Interview zum Unterricht (2)

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IL: Mitteilungen, die nicht ganzheitlich übereinstimmend gegeben werden, werden also nicht angenommen?

IR: Informationen, die kein Interesse wecken, sind verloren. Es gibt allerdings sehr wenig Informationen, für die sich alle Menschen gleich interessieren. Informationen, die nahezu alle Menschen interessieren, teilen mit, auf welche Weie sich Grundbedürfnisse. am besten befriedigen lassen. Boulevardblätter und Apothekenzeitschriften sind voll davon. Ständig geht es um Fragen der Gesundheit, der Ernährung, des Schlafes, der Liebe, der Existenz, der Angst...

Die Befriedigung von Grundbedürfnissen beeinflusst das Auswählen von Informationen maßgeblich. Gut verkäufliche Informationen werben damit.

IL: Nun aber verhält es sich doch nicht so, dass Informationen beispielsweise nur über Gesundheit oder Krankheit informieren, sondern vielmehr können doch auch die Informationen selbst gesund- oder krankmachend wirken. Ist es nicht sogar so, dass eine einzige Information ausreicht, um einen Menschen krank zu machen?

IR: Das trifft zu. Wir alle verfügen da über sehr negative Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit. Und Informationen, dass Mädchen nichts von Mathematik verstehen oder Frauen nicht einzuparken vermögen, können einen Leben lang für Verunsicherung sorgen ...

IL: Nun wollen wir uns ja nicht auf Allgemeinplätzen bewegen, sondern uns besonderen Situationen zuwenden. Als ganz besondere Quelle störender oder gar zerstörerischer Informationen gilt ja die Schule, in der den Lernenden jede Lust zu lernen genommen wird. Was geschieht da eigentlich?

IR: Um überhaupt darauf eingehen zu können, muss ich zuerst auf das eingehen, was das eigentlich für ein Gechehen ist, das Lernen. Die meisten begnügen sich damit, wenn sie Lernen erklären sollen, diesen Prozess mit dem Vorgang der Verhaltensänderung gleichzusetzen. Gewöhnlich aber haben sie keine Ahnung, was sie da sagen. Das menschliche Gehirn ändert nämlich Verhalten erst dann und nur dann, wenn eine Verbesserung in Aussicht steht. Ein Mangel des Schulunterrichts besteht folglich darin, dass die Möglichkeit, sein Verhalten aufgrund von Informationen zu verbessern, überhaupt nicht angesprochen wird. So kann das Gehirn des Lernenden nicht ausmachen, worin der Sinn bestehen soll, sich mit bestimmten Informationen zu beschäftigen. Nicht gestörte natürlich lernende Kinder haben sich das Gespür für das Lernen bewahrt. Eigenartigerweise nennen wir dann solche Kinder hochbegabt. Solche Kinder lernen sehr häufig einfach alles und alles gleich gut. Das kindliche Gehirn versteht sich hier noch von seiner Natur her auf die Auswertung von Informationen. Es wertet schlichtweg alle Informationen zu seinem Vorteil aus. Es sind gerade diese Ausnahmen der Regel von Unlust am Lernen, die uns für eine Beschäftigung damit besonders sensibilisieren. Denn schließlich zeigen fast alle Kinder Lust am Lernen, bevor sie in die Schule kommen. Dass es gar nicht alle Kinder sind, hängt mit einer vorschulischen nicht kindgerechten Erziehung ...

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