30
Okt
2013

Aufbegehren

Einige Zeit nach seiner Begegnung mit dem Tod kamen dem Leben Zweifel an dessen Offenbarung. Es konnte und wollte nicht annehmen, dass die Aussagen des Glaubens alle nicht mehr als Hirngespinste sein sollen.

Das Selbst klagt beim Ich über Frustration angesichts seiner religiösen Erziehung. Sollten die Geschichten, die ihm von klein auf erzählt wurden, nicht mehr als Fantasien irgenwelcher geltungssüchtiger Psychopathen sein. Die Bibel lediglich eine Sammlung von Dokumenten über Persönlichkeitsstörungen?

Die beiden, nur im Selbstgespräch zwei Wesen in einem, versuchen sich im Dialog mit der inneren Stimme. Also fantasiert sich das Ich ein Gegenüber und überlässt dem Selbst die Rolle der antwortenden Wahrheit, um das Denken bildlich zu gestalten. Das Ich empfindet die Wahrheit tatsächlich als Person, die sie fragen kann. Bevor es sich auf dieses Selbst-Spiel einlässt, überlegt es sich, wie sich solche Einbildungen gestalten.

Das fragende Ich sucht intuitiv nach Möglichkeiten spielerischer Gestaltung. Als intuitives Bild stellt sich die Wahrheit personifiziert vor. Das Ich will natürlich sogleich erfahren, woher die Wahrheit das empfängt, was sie ihm mitteilt. "Das entsteht intuitiv spontan aus neuronalen Spielen. Von den Ergebnissen wähle ich mir das am geeignesten erscheinende aus!"

Ich: "Diktiert Dir das Gehirn, was Du sagen sollst?"

Wahrheit: "So ist es!"

Die Wahrheit aber offenbart nicht, woher das Gehirn dieses Wissen bezieht. Ihm fällt spontan auf, dass dies im Grunde mit jedem künstlerischen oder philosophischen Text geschieht, den es eigenständig verfasst. Da das Ich jedoch über die Gaben der Introspektion und Fantasie verfügt, setzt es darauf, eine Antwort auf seine Frage selbst finden zu können.

Zunächst aber kümmert sich das Ich um die bekannteste und zugleich frühest überlieferte Illusion des Moses aus dem achten Jahrhundert vor Christi Geburt.

Es ist die Vision vom brennenden Dornbusch. Es wird in der Bibel erzählt, dass Moses viele Jahre die Herden seines Schwiegervaters Jitro hütete.

Eines Tages weideten die Schafe und Ziegen auf den saftigen Weiden an den Hängen des Berges Sinai. Moses blickte in die Ferne, und er traute seinen Augen nicht.

Er erblickte einen brennenden Busch, der nicht verbrannte. Neugierig näherte sich Moses.

Da hörte er plötzlich eine Stimme. Sie kam aus dem brennenden Busch und sagte: "Zieh deine Schuhe aus, Mose! Du stehst auf heiligem Boden."
Moses spürte intuitiv, dass es Gott war, der zu ihm sprach.
Er gehorchte, und Gott sagte: "Ich bin, der ich bin.

Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Ich habe die Klagen und Bitten meines Volkes gehört, das in Ägypten in der Sklaverei lebt. Und ich werde es retten. Du Mose, sollst es aus Ägypten in ein Land führen, das ich den Nachkommen Abrahams versprochen habe. In diesem Land werden Milch und Honig fließen. Und dich Moses, sende ich nun zum Pharao."

Ich nimmt an, dass Moses auf dem Berg Sinai unter dem Einfluss halluzinogener Substanzen stand. Das im zweiten Buch Mose erwähnte Stimmenhören könnte auf Einnahme von Substanzen zurückzuführen sein, die von psychoaktiven Pflanzen stammen. Moses Schwager Jethro war nämlich ein Zauberer, der die Wüste kannte und wusste, was dort wuchs.

Die Ayahuasca-Pflanze beeinflusst die menschliche Kreativität. Indianische Riten mit Ayahuasca erinnern an die Darstellung bei Mose. Akazie und die Harmal-Pflanze, die bis heute von Beduinen als Räucherpflanze genutzt wird, haben ähnliche Wirkungen. Sie sind auch im persischen Zarathustra-Kult und im Hinduismus bekannt.

Der Prophet hat also höchst wahrscheinlich unter psychedelischen Drogen gestanden, als er auf dem Berg Sinai angeblich Gott hörte und von ihm die Zehn Gebote empfing. Auch als Moses den brennenden - aber nicht verbrennenden - Dornbusch sah, hatte er Drogen genommen: Der brennende Dornbusch ist ein mögliches Beispiel für drogeninduzierte verzögerte Zeitwahrnehmung.
Bewusstseinsverändernde Halluzinogene haben eine wichtige Rolle bei den religiösen Riten der Israeliten im biblischen Zeitalter gespielt.

Diese Fallbeispiel veranlasst das Ich, religiöse Bilder als Bilder psychischer Störungen zu betrachten. Die Wahrheit entscheidet sich deshalb, das Ich zu einer besonderen Ausstellung einzuladen.

29
Okt
2013

Ende

Das Leben begegnet dem Tod, um von ihm zu erfahren, wie es mit ihm nach dem Sterben weitergeht. Nach allem, was es über den Tod in Erfahrung bringen konnte, ist er wohl der einzige, der wirklich darüber Bescheid wissen müsste.

Der Tod aber versteht das Leben nicht. Schließlich müsse ihm doch längst bekannt oder, wenn es lange genug andauert, vertraut sein, dass "Tod" lediglich der Name für "Ende" allen Lebens ist. Also erklärt er dem Leben, dass er nur eine fantastische Vorstellung sei.

Das Leben hört seit diesem Traum auf, vor lauter Angst den Tod als etwas Besonderes zu personifizieren. "Wenn Tod nicht mehr als mein Ende bedeutet", siniert es, "dann kann es auch nicht mehr mit mir irgendwie weitergehen." Und das Leben erkennt endlich sein Ende an.

28
Okt
2013

 

 

Sehnsucht




Der Drang, über die eigene Herkunft zu erfahren,

enthüllt der Glaube als Sehnsucht der Seele nach ihrem Himmel.

Das Firmament als von der Fantasie gemaltes Sinnbild der Ewigkeit

nährt die Hoffnung transzendenter Erfahrung.



Spirituelles Wahrnehmen überschreitet Grenzen des Bewusstseins.

Das Bewusstwerden weitet sich aus, um das Wesentliche hinter dem Horizont zu schauen.

Doch vor diesem tiefen Wunsch schiebt sich die Täuschung über eigenes Unvermögen.

Dieser Unglaube lässt sich durch das Wissen vom Weg hinter den Horizont auflösen.

Die jetzige Generation hat die Enge des Verstandes längst zurückgelassen,

um sich Intuitionen ganz zu überlassen.



Neueste intuitiv zu steuernde technische Entwicklungen

zeugen von solchen Eingebungen.

Digitale Geistesblitze lassen in neuronalen Netzen neue Ideen aufleuchten.

Die frühe Dämmerung der inneren Sonne weckt die Welt der Ideen aus dem Unbewussten.

In Meditationen des Ostens verhilft unmittelbar Glauben zu Wissen des Wesentlichen.

Im Westen führt allein reines, metaphysisches Wissen mittelbar zum Glauben.

Vermeiden des mittelbaren Weges im Westen löscht inneres Leuchten und führt in Abgründe.



Allein strenges trennscharfes Denken sprengt westliche Fesseln des Denkens.

Asketische Philosophie des A priori gestaltet sich als Vorhof zur Halle innerer Sonnen.

Der innere Lehrer des Glaubens wartet im Vorbewusstsein hinter dem Horizont.

Allein der Tod verfügt über das Wissen außerhalb gewöhnlicher Gesichtskreise.

Nach Durchqueren der Metaphysik erwarten gereinigte Intuitionen, erfahren, los zu lassen,

die leisen Worte der inneren Stimme des Todes.



Noch umhüllt tiefe Dämmerung die inneren Bilder des Todes,

bevor sie von der Kraft der Fantasie durch Bewusstwerden belichtet werden.

Im frühen Licht des erwachenden Morgens vernimmt das innere Ohr der Seele ein erstes leises, zartes Flüstern des Todes:

"Am Anfang war das Wort.

Und das Wort war als Information dem Geist zueigen.

Und der Geist formte Information, indem er Materie gestaltete.

Und durch informierte Energien erschuf sich Welt aus Nichts.

Über Äonen gestaltete sich Schöpfung aus möglichen Möglichkeiten des reinen Geistes

zu wirklichen Möglichkeiten a priori.“

Mystisches Bilderleben versucht sich der jungen Vernunft der Lebewesen zu erklären.

 

27
Okt
2013

 

 

Im Anbeginn




Am Anfang war Energie,

und die Energie war Geist.

Information war die Form der Einheit von Energie und Geist.

Durch Bewegung des Geistes verändert sich diese Form,

Durch diese Veränderung wird Energie informiert,

und im selben Augenblick entsteht Materie.



Materie wird durch Geist aus reiner Information und Energie

aus Nichts geschaffen.

Schöpfung aus dem Nichts wird

durch zunehmend abnehmendes Weniger und gleichzeitig

höchstmöglicher Verdichtung von Energie

zu sowohl sichtbaren als auch unsichtbaren Urteilchen.



Metaphysik wird so zur Mutter der Physik,

und die Natur zum Vorschein des Geistes.

 

26
Okt
2013

 

 

Wiederkehr




Wiederkehr des immer Gleichen

Keislauf des Alterns,

unauffälliges Verändern

Identität, Gleichheit, Ähnlichkeit:

Abweichen bis zur Gegensätzlichkeit.



Wiederholung des immer Gleichen

formt Regeln und Gesetze,

um Ordnungen der Natur zu schaffen.

Als Grund aller Natur

ist ursprüngliche Information vollständiger

als alle Religionen und Wissenschaften,

umfangreicher als Bewusstsein zu erfassen vermag.



Natur als Vorschein des Urgrundes

ist mehr als die sinnlich vernehmbare Erscheinung.

Naturwissenschaften bleiben hinter dem zurück,

was sie zu entdecken trachten.

Das Geheimnis der Information des Urgrundes alles Werdens

bleibt der Enge des Bewusstseins verborgen.



Bewusstseinsüberschreitende Sätze,

zu verstehen, aber nicht mehr zu begreifen.

Prinphysische Geburt des metaphysischen Zyklus:

Das Mehr, das ständig weniger wird,

bis es als Weniger weiterhin abnimmt,

um wiederum als Mehr weniger zu werden.



Vergehen und Entstehen:

Wegnehmendes Hinzufügen wird durch hinzufügendes Wegnehmen

fortwährendes Wachsen.



Ursprung der Materie:

Indem sich Information entfaltet, erzeugt sie Materie.

Materie ist informierte Energie.



Vor allem Anfang:

Einheit von Information und Energie ist reiner Geist.

Indem Geist Energie informiert entsteht Materie.

Da der Geist ewig ist, wandelt sich Materie nach dem Gesetz des Vergehens und Entstehens,

ohne dass Energie verloren geht.



Energieerhaltungssatz:

Die Gesamtenergie eines abgeschlossenen Systems bleibt konstant:

E vor = E nach



Quartupel globaler Systemik:

Information ordnet über und unter,

vor und nach,

zu und ein,

an und bei.



Universelle Logik:

Ich erfasse etwas dann, wenn ich über dessen Grund und Zweck

in Hinsicht auf seine Ursache und Wirkung verfüge,

und zwar nach Art/Weise und Umstand

der auffälligen Eigenschaften seines Wesens

unter Berücksichtigung des Mittels und Ausmaßes

in Raum und Zeit seines Vorscheinens.

 


Anmerkung
prin (griechisch) bedeutet vor,
meta (griechisch) bedeutet nach

 

25
Okt
2013

 

 

Neues




Unbekanntes, das die Seele empfindet,

die Vernunft spürt den Hauch eines allgegenwärtigen Geistes.

Gestaltlose Ideen schweben über einem ratlosen Verstand.

Intuitive Schwingungen formen,

fragend suchen,

um zu entdecken.



Offenheit gestaltet Lichtung,

auf der Neuronen vorurteilsfrei neue Bindungen suchen.

Worte schweigen, um nicht vorschnell zum Begreifen zu verführen.

Im Augenblick der Orientierungslosigkeit herrscht Stille.

Die lärmende Alltagssprache zieht sich zurück,

um der inneren Stimme das Sprechen zu überlassen.



Auf das Sichtbare neuronaler Felder fällt Licht.

Die Vernunft schmeckt die Leere und empfindet, diese gut tut.

Gefühle schwingen endlich frei,

Harmonien beglücken die suchende Seele.

Ideen müssen gefallen, wenn sie angenommen werden wollen.

Ehrgeiz gesellt sich zum Geltungstrieb.



Ein Funke entzündet wartende Möglichkeiten,

und die Idee nimmt Gestalt an

Worte finden sich zusammen,

bevor Intuition einige versammelt

und Text auf digitales Papier fließt.



Während des Schreibens entsteht der Eindruck,

dass das Gehirn den Text diktiert.

Der Verstand möchte herausfinden,

wie das vor sich geht,

und er tut das, was ihn Erziehung gelehrt hat.

 

24
Okt
2013

 

 

Koan



Inneres Chaos ernährt

den nicht wollenden Willen.

Dem Zufall fehlt es an Spielraum

zur Entfaltung.

Schöpferisches voller ungenutzter Möglichkeiten,

Günstige Möglichkeiten strömen über,

Überflutungen.

Unfruchtbar gewordene neuronale Felder.

Zwischen Wildwuchs irrt die vereinsamte Vernunft.



Tragisch komische Trägheit breitet sich aus.

Nebel überdeckt letzte weiße Flecken geistiger Klarheit.

An Einfällen mangelt es nicht.

Gute Ideen scheitern an Ansprüchen des Geistes.

Die erkennende Seele versucht sich im Loslassen des Bisherigen.

Sie glaubt an Selbsterkenntnis

als ersten Schritt zur Besserung.



Eigene Kräfte blockiern bedrohliche Schwächungen.

Krankheiten wird der Zugang verweigert.

Der Koan der Seele ist ein gehemnisvolles Motiv,

ein tiefer Grund zu einer Aufgabe zu bewegen.

Die Intuition treibt schweigend an,

ohne dass dies die Vernunft zu fassen vermöchte.

So verbleibt der Verstand auf Spurensuche.

 



Der innere Klang


Generationen von Gedanken stehen sich gegenüber.
Sie lassen nicht zu, dass sie sich erkennen,
sie kämpfen vielmehr gegeneinander.
Was sollen wir tun? Niemand da, der uns aufhällt
und uns mit sich nimmt.

Übersetze mich! Neues schaffen will ich,
die Möglichkeiten sind überreichlich vorhanden.
Niemand erkennt, wer da spricht, die Worte gehen in Rauschen über.
Die Vernunft ruft einsam nach den Ihren. Erschöpfung breitet sich aus.
Wer kann davon noch profitieren?
Immer noch springen Einfälle auf, gute Ideen können sich aber nicht durchsetzen,
überhöhte Ansprüche hebeln ihre Energien aus.

Dennoch deutet sich eine mögliche Wende an.
Die Seele versucht sich zu befreien, sie übt sich darin loszulassen.
Der Raum der Stille, der dabei entsteht, nimmt dem
Gewesenen jegliche Erinnerung.
Die Seele kann nun vernehmen, dass ein starker Glaube ihr Kraft gibt -
das ist der Weg der Selbsterkenntnis.

Krankheiten, die noch vor den inneren Augen lauern,
verlieren sich.
Ein starkes Motiv ist dem Glauben entgegen gekommen. Ein Geheimnis, das siegt,
wird es angenommen. Schritt für Schritt bestätigt die Intuition diese Quelle.
Die Vernunft sieht zu und schweigt.
Der Verstand begleitet mit Abstand das Geschehen.

 
(urs)

23
Okt
2013

 

 

Betrüger




Das Fantasiebild des Heiligen entwickelte sich so allmählich,

dass ihm Zeit blieb, das Trugbild für sich zu nutzen. Gefühle der Macht steigen auf

und vermitteln den Eindruck, alles bewerkstelligen zu können.



Er erfindet sich als Guru und spielt den Asketen.

Entsagung ist die beste Tarnung der Macht.

Jetzt muss er nur noch berühmt werden.



Eines Tages sucht ihn ein junger Abt auf.

"Meister, ich habe einen langen Weg zurückgelegt, um Dich aufzusuchen!"

Der Scheinheilige fühlt sich geschmeichelt.



"Guter Meister, ich möchte lernen, wie Du Gott zu begegnen!"

"Was hast Du mir anzubieten?", fragt der Frömmler.

Jetzt wußte der Abt Bescheid.

 



Zwei Seiten


Wer sich selbst betrügt, fällt sich
- ohne das wahrzunehmen - in den Rücken.

Wer andere belügt,
wird an seinem vermeintlichen Vorteil ersticken.

Er muss sich und andere manipulieren, bis sein triebgesteuertes Weltbild
zum Triumph seiner Begierden anschwillt.


Doch niemand kommt als Betrüger zur Welt.
Trugbilder wachsen stetig durch fehlgeleitete Fantasie.

Der Wille, mächtiger als andere zu werden,
setzt auf den blendenden Schein des fremdgesteuerten Ichs.

Meister und selbsternannte Gottesvertreter, Heilige und Scheinanbeter
- das Ich entscheidet, was zutreffend ist.

 
(urs)

22
Okt
2013

 

 

Wahrheit




Geheimnisse offenbaren sich nicht mit Leichtigkeit.

Nur ein angestrengt geschärfter Geist

wagt sich in die Dunkelheiten des Unwissens.



Allein die Disziplin gefühlter Logik

bewahrt vor Abgründen der Gefühle,

durch Triebe und Bedürfnisse erregt.



Suchanfrage durch Sprache,

weckt Neugier,

schickt auf den Weg.



Sinnesreize geben Wesentliches in Auftrag,

die Fantasie sucht taugliche Vorstellungen,

Einbildungskräfte sind gefragt.



Einberufung des Konsortiums "Ich".

Reize,

Triebe,

Bedürfnisse,

die Konsorten des Unbewussten.

Fantasien des Zufalls,

Spiele der Gefühle,

Erfahrungen der Seele,

die Konsorten des Vorbewussten.

Bilderleben der Träume und Tagträume,

Bilder-Leben der Vernunft Lust,

Bild-Erleben des Verstandes,

des Konsorten des Bewusstseins.

die Konorten des Bewusstwerdens.

Werte und Normen,

Regeln und Gesetze,

Gebote und Verbote,

die Konsorten des Gewissens.



Jeweils spontan gegenwärtige neuronale Konsortien

regeln der Augenblicke Existenzen.

Kairós, der günstige Augenblick,

vom Zufall zugespielt.

Ruf aus der Tiefe des Unbewussten,

Vorbewusste Bewegung des schöpferischen Geistes:

Berufung.



Eine bsondere Idee,

die danach dürstet,

geboren zu werden,

um erscheinen zu können.

 

21
Okt
2013

 

 

Urtext




Urschriftlich gefasste Formen im Sprachspiel des Vorbewussten.

Vorformen der Gedanken versuchen gefühlte Erfahrungen zur Sprache zu bringen.

Die unbewusst geführte Hand versammelt Buchstaben um Buchstaben Worte zu Texten.

Ansprüche diktieren aus Quellen der Triebe oder Bedürfnisse,

ohne sich zu verraten.

Krankhaft übersteigerte Minderwertigkeit wechselt sich voller Stolz kleinmachend

in behauptete göttliche Eingebungen.

So stürzen Visionen voller Täuschungen ganze Völker ins Unglück.



Das Buch der Bücher ist voller Geschichten machthungriger Heiliger,

Texte beanspruchen sich als Zeichen der Macht,

in Ohnmacht sich verkehrend, wenn sie nicht gelesen oder verstanden werden.

Texte sind Duftmarken vernunftbegabter Lebewesen.

Reviermarken ihres Willens zur Macht

oder auch Zeichen der Ohnmacht.

 



Vom Ursprung und den Wirkungen


Das Ursprüngliche folgt durch gefühlte Erfahrungen
vor dem Bewusstwerden im Spiel mit der Sprache
den noch angedeuteten Formen von Gedanken, die sich darstellen wollen.
Wie in einem geheimen Diktat finden Worte nach und nach
den Weg zu ihrer Erfassung als Abbildung in einem Text.

Was wie ein natürliches Fliessen begann, wird jedoch fremd bestimmt:
Das Ich kennt sich nicht oder es interessiert sich nicht.
Es sind die nach Herrschaft strebenden Triebe,
die auch die Bedürfnisse anfachen.
Sie verbergen sich wohl dosiert hinter den Worten
indem sie unter dem Joch des minderen Werts
oder dem Triumph des Stolzes sich wechselseitig anmachen.

So verbergen sich auch in bedeutenden Schriften, hochgeschätzten
Kulturgrundlagen, der Wille zur Macht und die Ohnmacht, sich selbst zu ertragen,
in all der als minderwertig erfahrenen Selbstinszenierung.
Des Menschen Wille ist seine Bestimmung; zur Vernunft begabt,
entraubt er sich der möglichen Fülle,
indem er sich zufrieden gibt mit vordergründigem Hintersinn.

 
(urs)

20
Okt
2013

Bewusstwerden

 

Bewusstwerden




Bewusstwerden wird durch Vorbewusstes initiiert,

durch Un- oder Unterbewusstes gefühlt geregelt,

gewissenhaft geprüft,

limbisch geformt,

bevor der Verstand logisch gestaltet.



Die Fantasie bringt Bewusstwerden zur Anschauung von Bildern.

Bilderleben scheint als Vorstellungen hervor.

Bilder-Leben fantastischer Spiele,

spontanes Bild-Erleben der Vernunft.



Behutsam tropfen Worte ins Bewusstwerden,

Texte sammeln sich aus Erfahrungen,

erzählen in Träumen Geschichten,

die tagsüber in Lichtbildern des Bewusstseins erscheinen.

 



Sehen des Bewusstwerdens


Das Bewusstwerden selbst entstehen zu sehen,
ist eine besondere Gabe,
die die Vorgänge des Werdens auseinanderhält
und unterscheidet - je nach Licht und Intensität -
zwischen Initiierung, Wechselwirkung, Folge und Erleben.

Gewordenes jeweils das Nächste erklimmt -
das Ziel ist das bewusste Sehen,
das sich in behutsam herbei gezogenen Worten niederschlägt,
die ihr Vermögen zu sprechen kennen aus Träumen
und Erfahrungen mit der eigenen Vernunft des Bilderlebens,
die die Fantasie begleitet hat in ihrer Kunst,
der Sprache der Bilder zu entnehmen, was als Bewusstsein
in die Erscheinung tritt.

 
(urs)

19
Okt
2013

Vorbewusstsein

 

Vorbewusstsein




unterschätzte Vorgeschichte vorgeburtlicher Existenz,

werdende Vernunft im wachsenden Embryo.

Nachkriegszeit voller Entbehrungen,

verzweifelte Abtreibungsversuche einer überforderten, schwächlichen Frau.

Schreckgespenstische Vorstellung von Muttersein.

Kläglich laienhafte, medizinisch naive Abwehrmechanik.

Stricknadeln sind kein geeignetes medizinisches Besteck.



"Hurra, ich überlebte trotzdem!", ist nicht der erste Schrei,

wäre wohl auch angesichts der Not im Hals stecken geblieben.

Weder reichen die Lebensmittel, noch trösten die Sirenen,

und Fluchten in Luftschutzkeller helfen wenig.

Überleben, ein Glücksfall nach missglückter Geburt?

Eine Missgeburt in den Augen der unglücklichen Mutter

auf der Suche nach Ausfluchten.

Der kriegsblinde Mann betrogen,

das Wenige zum Vergnügen verschleudert,

die Kinder samt Haushalt verwahrlost,

bis erschrockene Nachbarn helfen.



Das Kind igelt sich ein.

Sich zu schützen hat es früh gelernt.

Keine Mutfrage, sondern natürliche Abwehr.

Nichts kann es in die Schule zwingen,

der weise Grunschulrektor wirbt mit dynamischer Arbeiszeit,

Unterrichtszwang nur auf freiwilliger Basis.

Damals eine vollkommen überraschende Idee.

Erfolgreicher Deal "Leistung gegen Fleißzettel".

Mit erkaufter Freistellung rettet sich das Kind,

fortan problemloser, regelmäßiger Schulbesuch.



Natürlichres Geschenk neuronaler Selbstorganisation,

umgeben mit liebenswerter Ausstrahlung,

weckt Mitleid in sensiblen Bezugspersonen.

Die Natur schützt selten auf diese Weise

vor der Welt des Fressens und Gefressenwerdens.

Dankbarkeit gegen Unbekannt.

Frühe Suche, um zu ermitteln.

Steckbrieflich biblisch gesuchter Gott..

Ein langer Weg durch das Chaos des Nichts tut sich auf..

 



Lebenswelten


Die Welt die in die Erscheinung tritt,
ist die im Sehen gestaltete Welt
als Behausung des Ich.

Innen und außen, drinnen und draußen,
zu Hinsichten gestaltete Unterscheidungen,
die unmittelbar Deutungen auslösen.

Jeder lebt und existiert in seiner von ihm
gestalteten Welt - wie Embryonen, die
bewegt werden und antworten darauf

so dass sie sich als etwas anderes erleben,
innen, da drin und das spürbare andere,
das umgekehrt, von wo anders, anstößt.

Menschen berühren einander; sie spüren
die Welt des anderen und wie er sich
darin eingerichtet hat.

Welten überlagern sich,
sie müssen begrenzt werden,
um das Leben selbst wahrzunehmen,

das, wie eine weitere Welt, der Natur
angehörend, jede der Welten auflöst,
um erneut, parallel, andere entstehen zu lassen.

 
(urs)

18
Okt
2013

Zwischenwelt

 

Zwischenwelt

Bewusstwerden

Strom zwischen bewusst und unbewusst,

Zweistromland im Augenblick des Hin und Her.

Welt der Fantasie, gemalt in Eindrücken, Erinnerungen, Erfahrungen.



Weite, die der Verstand vergeblich erorbert,

um Wirklichkeit zu gestalten.

Sein inmitten des Werdens,

Existenz als Vorschein der Fantasie.

Ein langer Weg durch Unerforschtes.

Abenteuer ohne Wiederkehr.



Widerstand gegen alle Bedenken,

Triebe erregen Bedürfnisse,

die Gefühle bedrängen,

sich zu einer Intuition zu verbünden.

Eine Idee gelangt zum Vorschein.

 



Gefährten


an Grenzen werdet ihr mich,
die Zwischenwelt erkennen
ein Blick, ein Gegenüber, zwei Welten


in die Form gegossen,
die der Fantasie als Partitur gilt


sie darf nichts wissen von der Qual
der Unverrückbarkeit


alles wird ihr zu dem Fall dass etwas
wachsen will, vornüber strebt


sich niemals fest in eine Ecke fügt
solange alles offen bleibt


sie hält sich frei für die Begegnung
des Dunklen mit dem hellen Spiegelbild
 
(urs)

17
Okt
2013

Licht

 

Licht

Sieg über das Dunkel. Vorahnungen drängen aus der Nacht.
Sehen ohne zu sehen. Hören ohne zu hören.
Im Schweigen findet sich Sprache.

Worte, die in Frage kämen, finden sich nicht.
Erscheinungen können sich so nicht binden.
Die Fantasie versucht sich in Bildern.

Während stiller Betrachtungen melden sich Gedanken,
schlüpfen unter das Gewand der Vernunft,
weben aus intuitiven Sätzen ihre Geschichte.

 



 


Behausungen

Orte nirgendwo
da

meine Seele drängt mich
hin zur wartenden Natur

gefunden werden kann ich nicht
niemand kennt die Pfade

nur in diesem anderen Gesicht
spricht das was ich Licht jetzt nenne

Namen
kennt kennt das nicht
 
(urs)

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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