allerdings eines Besseren.

Aus solchen und ähnlichen Erfahrungen sollten Sie
Schlussfolgerungen für Ihr Verhalten ziehen und zukünftig
vorsichtiger sein.
Haben Sie derartige Erfahrungen öfters gemacht, dann liegt es nicht an mangelnder Intuition, wenn Sie mit dem
Inneren Auge nichts wahrnehmen können, sondern an mangelndem Vertrauen in Ihre Wahrnehmungsfähigkeit. Weil das Innere Auge mit dem Herzen wahrnimmt, wird es durch Misstrauen geblendet.
Glauben Sie doch einfach, was Sie fühlen und Sie werden auch sehen.

Fortsetzung folgt

13
Jun
2010

Das Öffnen des Inneren Auges Folge 14


Zwischen Lebenszeit und Erleben besteht also eine ziemliche Diskrepenz. Diese Diskrepanz erklärt, warum wir im Nachhinein unser Leben als so kurz empfinden und wünschen, dass dieses doch noch über den Tod hinaus währt.

Und weil unsere Hoffnung so groß ist, sind wir neugierig, ob sie sich denn auch nach dem Tod erfüllt. So setzen wir darauf, dass uns ein Blick mit dem Inneren Auge in den Zeitraum danach gelingt. Merkwürdigerweise überwiegt unsere Angst vor dem Tod unsere Neugier auf die Zeit nach dem Tod. Diese Angst ist nicht natürlich, sondern das Ergebnis pervertierter religiöser Erziehung. Wer sich nämlich anderer bemächtigen will, muss ihnen Angst machen oder sie missbrauchen.

Ist es denn nun eigentlich möglich, einen Blick hinter die
Kulisse unserer Existenz zu werfen? Wer jetzt Ja sagt, muss das auch zeigen können. Allerdings geht das nicht ohne vorbereitet zu sein. Diese Vorbereitung geschieht mit Hilfe geeigneter Fragen, auf die Sie jeweils unbedingt eine bejahende Antwort finden sollten.

Frage 1 von 12: Können Sie das Wesen eines Menschen sehen?
Frage 2 von 12: Was bedeutet "das Wesen" sehen?
Frage 3 von 12: Vertrauen Sie Ihrer Wesenssicht?
Frage 4 von 12: Was erzählt Ihnen diese Wesensschau?
Frage 5 von 12: Können Sie Verstorbenen wesentlich begegnen?
Frage 6 von 12: Vermittelt Ihnen eine Wesensbegegnung Nähe?
Frage 7 von 12: Können Sie Tieren wesentlich begegnen?
Frage 8 von 12: Sind Sie empfindlich für Gedankenübertragungen?
Frage 9 von 12: Können Sie das Wesen eines Baumes sehen?
Frage10 von 12: Sprechen Sie mit Pflanzen und Tieren lautlos?
Frage11 von 12: Kennen Sie Vorahnungen?
Frage12 von 12: Bekämpfen Sie gerade einen Ihrer Fehler?

Fortsetzung folgt

12
Jun
2010

Das Öffnen des Inneren Auges Folge 13


Bevor das Bewusstwerden als Bewusstsein innehält, bedarf es für diesen existentiellen Augenblick einer eigenen Welt. Vor seiner Vergegenwärtigung als Bewusstsein verweilt es in den Weiten eigener Innenräume. Dieser unbewusste Aufenthalt stattet unsere eigentliche Welt aus, in der wir etwa ein Drittel des Tages verbringen, ohne es zu bemerken. Wie im Schlaf befinden wir uns in der unbewussten Welt außerhalb unseres bewussten Lebens. Gewöhnlich sagt man, dass wir tagträumen, sobald wir uns dort aufhalten. Der Alltag sieht dann so aus, dass ein Drittel dem Schlaf gehört, ein Drittel dem Unbewussten und ein Drittel dem Bewusstsein. Unsere tatsächliche bewusst verbrachte Lebenszeit beträgt also nur ein Drittel unseres tatsächlichen Lebensalters. Normalerweise zeigt sich das „versäumte“ Leben erst während des Sterbens. Diese uns ureigene Welt wird dann als Übergang in eine fremde Welt erfahren.

Fortsetzung folgt

11
Jun
2010

Das Öffnen des Inneren Auges Folge 12


Weil das Bewusstsein durch das Öffnen des Inneren Auges sehr stark gefordert wird, müssen vor allem dessen Basis-Funktionen ständig trainiert werden. So ist wie für alle künstlerischen und wissenschaftlichen Prozesse ein regelmäßiges Training des Gedächtnisses unausweichlich. Es sollten vor allem jene Funktionen gefordert bzw. gefördert werden, welche in Bezug auf das Öffnen des Inneren Auges eine wichtige Rolle spielen. Das sind alle Funktionen des analogen Visualisierens. Überprüfen Sie zum Beispiel einmal, ob es Ihnen möglich ist, zu folgendem Ausdruck eine eigene sinnvolle Vorstellung zu erhalten. Und bedenken Sie, dass es hierbei nicht auf 'richtig' oder 'falsch' ankommt. Was stellen Sie sich unter "≡" und "Ich ≡ Ich" vor? Können Sie diese Vorstellung mit dem Phänomen "Erweiterung des Bewusstseins" in Verbindung bringen? Es hat keinen Sinn, um das Problem herum zu reden. Wenn sich zu beiden Ausdrücken noch (!) keine Vorstellungen einstellen, dann sind die Texte dieser Folgen nicht hilfreich. Lesen Sie immer nur Texte, deren einzelne Worte auch Vorstellungen erzeugen! (Regel)

Fortsetzung folgt

10
Jun
2010

Das Öffnen des Inneren Auges Folge 11


Das Öffnen des Inneren Auges ist kein besonderer religiöser oder philosophischer Akt, sondern lediglich eine Frage innerer Wachsamkeit und Konzentration. Ab einem gewissen Konzentrationsgrad öffnet sich dem Denken eine besondere Form abstrakten Wahrnehmens, dessen Inhalte dann auch ins Werk gesetzt sein wollen. Wer also auf eine Art religiös mystische Erbauung hofft, wird sehr bald frustriert aufgeben und in einer anderen Unart sein Heil suchen. Der Vorteil des Dritten Auges ergibt sich vor allem für schöpferische Menschen, weil deren bevorzugtes Blickfeld das Feld der Möglichkeiten ist. Wer sich also nicht für das Schaffen von Neuem interessiert, hat auch kein Interesse an kreativen Wahrnehmungen oder Entdeckungen.

Nun wird mancher bei sich denken. „Ja, ja, ich würde ja schon ganz gern wollen, aber ich kann nun eben mal einfach nicht!“ Unter dem nicht könnenden Willen leidend wünscht er sich handwerkliches Rüstzeug, um schöpferisch arbeiten zu können. Selbstverständlich gehört auch das hier erwähnt. Ich versuche das Schritt für Schritt in Form von Regeln.

Zunächst: der schöpferische Gedanke braucht vor allem einen Beweggrund (Motiv). Das Arbeiten muss sich auf jeden Fall lohnen. Weil die schöpferische Idee einem neuronalen Teilchen gleicht, das von einer Gruppe von Neuronen mit großer Energie in bestimmte neuronale Netze abgefeuert wird, um sich seinen langen Weg durch zufällige Möglichkeiten zu suchen, wird dieser kreative Wurf auch emotional stark gebunden. Der Schwung der anfänglichen Freude entwickelt einen Eifer, der dann nicht unbedingt durchgehalten werden kann. Der abgefeuerte ideale, sensible Punkt wird gleichsam aus dem Blick verloren und verirrt sich in den neuronalen Netzen. Die emotionale Schwächung ist der häufigste Grund für das Versagen einer schöpferischen Idee. Was lässt sich dagegen tun? Vor allem muss ein schöpferischer Gedanke Zeit haben, um 'innerlich' zu wachsen. Eine starke Idee schwächt sich schnell ab, sobald man sie unmittelbar umsetzt. Also erst einmal abwarten und sich in Geduld üben. „Gut Ding braucht Weile!“ Wer das Innere Auge öffnen will, muss erst einmal Wahrnehmen und Betrachten lernen. Beschreiben Sie also jeden Tag erst einmal wenigstens ein Bild. (Regel)

Fortsetzung folgt

9
Jun
2010

Das Öffnen des Inneren Auges Folge 10


Die reine Intuition ist wort- und bildlos. Sie teilt sich form- und gestaltlos mit. Wenn sie sich verlautbart, dann durch die Innere Stimme und dann auch mit ungewöhnlichen Inneren Veranschaulichungen. So erscheint der Heilige Geist absurderweise ausgerechnet in Gestalt einer Taube. Rein intuitive Offenbarungen werden natürlicherweise geglaubt, weil sie unmittelbare Spiegelungen der Seele sind. Das Bewusstsein ist nämlich auf Grund der Spiegelneuronen so organisiert, dass es alles gleichsam als Widerspiegelung darstellt.

Wahrnehmungen spiegeln sich als Betrachtungen. Betrachtungen spiegeln sich als Beobachten, das ist das Erschließen von Zusammenhängen. Beobachtungen spiegeln sich als Begreifen, das ist das Verstehen von Zusammenhängen. Zusammenhänge spiegeln sich als Anschauen von Antizipationen. Antizipationen spiegeln sich als Vorahnen. Vorahnungen spiegeln sich als Visionen von Möglichem. Möglichkeiten spiegeln sich in Utopien. Und Utopien spiegeln sich in Wegen der Verwirklichung. Methoden spiegeln sich im Denken und Verhalten. Intuitionen vollziehen sich als diese Spiegelungen in eins zugleich. Intuition differenziert deshalb nicht; sie ist von Anfange an maximal differenziert. Alle, die sie erfahren, beschreiben sie natürlicherweise als Gefühl. Tiefe Gefühle entstehen, wenn sich die Sinne in der Seele spiegeln und wenn sich die Seele im Geist spiegelt. Und in solchen Erfahrungen spiegelt sich das Offenbaren durch das Innere Auge. Das Öffnen des Inneren Auges ist folglich ohne künstlerische oder wissenschaftliche Anstrengungen nicht zu haben. In esotherischen Lehren über das Öffnen des Dritten Auges entsteht so das Bilden dieses Auges häufig nur als Einbildung.

Zum Schluss eine buddhistische Antwort auf eine einfache Frage.
Warum sieht man nichts, obwohl das Dritte Auge geöffnet ist?
Antwort:
Wenn das Innere Auge offen ist, sieht man Nichts!

Fortsetzung folgt

8
Jun
2010

Das Öffnen des Inneren Auges Folge 9


Das Loslassen vertrauten Wahrnehmens ist unabdingbare Voraussetzung für das Erfassen durch das Dritte Auge. Die Schwierigkeiten für das, was da erschlossen wird, liegen in dessen Auslegungen, die so ganz und gar nicht in den Rahmen des Vertrauten passen. Weder Worte noch Bilder, sondern allein Intuitionen erscheinen und werden bewusst, damit sie verstanden werden können. Das ist durchaus nichts Fremdes. Auch der Wissenschaftler oder der Künstler entdeckt intuitiv eine Formel oder ein Gedicht. Beide kommen nicht auf den Gedanken, dem nicht zu glauben, sondern vielmehr wird das intuitiv Erfasste ganz selbstverständlich angenommen, aufgeschrieben und veröffentlicht. In Hinsicht auf das durch das Innere Auge Geschaute besteht aber die unberechtigte Scheu, das ernstzunehmen oder gar mitzuteilen.

Ein kleines Beispiel: Am Ende jeder einzelnen dieser Folgen steht der Hinweis „Fortsetzung folgt“. Woher weiß ich denn, dass es am anderen Tag noch weitergehen wird? Nach üblichen Kriterien weiß ich das natürlich nicht. Aber die Intuition kündigt an, dass es weitergehen wird. Keine Ahnung wie, aber es wird weitergehen, ganz einfach, weil die Darstellung intuitiv noch nicht vollständig ist. Ich glaube dem und werde deshalb morgen weiter schreiben.

Fortsetzung folgt

7
Jun
2010

Das Öffnen des Inneren Auges Folge 8


Das loslassende Wahrnehmen verzichtet auf das modellierende Identifizieren und wechselt ins spielende Interpretieren. Es wird weniger Wert auf Bindungen und Verbindungen gelegt. Zusammenhänge entstehen eher aus zufälligen, im Augenblick gefälligen oder auffälligen Teilen. Diese belanglose Unverfänglichkeit frei von Vorurteilen öffnet allererst einem unvoreingenommenen Wahrnehmen die Welt des Unvorhersehbaren und ermöglicht das Erfassen von bislang Ungeahntem. Gestalten ungeahnter Form und unbekannten Ausdrucks können so erscheinen. Aus Einbildung gebildete Wunder strafen sich schon als Irrlichter und Täuschungen, dass sie sich in bekannten Modellen repräsentieren. Das Heilige, das in einer bekannten Figur eines Heiligen dem Frommen in seiner Vision erscheint, ist nicht mehr als selbst erzeugte Fantasie, von einem sehnlichen Wunsch hervorbracht. Durch die spielende loslassende Wahrnehmung aber soll das Bewusstsein Ungeahntes, Unvertrautes erfahren. Auf diese Weise können sich fremde Welten erst im inneren Bild des Dritten Auges spiegeln.

Spiegelungen

in einem Wasser 

in einem Gefäß

Über-Bleibsel 

Reste die zu

entsorgen sind



mein Blick verfängt sich

darin
fasst zusammen was

unverbunden ist

uschmid

Auch künstlerische Texte und Bilder sind spielerischer loslassender Natur und vermögen so Neues, Unerfahrenes zu eröffnen. Kunst, die sogleich verstanden wird, vermag nichts mehr zu eröffnen. Reste, die sich zu etwas Neuem zusammentun, erscheinen als wahre Spiegelungen loslassender Fantasie und erscheinen so geeignet, das Öffnen des Inneren Auges zu erleichtern.

Fortsetzung folgt

6
Jun
2010

Das Öffnen des Inneren Auges - Folge 7

Das Öffnen des Inneren Auges ist demnach mit der Vergegenwärtigung aller Aspekte der Betrachtung vergleichbar. Damit wird deutlich, dass ein hohes Maß an Bewusstseinsenergie verfügbar sein muss. Diese Energie muss auf einen 'Punkt' hin konzentriert werden, damit die Wahrnehmungsintensität so weit erhöht wird, dass die Grenzen der gewöhnlichen Wahrnehmung überschritten werden können. Solche außergewöhnliche Konzentration bedarf natürlich des Trainings, um überhaupt erzielt werden zu können. Im Verlauf eines solchen Trainings treten mehrere Phasen des Wahrnehmens unterschiedlicher Qualität auf.

Die erste Phase der Wahrnehmung vollzieht sich analog zum Alltag als Vergleichen. Das Wahrnehmen selbst wird maßgeblich durch Assoziationen bestimmt, um tiefer in den Raum der Erinnerungen vordringen zu können. Die Art von Vorwärtsbewegung wird durch eine strenge Analogie zur Vorwärtsbewegung in die Tiefe der geistigen Welt bestimmt. Um diesen Effekt zu erreichen, ist es hilfreich, in seinem Leben möglichst weit zurückzugehen. Ist man in der frühesten, noch vorstellbaren Kindheitserinnerung angekommen, dann verweilt man in diesen vorgestellten Erinnerungen und schaut sich möglichst genau um und sieht sich alles sehr genau an. Auf diese Weise werden sich Erinnerungen eröffnen, die bereits in Vergessenheit geraten waren. Diese Erinnerungen werden durch Gleichheiten und Ähnlichkeiten mit dem vorhandenen Vergegenwärtigten wachgerufen. Dieses Vordringen vom Bekannten ins gleichsam Unbekannte ist eine Übung nach dem Prinzip des Satzes der Identität, der als Allsatz besagt, dass alles Seiende systemischer Natur und deshalb vergleichbar ist.

Diesseitige und jenseitige Wesen unterscheiden sich nicht wesentlich. Aber sie können sich nur erkennen, wenn sie sich als gleich wahrnehmen können. Ansonsten vermögen sie sich gegenseitig nicht zu erkennen. Sollten außerirdische Wesen existieren, dann können wir ihnen nur begegnen, wenn wir ihnen auf irgendeine Weise gleichen.

Wird die Phase der Rückerinnerung erfolgreich abgeschlossen, dann folgt die Phase des loslassenden Wahrnehmens.

Fortsetzung folgt

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

Ergänzende Webseiten

 

Archiv

Mai 2021
April 2021
März 2021
Februar 2021
Januar 2021
Dezember 2020
November 2020
Oktober 2020
September 2020
Juni 2020
Mai 2020
April 2020
März 2020
Februar 2020
Januar 2020
Dezember 2019
November 2019
Oktober 2019
Juni 2019
Mai 2019
April 2019
März 2019
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Dezember 2015
November 2015
Oktober 2015
September 2015
August 2015
Juli 2015
Juni 2015
Mai 2015
April 2015
März 2015
Februar 2015
Januar 2015
Dezember 2014
November 2014
Oktober 2014
September 2014
August 2014
Juli 2014
Juni 2014
Mai 2014
April 2014
März 2014
Februar 2014
Januar 2014
Dezember 2013
November 2013
Oktober 2013
September 2013
August 2013
Juli 2013
Juni 2013
Mai 2013
April 2013
März 2013
Februar 2013
Januar 2013
Dezember 2012
November 2012
Oktober 2012
September 2012
August 2012
Juli 2012
Juni 2012
Mai 2012
April 2012
März 2012
Februar 2012
Januar 2012
Dezember 2011
November 2011
Oktober 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
März 2011
Februar 2011
Januar 2011
Dezember 2010
November 2010
Oktober 2010
September 2010
August 2010
Juli 2010
Juni 2010
Mai 2010
April 2010
März 2010
Februar 2010
Januar 2010
Dezember 2009
November 2009
Oktober 2009
Juni 2009
Mai 2009
April 2009
März 2009
Februar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
Oktober 2008
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006
Dezember 2005
November 2005
Oktober 2005
September 2005
August 2005
Juli 2005
Juni 2005
Mai 2005
April 2005
März 2005
Februar 2005
Januar 2005
Dezember 2004

Aktuelle Beiträge

. . .
Man muss alle Bewegungen der Natur genau beobachten,...
wfschmid - 25. Mai, 09:45
Unsichtbare Welt
Neuronale Dämmerung im Dunkel des Unbewussten. Der...
wfschmid - 24. Mai, 06:44
glaub' oder glaube nicht was...
glaub' oder glaube nicht was geschehen ist schuf dich ich...
wfschmid - 15. Mai, 04:07
Annähern
Loslassen können Es erinnern Leuchtende Bilder An diesen einzigartigen...
wfschmid - 14. Mai, 08:30
Magische Linien 1
Magische Linien 1 Geschützte Markierung Gefühle der...
wfschmid - 13. Mai, 09:26
Magische Linien 1
Geschützte Markierung Gefühle der Atem die Energie ein...
wfschmid - 13. Mai, 09:23
Sehr schön
Lieber Wolfgang, meine Emails kommen offenbar nicht...
snafu - 6. Mai, 10:55
. . .
So offenbart sich im Stillleben Vincent van Goghs „Ein...
wfschmid - 30. April, 10:52

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Status

Online seit 7775 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 24. Juli, 02:02

Suche (AND, OR erlaubt) - Nächste (leere) Zeile anklicken!

 

Credits

 

 

Es gelten die Rechtsvorschriften für Webseiten der Universität Flensburg © Texte: Wolfgang F. Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) wfschmid(at)me.com Bilder: Ulrike Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) mail(at)ulrike-schmid.de

 wfs


development