1
Apr
2005

Vergleichen lernen

Begreifen, dass im Bewusstsein Bilder, Begriffe, Gefühle, Handlungen unterschiedlicher Ausführungsqualität hergestellt werden, also recht unterschiedliche Angebote entstehen.

vergleichen-lernen

Der richtige Augenblick für die Annahme eines solchen Angebots ('Glück') ist eine Frage sorgfältiger Auswahl. Eine günstige Entscheidung setzt kritische Vergleiche voraus: prüfendes Nebeneinander- oder Gegenüberstellen, um Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen zu können. Vergleiche setzen einen Bezugspunkt voraus, das ist ein Bild oder ein Begriff, an dem sich die Prüfungsergebnisse orientieren.

Es gibt u.a. folgende Vergleichsmotive:
- Abwechslung (Möglichkeiten zu wechseln),
- Gewichtung (Möglichkeiten zu bewerten),
- Ausgleich (nicht nur ..., sondern auch ...),
- Kompromiss (einerseits ..., andererseits ...),
- Vorbehalt (teils ..., teils ...),
- Unentschiedenheit (ob ... oder ob ...),
- Alternative (entweder ... oder ...),
- Zweifel (halb ..., halb ...),
- Verneinung (weder ... noch ...),
- Gleichzeitigkeit (sowohl ... als auch ...).

Vergleiche sorgfältig durchführen heißt, Entscheidungen gründlich vorbereiten. Eine solche Vorbereitung spitzt sich im günstigen Fall auf eine Alternative (faktischer, konditionaler, lokaler, temporaler, qualitativer, quantitativer, kausaler, finaler, modaler oder instrumentaler Art) zu.

Vergleiche werden im Bewusstsein permanent durchgeführt. Vergleichen lernen, das bedeutet, sich dies bewusst zu machen, um mehr Einfluss auf eine eigene selbstgesteuerte) Entwicklung zu gewinnen.

31
Mrz
2005

Spielen lernen

Begreifen, dass sich zweckfreies Verhalten insofern günstig auf die psychische Entwicklung auswirkt als die Neigung, geschlossene Strukturen zu bilden, durch das Interesse an offenen Strukturen kontrolliert wird.

spielen-lernen

Spielen lernen vollzieht sich als Änderung des Verhaltens, indem sich dieses nicht nur in starren Mustern (Automatismen bzw. Routinen) ausprägt, sondern auch in frei verfügbaren Teilstrukturen (Funktionselemente). Das bedeutet, dass Spiel als Haltung der Bildentwicklung und der Begriffsbildung gegenüber aufzufassen ist und solche Spiele gemeint sind, welche diese Haltung unterstützen. Die Absicht zu gewinnen ergibt sich aus dem Bedürfnis, den Erfolg offenen Strukturierens zu erleben, ein Erlebnis des plötzlichen Spannungsabfalls ('Aha-Effekt'). Dieses Erleben wird bei der künstlerischen, philosophischen, mathematischen Tätigkeit immer wieder durch wider Erwarten auftretende Ergebnisse aufgebaut, das heißt, dass der Künstler, Philosoph oder Mathematiker sein Tun als spannend erlebt, ergibt sich aus der Erfahrung des jederzeit möglichen Neuen. Der Wissenschaftler spielt insofern mit künstlerischen, philosophischen oder mathematischen Metasystemen, als er diese unvoreingenommen in der Natur ausprobiert.

Wer spielen lernen will, um seine eigene Entwicklung günstig zu beeinflussen, muss sich auf das Spiel der Gedanken mit Bildern oder auf das (Rück)Spiel der Bilder mit Gedanken einlassen. Alle anderen Spiele kommen erst dann in Frage (und dies auch nur kurzfristig), wenn er sie zuvor erfindet. Jeder, der Spiele gern möglichst oft wiederholt, ist kein Spieler mehr, sondern ein Sportler. Wie dieser benötigt er Geräte: Geld, Klötze, Steine, Kugeln, Figuren, Würfel, da sich sein Wettkampf auf spielmustergesteuerte motorische Geschicklichkeiten beschränkt.

Die Konkurrenz verwandelt das Spiel in einen Kampf, aus dem freien Umgang mit den besten Möglichkeiten wird ein Ausnutzen jeder Möglichkeit, die Vorteile bringt.

30
Mrz
2005

Kybernetik

Kybernetik, das ist die Methode zur Entwicklung von Modellen, um Erkenntnisse über die Funktionen von Organismen zu gewinnen.

kybernetik

Die kybernetische Vorgehensweise lässt sich auf die Durchführung einer phänomenologischen Analyse erfolgreich übertragen. Auf diese Weise lässt sich die tradierte Phänomenologie erhärten. Es gelingt, ein Modell von der Organisation bewusstseinsinterner Prozesse zu entwickeln, das sich empirisch (vor allem sprachanalytisch) kontrollieren lässt.

Die Kybernetik verhält sich insofern komplementär zur Phänomenologie, als sie im Gegensatz zu dieser nicht philosophische, sondern mathematische Verfahren benutzt.

Begründet man zwischen Kybernetik und Phänomenologie ein dialektisches Verhältnis, dann gewinnt man ein wissenschaftlich ertragreiches Spannungsfeld. Die Nutzbarkeit hängt allerdings entschieden davon ab, welche Arbeitsstrategien eingesetzt werden. Im Hinblick auf die Erforschung von Denkprozessen hat es sich am sinnvollsten erwiesen, introspektiv vorzugehen und diese Vorgehensweise den Modellierungsgesetzen (Prinzipien der Modellmethode) zu unterwerfen.

Die Übertragung transparent gewordener geistiger Vorgänge auf technische Systeme macht es notwendig, umkehrbar eindeutige Algorithmen zu erzeugen.

Diese Verschärfung der Formulierung von Organisationsstrukturen des Bewusstseins erleichtert die Vermittlung und somit die pädagogische Arbeit. Hinzu kommt, dass die Simulation die Bedingung der Möglichkeit für eine empirische Überprüfung darstellt.

29
Mrz
2005

Phänomenologie

Phänomenologie, das ist die Untersuchung von Denkprozessen, soweit sie durch Introspektion (geistige Wahrnehmung) erfasst werden können.

phaenomenologie

Diese Untersuchung wird durch folgende Phasen gekennzeichnet:
a) Formulierung des Vorgangs, der introspektiv erfasst werden soll, als Überführungsfunktion, b) Auslegung der dadurch erfassten informationellen Zustände als Verhältnis von Ursache und Wirkung, c) Überprüfung dieses Zusammenhangs in der Praxis, d) Definition.

Jede phänomenologische Untersuchung informationeller Prozesse verlangt zwar den Rückgang auf naive Beobachtung, aber sie unterzieht diese von Anfang an bestimmten Vorschriften, um die Subjektivität der Beobachtungen zu überwinden. Die introspektiv ermittelten Organisationsstrukturen von Denkprozessen müssen so weit 'reduziert' werden, dass sie sich jederzeit mathematisieren lassen, um empirisch überprüft werden zu können.

Phänomen, das ist jede Duplizität von Definitionen (Begriffe, die sich zueinander komplementär verhalten), die sich im Hinblick auf Denkprozesse als Organisationsprinzip auslegen lässt.

Die Durchführung der phänomenologischen Analyse setzt folgende Fähigkeiten voraus: Introspektion – Logik – Praxis (Erfahrung in dem Bereich, der phänomenologisch analysiert werden soll) – Ökonomie.

28
Mrz
2005

Lernverhinderung

Lernverhinderung, das bedeutet: Den Erwerb oder die Veränderung von Verhalten mit Hilfe der psychosomatischen Funktion vermeiden.

lernverhinderung

Verhaltensänderungen werden entweder durch Erzeugung entgegengesetzter Bilder oder durch Senkung der Bewusstseinskapazität (entweder durch Ablenkung oder durch Ermüdung) unterbunden. Jemand hat sich z.B. entschlossen, ab morgen regelmäßig zu arbeiten, also schrittweise das zu tun, was gerade anliegt. Am anderen Morgen liefert ihm das Unterbewusstsein ein diesem Vorsatz entgegengesetztes Bild, z.B. 'Zeitungslektüre'. Gelingt diese psychisch organisierte Ablenkung nicht, dann wird der Vorsatz durch organisatorische Maßnahmen im physischen Bereich blockiert, z.B. dadurch, dass sehr starke Ermüdungserscheinungen erzeugt werden. Aufgrund der psychosomatischen Funktion (Wechselwirkungsbeziehung zwischen Seele (psyche) und Körper (physis)) kann die Ermüdung als Mittel zur Abwehr von Verhaltensänderungen noch bildlich dadurch unterstützt werden, dass das Bild "Jetzt noch einmal ins Bett" entsteht, unter Umständen durchaus begründet durch ein weiteres Bild, "...um dann frischer zu sein" (Ausrede).

Die Verhinderung von Verhaltensänderungen ist natürlich und besagt nur, dass die geplante Verhaltensverbesserung den subjektiven seelischen oder körperlichen Bedingungen widerspricht. Plan und Wirklichkeit stimmen nicht überein, und deshalb ist eine Umsetzung unmöglich. Das Vorhaben verstößt gegen eine Gewohnheit, statt sich dieser anzugleichen.

Werden Gewohnheiten längerfristig übergangen statt geändert, dann führen ungelöste Konflikte (einander entgegenfließende Informationsströme, also widersprüchliche Denkrichtungen) zur Neurose, zur Angst bzw. Depression, zur Nervosität oder zur erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten.

27
Mrz
2005

Lernbereitschaft

Lernbereitschaft, das ist die Bejahung, bestimmte Verhaltensweisen zu erwerben oder zu verbessern und die Umsetzung dieser Zustimmung in erhöhte Aufmerksamkeit, um etwas differenzierter zu beobachten bzw. trennschärfer einzuprägen, in erhöhte Konzentration, um exaktere Erinnerungen bzw. strukturiertere Vergegenwärtigungen von Erfahrungen zu ermöglichen.

lerbereitschaft

Lernbereitschaft lässt sich bewusst herstellen. Da die Leistung (Umsetzung von Wahrnehmungen in Beobachtungen, von Beobachtungen in Bilder, von Bildern in Begriffe, von Begriffen in Handlungen innerhalb einer bestimmten Zeit) zu Lernbeginn noch gering ist und erst allmählich ansteigt, gehört zur
Lernbereitschaft auch die Vorbereitung dessen, was bearbeitet werden soll (Anlauf-, Einstellungs-, Umschaltzeit).

Der Lernplan ist die Bedingung der Möglichkeit für erfolgreiches Lernen, weil sich das Unterbewusstsein auf den Umfang der vorzunehmenden Verhaltensänderungen einstellen muss (Prädisposition).

Die Terminierung von Lernabschnitten erübrigt eine Diskussion unterwegs, eine Auseinandersetzung mit dem Sinn des Lernwegs, die sehr schnell bei der Frage nach dem Sinn des Lebens überhaupt ankommen kann Abwehrmechanismus).

Sobald informationelles Verhalten grundsätzlich geändert wird, benötigt das Bewusstsein Zeit, um den neuen geistigen Akt inszenieren zu können ('Kulissenwechsel'). Solche Umstellungen sind erforderlich, sobald der Schwierigkeitsgrad geistiger Arbeit entschieden gesteigert wird – die Umkehrung gilt nicht.

26
Mrz
2005

Lernen organisieren

Begreifen, dass Verhaltensverbesserungen jederzeit möglich sind, wenn Verhaltenskorrekturen ausschließlich nach dem ökonomischen Prinzip 'Minimaler Aufwand - maximaler Effekt' durchgeführt werden.

lernen-organisieren

Sobald der Aufwand zu hoch und der Erfolg zu gering erscheint, erlischt die Lernbereitschaft. Um das Bewusstsein täglich neu auf das Lernen bzw. auf den Informationserwerb einzustellen, müssen Aufgaben, die zu erledigen sind, nach dem hierfür erforderlichen Aufwand sortiert werden, und zwar nach:
- leicht (Arbeitsbeginn),
- weniger leicht,
- schwierig,
- am schwierigsten (Leistungshoch),
- weniger schwierig,
- leicht (Leistungstief).

In der Regel entstehen somit zwei Arbeitsketten pro Tag: eine Vormittags- und eine Nachmittagsreihe, wobei darauf geachtet werden sollte, dass das Nachmittagshoch schwächer ist als das Vormittagshoch. Die schwierigste Aufgabe des Nachmittags sollte deshalb weniger schwer sein als die schwierigste Aufgabe des Vormittags. Dies gilt nicht, wenn der Aufwand für die einzelne Aufgabe gefühlsmäßig eingeschätzt wird, wenn also an die Stelle des Schwierigkeitsgrades die Befindlichkeitsskala tritt:
- gern (Arbeitsbeginn),
- weniger gern,
- ungern,
- am unangenehmsten (Leistungshoch),
- weniger unangenehm,
- gern (Leistungstief).

25
Mrz
2005

Informieren lernen

Informieren lernen heißt: Begreifen, dass Information anbieten eine Möglichkeit zur Verhaltensverbesserung bedeutet.

informieren-lernen

Verhaltensverbesserung, das bedeutet:
- Inhalte werden genauer erfasst,
- Stimmung und Einstellung werden verbessert,
- Situationen werden angemessener interpretiert,
- Verhalten wird differenzierter,
- Zeiten werden besser eingeteilt,
- Argumente werden stichhaltiger,
- Ziele werden schärfer formuliert,
- Erfahrungen werden gründlicher ausgewertet,
- Aufwendungen werden geringer,
- Strategien werden erfolgreicher.

Um Information in dieser Richtung vermitteln zu können, müssen folgende Fehler vermieden werden:
- Bilder und Begriffe werden zu komplex, das heißt sie stellen mehr dar, als im Augenblick benötigt wird,
- Nebensächlichkeiten werden zur Hauptsache,
- Zusammenhänge lösen sich auf, weil einzelne Teile zu stark hervorgehoben werden,
- Gesichtspunkte werden gewechselt, weil Bilder oder Begriffe assoziierend erzeugt werden,
- Bilder oder Begriffe sind keine Beispiele, weil sie entweder zu abstrakt oder nicht geschlossen sind,
- Bilder oder Begriffe beziehen sich nicht auf vorhandene Erfahrungen,
- Bilder oder Begriffe sind nicht verlockend.

24
Mrz
2005

In-Formation formatiert neuronale Netze

Im ersten Grundschuljahr lernen die Kinder lesen und schreiben. Diesen Lernprozess kann ich entweder unterstützen oder stören. Ich möchte auf das Unterstützen eingehen. Fallbeispiel: Es wird ein Buchstabe eingeführt.

information-formatiert

Schritt: Der Buchstabe wird (sehr) langsam mit weißer (!) Kreide an die Tafel gemalt. Die Kinder malen die Gestalt des Buchstaben so genau wie irgend möglich ab und vergleichen ihr Bild mit dem Original. Dann sammeln sie Erfahrungen im Gestalten dieses Buchstabens, indem sie ihn sehr sauber wiederholen. Dieses Vorgehen begünstigt jene Kinder, bei denen das optische Erfassen dominiert.

Schritt: Durch akustisches Inszenieren des Buchstabens werden jene Kinder angesprochen, welche das akustische Erfassen bevorzugen. Hier kann man den Vorgang des Anmalens akustisch unterstützen, und zwar entweder durch lautliches Begleiten oder melodisches Beschreiben dessen, was man tut, beispielsweise beim d: rund hoch runter... ...wenn man will, kann man reimen: "rund hoch runter, macht jedes 'd' wieder munter!"

Schritt: Die taktilen Lerntypen können sich helfen, indem sie den Buchstaben in der Luft, auf den Tisch, in den Sand oder mit Wasser an die Tafel malen.

Die unterschiedlichen Schritte ermöglichen den verschiedenen Kindern, sich in der Gestaltung des Buchstabens ganzheitlich zu üben.

Frage: Ist das nicht viel zu zeitaufwendig? Reicht es nicht, den Buchstaben an der Tafel zu üben und die Kinder das dann im Heft wiederholen zu lassen?

Antwort: Diese Vorgehensweise benachteiligt alle nicht optischen Lerntypen. Man sollte ganz im Gegenteil auch den seltenen olfaktorischen bzw. gustativen Lerntyp berücksichtigen, also die Buchstaben durch bestimmte Düfte definieren. Je vielfältiger man vermittelt, um so vielfältiger kann das Gehirn die Gestalt eines Buchstabens absichern.

Je mehr Sinne ich beteilige, um so erfolgreicher erziehe ich in diesem Einzelfall auch, indem ich die Entwicklung der Gedächtnisarbeit begünstige:
- Muster durch Nachahmung,
- Routinen durch Versuch und Irrtum,
- Modelle als Folge alternativer Verhaltensmomente,
- Begriffe als Vorstellungen zu handeln.

23
Mrz
2005

Information als Rohstoff

'Information' ist das, was für uns an einer Nachricht neu ist. Man kann auch sagen: "Je überraschender eine Nachricht für uns ist, desto mehr Information enthält sie für uns."

information-rohstoff

Informationshaltige Nachrichten machen uns neugierig. Ein Medium wird um so besser angenommen, je mehr Informationen es vermittelt. Schlagzeilen sind Neugierigmacher. Sie wollen Interessierte für eine Auseinandersetzung mit dem, was sie ankündigen, gewinnen.

Alle Medien leben von Nachrichten, die möglichst viel Informationen enthalten. Nachrichtenagenturen messen das, was sie an Nachrichten verbreiten, an deren Informationsgehalt.

Nun könnte man annehmen, dass die Rede von der Informationsgesellschaft mit dem enormen Nachrichtenumsatz heutzutage zu tun hat. Aber die Annahme, dass eine Informationsgesellschaft um so besser zu existieren vermag, je mehr Nachrichten sie umzusetzen in der Lage ist, trifft keineswegs zu.

Nachrichtenumsätze, Datenverarbeitung und -übertragungen funktionieren nämlich erst dann und nur dann, wenn sich in einer Informationsgesellschaft so viel tut, dass sie auch selbst eigene Nachrichten und Daten erzeugen kann. Die Informationsgesellschaft darf Nachrichten und Daten nicht nur importieren; sie muss sie auch exportieren.

Nachrichten vermitteln nicht nur Informationen, sondern Informationen erzeugen auch wieder Nachrichten Ein Journalist erhält eine Nachricht über ein Ereignis. Er gewinnt daraus wieder neue Nachrichten, indem er sich informiert, recherchiert, auswertet und Bericht erstattet.

Nachrichtenmagazine leben vor allem davon, dass sie nachrichtenträchtige und informationshaltige Ereignisse selbst aufspüren bzw. entdecken. Eine Informationsgesellschaft ist so gesund wie die Qualität ihrer Journalisten und Journalistinnen.

'Information' ist ein Naturprodukt. Der menschliche Geist erzeugt diesen Rohstoff, indem er nach den Regeln der Natur und mit Hilfe seiner Sprache aus Gedanken neue Ideen schafft. Im Gegensatz zur Industriegesellschaft, die auf bereits vorhandene Rohstoffe zurückgreift, muss die Informationsgesellschaft ihren Rohstoff aus ihren geistigen Ressourcen allererst gewinnen. Und im Gegensatz zur Industriegesellschaft entzieht sich das Rohmaterial für die Produkte der Informationsgesellschaft einer unmittelbaren sinnlichen Wahrnehmung. Das Gedankengut lässt sich nicht so leicht ausmachen und kontrollieren wie der Wasserhaushalt oder das Vorkommen von Brennstoffen.

Im einfachsten Fall ist Information eine Mitteilung, die unser Verhalten und damit unser Verhältnis zur Welt positiv oder negativ beeinflussen kann.

Diese Information wird in der Regel durch Beschreibung und/oder Analyse eines Ereignisses gewonnen und als Nachricht verbreitet. Im günstigen Fall ist Information eine sprachlich gefasste Idee, die sich wissenschaftlich und wirtschaftlich nutzen lässt, um Modelle und Strategien zur Verbesserung oder gar Abwendung einer wirtschaftlichen Lage bzw. gesellschaftlichen Situation zu entwerfen. Eine Informationsgesellschaft ist vor allem von zukunftsgerichteten Handlungsentwürfen abhängig.

Aufgabe der Medien ist es, für die schnelle Übertragung von Informationen zu sorgen. Jede Informationsgesellschaft ist neben ihren geistigen Ressourcen nur so gut wie die Medien, die darüber Bericht erstatten. Die Medienlandschaft in Deutschland zeichnet sich zwar durch ausgezeichnete Magazine, Zeitungen, Verlage, Rundfunk und Fernsehanstalten aus, aber die geistigen Energien, die zur Informationsgewinnung notwendig sind, scheinen nicht im ausreichenden Maße verfügbar zu sein. Hohe Arbeitslosigkeit ist dann die Spätfolge fehlender geistiger Ressourcen. Stark vereinfacht gesagt geht uns die Arbeit aus, weil uns nichts mehr eingefallen ist.

Einfallslose Bildungs- und Schulpolitik führten zu einem Bildungsnotstand, durch den notwendige Innovationen unmöglich gemacht wurden. In einer Ausgabe des Nachrichtenmagazins Focus heißt es: „Der Countdown läuft. Viel Zeit bleibt Politik, Unternehmen und Gewerkschaften nicht mehr, dringende Reformen zu beschließen. Jeder Tag Verzögerung verschlechtert unsere Chancen auf dem Weltmarkt. Das Ziel: Millionen neue Arbeitsplätze.“ Liest man aber die "Checkliste: Was zu ändern ist", dann stellt sich heraus, dass nur an den Symptomen operiert wird und die eigentliche Ursache unerkannt bleibt.

Die Krankheitsgeschichte ist eine Erziehungs- und Bildungsgeschichte. Die durchgängige Störung unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems geht auf eine Vergeudung des Rohstoffes 'Information' zurück. Das lässt sich auch politisch ausdrücken: "Was sich an Erziehung und Bildung falsch machen lässt, das ist auch falsch gemacht worden." Das lässt sich leicht nachvollziehen, sobald man sich die Zeit nimmt, sich einmal mit der Frage zu beschäftigen, wie der Rohstoff 'Information' eigentlich wächst.

Als Naturprodukt ist 'Information' ein höchst sensibler Rohstoff. Damit er wachsen kann, bedarf es zunächst sorgfältiger Sprachpflege, weil sich nun einmal gute Gedanken nur in einer klaren Sprache zum Ausdruck bringen können. Hochschulen und Wirtschaft aber führen Klage über mangelnde Beherrschung von Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Sprachstil.

Durch Spracherwerb aber wird im menschlichen Gehirn die Gedankenlogistik ausgeprägt. Das beginnt bereits mit den ersten Verlautbarungen von Geburt an.

Die Gedankenlogistik erprobt sich zuerst an Sinneseindrücken, die sich dann mittels Wahrnehmung zu ersten Bildern gestalten. Je reichhaltiger die Sinneseindrücke sind, um so nachhaltiger wirken sie auf das Spielen mit Bildern (Fantasie). Das Kind erzeugt anfänglich Informationen durch die Art und Weise, wie es spielt. Umgekehrt ist das Spielzeug für das Kind das erste Medium. Durch seine Machart vermittelt es ihm Information darüber, was möglich ist und was nicht. Je natürlicher und je weniger festgelegt das Spielzeug ist, um so besser eignet es sich zum Ausprobieren. Holzspielzeug bleibt hier immer noch konkurrenzlos. Ein Kind, das sich mit seinem Holzbaukasten seine eigene Welt baut, ist auf Intelligenz (Fähigkeit zu ordnen) und Fantasie (Fähigkeit zu gestalten) angewiesen. Mit der Zeit wachsen die Ansprüche und zu den Holzbauklötzchen gesellen sich erst Legobausteine und dann die ersten Experimentierkästen technischer oder naturwissenschaftlicher Art.

Aber die Natur ist immer noch die beste Lehrmeisterin. Wann immer das Wetter es zulässt, fördern Naturerkundungen Intelligenz und Fantasie, indem sie beide Kräfte zu Entdeckungen herausfordern. Es ist fast müßig zu sagen, dass Jungen und Mädchen ihre Spielwelten gern austauschen, wenn sie von Erwachsenen nicht in irgendwelche Rollen gedrängt werden. Das Erzählen oder Vorlesen von Geschichten ergänzt die kindliche Erfahrungswelt, und Brett-, Ball-, Versteck-, Rate- und Strategiespiele ermöglichen ihm zu zeigen, was es alles kann.

In der Grundschule werden die Fähigkeiten des Kindes systematisch weiterentwickelt. Neben dem Erwerb des Schreibens, Lesens und Rechnens werden vor allem Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, Beobachtetes zu begreifen, gefördert. Das Spiel wird in Lernen überführt, ohne dass aus Spaß Ernst werden muss. Intelligenz und Fantasie fordern die Begabung des Kindes heraus, das ist die Fähigkeit, sich handwerklich oder künstlerisch zum Ausdruck zu bringen. Der Wert allen Tuns liegt für das Kind in der Erfahrung von Welt. Natürliche Neugier bewegt es zu solcher Erkundung. Das Kind will entdecken und sich orientieren können. Leistung ergibt sich aus diesem natürlichen Antrieb heraus. Was in den ersten Schuljahren grundgelegt worden ist, prägt sich dann im Verlauf der weiteren Schulzeit als Persönlichkeitsbildung aus.

Intelligenz, Fantasie, Begabung, Werte und Leistungsbewusstsein, Neugier – das sind die Nährstoffe, die der Rohstoff 'Information' braucht, um wachsen zu können. Um diese Nährstoffe optimal binden zu können, bedarf es hilfreicher Orientierung und helfender Ordnung. Auch die jüngste Techno- und Rockband weiß, dass ohne Disziplin nichts 'abgeht'. Wer Kinder frühzeitig selbst unterrichten lässt, indem er jene Unterrichtsinhalte delegiert, welche sich Kinder selbst anzueignen in der Lage sind, kann beobachten, dass sie alles das nicht mögen, was ihnen Erwachsene durch ihre gutgemeinten Reformen unterstellen. Kinder haben ein natürliches Gespür für das Lernen.

Kinderunterricht ist aus gutem (neurologischen) Grund 'altmodisch'. Kinder lieben klare Verhältnisse. Sie wollen, dass Unterricht ordentlich abläuft, wohl wissend, dass Lernen kein Spiel ist und trotzdem Spaß macht, wenn man es zügig und vor allem erfolgreich hinter sich bringt. Kinder wünschen sich Noten und keine Formulierungen von Erwachsenen in Berichtszeugnissen, die sie nicht verstehen.

Kinder brauchen ihre Lehrerin und ihren Lehrer als Bezugsperson. Sie schauen nicht aufs Alter, sondern achten deren Persönlichkeit.

Kinder lieben Herausforderungen. Wer Kinder fördern will, muss deren Intelligenz, Begabung und Fantasie fordern. Weniger Lehrstoff, um gründlicher lernen zu können. "Weniger ist hier wirklich mehr!"

Kinder wollen selbständig sein. Sie brauchen Materialien, die sie in die Lage versetzen, selbst etwas herauszufinden. Sie wollen, dass man ihnen hilft, damit sie sich selbst helfen können.

Kinder wollen helfen. Sie sitzen nicht gern im Unterricht gelangweilt herum, sondern helfen gern den anderen, wenn man sie nur lässt.

Das tut allen Reformern weh, die sich das Management und Infotainment von Erwachsenen in die Schule wünschen. Natürlich übernehmen Kinder das und machen auch alles mit, weil sie eben noch nicht zum Ausdruck bringen können, dass alles seine Zeit hat. Alles in der Natur entwickelt sich geschlossen, um alle Kräfte auf das Wachstum konzentrieren zu können; erst dann kann es sich öffnen. Offener Unterricht ist zwar erwachsenenfreundlich, aber eben natürlicherweise kinderfeindlich.

Und die so genannten Medienkids? Noch niemals zuvor sind Kinder so mit Bildern überflutet worden wie heute. Der massive multimediale Einfluss elektronischer Medien (Fernsehen, Video, Computerspiele) erfasst das kindliche Bewusstsein, indem er das Gehirn mit überstarken Sinnesreizen total beansprucht. Kinder sind diesem Einfluss völlig ausgeliefert, weil sie nicht gelernt haben, sich dagegen zu wehren.

In der Folge werden sie von den multimedialen Reizen abhängig und mediensüchtig. Die Bilderflut, die das Bewusstsein des Kindes überströmt, desensibilisiert die Fantasie, die nicht mehr mit ihren eigenen Bildern und Träumen konkurrieren kann; sie mindert die Intelligenz, die alle diese kurzbelichteten Bilder nicht mehr zu ordnen und auszuwerten vermag; und sie setzt schließlich das Konzentrationsvermögen herab, weil die Bilder so schnell aufeinander folgen, dass das Gehirn sie angesichts solcher Hochgeschwindigkeit nur noch unvollständig verarbeiten kann. Zwar wird das Gehirn des Medienkindes durch das Signalgewitter der multimedialen Elektronik dazu trainiert, mehrere Vorgänge zugleich zu erledigen, aber eben auf Kosten des Verarbeitungsniveaus.

Für die Medienkids und die vielen Kinder aus gestörten und zerstörten Familien wird doch gerade nach anderen Formen des Unterrichtens gesucht. Es ist nicht sehr schlau, Kindern, die nahezu jeglichen Halt verloren haben, die Sinngebung und Orientierung zu verweigern, indem man sie selbst ständig machen statt sie selbständig werden lässt. Reformen wären gut beraten, wenn sie sich weniger politisch und mehr an naturwissenschaftlichen Befunden orientieren würden. Wer Schule zum Kleinunternehmen umfunktionieren will, vergisst, dass es nichts mehr zu unternehmen gibt, weil die Ideen dazu ausbleiben werden. Reformierung stellt sich dann als Deformierung heraus.

Aus kybernetischer Sicht wird sich Bildungspolitik selbst regulieren. Wenn uns schon nicht die zunehmend beschleunigte Arbeitslosigkeit zwingt, den Zusammenhang zur Bildungslosigkeit unserer Zeit herzustellen, wenn uns auch ausbleibende Innovationen nicht schrecken, dann wird uns spätestens jene Wende zur Vernunft bringen, welche unser Land von einem Land, das entwickelt, in ein Entwicklungsland für die USA verkehrt. Bildungspolitik hat die Formel für diese Kehre schon längst gefunden "Mehr Quantität und weniger Qualität in Forschung und Lehre!" Auf Schule übertragen bedeutet dieses Motto: "Größere Lerngruppen, weniger Lehrer und Lehrerinnen!"

Wer an der Bildung spart, spart sich arm. In einer Informationsgesellschaft zeigt sich dieser Vorgang analog zu jeder Verwüstung: Ideen bleiben aus, der Rohstoff 'Information' verkümmert, Information wird importiert, bis dieser Import unbezahlbar wird, die Informationsgesellschaft wandelt sich zur Delegationsgesellschaft für andere Informationsnationen. Friedrich Nietzsche hat ein Gedicht über die Zukunft unserer Bildungsanstalten geschrieben. Es trägt den Titel: "Die Wüste wächst. Weh dem, der Wüsten birgt!" Aus kybernetischer Sicht wird sich die Bildungswüste so lange ausbreiten, bis Schule wieder Schule machen kann. Und als Volk der Dichter und Denker werden wir Deutschen keineswegs zugrunde gehen, sondern aus Not wieder zur Vernunft kommen. Das wird Schule machen!

22
Mrz
2005

Beispiel

Beispiel, das ist entweder ein Bild, um einen Begriff zu veranschaulichen oder ein Begriff, um ein Bild zu erklären.

beispiel

Verständnisschwierigkeiten treten immer dann auf, wenn Bilder nicht mehr in Begriffe und Begriffe nicht mehr in Bilder überführt werden können. Im ersten Fall fehlt der konkreten Auseinandersetzung eine Orientierungsmöglichkeit. Im zweiten Fall wird die abstrakte Auseinandersetzung zu vage, weil der Zusammenhalt durch einen bestimmenden Fall fehlt. In beiden Fällen hat das Bewusstsein Leitstrukturen entzogen, und es herrscht deshalb Verwirrung. Durch diesen Entzug wird erreicht, dass Bildentwicklung und Begriffsbildung nicht mehr parallel verlaufen. Bilder werden nicht mehr analog zur Begriffshöhe komplexer, und Begriffe werden nicht mehr analog zur Bildschärfe differenzierter.

Um einer solchen Entwicklung entgegenzuwirken, verwendet man Beispiele. Es gibt genau drei Beispieltypen. Sie entsprechen den Bestandteilen einer ästhetischen oder logischen Operation (Bildgestaltung oder Begriffsbildung).

Der erste Beispieltyp ist das Faktum (Daten). Faktische Beispiele werden immer dann benötigt, wenn Methoden bzw. Techniken untersucht werden; sie sichern die Praktikabilität.

Der zweite Beispieltyp ist die Ordnung. Strukturbezogene Beispiele werden immer dann benötigt, wenn Fakten untersucht werden; sie sichern das systematische Vorgehen.

Der dritte Beispieltyp ist die Praxis (Erfahrung). Praktische Beispiele werden immer dann benötigt, wenn Theorien entwickelt werden, also Handlungsmöglichkeiten zu konzipieren sind; sie sichern die Umsetzbarkeit der Überlegungen.

21
Mrz
2005

Aufgabe

Aufgabe, das ist die Vorgabe eines ‚verschlüsselten’ Verhaltensmusters, das sich mit Hilfe eines Bildes oder eines Begriffes (‚Schlüssel’) ‚entschlüsseln’ bzw. auf vorhandene Erfahrungen zurückführen lässt.

aufgabe

Die Lösung einer Aufgabe besteht in der Entdeckung des Verhaltensmusters, das durch sie geübt werden soll. Um es entdecken zu können, bedarf es der Aufdeckung des Begriffs, der sich hinter der Aufgabenstellung verbirgt. Das Vorgehen wird erleichtert, wenn die Richtung angegeben wird, in der die Lösung gesucht werden muss. Diese Angabe geschieht durch Formulierung einer Frage und damit durch Bereitstellung einer Suchstrategie. In der Regel beziehen sich Aufgaben in Schulbüchern auf das Herausfinden eines (gewöhnlich nur auswendig gelernten) Lösungsmusters. Aus diesem Grund werden faktische, lokale, temporale, quantitative, instrumentale Fragestellungen bevorzugt. Die Antworten ergeben sich infolgedessen aus einfachen gedanklichen Leistungen – wie wiedergeben, wiederholen, bestimmen, messen, zeichnen, beschreiben.

Lösungsmuster sind aber bildliche, begriffliche oder praktische Verhaltensstrategien, die durch die Anwendung den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden sollten. Solche Modifikationen wären brauchbare Muster auch für die Alltagsbewältigung, da sie das Verhalten auf ökonomischste Weise organisieren. Unterricht für das Leben muss die Übertragung auf den Alltag ermöglichen.

Je mehr sich die Aufgabenstellung auf die Alltagserfahrung bezieht, desto nützlicher ist sie für den Verhaltensfortschritt. Aufgabentexte müssen Erfahrungen, Begreifen und Handeln herausfordern und nicht blockieren.

20
Mrz
2005

Wille

Wille, das ist die Fähigkeit, sich für bestimmte Handlungen entgegen negativer Affektionen oder Emotionen zu entscheiden.

wille

Im Gegensatz zur Abwehr setzt die Fähigkeit, sich für gefühlsmäßig negativ kommentierte Handlungen zu entscheiden, eine bewusste Auseinandersetzung mit dem voraus, was im Bewusstsein negative Affektionen oder negative Emotionen erzeugt.

Da negative Affektionen oder Emotionen Störungen anzeigen, erweist sich der Wille auch als Widerstand und damit als Mittel zur psychischen Stabilisierung.

Die Willensbildung vollzieht sich ausschließlich rational, das heißt, die Entscheidung für eine negativ affizierte oder mit negativer Emotion belegte Handlung kann erst dann und nur dann erfolgen, wenn es gelingt, ein vernünftiges Ziel vorzustellen, das die Überwindung von Abwehrmechanismen überhaupt lohnt. Das Ziel, welches man erreichen will, muss in jedem Fall einen Bezug zu einer wünschenswerten Verhaltenseigenschaft herstellen.

Das Phänomen ,Wille’ wird sehr oft falsch ausgelegt. So wird ‚Wille’ als etwas gefordert, das es lediglich einzusetzen gilt, eine Art ,psychomotorischer Kraft’, die man nur anzuwenden braucht ("Du kannst, wenn Du nur willst!"). In Wirklichkeit ergibt sich die Antwort auf die Frage nach der vorhandenen ‚Willenskraft’ einzig und allein aus der Qualität der Argumentation im Hinblick auf das, was gerade anliegt.

Wille entwickelt sich, sobald jemand in der Lage ist, mit Ereignissen distanziert umzugehen. Die Willenskraft ist in der Regel um so größer, je mehr das, was man beabsichtigt, durchdacht worden ist.

19
Mrz
2005

Abwehr

Abwehr, das ist die Zurückweisung von Aufgaben, die mit negativen Empfindungen belegt sind – und zwar vor allem durch a) Vergessen, b) begründete Verschiebung (Ausrede), c) Angriff (Aggression).

abwehr2

Gefühlsmäßige Ablehnung ergibt sich aus dem Widerspruch zu persönlichen Idealen (Vor- und Leitbilder), Normen (Leitsätze), Ideen (Leitgedanken), Prinzipien (Grundsätze), Vorstellungen (Verhaltensstrategien), Begriffen (Beurteilungen), Empfindungen, Bedürfnissen, Erfahrungen, Plänen.

Abwehr kann zur bloßen Abreaktion (gefühlsbedingte Überreaktion) werden, wenn sich unerträglich gewordene Spannungen nur durch emotionsgesteuertes Verhalten auflösen lassen (psychostrukturelle Maßnahme im Rahmen natürlicher Selbstreparaturen). Da die Psyche in der Lage ist, Verhaltensstrukturen zu verbessern, um größere Stabilität zu erreichen, können Abwehrmechanismen nach einem gewissen Zeitraum wieder aufgehoben werden. Eine solche Aufhebung lässt sich in der Regel auch durch Verhaltensanalysen erreichen, also durch Erforschung des zureichenden Grundes des Tuns, worauf sich die Abwehr bezieht.

Abreaktionen erfolgen, sobald Spannungszustände jede Bewusstseinstätigkeit blockieren.

Abwehr wird ausgelöst, sobald Ereignisse eintreten, die zu Konflikten führen würden.

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

Ergänzende Webseiten

 

Archiv

Mai 2021
April 2021
März 2021
Februar 2021
Januar 2021
Dezember 2020
November 2020
Oktober 2020
September 2020
Juni 2020
Mai 2020
April 2020
März 2020
Februar 2020
Januar 2020
Dezember 2019
November 2019
Oktober 2019
Juni 2019
Mai 2019
April 2019
März 2019
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Dezember 2015
November 2015
Oktober 2015
September 2015
August 2015
Juli 2015
Juni 2015
Mai 2015
April 2015
März 2015
Februar 2015
Januar 2015
Dezember 2014
November 2014
Oktober 2014
September 2014
August 2014
Juli 2014
Juni 2014
Mai 2014
April 2014
März 2014
Februar 2014
Januar 2014
Dezember 2013
November 2013
Oktober 2013
September 2013
August 2013
Juli 2013
Juni 2013
Mai 2013
April 2013
März 2013
Februar 2013
Januar 2013
Dezember 2012
November 2012
Oktober 2012
September 2012
August 2012
Juli 2012
Juni 2012
Mai 2012
April 2012
März 2012
Februar 2012
Januar 2012
Dezember 2011
November 2011
Oktober 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
März 2011
Februar 2011
Januar 2011
Dezember 2010
November 2010
Oktober 2010
September 2010
August 2010
Juli 2010
Juni 2010
Mai 2010
April 2010
März 2010
Februar 2010
Januar 2010
Dezember 2009
November 2009
Oktober 2009
Juni 2009
Mai 2009
April 2009
März 2009
Februar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
Oktober 2008
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006
Dezember 2005
November 2005
Oktober 2005
September 2005
August 2005
Juli 2005
Juni 2005
Mai 2005
April 2005
März 2005
Februar 2005
Januar 2005
Dezember 2004

Aktuelle Beiträge

. . .
Man muss alle Bewegungen der Natur genau beobachten,...
wfschmid - 25. Mai, 09:45
Unsichtbare Welt
Neuronale Dämmerung im Dunkel des Unbewussten. Der...
wfschmid - 24. Mai, 06:44
glaub' oder glaube nicht was...
glaub' oder glaube nicht was geschehen ist schuf dich ich...
wfschmid - 15. Mai, 04:07
Annähern
Loslassen können Es erinnern Leuchtende Bilder An diesen einzigartigen...
wfschmid - 14. Mai, 08:30
Magische Linien 1
Magische Linien 1 Geschützte Markierung Gefühle der...
wfschmid - 13. Mai, 09:26
Magische Linien 1
Geschützte Markierung Gefühle der Atem die Energie ein...
wfschmid - 13. Mai, 09:23
Sehr schön
Lieber Wolfgang, meine Emails kommen offenbar nicht...
snafu - 6. Mai, 10:55
. . .
So offenbart sich im Stillleben Vincent van Goghs „Ein...
wfschmid - 30. April, 10:52

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Status

Online seit 7779 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 24. Juli, 02:02

Suche (AND, OR erlaubt) - Nächste (leere) Zeile anklicken!

 

Credits

 

 

Es gelten die Rechtsvorschriften für Webseiten der Universität Flensburg © Texte: Wolfgang F. Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) wfschmid(at)me.com Bilder: Ulrike Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) mail(at)ulrike-schmid.de

 wfs


development