Interpretation
Die Fantasie gestaltet aus einem Quadrat z.B. einen Teich:
Merke
Je sorgfältiger die Betrachtung, desto mehr Einfälle dazu!
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[1] Mehr als eine Möglichkeit, etwas als Etwas zu sehen…

aufmerkam sein,
betrachten[1],
charakterisieren![2]
A + B + C = D

In einem kleinen Apfel,
da sieht es niedlich aus;
es sind darin fünf Stübchen,
grad wie in einem Haus.

In jedem Stübchen wohnen
zwei Kernchen, braun und klein;
die liegen drin und träumen
vom warmen Sonnenschein.
Nacht -
An der Haustür wird geläutet. -
Es wird Licht gemacht, zuerst im Treppenhaus,
dann in der ersten Etage.
© urs
Die Fantasie geht zunächst auf die Qualität des Bewusstwerdens ein. Sie erklärt, dass sie, sobald etwas nur sinnlich vernommen wird, nicht beteiligt ist. Im Falle bloßen Wiedererkennens zwecks Orientierung benötigt das Gehirn die Fantasie nicht. “Wer oder was entscheidet das eigentlich?”, will die Vernunft wissen.© urs
Begreifen im Kopf braucht das Ja des Herzens und das Greifen mit der Hand. “Ein Gedanke, den ich nicht mit der Hand zu fassen bekomme, ist eine neuronale Attrappe!” Und die Fantasie fügt hinzu: “Die meisten Begriffe sind für die, die damit umgehen müssen, neuronale Attrappen.” Und die Vernunft fügt hinzu: “Das Denken beginnt nicht im Kopf, sondern mit der Hand. Ich kann nur denken, was ich in der Hand habe! Deshalb zählen und rechnen Kinder zuerst auch mit ihren Händen! Sinn und Zweck dieser Handarbeit ist die praktische Arbeit mit Bildern, gleichsam eine Vorübung im Denken. Im Kopf entstehen Bilder, das Herz hantiert mit ihnen und die Hände halten sie für eine eingehende Betrachtung fest!”
© urs
Selbstfindung ist der die Pubertät maßgeblich bestimmende Prozess. Das Ich beginnt sich auf den Weg zu machen, um sein Selbst zu suchen. Die Fantasie orientiert sich an Vorbildern und entwirft Ideen, die Vernunft eifert Idolen nach und engagiert sich für Ideale, und der Verstand erforscht bzw. erfragt Möglichkeiten, indem er Modelle durchspielt, um für sich ein tragfähiges Vorbild zu entdecken, das die Selbstverwirklichung antizipiert.
© urs
Fantasie, Vernunft, Verstand bilden in eins zugleich den inneren Strom des Denkens. Die Fantasie initiiert und gestaltet das Bilderleben, die Vernunft erfährt sich als Bilder-Leben und der Verstand reflektiert sich im jeweiligen Bild-Erleben.
© urs
Recht verblüfft sehen sich Fantasie, Vernunft und Verstand unversehens auf sich allein gestellt. Es ist klar, dass sie sich erst einmal neu orientieren müssen. Vor allem müssen sie sich Klarheit darüber verschaffen, was eigentlich geschehen ist. Der Verstand ergreift zuerst das Wort: “Ich stelle zunächst einmal fest: Wenn das Vergessen sich auflöst, tritt das Erinnern als dessen Gegensatz zum Vorschein. Meiner Auffassung nach sollen wir durch Lethe’s Verabschiedung auf uns selbst zurück verwiesen werden. Offensichtlich dient das dem Zweck einer Neubesinnung, und zwar von Grund auf." Die Vernunft unterbricht den Verstand: ”Dann ist ja eigentlich unser Aufenthalt in Dementia nicht weiter sinnvoll, denn wir haben ja jetzt entdeckt, was wir zu tun haben!” Die Fantasie schaltet sich ein und gibt zu bedenken, ob Lethe ihnen letztlich nicht etwas vollkommen Anderes hinterlassen hat. “Dann sage ich jetzt, was mich überrascht hat.”, sagt der Verstand und fährt fort: “Lethe will uns doch darauf hinweisen, dass unsere Reise nach Ens, samt ihrer Unterbrechung in Dementia, letztlich einem Ruf aus dem tiefen Innern des Unbewussten folgt. Und dieser Hinweis besagt, dass wir letztlich nur eine introspektive Veranschaulichung der inneren Stimme sind. Diese braucht uns, um in einen inneren Dialog mit sich selbst treten zu können!” Die Fantasie fragt den Verstand sichtlich erstaunt: “Verhält es sich dann so, dass ich Euch nur für mich gestalte, um mich mit einer vorgestellten Rolle unterhalten und auseinandersetzen zu können?”
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“Die innere Stimme gilt je nach Ansicht den einen als Stimme der Seele, anderen als Sprache der Vernunft und wieder anderen als Ausdruck des Gewissens oder als Zuspruch des Geistes oder auch Stimme des Herzens. Mahatma Gandhi nennt die leise innere Stimme den einzigen Tyrann, den er in dieser Welt anerkennt. (Ausgewählte Texte, Richard Attenborough (Hrsg.))
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Fantasie, Vernunft und Verstand bilden, formen und ordnen zugleich in eins das Bewusstwerden, indem sie es sprachlich verflüssigen und so mittels Sprache für das fantasie-, vernunft- und verstandbegabte Wesen regelbar werden lassen. Die Fantasie bildet das Bilderleben, das die Vernunft zum Bilder-Leben formt, damit es der Verstand als Bild-Erleben zu ordnen vermag. Das Denken als der gemeinsame Name für diesen dreifachen Prozess lässt sich sprachlich festhalten. Diese Protokolle des Denkens werden als Texte aufbewahrt oder weitergegeben.
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"Das griechische Wort ὕβρις meint sowohl Übermut als auch Anmaßung. Beim Menschen gelangt Hybris vor allem als Selbstüberhebung zum Vorschein. Selbstüberheblichkeit beruht gewöhnlich auf einer Fehleinschätzung, die in einer Missbildung durch Erziehung wurzelt. Jede Erziehung gegen die Natur führt nämlich zwangsläufig zu solcher Missbildung.
© urs
“Bei allem, was wir tun, ist es hilfreich, uns dabei der eigenen Haltung bewusst zu sein. Diese teilt sich nämlich jenen, auf welche sich unser Verhalten bezieht, unbewusst mit!”