18
Mrz
2005

Begabung (2)

Begabung, das ist Einfallsreichtum (Ideenfindung) auf der Basis verfügbarer Intelligenz.

begabung21

Gestaltungsfähigkeit des Bewusstseins = Veränderbarkeit des Bild-er-lebens bzw. Bilder-Lebens (Empfinden, Gestalten, Denken, Handeln).

Gewöhnlich wird auch Begabung als Vergleichgröße aufgefasst. Die Leistungsfähigkeit des Gehirns eines Menschen wird in Beziehung zu anderen
gesetzt. Der einfachste Bezug dieser Art ist die Bestimmung der Begabung aus dem Verhältnis zwischen dem Rang, der einer überdurchschnittlichen Leistung zukommt und der Gruppe, die solche Leistungen erbringt.

Wie die Intelligenz, so bezieht sich die Begabung auf bestimmte Fähigkeiten. Wer beispielsweise mathematisch und musikalisch hoch begabt ist, muss nicht auch zugleich sprachlich hoch begabt sein.

17
Mrz
2005

Intelligenz

Intelligenz ist eine innerhalb gewisser Grenzen veränderliche Größe. Diese Größe wird vor allem durch Übung beeinflusst.
Trennschärfe des Bewusstseins = höchste Genauigkeit (Akribie) des Bild-er-lebens bzw. Bild-Erlebens
(Empfinden, Gestalten, Denken, Handeln).

intelligenz

Gewöhnlich wird Intelligenz als Vergleichgröße aufgefasst. Die Leistungsfähigkeit des Gehirns eines Menschen wird in Beziehung zu anderen gesetzt. Der einfachste Bezug dieser Art ist die Bestimmung der Intelligenz aus dem Verhältnis zwischen der erbrachten überdurchschnittlichen Leistung und dem Lebensalter.
Intelligenz = Leistungsalter/ Lebensalter * (100 + X)
Jede Definition von Intelligenz spiegelt die Leistung in einer bestimmten Lebensphase wider. Sie sagt kaum etwas über die möglicherweise vorhandene tatsächliche Intelligenz aus.

16
Mrz
2005

Furcht

Furcht, das ist eine negative Affektion aufgrund der Wahrnehmung einer konkreten Bedrohung.

furcht

Im Gegensatz zur Angst besteht die Furcht nicht aufgrund der Erfahrung völliger Orientierungslosigkeit, sondern zufolge der Kenntnis oder gar Erkenntnis im Hinblick auf das, was bevorsteht.

Furcht, das ist das Gefühl des Bedrohtseins durch etwas Bestimmtes im Unterschied zur Angst als dem Gefühl des Bedrohtseins durch etwas Unbestimmtes. Dieser Unterschied ändert jedoch nichts an der Intensität des negativen Gefühls. Die Furcht vor einer bestimmten Beeinträchtigung der persönlichen Entwicklung, des Ansehens, des beruflichen Fortkommens, der seelischen oder körperlichen Gesundheit kann wesentlich stärker sein als die Angst in Bezug auf unbestimmte Möglichkeiten.

Als Kontrollen bewusstseinsinterner (informationeller) Prozesse lassen sich Gefühle durch Information indirekt beeinflussen. Die Besorgung sensorischer, kognitiver, sensitiver oder motorischer Inhalte lässt sich in der Regel im Hinblick auf deren psychostrukturelle Verträglichkeit steuern. Aufgrund verträglicher Wahrnehmungen, Gedanken, Empfindungen oder Handlungen werden Angst bzw. Furcht verringert, weil die psychische Stabilität (Fähigkeit, Störungen aufzufangen) zunimmt.

Furcht entsteht, sobald sich jemand durch etwas Bestimmtes überfordert oder gar bedroht sieht.

15
Mrz
2005

Angst

Angst, das ist eine negative Emotion aufgrund des Bewusstseins von einer nicht klar auszumachenden existentiellen Bedrohung.

angst

Wer dieses Gefühl erfährt, sieht sich in seinem Dasein gefährdet. Angst, das ist das Gewahrwerden der Unmöglichkeit, eine persönliche, soziale, berufliche, kommunikative, psychische, physische, vergangene, gegenwärtige oder zukünftige Situation zu bewältigen.

Da sich Angst vor allem dann entwickelt, wenn Orientierungsmuster bzw. erfolgversprechende Handlungsstrategien fehlen, wächst die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser negativen Emotion mit der Zunahme neuer Ereignisse.

Wer entweder über zu wenig Verhaltensvorlagen verfügt oder kaum in der Lage ist, spontan Handlungsstrategien zu entwerfen, lebt ständig mehr oder weniger ängstlich. Ängstlichkeit wird gleichsam zur Persönlichkeitskonstanten.

Angst ergibt sich aus einem Kontrollverlust, das heißt Verträglichkeit und Unverträglichkeit von Wahrnehmungen und Erinnerungen werden affektiv und emotional nicht mehr angemessen angezeigt. Als Daseinsbefindlichkeit kann Angst gemindert, aber nicht verhindert werden.

Die Vielfalt der Einflüsse verhindert, dass jemand in der Lage ist, alle Einwirkungen zu kontrollieren. Darüber hinaus hat niemand gefährliche Entwicklungen in seiner Umwelt im Griff. Existentielle Bedrohungen lassen sich also zu keinem Zeitpunkt ausschließen.

Angst entsteht, sobald entweder Orientierungslosigkeit oder Bedrohung erfahren wird.

14
Mrz
2005

Depression

Depression, das ist der gefühlsmäßig bedingte Ausfall von Maßnahmen zur Stabilisierung bzw. eine gefühlsmäßig kommentierte Instabilität.

depression

Soweit Depressionen bewusstseinsorganisiert (psychogen) sind, handelt es sich um sehr hohe Ist-Soll-Diskrepanzen, die im Augenblick nicht aufgelöst werden können.

Verlaufen Aggressionen längerfristig nicht erfolgreich, das heißt, können Störungen, auf die sich die Überreaktionen beziehen, nicht beseitigt werden, dann besteht die Gefahr eines Umschlags in Depressionen.

Aus Aggressionen hervorgegangene Depressionen sind relativ kurzfristig. Im Gegensatz zu Aggressionen können sie mit Hilfe rationaler Argumente beseitigt werden.

Bewusstseinsorganisierte Depressionen lösen sich auf, sobald wieder genügend Kapazität vorhanden ist. Wird diese Bedingung nicht erfüllt, das heißt, erfolgt keine psychostrukturelle Regeneration, dann kann dies zur Manie (krankhafte Veränderung des Gemüts) führen. Gehobenes Selbstgefühl, extreme Selbstüberschätzung, Gedankenflucht (sprunghaftes Denken), Rede- und Bewegungsdrang sind Kennzeichen für das Ausbleiben regenerierender Maßnahmen. Hinzu kommt ein periodischer Wechsel gehobener und gedrückter Stimmung.

Depressionen sind (soweit sie vom Bewusstsein beeinflusst werden können) möglich, wenn
a) das Leistungspotential erschöpft ist (Distress), wenn
b) Wahrnehmungen negative Affektionen bewirken (Überbelastung), wenn
c) die Vergegenwärtigung von Misserfolgen Apathie auslöst.

13
Mrz
2005

Aggression

Aggression, das ist eine gefühlsmäßig bedingte Überreaktion gegen unverträgliche Einflüsse.

aggression

Aggressives Verhalten ist bewusstseinsunkontrolliertes Verhalten. Aggression ist nicht nur ein Anzeichen für eine sehr hohe Ist-Soll-Diskrepanz (sehr große subjektive Unverträglichkeit dessen, was diese gefühlsmäßige Reaktion auslöst), sondern auch zugleich ein Zeichen für nicht mehr vertretbare Instabilität.

Aggression ist ein Symptom, dessen Auftreten Maßnahmen zur Erhöhung der Stabilität notwendig macht. Da jemand, während er sich aggressiv verhält, aus dem Gleichgewicht geraten ist, folglich über keinerlei Möglichkeiten verfügt, die Störungen selbst zu beseitigen, muss ihm von außen geholfen werden. Diese Hilfestellung darf allerdings nicht in dem Versuch bestehen, die aufgetretene Instabilität rational beseitigen zu wollen. Wer sich aggressiv verhält, ist vernünftigen Argumenten gegenüber verschlossen. Der Abbau von Aggressionen wird dagegen beschleunigt, wenn sich andere neutral verhalten. Im Extremfall dauert die Aggression so lange an, bis die Bewusstseinskapazität so weit erschöpft ist, dass auch aggressives Verhalten nicht mehr organisiert werden kann.

Aggressionen sind möglich, wenn
a) das Leistungspotential erschöpft ist (Überanstrengung), wenn
b) Wahrnehmungen negative Affektionen bewirken (Überreizung), wenn
c) die Vergegenwärtigung bestimmter Erfahrungen zu negativen Emotionen führt (Gefühl von Überforderung im Hinblick auf die bevorstehende Situation).

12
Mrz
2005

Emotion (2)

Emotion, das ist ein gefühlsmäßiger Kommentar, der die Verträglichkeit von solchen Erinnerungen anzeigt, die sich auf sehr stark gefühlsmäßig kommentierte Erfahrungen beziehen.

emotion

Treten Erinnerungen an bestimmte Erfahrungen und Empfindungen in den Vordergrund bzw. Wahrnehmungen und Handlungen in den Hintergrund, dann erzeugen Emotionen Einstellungen: gefühlsmäßig kommentierte Erwartungen im Hinblick auf die Effektivität von Handlungen.

Im Gegensatz zur Affektion bezieht sich die Emotion nicht auf Zustände (Situationen), sondern auf Prozesse (Verhaltensweisen). Die emotionale Reaktion ist eine gefühlsmäßige Stellungnahme zu einer Verhaltensweise.

Diese Stellungnahme fällt negativ aus, wenn die Verhaltensweise, auf die sie sich bezieht, Störungen ausgelöst hat. Die Störungsanfälligkeit nimmt in dem Maß zu wie die Kapazität (Leistungspotential) abnimmt.

Da die Emotion auf Erfahrung basiert, kann deren Zustandekommen auch als ‚Häufung’ reprojizierter Affektionen aufgefasst werden. Es lassen sich u.a. folgende Emotionen unterscheiden: a) ereignis-, b) personen-, c) sach-, d) ideologie- und e) verhaltensbedingte.

Emotionen entstehen, sobald bestimmte Erfahrungen vergegenwärtigt werden.

11
Mrz
2005

Affektion

Affektion, das ist ein gefühlsmäßiger Kommentar, der die Verträglichkeit von Wahrnehmungen anzeigt.

affektion

Treten Wahrnehmungen und Empfindungen in den Vordergrund bzw. Denken und Handeln in den Hintergrund, dann erzeugen Affektionen Stimmungen (Abend-, Gewitter-, Herbststimmung).

Ob es sich bei einem augenblicklichen Gefühl um eine Affektion oder um eine Emotion handelt, das lässt sich nur dann entscheiden, wenn noch der Grund der Auslösung vergegenwärtigt werden kann. Verschlechtert sich also die momentane Befindlichkeit, dann muss in jedem Fall überprüft werden, ob dies aufgrund von Wahrnehmungen (Affektionen) oder aufgrund von Erinnerungen an bestimmte Erfahrungen (Emotionen) geschieht. Diese Kontrolle ist im Hinblick auf angemessene Gegenmaßnahmen wichtig.

Affektionen und Emotionen sind um so weniger positiv, je mehr die Bewusstseinskapazität abnimmt. Ermüdung oder gar Übermüdung verfälschen gefühlsmäßige Kommentare.

Da Affektionen zugleich mit den sie auslösenden Wahrnehmungsinhalten im Gedächtnisfeld festgehalten werden, gelangen sie durch entsprechende Erinnerungen auch wieder ins Bewusstsein und erzeugen dadurch bestimmte Erwartungen in Bezug auf ein Wahrnehmungsfeld (Launen). Gespeicherte Stimmungen aber lösen keine Erinnerungen aus, sondern treten als deren Begleiterscheinungen auf.

Sobald wahrgenommen wird, werden auch Affektionen ausgelöst.

10
Mrz
2005

Arten und Weisen zu definieren

Das philosophische Denken definiert die Formen des Denkens. Mit Hilfe philosophischer Begriffe werden Gedanken zur Sprache gebracht.

philosophie1

Das mathematische Denken definiert Phänomene des Denkens, um sie berechenbar zu machen. Das rechnerische Vorgehen selbst wird als Formel dargestellt. Die Naturwissenschaften erfassen mit Hilfe von Formeln natürliche Erscheinungen.

Das künstlerische Denken definiert die Inhalte des Denkens. Mit Hilfe von Sprach-, Bild- und/oder Musikkompositionen werden ideale und/oder reale Erscheinungen erfahrbar gemacht.

Das geisteswissenschaftliche Denken stellt Mischformen von Philosophie, Mathematik und Kunst dar. Diese Mischung führt allerdings häufig zu Unschärfen der Formulierung.

Weil das philosophische Denken die Formen des Denkens definiert, bedarf es einer genauen Überprüfung auf Stimmigkeit, sobald es unterrichtet wird. Kinder verstehen sich von Natur aus aufs Philosophieren. Sie kommen - noch philosophierend - in die Grundschule. Lehrende müssen sich auf das Philosophieren verstehen, wenn sie Lernen angemessen organisieren wollen. Kinder sind Philosophen, Lehrer müssen es oft erst wieder werden.

9
Mrz
2005

Wegmarken

Über das Lernen ist schon viel zu viel geschrieben worden. Warum also eine erneute Darstellung dieses Prozesses? Antwort: Eben deshalb, weil schon viel zu viel darüber geschrieben wurde! Diese Antwort bezieht sich auf das Ergebnis der Literatur über das Lernen. Trotz aller Auseinandersetzung mit dem Lernen haben wir nichts dazu gelernt. Wir organisieren das Lernen wie eh und je. Trotz aller Beschäftigung mit dem Lernen hat der Unterricht sein Gesicht kaum verändert. Und Lernende haben immer weniger Lust, am Unterricht teilzunehmen. Das Lernen interessiert sie nicht. Lehrende aber zeigen sich nur selten in der Lage, solches Interesse zu wecken.

wegmarken

Der tiefere Grund der ziemlich erfolglosen Auseinandersetzungen mit dem Lernen liegt in diesem Prozess selbst verborgen. Das Wort ‚Lernen’ wird verfälscht, sobald man darüber nachdenkt, ohne die vielen Vorgänge mitzubedenken, aus deren Zusammenspiel sich das Lernen allererst entwickelt.

Lernen ist schlichtweg nicht zu verstehen, wenn es nicht als dieses Zusammenspiel gedacht wird. Es nutzt nun auch kaum etwas, diese das Lernen tragenden Prozesse einmal aufzulisten, um wenigstens einen ersten Eindruck von der Tragweite des Wortes Lernen zu bekommen. Mit einer Mentalität des Abhakens ist dem Wort Lernen nicht beizukommen. Man muss dieses Wort schon wesentlich erfassen, also denken.

Denken regelt das mehr oder weniger bewusste Bilderleben in uns. Lernen denken, das bedeutet, diesen Prozess in Bildern zur Sprache zu bringen – so, dass sich diese Bilder erleben und in Verstehen überführen lassen.

Was sind das für Bilder, die das Denken zur Vorstellung bringt? Gedachte Bilder oder Gedanken sind entweder künstlerisch gestaltete Sinnenbilder oder wissenschaftlich gestaltete Leitbilder für das Handeln. Bildlose Gedanken aber sind Attrappen. Zu diesen Attrappen gehört auch der Gedanke ‚Lernen’ oder entstehen in Ihnen etwa Bilder, sobald Sie an ‚Lernen’ denken?

Gedanken, die nur künstlerisch oder wissenschaftlich gestaltete Bilder entwickeln, sind einseitig. Sie beschäftigen vorwiegend nur eine ‚Seite’ des Gehirns, entweder überwiegend die rechte oder hauptsächlich die linke Hemisphäre. Der erfolgreiche Gedanke zeigt sich künstlerisch und wissenschaftlich zugleich.

Der Begriffskalender hier stellt Lernwörter in Form einzelner Module vor. Lernwörter sind Gedanken, durch welche die Organisation des Denkens und Handelns verbessert werden kann.

Weil das schöpferische Gehirn das Spielen mit Gedanken bevorzugt, ist die lineare Anordnung von Gedanken nicht sonderlich hirngerecht. Das Gehirn bevorzugt das selbständige Zusammenstellen von Aussagen, weil sich diese dann am ehesten dem gegenwärtigen Interesse zuordnen lassen. Dieser Vorliebe entsprechend sind die einzelnen Lernwörter (Module) so angeordnet, dass Sie sich leicht für jene entscheiden können, für welche Sie sich gerade interessieren. Diese Auswahl können Sie ganz nach Bedarf vornehmen. Sie werden auf jeden Fall Ihren eigenen Gedankengang finden.

8
Mrz
2005

Verdrängung - Weg mit den Scheuklappen

Wir Menschen sind großartige Verdrängungskünstler. Wir haben eine ungeheuere Scheu vor dem, was uns selbst angeht. Im Alltag sind wir vorwiegend damit beschäftigt, uns selbst auszuweichen. Nur im Urlaub kann es zu Unfällen kommen. Wir sehen uns dann urplötzlich uns selbst gegenüberstellt. In solchen Unglücksfällen stellen sich dann sehr schnell Fragen nach dem Sinn unseres Lebens ein. Erfreulicherweise sind das Ausnahmefälle. Gewöhnlich vermeiden wir ja alles, was unser Selbstbild auch nur in Anklängen problematisieren könnte.

verdraenung

Solches Vermeidungsverhalten pflegen wir durchgängig. So sorgen wir uns erst im Krankheitsfall um unsere Gesundheit. Wir wissen über unsere Organe kaum Bescheid. Wir kümmern uns erst darum, wenn sie nicht mehr richtig arbeiten oder gar ihren Dienst versagen. Selbst das Gehirn, von dem ja unsere Daseinsgestaltung abhängt, setzen viele Menschen immer noch mit dem Gedächtnis gleich. Die Tätigkeit des Gehirns geht für sie vornehmlich darin auf, Gedächtnisarbeit zu leisten. Natürlich ist ihnen bekannt, dass das Hirn daneben auch alle körperlichen Funktionen koordiniert und kontrolliert. Aber damit wissen sie schon nichts mehr anzufangen. Über das Gedächtnis können sie wenigstens einige Sätze sagen.

Dabei könnten wir uns sehr viel Leid ersparen, wenn wir uns besser über dieses Organ informieren würden. Es ist unglaublich. Aber wir unterrichten unsere Kinder mit selbstverständlicher Ahnungslosigkeit. Kaum ein Lehrer oder eine Lehrerin weiss um die Aktivitäten des Gehirns. Unterrichtliche Fehler sind da vorprogrammiert.

Bei der weit verbreiteten Unkenntnis über dieses Organ fällt es nicht auf, dass wir durch falschen Umgang mit Informationen mit Beginn der Schulzeit in unseren Fähigkeiten fortwährend eingeschränkt werden. Sind wir mit Blindheit, mit Blödheit oder beidem geschlagen?

7
Mrz
2005

Spielschulden – Eine Entscheidung für etwas ist immer auch eine Absage gegen alles, was auch möglich gewesen wäre

Alles Lebendige zeigt vor allem drei Eigenschaften: es entwickelt sich sinusförmig fort - ein ständiges Auf und Ab - und kehrt sich am Ende in seinen Gegensatz um (Tag kehrt sich in Nacht um, Wachsen in Vergehen, Leben in Sterben), es besitzt Energie, die es am Ende abgibt oder abgeben muss (Helligkeitsverlust), es besitzt Form bzw. Gestalt, die es am Ende verliert (bzw. umwandelt).

spielschulden3

Es ist gleichgültig, ob wir als Beispiel einen Tag, ein Jahr, das Leben, eine Pflanze, ein Lebewesen oder gar ein Elementarteilchen nehmen. Alles Seiende erscheint uns so.

Aber es ist ein wirklich ernsthaftes Problem. Unser Leben ist nämlich mehr als wir mit unserem Bewusstsein überhaupt erfassen können. Wo immer wir uns aufhalten, wir bekommen nur einen geringen Teil von dem mit, was alles in einem einzigen Augenblick zugleich geschieht.

Weniger unser Wahrnehmen ist eingeschränkt als vielmehr unser Vermögen, Wahrnehmungen insgesamt zu erfassen. Das Vermögen, im Augenblick nicht wichtige Wahrnehmungen gezielt auszuschließen, um sich ganz mit dem beschäftigen zu können, was uns gerade wichtig erscheint, nennen wir "Konzentration". Durch Konzentration schließen wir mindestens die Hälfte möglicher Wahrnehmungen aus. Diesen Sachverhalt kann man auch so ausdrücken: Wir bekommen also alles höchstens nur halb mit. Und das, was uns bleibt, ist wahrscheinlich viel zu wenig, um zu brauchbaren Beobachtungen über unsere Existenz zu gelangen.

Das Bewusstsein lässt sich zwar nicht erweitern, aber es lässt sich so organisieren, dass mehr "hineinpasst". Dieses "Tricks" bedienen sich alle erfolgreichen Lerntechniken.

In der Wissenschaft wird das durch Formulierungen geschafft, die repräsentativ für viele Erscheinungen stehen, also durch Begriffe bzw. Gesetze. Der Nachteil eines solchen enormen Vorteils ist der Verlust der Sinnlichkeit.

6
Mrz
2005

Schöpferische Zeit

Die Produktionszeit ist neben der Uhr- und Naturzeit eine weitere Zeitart.

schoepferische-zeit

Die Produktionszeit wird vom Gehirn geregelt. Schauen wir uns das an, indem wir die drei Zeitarten verleichen:

Uhrzeit: 8 bis 12
Naturzeit: Durchschnittliche Tageshöchstleistung
Produktionszeit: Aufgaben, die erledigt werden können

Der Uhrzeit nach haben wir alle gleich viel Zeit. Aber wir erleben diese Zeit recht unterschiedlich. Für die einen vergeht sie wie im Fluge, für die anderen kriecht sie geradezu. Die gelebte bzw. erlebte Zeit ist das, was uns tatsächlich an Zeitressourcen zur Verfügung steht. Diese Ressourcen können wir beeinflussen.

Der schöpferisch tätige bzw. beruflich engagierte Mensch schafft sich Zeit, indem er sich nicht um Quantität, sondern um Qualität kümmert. "Das Ergebnis zählt, nicht die Zeit!" Diese Auffassung dehnt die Zeit. Das bedeutet innerhalb einer für alle gleichen meßbaren Zeitspanne erhält der engagierte Mensch zusätzliche Zeit, indem die Verarbeitung der Informationen vom Gehirn beschleunigt wird. So kann er an einem Tag mehr leisten als andere.

"Woher nimmt er sich nur die Zeit, um das alles zu schaffen?" Das ist eine typische Reaktion auf Menschen, die so nicht mit ihrer Zeit umzugehen verstehen.

Das entsprechende Zeitgesetz läßt sich so fassen: "Je mehr jemand schafft, desto mehr Zeit verdient er!" Zeit ist eben nicht nur eine Eigenschaft des Raumes (Dauer), sondern auch eine Eigenschaft der Information (Geschwindigkeit des Informationsumsatzes).

Die Erfahrungen, die ein Mensch innerhalb einer Zeitspanne macht, entscheiden über sein Zeitkonto. Wenig Erfahrungen sind teuer, fressen demnach viel Zeit. Neben solchen Zeitfressern gibt es Zeitdiebe.

5
Mrz
2005

Schlafende Augen

"Schlafende Augen", das ist ein Begriff aus der Biologie. Knospen, die sich nicht entwickeln, nennt man Schlafende Augen oder Ruhende Knospen.

innere-auge

Schlafende Augen sind viele Jahre nicht aktiv und nur als kleine Höcker an den Trieben erkennbar. Sie stellen gewissermaßen eine Art "Unfallversicherung" der Pflanzen dar, denn sie werden etwa nach Verletzungen aktiv und ermöglichen der Pflanze das Überleben nach katastrophalen Ereignissen wie einem Blitzschlag oder starken Veränderungen der Umweltbedingungen. Das Vorhandensein zahlreicher dieser Schlafenden Augen bedingt außerdem, dass sich manche Sträucher oder Bäume, aber auch z.B. Rosen gut zurecht schneiden oder zu Hecken formen lassen.

Beim Menschen sind die Schlafenden Augen die Augen des Geistes. Sie öffnen sich zumeist erst, wenn widrige Umstände oder gar Notsituationen uns an die Grenzen unserer Existenz treiben. Bei großem Leid oder Katastrophen wachsen Menschen oft über sich hinaus und mobilisieren ungeahnte Kräfte.

Aber bei vielen Menschen sind die Inneren Augen nicht geschlossen, sondern weit geöffnet. Und im Traum öffnen sich die Schlafenden Augen bei fast allen Menschen, um das Innere Sehen nicht zu verlernen.

Bei allen Kindern im Vorschulalter aber sind die Inneren Augen noch offen und lassen sie eine Spielwelt sehen, in der sie sich daheim fühlen können. Erst im Verlauf der ersten Schuljahre schließen sich bei vielen die Inneren Augen, weil sie durch langweiligen Unterricht und übertriebenes Fernsehen nicht mehr gefordert werden. Das Studium an einer Universität sollte nichts anderes als das Bemühen sein, die Inneren Augen des Geistes wieder zu öffnen.

Studierende aus dem Schlaf der Vernunft zu wecken, das ist die vornehmliche Aufgabe von Lehrenden an einer Universität oder Kunsthochschule.

Wahre Wissenschaft ist wie die Kunst ein spannendes Abenteuer des Geistes. Wer das Studium nicht als Entdeckungsreise erfährt, sollte sich schleunigst nach Lehrenden erkundigen, die geeignet sind, so etwas in Gang zu setzen. Sie gibt es an jeder Hochschule, wenn auch nicht unbedingt gerade im eigenen Fach.

Wer seine Schlafenden Augen öffnen will, fängt vielleicht am besten damit an, sie überhaupt erst einmal wahrzunehmen und zu betrachten. Das Innere Auge des Geistes ist ein sehr empfindliches neuronales Hypersystem des Menschen, gebildet aus neuronalen Knoten, sprachlich vermittelt durch sowohl wissenschaftliche als auch künstlerische Begriffe.

Die Inneren Augen der einzelnen Menschen befinden sich in sehr unterschiedlichen Zuständen. Das Spektrum reicht von einfachen Strukturen, die nur zwischen schwarz und weiß unterscheiden können, bis hin zu den kompliziert ausgebildeten Inneren Augen des schöpferischen Menschen, die sehr geringfügige Abweichungen von Denkformen, Farben und Helligkeit innerer Bilder und deren sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten erkennen.

Der eigentliche Sehvorgang läuft ab als Austausch von Informationen zwischen linker und rechter Hemisphäre (Interhemisphärische Kommunikation). Die Inneren Augen haben wie die äußeren Augen die Aufgabe, innere Wahrnehmungen zu sehr differenzierten Mustern von Nervenimpulsen auszugestalten.

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

Ergänzende Webseiten

 

Archiv

Mai 2021
April 2021
März 2021
Februar 2021
Januar 2021
Dezember 2020
November 2020
Oktober 2020
September 2020
Juni 2020
Mai 2020
April 2020
März 2020
Februar 2020
Januar 2020
Dezember 2019
November 2019
Oktober 2019
Juni 2019
Mai 2019
April 2019
März 2019
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Dezember 2015
November 2015
Oktober 2015
September 2015
August 2015
Juli 2015
Juni 2015
Mai 2015
April 2015
März 2015
Februar 2015
Januar 2015
Dezember 2014
November 2014
Oktober 2014
September 2014
August 2014
Juli 2014
Juni 2014
Mai 2014
April 2014
März 2014
Februar 2014
Januar 2014
Dezember 2013
November 2013
Oktober 2013
September 2013
August 2013
Juli 2013
Juni 2013
Mai 2013
April 2013
März 2013
Februar 2013
Januar 2013
Dezember 2012
November 2012
Oktober 2012
September 2012
August 2012
Juli 2012
Juni 2012
Mai 2012
April 2012
März 2012
Februar 2012
Januar 2012
Dezember 2011
November 2011
Oktober 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
März 2011
Februar 2011
Januar 2011
Dezember 2010
November 2010
Oktober 2010
September 2010
August 2010
Juli 2010
Juni 2010
Mai 2010
April 2010
März 2010
Februar 2010
Januar 2010
Dezember 2009
November 2009
Oktober 2009
Juni 2009
Mai 2009
April 2009
März 2009
Februar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
Oktober 2008
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006
Dezember 2005
November 2005
Oktober 2005
September 2005
August 2005
Juli 2005
Juni 2005
Mai 2005
April 2005
März 2005
Februar 2005
Januar 2005
Dezember 2004

Aktuelle Beiträge

. . .
Man muss alle Bewegungen der Natur genau beobachten,...
wfschmid - 25. Mai, 09:45
Unsichtbare Welt
Neuronale Dämmerung im Dunkel des Unbewussten. Der...
wfschmid - 24. Mai, 06:44
glaub' oder glaube nicht was...
glaub' oder glaube nicht was geschehen ist schuf dich ich...
wfschmid - 15. Mai, 04:07
Annähern
Loslassen können Es erinnern Leuchtende Bilder An diesen einzigartigen...
wfschmid - 14. Mai, 08:30
Magische Linien 1
Magische Linien 1 Geschützte Markierung Gefühle der...
wfschmid - 13. Mai, 09:26
Magische Linien 1
Geschützte Markierung Gefühle der Atem die Energie ein...
wfschmid - 13. Mai, 09:23
Sehr schön
Lieber Wolfgang, meine Emails kommen offenbar nicht...
snafu - 6. Mai, 10:55
. . .
So offenbart sich im Stillleben Vincent van Goghs „Ein...
wfschmid - 30. April, 10:52

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Status

Online seit 7779 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 24. Juli, 02:02

Suche (AND, OR erlaubt) - Nächste (leere) Zeile anklicken!

 

Credits

 

 

Es gelten die Rechtsvorschriften für Webseiten der Universität Flensburg © Texte: Wolfgang F. Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) wfschmid(at)me.com Bilder: Ulrike Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) mail(at)ulrike-schmid.de

 wfs


development