Einladung ins Atelier


Die Kunst hat die Zeit in ihr Atelier eingeladen, um sie zu malen.
Kunst: "Es kann sofort losgehen. Ich habe schon alles bereitgelegt."
Zeit: "Wie soll ich mich zeigen? Als Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft?"
Kunst: "Ich werde dich als Augenblick malen."
Zeit: "Das schaffst du nicht. Als Augenblick kannst du mich nicht festhalten!"
Kunst: "Bei einem Kunstwerk darfst du nicht wahrnehmen, was es sinnlich vernehmbar zeigt.... ...Du musst vielmehr sehen können, was es nicht zeigt."
Die Kunst skizziert eine zweiseitig offene Spirale, die sich sowohl nach außen als auch nach innen hin öffnet.
Zeit: "Ich sehe entgegengesetzte Bewegung. Du willst also ausdrücken, dass Zeit immer nach zwei Seiten fließt. Indem ich auf die Zukunft hin fließe, entsteht zugleich Vergangenheit.
Dennoch: irgendwie fühle ich mich durch diese Bewegung nicht getroffen. Mir fehlt das Zyklische, das mich prägt."
Kunst: "Schau genau hin!"
Zeit: "Oh, das sieht ja doch eher wie eine Helix aus, als Entwicklung durch Wiederholung des immer Gleichen. Doch, damit kann ich mich identifizieren!"
Die Zeit zögert, um dann die Kunst zu fragen: "Meinst du, dass dein Kunstwerk überhaupt verstanden wird?"
Kunst: "Ehrlich gesagt, ich glaube nicht!"
Zeit: "Vielleicht sollten wir die Leinwand gegen ein anderes Medium austauschen. Allein, mir fällt keines ein. Ich lasse mich ja weder fotografieren noch filmen. Vielleicht taugt ein Gedicht oder eine Geschichte!"
Kunst: "Vielleicht lässt du dich gar nicht beschreiben!"
Zeit: "Ich bin einzig im Wechsel. Solange sich etwas ständig verändert, bin ich anwesend. Insofern helfe ich denen, welche ein Kunstwerk betrachten und immer wieder Neues entdecken. Kunstwerke zeigen Fließendes. Wer das nicht sieht, bei dem ist die Kunst aus dem Werk geflohen, und zurück bleibt lediglich ein bloßes Bild."
Kunst: "Also gelangen Menschen in den Augenblick, sobald sie schöpferisch werden."
Zeit: "Ich will dich nicht ärgern. Aber das braucht nicht Kunst zu sein. Jeder, der sich im Schaffen oder Spielen verliert, ist im Augenblick und somit in seiner eigenen Zeit."

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