2
Mai
2010

Heilende Worte


Ganzheitliche Medizin, zusammengeführt in der Einheit von Körper und Geist, ist für die Schulmedizin ein Albtraum. So bleibt die Sprache in Kliniken und Rehas im günstigsten Falle der gewöhnliche Umgangston von freundlichen Handwerkern, mechanistisch grob eben. "Hat Nr.36 schon ihr Frühstück bekommen?" "Hat der PKW in Box 4 schon seinen Ölwechsel?" "Sie sind bei dem desolaten Zustand Ihres Körpers hier nicht, um sich zu erholen, sondern um zu arbeiten!" Die Seele, die beste Ärztin des Körpers gehört nicht in eine Klinik. Die Seele des Kranken ist eigentlich von Natur aus eine selbstheilende Kraft. Was ist, wenn sie diese ursprüngliche Idee auf dem Krankenlager nicht verwirklichen darf? Für eine solch arme Seele hat Francois einige Tipps.
"Des mots de Sainte Francois d'Assisi"
(entdeckt bei Renovierungsarbeiten nach dem Erdbeben, Assisi im Oktober 1997)

Geistheilung vollzieht sich im wesentlichen bei sich selbst wie Antizipation, bei anderen wie Initiation durch Projekion (Vorstellungstransfer). Die Kraft der Selbst- oder Fremdübertragung hängt vor allem von der Überzeugung ab. Nur Glaube vermag Berge zu versetzen! Die Frage ist nicht, ob wir heilen können, sondern die Frage ist, ob wir davon überzeugt sind, heilen zu können. Heilen vermögen wir von Natur aus, aber den Glauben an diese natürliche Fähigkeit haben wir verloren.

Francois et Claire


Wenn die Luft da oben eng und der Atem eng wird, entschwinden dem Bewusstsein alle Utopien. Heilende Kräfte versickern und alle Wunder verblassen. Erst wenn Hiob vollkommen am Ende ist, erhebt sich die Seele, um jenseits des Köperlichen ihre Ansprüche anzumelden. Sie fürchtet die Kirche mehr als die Hölle. Diese leeren Weissagungen von ahnungslosen, zum Missbrauch bereiten Priestern. Die Bibel ein Flickwerk aus Jahrhunderten. Wenn es da nicht diese Störenfriede gäbe, die auf Gott ohne Glauben vertrauen. Allen voran Maria, die aus ihrer peinlichen Lage die größte Story aller Zeiten machte. Marias Weltenlehre: "Nicht das ist wahr, was tatächlich ist, sondern das, was aus Dir sich als überzeugende Tatsache gestaltet." Die Jungfrauengeburt eine schöpferische Notlüge als Beleg. Wer Verständnis für diese Lüge hat, erkennt das Heilige jenseits von Gut und Böse. Die Leidenschaft für Claire machte Francois den Verzicht auf alle anderen Begehrenswerten leicht. Wer nur von der Liebe lebt, kann nie zum Idioten gemacht werden. Und wer glaubt, dass die Liebe vergeht, hat sie auch nicht verdient. Rabiater als Francois kann man das nicht sehen. Dieser Francois ist radikal genug, um für das bevorstehende Ereignis zu taugen.

1
Mai
2010

Nur ein Spruch


"Lebe jeden Tag so, als wäre er dein letzter!"
Ein wirklich frommer Spruch! Denn in Wahrheit ist es nicht leicht möglich herauszufinden, was es denn so Wichtiges geben könnte, dass es unbedingt in den letzten Tag gehören müsste. Es ist auf jeden Fall der Verlust des Lebens! Insofern kann niemand diesen Tag in einer Klinik der Schulmedizin erleben. Der vollkommen mechanisierte Körper hat keine Luft mehr für die Seele. Und das Abschalten der Geräte wirkt wie das Schließen der Garagentür nach einem schönen Ausflug.

26
Apr
2010

Lobpreis Magdalene's

Verlegenheit ob dieser Angelegenheit. Was liegt an, dass das Verlegte unbedingt gefunden werden muss? Jeder Tag gebärt sich ungefragt aus der Nacht des Nichts, in das er wiederum entschwindet, als sei da nicht etwas gewesen. Bisweilen kommt es zum Un-Fall, wenn die Frau ihr Kind absolut nicht will und alle Mühe vergebens war, es doch noch zu verhindern. Der Geburtstag wird zum in die Welt geworfenen Unglück, vor 66 jahren während eines Bombenhagels. Selbst aus dem Un-Glück ist nichts geworden. Magdalene hat das einfach nicht geschafft. Die Kriegsgötter waren allesamt gegen sie. Es nutzte ihr auch nichts, den Kleinen einfach wegzuwerfen. Unter dem Sauerstoffzelt wurde er gleichsam wiedergeboren... ...Geburtstag eben!

25
Apr
2010

Missbrauch einer guten Idee

Würden Sie in einer Gegend wohnen wollen, in der sich mehr Gesindel aufhält als gewöhnlich ? Das Internet ist so eine Gegend. Da verkehren dumme Leute voller Arroganz und outen sich dabei ohne jede Rücksicht auf Anstand. Sie biedern sich hemmungslos mit blöden Texten an. Voyeure, die alles zu entdecken glauben. Sie zelebrieren ihre geistigen Behinderungen in schleimigen Textergüssen. Dabei kann man in Texten nicht einfach das sagen, was man denkt. Die eigenen Gedanken verraten mehr als Ahnungen zulassen. Erst durch Intuition wird alles sichtbar! Und auch, dass man jene Gegend unbedingt meiden sollte.

24
Apr
2010

Ich werde diese geheimen Filme zeigen


Wir sprechen nicht, um uns Gedanken mitzuteilen, sondern um uns zu sagen, was unsere Gefühle tatsächlich meinen. Wörter sind Träger von Schwingungen von dem, was wir im Augenblick empfinden. Sätze sind Takte unseres Lebensrhythmus und Texte sind Kompositionen unserer momentanen Situation. Das Wesentliche steht zwischen den Zeilen. Nicht das, was wir sagen oder schreiben, sondern das, was wir uns nicht getrauen auszusprechen, wenn wir sprechen oder schreiben. Jedes Gehirn dokumentiert durch Sprache seine Biografie. Besonders deutlich teilt sich das Gehirn in seiner Wahrheit mit, wenn es kritisiert. Solche Kritiken sind wie Kopfkino, in dem die Kritisierenden ihr persönliches Drama der Öffentlichkeit vorführen. Ich kann die Bilder solcher Aufführungen sehr deutlich sehen und verstehen und aus der Scheinheiligkeit in das tatsächlich Gemeinte übersetzen. Das ist nicht unbedingt ein Gewinn angesichts des schönen häßlichen Scheins.

18
Apr
2010

Gelassenheit contra Gleichgültigkeit


Sonografie

Eine engagierte Ärztin, Oberärztin der Stroke Unit sagte mir, als ich sie wegen ihres konstruktiv helfenden Humors bewunderte: "Ach wissen Sie, ohne Humor könnten wir alle hier das alles gar nicht aushalten!" Ich dachte nicht, dass mir dieser Satz an diesem Montag heute mehrmals helfen würde.
Um 13:20 kam die Stationsschwester, um mir klarzumachen, dass ich mich um 13:50 in der Kardiografie einfinden soll. Ich wurde wohl nicht abgeholt, weil ich morgens über das Frühstück gelacht hatte. Immerhin aber erklärte sie mir im schnippischen Ton den Weg dorthin.
Um 13:45 saß ich brav auf einem der schwarzen Stühle in der kardiografischen Abteilung. Schließlich liebe ich Pünktlichkeit. Einige Meter von mir entfernt stand ein Krankenbett, in dem eine alte Frau lag und darauf wartete, dass sie nach ihrer Untersuchung auch wieder abgeholt wird. Als eine Verwaltungsangestellte vorbeikommt, fragte die alte Frau, wann sie denn abgeholt wird. "Bestimmt gleich!", sagte die Angestellte. "Oh, das sagte Ihre Kollegin auch schon! " "Wann war das denn?" "Das war kurz vor zwölf!" Und inzwischen war es bereits kurz vor zwei. Die Angestellte versicherte, dass sie sofort telefonieren werde, sobald sie die Akten, die sie unter dem Arm trägt, abgegeben hat. Nach einigen Minuten kam sie wieder und versicherte der alten Frau, dass sie den Abholdienst benachrichtigt hätte. Die alte Frau drohte inzwischen, dass sie aus dem Bett steigt und mit ihrem nach hinten vollkommen offenen, viel zu kurzen Operationshemdchen zu Fuß in ihre Station zurückgeht. Als sich um 14:20 bei mir immer noch nichts tat, klopfte ich an die Tür von Zimmer 3. "Wie ist Ihr Name?" "Schmid!" "Ja, dann sind Sie hier richtig! Gehen Sie doch schon einmal in den Untersuchungsraum, machen Ihren Oberkörper frei und legen sich auf die Liege neben dem sonografischen Messgerät!" Dann setzte sie das durch mich unterbrochene Gespräch mit der Praktikantin fort. Jetzt war nicht Humor gefragt, sondern Eselsgeduld. Nach etwa zehn Minuten setzte sie sich neben mich unterhielt sich weiter, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Dann schließlich erklärte sie mir, während sie auf den Bildschirm stierte, dass es noch etwas dauern werde, da sie noch den Befund von der Voruntersuchung schreiben müsse.
Endlich begann sie mit der Untersuchung meines Herzens und entdeckte schon bald eine beachtliche 'Sehenswürdigkeit'. Sogleich rief sie die Praktikantin: "Schauen Sie sich das an. Ich zeige Ihnen das, weil man das sonst nie so gut sehen kann. Sehen Sie, was können Sie erkennen?" Aber weder ich noch die Praktikantin hatten die geringste Ahnung. Dann änderte sie die Bildeinstellung. "Sehen Sie die starke Einbuchtung in der Herzwand? Sehen Sie das?" Ja, das war nun wirklich nicht zu übersehen. Die Kardiografin fuhr fort: "Diese Einbuchtung ist eine Narbe! Das rührt von einem Herzinfarkt! Toll, wie gut man das hier sieht!" Na, wenigstens jemand, der sich freut. Der Rest war schnell erledigt. Es gab nichts Interessantes mehr zu entdecken!
Als ich wieder in meinem Bett auf der Station lag, stieg in mir eine bis dahin nie gekannte helfende Gleichgültigkeit hoch.

17
Apr
2010

Lungenfunktionsanalyse


Lungenfunktionsanalyse

Frühstückszeit im Hospital. Ein wenig Magarine, ein wenig Erdbeermarmelade in zwei kleinen Platikbehältern, neben einer in Plastikfolie eingeschweißten kargen Brotscheibe. Neugier. Was ist wohl in dem großen grauen, schüsselartigen Behälter? Ich hebe den Deckel und muss unwillkürlich lachen. Ein (!) kümmerliches Brötchen! Ich versuche der Schwester humorvoll zu erklären..., aber sie hat dafür keinen Sinn. Wütend schimpfend verlässt sie das Zimmer. Ich komme erst gar nicht zum Frühstücken, weil ein Krankenpfleger mich auffordert, zur Lungenfunktionsanalyse zu gehen. Jetzt bin auch ich wütend. Die Lungenfunktionsanalyse wird von einer Ärztin durchgeführt, die mich für geistig behindert hält. Also versuche ich ihr klarzumachen, dass meine verwaschene Sprache von einem Schlaganfall herrührt. Sie zuckt mit den Schultern und sagt: Sie machen jetzt genau, was ich sage. Hören Sie, Sie machen jetzt genau, was ich sage. Sie sitzen jetzt ganz aufrecht und atmen gleichmäßig durch den Mund ein und aus. Hier ist ein Plastikröhrchen auf dem Messinstrument, durch das Sie atmen müssen. Bitte nur durch den Mund atmen und dabei ganz aufrecht sitzen. Genervt folgte ich ihren Anweisugen, nachdem sie mir zur Sicherheit eine Nasenklemme aufgesteckt hatte. Einatmen -Ausatmen. Und immer genau das machen, was ich sage. Einatmen - Ausatmen! Und dann reißt sie die Tür der viel zu engen Kabine auf, zieht lautstark den Atem an, hält ihn an, um ihn lautstark hinauszuprusten. Jetzt machen Sie das genau so wie ich. Hören Sie, genau so wie ich. Dann kommandiert sie: "Einatmen", brüllt "Luft anhalten uuund kräftig ausstoßen!" Weil sie nicht alle Funktionen eingestellt hatte, musste die ganze Prozedur wiederholt werden. Also Sie machen jetzt unbedingt genau, was ich sage. Hören Sie, Sie machen jetzt genau, was ich sage. Sie sitzen jetzt ganz aufrecht und atmen gleichmäßig durch den Mund ein und aus. Hier ist ein Plastikröhrchen auf dem Messinstrument, durch das Sie atmen müssen. Bitte nur durch den Mund atmen und dabei ganz aufrecht sitzen....

16
Apr
2010

Danach

Schlaganfall


Unversehens backstage (Hinführung)
Jahrzehnte inmitten der Sprache, zwischen Worten und ihrer neuronalen Bedeutungen, Satz für Satz neurologische Funktionen ermittelnd, um dann unversehens hinter die Kulissen des Bewusstseins geworfen zu werden. Hirnschlag, Schlaganfall und das ganze, so wohl bedacht Gedachte verliert an Bedeutung, ohne die Möglichkeit, noch mitgeteilt werden zu können. Jetzt nur nicht locker lassen. Aufgeben? Kein Weg! Keineswegs!
Mit der linken Hand Buchstaben für Buchstaben mit einem Finger, mit dem Mittelfinger vorzugsweise, weil mit der größten Treffsicherheit der zuständigen Tasten auf der wenig erhabenen Mac-Tastatur. Aber vorwärts nach rechts, Schritt für Schritt auf der Zeile voran stolpernd, das untersagt Mister Donald! Auf meinem rechten Bein sitzend hat er unbemerkt, blitzartig die Pfeil-nach-rechts-Taste gekonnt mit dem bekannten Geschick eines Kakadus ausgehebelt.
Was bringt nun der Blick hinter die Kulisse? Auf jeden Fall keinen Ein-Blick! Was habe ich denn erwartet? Doch zumindest eine helfende Erfahrung! Ja, doch, die gibt es. Meine Gedanken müssen sich urplötzlich in Geduld üben. Es kostet sie jetzt entschieden mehr Zeit, bis sie verschriftlicht worden sind, um in ihre Herkunft zurück entlassen werden zu können. Völlig neu dieses stark verlangsamte Festhalten von Gedanken. Wohl deshalb werden Sprachtherapeutin und Logopädin nicht müde, sich nach meiner Konzentrationsfähigkeit zu erkundigen. Aber bei aller Unvernunft habe ich wohl Glück gehabt. Aufmerksamkeit und Konzentration erweisen sich als uneingeschränkt, so dass sich meine Gedanken nach Lust und Laune austoben können.
Eine erste erstaunliche Erfahrung zeigt, dass meine Gedanken diese neu gewonnene Freiheit voll auskosten. Weil ein Gedanke dem Bewusstsein Buchstabe für Buchstabe abgerungen werden muss, hat er plötzlich Zeit, sich sein Erscheinen im Text noch einmal zu überlegen. Diese Erfahrung ist für mich völlig neu, denn bislang hat sich fast jeder meiner Gedanken widerspruchsfrei ergeben. Ich habe ihn also so aufgeschrieben, wie er angekommen ist. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, sein Outfit zu ändern. Und jetzt? Gedanken stolzieren wie auf einem Laufsteg daher, drehen und wenden sich nach allen Seiten, beinahe so, als wären sie jetzt doch noch eitel geworden und stolz auf ihre Wortwahl. Ein Text als Modenschau von Stichwortdesignern des Unbewussten. Ich ertappe mich dabei, diese gut gemeinten Mühseligkeiten meines angeschlagenen Gehirns ungeduldig und geringschätzig zu behandeln. Wäre ich arm im Geiste geworden, ich würde es nicht einmal bemerken. Ja solche Armut ist nicht eingekehrt, aber ein Gefühl von Undankbarkeit breitet sich aus. Und überempfindliche Reaktionen auf Geringfügigkeiten nerven und strapazieren zunehmend, den Eindruck erweckend, dass alle Besserung geschwächt ist.
Alarm im Bewusstsein. Die rechte Hemisphäre warnt vor der Ein-Finger-Strategie der linken. Das Gehirn beginnt nämlich, sich mit der Behinderung zu arrangieren. Absurd, mit einem Finger der linken Hand scheint es einfacher und schneller zu gehen als auf zwei Hände verteilt. Das ist unzulässig, wenn ich meine Behinderung nicht festschreiben möchte. Folglich inakzeptabel.
Aber auch die rechte Hemisphäre versucht durchaus, die Gelegenheit zu nutzen, um sich neue Gebiete zu erobern. Sie träumt von einem Roman. Das erscheint ihr bekömmlicher als ein umfangreiches Lehrbuch. Solche Träumereien haben etwas Ungeordnetes an sich. Aber immerhin das Bedürfnis nach Widerstand wird geweckt. Ich will keinen einzigen Schritt zurück! In keinem und auf keinen Fall! Da haben wir’s. "In und auf keinen Fall", das hätte ich so früher niemals geschrieben. Was aber bedeutet das? Gibt es da überhaupt einen Unterschied derart, dass er eigens erwähnt werden sollte? Sprachgefühl ist gefragt. "In keinem Fall", das klingt eher situativ: in keiner Situation also. Und "auf keinen Fall", das hört sich Kantisch kategorisch an, unter keiner Voraussetzung also! Aha, so ist das: in keiner Situation ünd unter keiner Bedingung! Das ist in der Tat trennschärfer gesagt, weil der angenommene Fall sowohl situativ als auch kategorisch beschrieben wird. Braucht es das überhaupt? Wer kennt denn überhaupt den Unterschied zwischen Perspektive und Aspekt? "Frechheit!" meldet sich da ein Gedanke, der sich links orientiert aus der logischen Hemisphäre ankündigt. Was will er? Worüber ist er eigentlich verärgert? Kann ich ihn so etwas fragen? Von rechts nähert sich Besänftigung. "Nur nichts Verrücktes jetzt! Haarspalterei liebt niemand! Nun wird der Gedanke erst richtig sauer. "Ich bin gegen überzogene Genauigkeit. Das wird man ja wohl noch ausdrücken dürfen!"
Seltsam. Überzogene Genauigkeit war noch nie mein Thema! Trennscharfer Ausdruck, das ist doch eine Selbstverständlichkeit. Alle drücken sich so klar aus wie sie können. Der Rest ist doch Verstehen-Wollen. Dennoch bin ich stutzig. Irgend etwas wollen mir solche Gedanken doch sagen. Ich sollte mich in Geduld üben und besser hinhören! Also was ist denn nun das Thema? Schweigen! Die Gedanken scheinen keine Lust mehr zu haben. Vielleicht brauchen sie eine Extra-Einladung. Wäre kein Ptoblem, aber wie geht das? Ach so, klar: Über eine Frage! Fragen wecken Gedanken. Die Fragen begleiten Gedanken ins Bewusstsein, zeigen ihnen den kürzesten Weg in die Gegenden brauchbarer Antworten. Endlich Zeit, sich nach der Laune des ausgebliebenen Gedankens zu erkundigen. Wo steckt er eigentlich? Ach so, noch immer im Ärger über angenommener Spiegelfechterei. Was verlangt er von mir, damit er sich blicken lässt? Er wünscht sich vor allem, dass ich ihn nicht mehr bedränge. Erste Woche Reha! Wiederkehr des immer Gleichen. Verordnet angeordnete geordnete Heilung im ½ Stundentakt. Mit Stundenplänen in der Hand laufen wir durch die Gänge von Therapie zu Therapie humpelnd: Neuropsychologie, Sprachtherapie, Physiotherapie, Ergotherapie. Feinmotorikgruppen, Gleichgewichtsgruppen. Ich will nach Hause laufen. Aber das eigenständige Gehen ist noch nicht therapeutisch kontrolliert freigegeben. Ich kann nicht mehr selbst entscheiden, ob ich noch gehen kann. Persönliche Protestaktion am Karsamstag. Ich gehe allein ¾ Stunde zu Fuß in die Stadt, um mich dort mit Ulrike zu treffen. Ein Gefühl von Freiheit ohne Gleichgewichtsstörungen. Anschließend noch 2 Stunden Stadtbummel mit Wochenmarkt und AAA-123-Suchen in Kaufhäusern. Alles therapiefrei okay. Reha: Ruhig eine heftige Abreibung für Unvernunft. Ein Schlag für den Schlag. Einschlag. Wer heilt? Das innere oder äußere System oder doch ich mich selbst?
Feinmotorik ist gefragt. Ein Gedanke kündigt sich an, weil er aufgeschrieben werden möchte. Ohne Lust auf Konkretes schleicht er sich an. Geheimnistuer, der ganz offensichtlich doch nur etwas über sich erfahren will. Folglich sucht er sich einen Begleiter, einen Verbündeten, mit dem er sich so austauschen kann, dass alle Vorteile auf seiner Seite bleiben. Wer aber gibt sich schon als Leihmutter oder Spendenvater her? So bleibt es nicht aus, dass die Möglichkeiten ausbleiben und der Mangel in mein Bewusstsein zurückkehrt. Motorische Mängel in velen Einzelbewegungen. Wer keinen Ball fangen kann, vermag auch nicht allein vorwärts zu gehen. Das ist ohne therapeutische Hilfe nicht zu schaffen. Bewegungen werden von unten her aufgebaut. Induktion also. Deduktion? Lächerlich geradezu! Das Gehen wächst aus dem Schritt für Schritt und nicht etwa umgekehrt. Vorstellungen von einem Gang verhelfen zu keinem einzigen Schritt. Nur der Nazarener kann Lahmen befehlen zu gehen. Doch Deduktion also? Bin ich Jesus? Ich kann mir nicht einfach befehlen, so zu tun, als ob nichts gewesen wäre! Was einem nicht alles durch den Kopf geht, wenn sich ein inhaltsloser Gedanke vorbeischleicht. Zum Einschlafen beinahe! Untätiger Gedanke sucht agilen Partner zwecks Verbindung. Oh, jetzt kommt er, der andere. Erste Gehversuche auf dem Diktiergerät bringt er mit, ein Ladenhüter also mit verwaschener Artikulation, fast in eine Art Lallen fallend. "Wenn jemand ein Lehrbuch verfasst, gibt er vor, in einem Erfahrungsraum mehr zu Hause zu sein als andere." Aha, der aufgezeichnete Gedanke erinnert an das ursprüngliche Vorhaben. "… Er gibt an, diesen Erfahrungsraum anderen vermitteln zu können. Weil Lehren das systematische Ermöglichen neuer Erfahrungsräume bedeutet. Wenn nun ein Lehrbuch "basic instinct" entsteht, dann wird der Anspruch erhoben, sagen zu können, wie sich Bewusstsein optimal organisieren lässt, denn ‚basic instinct‘ bedeutet ja die von Natur vorhandene Systemorganisation des Bewusstseins." Der an sich leere Gedanke trifft mit seiner Erinnerung das Aktuelle ganz genau. Es ist doch so, dass das Gehirn ein selbstreparierendes Organ ist, bemüht, die durch den Einschlag gestörten Netze wiederherzustellen. Folglich kommen hier zwei Interessen zusammen, frei nach Münchhausen formuliert, wie sich das Gehirn selbst von sich befreit oder nach esotherischer Manier: ein Fall von Selbstheilung. Aber zunächst zur Aufzeichnung zurück: "Bewusstsein steht für multifunktionale neuronale logistisch-ästhetische Netze: Wahrnehmen – Betrachten - Bewerten – Beobachten – Begreifen – Umsetzen – Prüfen – (ggf. ändern)" Huch, vorweggenommene Reha! Geht es einem Inhalt im Bewusstsein etwa vergleichbar?

23
Mrz
2010

4
Mrz
2010

radikal


Die Zeit begegnet zwei Extremistinnen
Zeit: "Gewöhnlich treffe ich mich nicht mit radikalen Leuten. Diese haben nämlich alles aufgegeben, was das Leben liebenswert macht. Sie haben sich in einer entwurzelten Existenz verloren, gefangen von einer einzigen unwahren Idee. Radikale Ideen sind nie wahr, weil sie die entgegengesetzte Möglichkeit nicht mehr zu lassen."
Linksradikale: "Und warum empfängst du gerade uns?"
Zeit: "Weil ihr beiden miteinander befreundet seid, obgleich ihr Gegensätzliches schafft!"
Rechtsradikale: "Na ja, befreundet... ...das ist so eine Sache. Wir sitzen halt lebenslang im selben Bau!"
Zeit: "Aber ihr könnt euch doch treffen, wann immer ihr wollt!"
Linksradikale: "Die Lust sich zu treffen ergibt sich aus dem Wunsch, die Enge alltäglicher Zellen loszulassen, Abstand zu gewinnen, sich zu vergnügen, etwas zu erleben."
Rechtsradikale: "Das schaffen wir allein mit Phantasie. Unsere freie Zeit ist ein Aufgehen im Augenblick. Das gelingt uns selten. Gewöhnlich befinden wir uns nämlich entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft, also in Zellen, in denen wir bereits gehaust haben, oder in Zellen, die erst gebaut werden."
Zeit: "Was nennt ihr eigentlich Zellen?"
Linksradikale: "Zellen, das sind Machwerke wie Modelle, Begriffe oder Formeln, also alles, was einem keinen Spielraum mehr lässt."
Rechtsradikale: "Und freie Zeit, das bedeutet im Augenblick sein. Ein Augenblick dauert etwa drei Sekunden. So lange richtet das Gehirn die Aufmerksamkeit auf eine Wahrnehmung. So lange richtet das Gehirn die Konzentration auf einen Gedanken. Dann wechselt es die Perspektive bzw. den Aspekt. Um in eine Folge von Augenblicken gelangen zu können, muss man sich auf das Loslassen verstehen."
Linksradikale: "Freie Zeit ist ein Verhalten, durch das die Uhrzeit gleichsam komprimiert wird. Es passt mehr Zeit in eine Minute, Stunde oder einen ganzen Tag. Zeit dehnen bedeutet: mehr als andere in der gleichen Zeit erledigen zu können. Zeitverdichtung dagegen besagt: mehr als andere in der gleichen Zeit erfolgreicher bewerkstelligen zu können. Wer Zeit dehnt und zugleich verdichtet, braucht Augenblicke, um das leisten zu können."
Zeit: "Um in den Augenblick gelangen zu können, bedarf es einiger Voraussetzungen: sorgfältig wahrnehmen, geduldig betrachten, genau beobachten und treffsicher umsetzen können, sich freuen und sich belohnen können, verzichten und genießen können. Die Kunst des Augenblicks ergibt sich, sobald ihr beide zusammenarbeitet: ein Ereignis, ob nun Arbeits- oder Freizeit, wird als vollkommen harmonisch bzw. schön erlebt. Bioenergetisch ist dieses Erlebnis sogar mit einer Art Blitzaufladung verbunden. Trotz anstrengender Arbeit oder Unternehmung werden zusätzlich Energien freigesetzt. Es entsteht ein Gefühl von hoher Zufriedenheit oder gar Glück."
Anmerkung: Links- und Rechtsradikale nennen sich unter neurologischem Gesichtspunkt linke und rechte Hemisphäre.

3
Mrz
2010

zufällig


Die Zeit begegnet dem Zufall
Zeit: "Hallo Zufall!"
Zufall: "Dass du mich erkannt hast!"
Zeit: "'Niemand kann zweimal in denselben Fluss steigen!' Auch du nicht. Ich erkenne dich ganz leicht, weil du dich ständig veränderst. Du bist das Lebendigste, was ich kenne. Leben bedeutet ja Erleben, im Fluss sein, von der Welle des Augenblicks getragen werden, sich zur rechten Zeit am rechten Ort befinden und das Richtige tun."
Zufall: "Das verlangt Offenheit für das, was uns in einer Situation 'zufällt'. Ich, der Zufall, bin ein Zusammentreffen von Ereignissen, das sich nicht - wenigstens zunächst nicht - mit Ursache und Wirkung erklären lässt."
Zeit: "Aber als unglücklicher Zufall hat jeder Unfall seine eigene Geschichte über jemanden, der sich zu wenig Zeit genommen hat. Unfälle sind Folgen von Zeitfehlern. Dagegen werden bei einem glücklichen Zufall sehr unwahrscheinliche Übereinstimmungen hergestellt. Zur rechten Zeit ereignet sich am rechten Ort das Richtige, so bei einem Lottogewinn."
Zufall: "Ich bin allerdings sehr oft unglücklich, weil mich verantwortungslose Leute an ihren Unfällen beteiligen!"
Zeit: "Der Feind aller Unfälle, an denen ich beteiligt sein könnte, ist der gelungene Umgang mit der Zeit, in diesem Fall Gelassenheit. Der Spruch 'Zeit ist Geld!' verführt im Verkehrswesen geradewegs zu unfallträchtigen Entscheidungen. Wer hier Zeit und Geld spart, ist auf dem besten Weg, sich und andere unglücklich zu machen."
Zufall: "Am liebsteude. Auf diese Weise fallen einander Gedanken zu, die ich dann Idee nenne. Schöpferische Menschen haben solche Zufälle als Weggefährten."
Zeit: "Zufälle sind meine Freunde. Einfälle entstehen nicht von ungefähr. Einfallsreichtum ist eine Frage der Spielzeit. Spielzeit, das ist eine Zeitart, die entsteht, sobald unser Gehirn Gedankenspiele regelt und Treffer qua Einfälle ins Bewusstsein schickt. Spielzeit bedeutet weder Dehnung noch Komprimierung, sondern 'Aussetzen' von Zeit. Jede Idee wird in einem Augenblick geboren, der nicht 'stattfindet'. Es ist die Zeit 'zwischen' Augenblicken, durch die der Rhythmus definiert wird, vergleichbar mit dem Herzen oder dem Atem, die kurze Pausen einlegen. In dieser Zwischenzeit bzw. Totzeit wird alles Schöpferische geboren."

2
Mrz
2010

wahr


Die Zeit besucht die Wahrheit
Wahrheit: "Siehst du den dort?"
Zeit: "Ja, das ist Thales!"
Wahrheit: "Und weißt du, was er treibt?"
Zeit: "Ja, er sucht seinen Satz!"
Wahrheit: "Und weißt du auch, was er mit diesem Satz vorhat?"
Zeit: "Nein."
Wahrheit: "Nun, er möchte den Lauf der Sonne zerschneiden!"
Zum ersten Mal hört die Zeit die Wahrheit lachen, ein Lachen, wie sie es zuvor noch niemals gehört hat.
Zeit: "Was möchte er?"
"Den Lauf der Sonne zerschneiden!" lacht die Wahrheit erneut, und es erscheint der Zeit fast so, als hätte sie ihrer Freundin, der Sonne, zugezwinkert.
Zeit: "Und womit will er den Lauf der Sonne zerschneiden?"
Wahrheit: "Mit einem einzigen Satz!"
Zeit: "Mit einem Satz?"
Wahrheit: "Ja, wenn der Mensch einen Satz formt, dann bezwingt er die Offenheit des Ungesagten und glaubt, auf diese Weise zur Freiheit seines Gesetzes zu gelangen. Aber seine Gesetze sind Stückwerk. Er schneidet sich damit Stücke aus der Wirklichkeit und setzt sich aus ihnen eine neue, für ihn passendere zusammen. So gibt es seit Thales einen Sonnenstand, obgleich sich die Sonne für uns ständig bewegt. Es gibt einen Sonnenaufgang und einen Sonnenuntergang, obwohl immer beides zusammen und niemals nur das eine oder das andere ist. Ein Satz ist nichts anderes als ein Schaufenster, in dem jemand seine eigenen Ansichten von Welt ausstellt. ..."
Nach einer Weile fährt die Wahrheit fort: "Thales sucht einen Lehrsatz. Er möchte sich ein Gebäude errichten, in dem nur er wohnen darf. Alle sollen dieses Lehrgebäude bewundern und darüber staunen, welche Bausteine dieser Architekt verwandt hat. Aber das Gebäude, das er errichtet, ist in Wirklichkeit der Steinbruch, den er hinterlässt."
Zeit: "Und weshalb tut Thales das?"
Wahrheit: "Thales ist Wissenschaftler!"
Zeit: "Was ist das?"
Wahrheit: "Wissenschaftler, das sind Wesen, die von der Wissenschaft befallen sind. Wissenschaft, das ist eine Augenkrankheit, die anfangs zu sehr starker Kurzsichtigkeit und schließlich zur Erblindung führt. Diese Augenkrankheit ist eine Folge von Eitelkeit!"
Zeit: "Werden viele Menschen von dieser Krankheit heimgesucht?"
Wahrheit: "Fast alle, auf irgendeine Weise. Aber vor allem die schöpferischen. Wer schafft, will sich Ansehen verschaffen. `Eitelkeit', so heißt der Virus der verstellten Wahrnehmungen!"
Zeit: "Wissenschaftler bewegen sich zu einseitig und verbrauchen deshalb zuviel Zeit!"

1
Mrz
2010

Fashion


Die Zeit besucht eine Modenschau
Die Zeit weilt gerade bei der Phantasie. Diese hat sie zu einer Modenschau eingeladen. Die Phantasie selbst wirkt dort als Model mit. Sie erscheint zuerst in einem merkwürdigen Gewand.
Phantasie: "Das ist das Modell 'heitere Gelassenheit', eine Schöpfung des Humors, eigens für diese Modenschau geschaffen!"
Der Zeit gefällt dieses Gewand. Sie ist neugierig, was die Phantasie wohl noch alles anzubieten hat. Jetzt verwandelt diese ihr Aussehen.
Phantasie: "Das habe ich mir von der Freude ausgeliehen. Sie nennt dieses Modell 'Heiterkeit des Augenblicks'!"
Und schon hat die Phantasie wieder ein anderes Kleid an. Sie bezeichnet es als Wendekleid und nennt es 'Links-Rechts'. Schließlich führt sie der Zeit dann doch noch das Kleid 'Modell Wissenschaft' vor, das dieser aber gar nicht gefällt. Hernach erscheint sie in einem eleganten Kostüm: die Bluse fein strukturiert und der Rock systemisch genäht; er erinnert leicht an einen Flickenteppich. Jetzt kündigt die Phantasie Modelle aus der Serie 'Sichten' an.
Phantasie: "Wie gefällt dir dieses Modell?"
Zeit: "Wie heißt es?"
Phantasie: "Einsicht!"
Zeit: "Dachte ich mir schon. Es steht dir nicht. Es ist viel zu eng!"
Phantasie: "Und dieses Modell?"
Zeit: "Das finde ich sehr gut, es sitzt sehr bequem und lässt dir sehr viel Bewegungsspielraum! Wie heißt dieses Modell?"
Phantasie: "Der Modeschöpfer Ratio nennt es 'Umsicht'."
Zeit: "Und dort drüben... ...was ist das für ein Modell?"
Phantasie: "Es steht mir nicht. Es spannt überall."
Zeit: "Aber mir gefällt es. Ich könnte es doch einmal anprobieren!"
Die Zeit zieht sich jenes Modellkleid an, welches Ratio 'Vorsicht' nennt.
Phantasie: "Oh, es steht dir wirklich ausgezeichnet. Es passt gut zu dir, weil es deine Eigenschaften sehr günstig hervorhebt. Es wirkt sehr elegant und gleicht sich hervorragend deinen Bewegungen an."
Zeit: "Ich kann im Spiegel sehen, wie es meine Bewegungen durch seinen Faltenwurf schon andeutet, bevor ich sie ausführe."
Phantasie: "'Kleider machen Leute' heißt es, aber ich denke: 'Kleider sparen Zeit', weil sie dem anderen helfen, schnell zu sehen, woran er ist."

28
Feb
2010

Die Zeit begegnet einem Workaholic


Workaholic: "Oh, entschuldige, aber ich habe keine Zeit! Ich muss arbeiten!"
Zeit: "Wer zwingt dich dazu?"
Workaholic: "Die Arbeit. Ich habe alle Hände voll zu tun!"
Zeit: "Kannst du dir denn deine Arbeit nicht besser einteilen?"
Workaholic: "Das hat damit überhaupt nichts zu tun. Ich bin so wichtig, dass ich es mir gar nicht leisten kann, nicht zu arbeiten!"
Zeit: "Wenn du dich selbst für so wichtig hältst, dann musst du in die Arbeit fliehen. Würdest du auf diese Weise nicht flüchten, dann könnte dir ja auffallen, dass du vielleicht gar nicht so wichtig bist!"
Workaholic: "Das ist doch klar. Wenn ich aufhöre zu arbeiten, bin ich auch nicht mehr wichtig. Meine Arbeit ist wichtig, nicht ich!"
Zeit: "Dein Dasein gestaltet sich demnach nach der Devise: 'Ich arbeite, also bin ich', oder 'Ich bin, was ich bin, nur durch Arbeit'."
Workaholic: "Genau, meine Arbeit, das bin ich!"
Zeit: "Da hast du aber ein ernstes Problem!"
Workaholic: "Ich wüsste nicht, welches!"
Zeit: "Je mehr du arbeitest, desto weniger schaffst du. Dir werden nämlich an einem Tag nur wenige schöpferische Stunden gewährt. Arbeitest du in dieser Zeit, dann kannst du alles, was anliegt sehr gut schaffen. Verfährst du aber umgekehrt, indem du deine Arbeit über den ganzen Arbeitstag verteilst, dann erledigst du vielleicht gerade einmal die Hälfte von dem, was du zu tun dir vorgenommen hast. Überziehst du gar noch die reguläre Arbeitszeit, indem du darüber hinaus den ganzen Tag einsetzt, dann erledigst du vielleicht noch ein Drittel. Arbeit ist nämlich kein Ergebnis aus der investierten Zeit, sondern der Erfolg zufolge vorhandener Energie!"
Workaholic: "Das stimmt nicht, liebe Zeit. Das kann ich dir beweisen. Ich schreibe nämlich den ganzen Tag, und das, was ich alles geschrieben habe, kann sich sehen lassen!"
Zeit: "Du hast recht, wenn es dir auf das Aussehen ankommt. Bei mir zählt aber nicht Quantität, sondern Qualität. Je mehr du schreibst, desto eher fliehen die Inhalte aus deinen Texten!"

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

Ergänzende Webseiten

 

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Es gelten die Rechtsvorschriften für Webseiten der Universität Flensburg © Texte: Wolfgang F. Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) wfschmid(at)me.com Bilder: Ulrike Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) mail(at)ulrike-schmid.de

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