Im Gedankenlabor

 

© urs

Am Eingang des Gedankenlabors werden Fantasie, Vernunft und Verstand gefragt, wie sie sich durch das neuronale Netz bewegen möchten. ”Was ist denn hier das sicherste Verkehrsmittel?”, möchte die Vernunft wissen. “Was meinst Du mit Sicherheit? Wir kennen hier nämlich nicht, was Du Sicherheit nennst!”, hört sie eine Stimme. Die Vernunft erklärt, dass sie reisen möchte, ohne Schaden zu nehmen. Jedoch auch das Wort Schaden ist hier völlig unbekannt. Der Verstand erklärt der Vernunft, dass Sicherheit, Schaden oder dergleichen Vokabeln von Wesen sind, die das aus Erfahrungen bzw. aus ‘Versuch und Irrtum’ lernen müssen. Seiner Ansicht nach sind hier Störungen aber kein Thema, weil alles augenblicklich geschieht. Es lohnen sich Vergleiche zwischen dem, was ist, und dem, was sein sollte, so gut wie gar nicht.

Die Fantasie ergänzt: "In der Natur existiert nur das Alles-oder-Nichts-Gesetz. Entweder Du lebst oder Du bist tot. Entweder Du wächst und entwickelst Dich oder Du hörst spontan auf zu werden!”
Dann macht sie klar, dass “-” (minus) oder “+” (plus) nur das Entweder-Oder zulassen, und zwar vollkommen und niemals teilweise oder gestört. "Insofern ist auch Krankheit unbekannt. “-” bedeutet die Richtung ins Nichts oder Nichtige in Gestalt von Zerfallen, und “+” ist die Richtung ins Sein in Gestalt von Wachsen bzw. Entwickeln!"

Die Vernunft ist reichlich irritiert und auch etwas sauer auf den Verstand, der gerade so tut, als kenne er sich hier aus. Die Fantasie beruhigt die Vernunft und weist sie darauf hin, dass sie sich darüber klar werden müsse, wo sie sich eigentlich befindet. Sie fügt noch hinzu: “Ein Gedankenlabor ist kein Auskunftsbüro!” “Was soll ich in einem Gedankenlabor, wenn ich nichts in Erfahrung bringen kann?”, entgegnet die Vernunft.

Und wiederum vernimmt sie diese Stimme: “Wer ein Gedankenlabor betritt, lässt sich darauf ein, dass seine Gedanken von ihren Erfahrungen befreit werden. Er möchte nicht mehr erinnerten, modellierten zurechtgemachten Bildern anhaften, sondern sich vielmehr von sich selbst erholen. Weil er sich in ein Gedankenlabor in Dementia begibt, möchte er sich gerade von Grund auf neu denken!”

“Wie soll das gehen?”, mault die Vernunft. “Und was hätte ich eigentlich davon?” Die Fantasie: “Ohne Deine Erfahrungen könntest Du sehen, was wesentlich in Dir ist!” Das scheint die Vernunft nun doch zu beeindrucken und sie gesteht, dass sie das doch ganz gern kennenlernen möchte.
 

Meine Eingaben merken?

Titel:

Text:

JCaptcha - du musst dieses Bild lesen können, um das Formular abschicken zu können
Neuen Code anfordern

 

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

Ergänzende Webseiten

 

Archiv

Mai 2021
April 2021
März 2021
Februar 2021
Januar 2021
Dezember 2020
November 2020
Oktober 2020
September 2020
Juni 2020
Mai 2020
April 2020
März 2020
Februar 2020
Januar 2020
Dezember 2019
November 2019
Oktober 2019
Juni 2019
Mai 2019
April 2019
März 2019
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Dezember 2015
November 2015
Oktober 2015
September 2015
August 2015
Juli 2015
Juni 2015
Mai 2015
April 2015
März 2015
Februar 2015
Januar 2015
Dezember 2014
November 2014
Oktober 2014
September 2014
August 2014
Juli 2014
Juni 2014
Mai 2014
April 2014
März 2014
Februar 2014
Januar 2014
Dezember 2013
November 2013
Oktober 2013
September 2013
August 2013
Juli 2013
Juni 2013
Mai 2013
April 2013
März 2013
Februar 2013
Januar 2013
Dezember 2012
November 2012
Oktober 2012
September 2012
August 2012
Juli 2012
Juni 2012
Mai 2012
April 2012
März 2012
Februar 2012
Januar 2012
Dezember 2011
November 2011
Oktober 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
März 2011
Februar 2011
Januar 2011
Dezember 2010
November 2010
Oktober 2010
September 2010
August 2010
Juli 2010
Juni 2010
Mai 2010
April 2010
März 2010
Februar 2010
Januar 2010
Dezember 2009
November 2009
Oktober 2009
Juni 2009
Mai 2009
April 2009
März 2009
Februar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
Oktober 2008
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006
Dezember 2005
November 2005
Oktober 2005
September 2005
August 2005
Juli 2005
Juni 2005
Mai 2005
April 2005
März 2005
Februar 2005
Januar 2005
Dezember 2004

Aktuelle Beiträge

. . .
Man muss alle Bewegungen der Natur genau beobachten,...
wfschmid - 25. Mai, 09:45
Unsichtbare Welt
Neuronale Dämmerung im Dunkel des Unbewussten. Der...
wfschmid - 24. Mai, 06:44
glaub' oder glaube nicht was...
glaub' oder glaube nicht was geschehen ist schuf dich ich...
wfschmid - 15. Mai, 04:07
Annähern
Loslassen können Es erinnern Leuchtende Bilder An diesen einzigartigen...
wfschmid - 14. Mai, 08:30
Magische Linien 1
Magische Linien 1 Geschützte Markierung Gefühle der...
wfschmid - 13. Mai, 09:26
Magische Linien 1
Geschützte Markierung Gefühle der Atem die Energie ein...
wfschmid - 13. Mai, 09:23
Sehr schön
Lieber Wolfgang, meine Emails kommen offenbar nicht...
snafu - 6. Mai, 10:55
. . .
So offenbart sich im Stillleben Vincent van Goghs „Ein...
wfschmid - 30. April, 10:52

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Status

Online seit 7771 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 24. Juli, 02:02

Suche (AND, OR erlaubt) - Nächste (leere) Zeile anklicken!

 

Credits

 

 

Es gelten die Rechtsvorschriften für Webseiten der Universität Flensburg © Texte: Wolfgang F. Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) wfschmid(at)me.com Bilder: Ulrike Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) mail(at)ulrike-schmid.de

 wfs


development