29
Apr
2005

Parmenides von Elea (um 500 v.u.Z.)

Pythagoras (etwa 570 bis etwa 436 v.u.Z.) verschärft das Wahrnehmen, Betrachten, Beobachten durch die Forderung nach trennscharfem Begreifen. Pythagoras sieht in der Kunst des kurzen Satzes die Möglichkeit, das Begreifen eindeutig zu machen. Das griechische Wort für die Kunst des kurzen Satzes ist Logik. Der denkbar kürzeste Satz vereinheitlicht die unterschiedliche Bedeutung von Worten mit Hilfe von Symbolen. Ein solcher Satz erhält sehr bald den Namen Formel. Pythagoras übernimmt die Grammatik des kurzen Satzes von den Babyloniern.

parmenides

Pythagoras sieht in der Logik die Möglichkeit, die Welt vernünftig zu ordnen. Parmenides übernimmt das Verfahren in seiner Grundsatzerklärung für das Sein. Sein ist A = A. Wo Sein ist, kann nicht Nichts sein. Parmenides wendet sich damit gegen Heraklit von Ephesus (etwa 544 bis 483 v.u.Z.), der behauptet, dass angesichts ständiger Veränderung, des Werdens also, vom Sein nicht die Rede sein kann. Parmenides lehnt auch Heraklits Auffassung ab, dass das Wort (Logos), das dem Menschen innewohnt, etwas Göttliches sei. Er teilt nicht die Ansicht Heraklits, dass der Logos deshalb göttlich sei, nur weil er als Logik Gesetze und Ordnung schaffe.

Parmenides setzt etwas, das über allem steht und aus diesem Grund allem zukommt. Er führt deshalb das Sein als Grund alles Seienden (Erscheinungen) in die Philosophie ein.

28
Apr
2005

Selbst-Gefangenschaft

Wer nicht unvoreingenommen fragen kann und körperlich, seelisch oder geistig unfrei ist, sollte sich nicht aufs Philosophieren einlassen. Der unfreie Mensch ist gegenüber Werten und Normen, Gesetzen und Regeln, Verboten und Geboten, Religionen und Ideologien befangen und vermag diese nicht ernsthaft in Frage zu stellen. Ihm bleibt die Möglichkeit verwehrt, diese Grenzen menschlichen Seins zu verbessern.

selbst-gefangenschaft

Das Wort Erziehen meint ursprünglich die Tätigkeit der Hebamme. Später wurde daraus Selbst-Befreiung und heute ist Erziehung nahezu zur Anpassung verkommen.

Zum Philosophieren gehört zuerst das grenzenlose Fragen und das Entdecken von Antworten, welche Seinsgrenzen nicht mit Scheingrenzen verwechseln. Allein aus der wirklichen Möglichkeit der Grenzenlosigkeit gestaltet sich das eigene Dasein innerhalb selbst erfahrener, gefühlter, vernünftiger Grenzen.

Im Gedankenlabor findet Probehandeln statt, und das ist wesentlich frei.

27
Apr
2005

Die grenzenlose Freiheit des Fragens

Fragen ist das sich selbst Gebären des Gehirns. Sobald sich die neuronalen Voraussetzungen entwickelt haben, beginnt das Gehirn sich selbst zu organisieren. Insofern es nicht durch elterliche und schulische Fehlerziehung und Missbildung gehemmt oder durch Unfall zerstört wird, betreibt unser Gehirn die Selbstorganisation bis zum Tod. Diese Selbstorganisation beherrscht unser Gehirn so vollkommen, dass es die Wissenschaft sogar selbstreparierendes Organ nennt. Die Selbstorganisation des Gehirns erfahren wir bewusst als Neugierde. Wer neugierig bleibt, weiss, dass sich sein Gehirn weiterhin entwickelt.

freiheit-des-fragens

Die neuronale Selbstentwicklung beginnt bereits Monate vor der Geburt, wobei das Gehirn alle erforderlichen Reize durch das Wahrnehmen der körperlichen und seelischen Vorgänge der Mutter erhält. Die Natur ermöglicht das, indem sie die Fähigkeit zu hören zuerst entwickelt. Durch das Gehör lädt sich das Gehirn auch nach der Geburt weiterhin auf. Wenn das Gehör nicht Schaden erleidet, bleibt es ein ganzes Leben díe Energiequelle für das Gehirn.

Die grenzenlose Freiheit des Fragens begegnet noch der Offenheit des Seins, der Wahrheit also. Das freie Fragen wird durch nichts eingeschränkt. Der Philosoph Friedrich Nietzsche nennt es aus diesem Grund das Suchen jenseits von Gut und Böse oder auch das Suchen im außermoralischen Sinn.

Das Fragen des Kindes kennt weder körperliche, seelische noch geistige Grenzen. So weiss das Kind nicht, dass Nacktheit des Körpers etwas ist, das sich nicht gehört. Erst wenn sich die Eltern verschämt bedecken, erfährt es überhaupt, dass es nackt ist. Der Mythos erzählt uns diese Erfahrung als Vertreibung aus dem Paradies. Das spricht dafür, dass vermutlich Eva prüde Eltern hatte und Adam beibringt, dass sich Menschen bedecken müssen. Vom Apfelessen kommt das nicht.

26
Apr
2005

Fragen erfahren

Sie sind noch immer in der zweidimensionalen Welt gefangen. Jetzt ist Erste Hilfe erforderlich. Sie besteht im Angebot folgender Vorstellung: Zeichnen Sie auf einem Blatt Papier eine vergleichbare Situation. Kommt Ihnen jetzt aufgrund des Abstandes eine Idee, sich fortzubewegen? Falls nicht, dann beschränken Sie sich darauf, Striche zu zeichnen. Wie können sich diese fortbewegen?

fragen-stellen

Sie können sich aus der zweidimensionalen Welt allein denkend befreien. Der Befreiungsversuch vollzieht sich in dem Versuch, auf unterschiedliche Fragen die Antwort für die Lösung zu finden. Sie experimentieren mit der Antwort, bis Ihnen eine annehmbare Lösung einfällt. Vielleicht befinden Sie sich auch immer noch auf der Suche. Dann haben Sie sich durchaus etwas von der Hartnäckigkeit kindlichen Fragens bewahren können. Bei diesem Experiment im Gedankenlabor kommt es weniger auf die Lösung an als vielmehr auf die Erfahrung des Fragens. Deshalb wird hier auch keine Lösung angeboten. Wichtig ist nur, auf eine erste Weise wieder zu erfahren, wie sich Fragen einstellen und wie Sie damit umgehen.

Philosophieren beginnt mit der Kunst, geeignete Fragen zu stellen. Eine gute Frage ist die halbe Antwort.

25
Apr
2005

Erster Eindruck von (m)einem Gedankenlabor

Denken lernen können wir nur durch Denken. Es bleibt keine andere Wahl als damit anzufangen. Die Fantasie hilft uns dabei. Gleich wird unmittelbar auf drastische Weise klar, wie stark unser Wahrnehmen aufgrund von Fehlerziehung und Missbildung eingeschränkt worden ist.

gedankenlabor

Wir verhalten uns nicht nur so, als ob wir in einer anderen Welt leben, sondern wir sehen auch unsere eigene Welt nicht. Gestaltpsychologen tun das mit der gedankenlosen Feststellung ab: "Sobald wir wahrnehmen, gestalten wir auch!" Sie weisen uns darauf hin, dass wir uns unsere Welt für uns so zurechtlegen, dass wir mit ihr klar kommen. Sie verschweigen uns aber, was wir da treiben, wenn wir alles für uns zurechtbiegen. Im Gegensatz zur Psychologie findet sich die Philosophie nicht damit ab, sondern gibt uns den Blick frei auf das Unwesen der Selbstgestaltung.

Um uns einen Zugang zu unserer eigenen selbstentfremdeten Welt zu erleichtern, begeben wir uns in unser Gedankenlabor. Gedankenlabor, d.i. unsere Fantasiewerkstatt, in der wir Vorstellungen durchspielen, eine Art Kopfkino also. In unserem Gedankenlabor führen wir nun ein Gedankenexperiment durch. Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich urplötzlich in einer zweidimensionalen Welt. Es wird Ihnen mitgeteilt, dass Sie Bestandteil eines Bildes sind, das anlässlich Ihrer letzten Geburstagsfeier gemacht wurde. Um sich aus dieser Lage befreien zu können, müssen Sie sich einen Weg der Fortbewegung einfallen lassen.

24
Apr
2005

Wahrheitsliebe

Wer sich auf Philosophie einlässt, sollte sich vorher sehr gut überlegen, was er sich damit antut. Wer sich nämlich erst einmal auf die Philosophie eingelassen hat, kommt nicht mehr von ihr los.

wahrheitsliebe

"Ich sehe etwas, das du nicht siehst!" Alle großen Entdeckungen in Mathematik und Physik erwachsen aus dem Träumen des Gehirns. Physiker nennen dieses Spielen des Gehirns mit einem Wort des französichen Philosophen René Descartes. Sie geben ihrer Erfahrung unmittelbar vor der Entdeckung den Namen Meditation. Im Glasperlenspiel beschreibt Hermann Hesse den Vorgang der Meditation und in seinen "Meditationes ad regulae ingenii" (Regeln zur Lenkung des Geistes) gibt Descartes an, welche Schritte solches Meditieren ermöglichen.

Wer sich auf Philosophie einlässt, weil er mehr und klarer sehen will als andere, muss die Fähigkeit, das Hirn spielen zu lassen, wieder aktivieren. Er muss das erneut erwerben, was er als Kind besaß. Für das Gehirn bedeutet die Einführung in die Philosophie eine Reise zurück in die Kindheit. Mit anderen Worten: eine Einführung in die Philosophie reaktiviert neuronale Fähigkeiten.

Anders gesagt: Philosohieren kann man nicht lernen. Philosophieren muss man reaktivieren. Noch einmal: Einführung in die Philosophie, das ist ein Ausflug in die eigene Kindheit.

Was aber bedeutet das Wort Philosophie? Philosopie heißt wörtlich übersetzt "Wahrheisliebe". Die erfüllte Liebe zur Wahrheit nennen die griechischen Philosphen vor gut zweieinhalb Jahrtausenden "Weisheit". Verständlich, dass wir mit diesem Wort heute nichts mehr anzufangen wissen. Dem Wort "Weisheit" entspricht heute am ehesten das Wort "Durchblick". Menschen, die durchblicken, behalten den Überblick über alles, was sie tun.

Wer sich also auf das Philosophieren einlässt, wird zunehmend mehr sehen als jene, welche sich nicht auf dieses Denken einlassen.

Eine Einführung in die Philosophie lässt sich im heutigen Sprachgebrauch durchaus auch als Training des Denkens begreifen, also als schrittweise systematische Reaktivierung kindlicher schöpferischer Fähigkeiten. Achtung: Um Missverständnissen vorzubeugen, sei auf Folgendes hingewiesen: Wenn der Philosoph sagt "Ich sehe etwas, das du nicht siehst!", dann fantasiert er nicht, er sieht es wirklich. Die aus der Meditation erwachsene Relativitätstheorie Albert Einsteins ist kein Fantasieprodukt, sondern eine physikalische Sicht der Wirklichkeit.

Philosophieren bedeutet wesentlich die Begegnung mit der Natur der Natur oder anders gesagt: sehen, was die Natur zeigt, hören, was die Natur sagt. Das schließt die eigene Natur oder Persönlichkeit mit ein.

23
Apr
2005

Sonderlinge

Was Menschen nicht verstehen, versuchen sie sich häufig auf die merkwürdigste Art und Weise zu erklären. So gelten Philosophen als etwas weltfremd und nicht ganz alltagstauglich. Philosophen sind Leute, die den Blick in die Ferne richten und über das Nächstliegende stolpern. Nicht selten wird ihnen ihre bisweilen doch recht auffällige geistige Abwesenheit sogar als Arroganz ausgelegt. Häufig pflegen Philosophen sogar solche Vorurteile, um ihre Ruhe zu haben.

sonderlinge

Tatsächlich vollzieht sich philosophisches Denken vorwiegend rechtshemisphärisch dominant. Und da Philosophen leidenschaftliche Denker sind, beansprucht deren dominierende rechte Hemisphäre oft Ressourcen, die eigentlich für die alltäglichen Geschäfte benötigt würden.

22
Apr
2005

Thales von Milet V

Der 28. Mai 585 (v.u.Z.) gilt als Geburtstag der Philosophie, denn an diesem Tag fand der Überlieferung nach die von Thales berechnete Sonnenfinsternis statt. Die Berechnung der Sonnenfinsternis macht aber ebenso wenig das eigentliche Verdienst des Thales aus wie das Aufstellen mathematischer Sätze. Sehr wahrscheinlich übernimmt er das sogar von den Babyloniern. Thales schmückt sich auch keineswegs mit 'fremden Federn', sondern vielmehr nutzt er die Möglichkeit, Gesetzmäßigkeiten zu erfassen, um seine entscheidende Frage zu formulieren. Wenn alle natürlichen Erscheinungen über sich hinaus auf eine Gesetzmäßigkeit verweisen, durch die sie bestimmt werden, dann muss es außerhalb des sinnlich Vernehmbaren ein Sein geben, das diese Gesetzmägkeiten ermöglicht. Mit anderen Worten: Es muss außerhalb der sinnlich fassbaren Ursachen Ursachen geben, die wir mit unseren Sinnen nicht erfassen können.

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Die von Thales zum ersten Mal gestellte Frage nach dem Sein vor aller Erscheinung schafft allererst den Grund für philosophisches Denken. Die Entdeckung dieses Seins als Gegenstand der Philosophie ist die eigentliche Begründung der Philosophie.

Die philosophische Grundfrage des Thales ist auch schon für die Menschen damals recht gewöhnungsbedürftig. Es verwundert also nicht, dass sie angesichts dieser völlig unvertrauten bzw. ungewöhnlichen Frage nach dem Sein Thales für einen Träumer hielten, der etwas wirkllichkeitsfremd von Dingen spricht, die kaum jemand versteht. So erzählen sie sich Dinge über Thales, die vermutlich reine Erfindung sind. Er soll beispielsweise in einen Brunnen gefallen sein während er den Himmel betracht

21
Apr
2005

Thales von Milet IV

Philosophisches Fragen geht vom sinnlich Vernehmbaren aus, gewinnt aus sorgfältigem Betrachten beobachtbare Zusammenhänge, die durch Beobachten zum Begreifen einer Gesetzmäßigkeit führt, die sich wiederum auf den Bereich des sinnlich Vernehmbaren anwenden lässt.

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Und auch das kindliche Fragen zielt darauf ab, die Welt wahrnehmend, betrachtend und beobachtend zu (be)greifen. Aus diesem Grund steckt hinter den meisten kindlichen Fragen das Suchen nach geeigneten Experimenten. Der unnachgiebige Drang, durch Versuch und Irrtum zu lernen, ist das, was frühe Kindheit maßgeblich bestimmt.

20
Apr
2005

Thales von Milet III

Das philosophische Fragen ist ein Suchen nach Gesetzmäßigkeiten. Der erfolgreiche philosophische Gedankengang mündet in einem Gesetz. Zur Zeit des Thales erscheinen Philosophie und Mathematik noch nicht getrennt. Die Mathematik liefert dem Philosophen die Möglichkeit, sein Ergebnis möglichst trennscharf zu fassen.

thales3

Den Weg, philosophische Aussagen eindeutig zu fassen, nennt Thales "Kunst des Lernens" (griechisch: mathematiké téchne oder Mathematik). Es ist nicht überliefert, ob "Mathematik" eine Wortschöpfung des Thales ist oder ob er dieses Wort von den Babyloniern übernimmt und ins Griechische übersetzt. Für die Bedeutung des Wortes ist das unerheblich. Wichtig ist nur, dass die Griechen in der Mathemetik die pädagogische Funktion, trennscharf denken zu lernen, erkennen. Mathematik ist für die Griechen zur Zeit des Thales wesentlich das, was später den Namen Pädagogik erhält.

19
Apr
2005

Thales von Milet II

Thales gilt als Begründer der Philosophie, weil er zeigt, dass Fragen ein Suchen ist, das zur Entdeckung von Gesetzmäßigkeiten führt und damit zur Fähigkeit, Dinge vorhersagen zu können. Die Menschen sind begeistert, weil sie erkennen, dass Erscheinungen weniger das von Göttern verwaltete Geschick sind, sondern Folgen natürlicher Vorgänge. Das befreit sie aus der Abhängigkeit von Priestern und Priesterinnen und schenkt ihnen zum ersten Mal in der Geschichte das Bewusstsein, selbst erkennen zu können und nicht nur opfern zu müssen.

thales2

Thales erklärt das, was er unter Gesetz versteht, bevorzugt an der Konstruktion rechtwinkliger Dreiecke. Deshalb sprechen die Leute liebvoll vom Satz des Thales, wohl wissend, dass der Satz eigentlich von den Babyloniern stammt. Aber jeder Denker hat seinen 'Lieblingssatz', in dem er den Kern seines Denkens fasst. Und bei Thales war es eben der Satz: Immer, wenn man Linien zwischen den Endpunkten einer Strecke und einem beliebigen Punkt auf dem Halbkreis über ihr zieht, ergibt sich ein rechtwinkliges Dreieck. Dies ist ein Gestz. Es ist unveränderbar, gilt für ewig, und kein Gott kann daran etwas ändern.

18
Apr
2005

Thales von Milet I

Philosophie und Kunst unterscheiden sich von Wissenschaft und Technik durch die Art und Weise zu fragen.

thales1

Gewöhnlich setzen Fragen immer schon voraus, dass es eine Antwort gibt. Wer nach einem Weg, nach einem Ort, nach der Zeit fragt, setzt deren Exstenz immer schon voraus. Gewöhnliche Fragen sind also Erkundigungen. Es wäre folglich zutreffender zu sagen "Sie erkundigt sich nach dem Weg." statt "Sie fragt nach dem Weg."

Wenn der Philosoph oder der Künstler fragt, erkundigt er sich nicht, sondern er sucht nach einer Antwort, die er noch nicht kennt. Fragen bedeutet suchen und nicht nur sich erkundigen.

Wer sich nicht denkend auf der Suche befindet, wird mit dieser Unterscheidung zuächst nicht viel anfangen können. Das hängt eben vor allem damit zusammen, dass das Verb "fragen" immer schon im Sinne von "sich erkundigen" gebraucht wird. Dieser alltägliche Umgang mit dem Verb "fragen" erfordert den Aufwand, vom "philosophischen Fragen" zu sprechen und nicht nur vom "Fragen".

Kinder fragen von Anfang an philosophisch. Sie sind auf der Suche. Sie sind unaufhörlich fragend unterwegs, um sich die Welt zu erklären. Die kindliche Art und Weise zu fragen wird von den Erwachsenen meistens missverstanden. Das Kind fragt nach den Ursachen und Gründen eines Geschehens. Die bevorzugten Fragefürwörter des Kindes sind "Warum?, Wieso? Weshalb?" Die Erwachsenen aber erklären ihnen das Geschehen selbst, verstehen folglich die Frage des Kindes als Was-Frage.

Thales von Milet (um 600 v.u.Z.) ist der erste Erwachsene, der das kindliche Fragen in das Denken der Erwachsenen übersetzt und so methodisch nutzbar macht. Wahrscheinlich lässt sich auch sagen: Thales hat sich das kindliche Fragen schlichtweg bewahrt und als Erwachsener eben so weiter gefragt wie Kinder fragen. Thales hat Glück, weil sein Fragen zu Antworten führt, über die Erwachsene nicht mehr hinwegsehen können. So berechnet er beispielsweise als erster eine Sonnenfinsternis. Nicht die Berechung versetzt die Menschen in Erstaunen, sondern die Vorhersage auf Grund dieser Berechnung.

17
Apr
2005

Begegnung mit Mikro

Die Mikrostrukturierung lässt sich als Umkehrung der Makrostrukturierung begreifen. Wenn Sie sich also auf Ihrem gestrigen Flug entschlossen haben zurückzukehren, dann haben Sie zugleich mikrostrukturiert.

mikro

Makrostrukturierung endet ebenso wie Mikrostrukturierung im Nichts. Aber die Erfahrung dieses Nichts unterscheidet sich. Die Makrostrukturierung entführt Sie in die Weite der Unendlichkeit, während Sie die Mikrostrukturierung den Schwund erleben lässt.

Stellen Sie sich zwecks Mikrostrukturierung einen Apfel vor. Halbieren, vierteln, achteln, 1/16, 1/32, 1/64.... Setzen Sie das so lange fort, bis Sie in Ihrer Vorstellung nichts mehr von einem Apfel sehen.

16
Apr
2005

Begegnung mit Makro

Versetzen Sie sich in folgende Situation: Dort, wo Sie sich gerade befinden, steht in unmittelbarer Nähe ein besonderes Raumschiff. Sie nehmen in diesem Raumschiff Platz. Das Raumschiff startet und bringt Sie mit hoher Geschwindigkeit in immer größere Entfernung von der Erde. Das, was Sie in Ihrer Vorstellung erfahren, wenn Sie diese Übung sorgfältig machen, ist das, was Makrostrukturierung genannt wird.

makro

Struktur, das ist die Beziehung zwischen Teilen zum Ganzen. Jeder Teil eines Ganzen ist selbst wiederum ein Ganzes. Makrostrukturierung bedeutet nun ein Wegbewegen von Teilen zum Ganzen. Ihr Zimmer ist Teil eines Hauses. Das Haus ist Teil einer Strasse. Die Strasse ist Teil eines Wohnbezirks. Der Wohnbezirk ist Teil einer Stadt. Die Stadt ist Teil einer Landschaft. Die Landschaft ist Teil eines Landes. Das Land ist Teil eines Kontinents. Der Kontinent ist ein Teil der Erde. Die Erde ist Teil der Planeten.... Wollen Sie weiter fliegen (makrostrukturieren) ?

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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