26
Sep
2010

Schlag auf Schlag



Ein Schlaganfall trifft Dich hart,
aber nun erst einmal wart'.
Bevor die ersten Folgen verwehen,
die ersten Freunde gehen.

Du darfst sie nicht hassen,
wenn sie Dich wortlos verlassen.
Da wird von niemanden gehetzt,
denn Du bist ja behindert jetzt.

Da schwören sie jeden Eid.
Das ist doch eine Kleinigkeit,
wenn sie auf Deine Emails nicht reagieren
und alle Mitteilungen von Dir negieren.

Vergiss nicht, Sie sind in arger Not,
denn sie schlagen die eigene Seele tot!

25
Sep
2010

licht-zeichen


schatten-und-licht

    am morgen
stottern
    und aufbrechen
wegen
    des wiederscheins
wegen
    der seele


(galerie-urs)

24
Sep
2010

Reizlos



Horch was kommt von draußen rein?
Wird wohl ein Außenreiz sein!
Ohne auch nur irgendein Entgelt
will er hinein in die neuronale Welt.

Der Reiz weiß nicht, was Neuronen erwarten
und beginnt ahnungslos seine Reise zu starten.
Vorurteile kommen ihm entgegen
und stören ihn auf seinen Wegen.

Bevor er sich auch nur rühren kann,
die Erfahrung (s)eine Geschicht ersann.
Der Außenreiz verliert die Balance,
er hatte niemals eine Chance.

Wen die Nervenzellen nicht wollen,
dem sie keine Aufmerksamkeit zollen.
Und das Signal geht unter im Gewühl,
ohne auch nur zu erregen das kleinste Gefühl!

23
Sep
2010

Herbst



Der Sommer ist zerronnen
der Herbst hat begonnen
Vorbei der schöne Sonnenschein,
die Welt stellt sich auf Winter ein.
Das Leben zieht sich nach innen zurück,
die Natur stirbt ab Stück für Stück.
Jedoch ist das nur der Schein,
der verbirgt das wiederkehrende Sein.

22
Sep
2010

Eine Antwort



Auf ein freundliches Wort
zur rechten Zeit am rechten Ort!
Gegen ermüdendes Schweigen
seine Gedanken zeigen.

Es ist wirklich wahr,
ein guter Kommentar
kann eine gute Hilfe sein,
um weitere Texte einzureihn.

21
Sep
2010

Glück



Mit sich allein sein,
im Augenblick daheim.

Sich im Gleichgewicht gefallen,
Gelassenheit in allem zu allen.

Sich loslassend selbst annehmen,
im Kleinen das Große wähnen!

Das Ja Schenken ohne ein Zurück,
das ist der wahrscheinliche Weg zum Glück.

20
Sep
2010

Wertentwertung



Ständig in Bewegung sei
„Frisch, fromm, fröhlich, frei!"
war der Wahlspruch von Jahn.
Bewegung gibt Gedanken Bahn!
Damals wie heute heißt es zumeist
der Körper kommt vor dem Geist!

Das Innen trägt man nach außen.
Was geschieht dort draußen?
Statt Bücher liebt man Mode,
Schick vor blöd heißt die Methode!
Statt Kulturstätten Wallfahrt nach Sylt,
weil das Ansehen und Aussehen gilt!

Drinnen = draußen heißt die Gleichung,
Geld gilt als Persönlichkeitseichung.

19
Sep
2010

Überfluss



Das Gehirn ist ein unersättliches Organ,
seine Habgier treibt manchen in den Wahn.
Seine Träume gehen oft weit über Wirklichkeiten hinaus,
zwei Drittel seines wachen Lebens ist es außer Haus.
Die einen lässt es unentwegt von Ort zu Ort reisen,
die anderen lässt es unaufhörlich um Gedanken kreisen.
Was hat sich die Natur denn nur dabei gedacht,
als sie dieses sich selbst organisierende Gehirn gemacht.
Die Widersprüchlichkeit hat sie ihm von Anfang an geschenkt,
indem die Seele den Verstand oft gegen alle Vernunft gar lenkt.
Gefühle und Gedanken sich oft gar nicht mögen
und sich jederzeit gern ins unauflösbare Chaos zögen!

18
Sep
2010

In der Kürze liegt die Würze



Das Gehirn mag keine Umstandskrämerei,
unvoreingenommen spontan und frei,
ohne Umleitung auf direktem einfachen Weg.
Ein Gedanke liebt keinen geschnörkelten Steg,
denn zu kurz ist sein Gedankenleben,
nur drei Sekunden sind ihm gegeben.
Ist er innerhalb eines Augenblicks nicht daheim,
dann gibt er sich auf und lässt das Denken sein.
Wer hat denn nicht öfters in seinem Leben
viele zu lange Gedanken nicht schon aufgegeben.

Und ist ein Gedanke noch so begehrt;
er ist nicht mehr als drei Sekunden wert!

17
Sep
2010

Verstand vs. Vernunft



Der Verstand ist männlich,
weniger empfänglich
als weibliche Vernunft!
Einfach und schlicht
Intuition duldet er nicht.
Allein Definitionen
über allem thronen.

Vernunft denkt in Intuitionen
statt in allgemeinen Abstraktionen.
Sie bevorzugt das Geben von Bildern,
um Wesentliches zu schildern,
das gefühlte Wort, um zu begreifen
statt sich auf Definitionen zu versteifen!

16
Sep
2010

Selbst


Das Ich erfährt sich denkend als Selbst. Unser Gehirn denkt zuerst, bevor es redet. Das, was wir gewöhnlich als Denken bezeichnen, ist schon immer das Mitteilen von längst unbewusst Gedachtem.

Gewöhnlich aber haben wir doch den Eindruck, als wären wir es, die das alles zustande bringen. So betont Descartes geradezu "Ich denke, also bin ich." Die Überzeugung „Ich-Bewusstsein“ ist so tief in uns verwurzelt, dass jede Kritik daran erst einmal absurd erscheint.

Aber erinnern Sie sich. Die besten Einfälle sind Ihnen gleichsam zugeflogen. Sie mussten nur noch die Gelegenheit nutzen, um etwas daraus zu machen. Im Nacht- und Tagtraum gar haben Sie überhaupt keine Chance mehr einzugreifen. Da spielt das Hirn nun ganz offensichtlich ohne Sie.

Und was geschieht eigentlich im Augenblick? Ich schreibe. Genau genommen werden Ergebnisse der vom Gehirn durchgespielten Vorgänge versprachlicht, bewusst und sofort von mir aufgeschrieben.

Das Spielen des Gehirns wird fortdauernd als Ich bewusst. "Ich denke.", das bedeutet das Wahrnehmen eines inneren Geschehens des spielenden Gehirns.

Das Spiel des Gehirns vollzieht sich vielfach zugleich. Deshalb erfährt sich das Ich räumlich und zeitlich. Diese Raum-Zeit-Erfahrung erlebt es als seine Geschichte.

15
Sep
2010

Selbstentfremdung



Als Grundbedürfnis treibt uns Denken unterschiedlich an: Wenn es uns veranlasst, nur einmal kurz hinzuschauen, um das Auffällige (...was interessiert) zu erfassen (Apperzeption), wenn es uns einlädt, uns Zeit zu nehmen, um uns mit Wahrnehmungen eingehender befassen zu können (Reflexion), wenn es uns drängt, Zusammenhänge festzustellen, um zu begreifen (Induktion), wenn es uns ermuntert, Annahmen in der Praxis zu überprüfen, um herauszufinden, was zutrifft und was nicht (Deduktion), wenn es uns auffordert, die Sache auf den Punkt zu bringen, um uns das Ganze leichter merken zu können (Definition).

Eine Definition ist: 1. eine allgemeine Erklärung, die für alle einzelnen Fälle zutrifft, 2. ein allgemeingültiger Inhalt, der sich versinnlichen, also demonstrieren lässt, 3. eine Anwendung, die ich selbst vorführen kann. Allem Reflektieren intendiert das Definieren, also Zeigen, Demonstrieren, Vorführen.

Das Grundbedürfnis Denken treibt den Menschen als Abenteurer in die Welt. Gewöhnlich aber dringt Denken nicht so weit ins Bewusstsein vor. Es wird in der Regel schon durch vordergründige Modelle daran gehindert, über das bloße Erfassen von Wahrgenommenem hinauszugehen. Auf Grund unkritischer, weil unsensibler Erziehung und Bildung modellieren wir, sobald wir vorbewusst wahrnehmen. Wer durch Erziehung sich selbst entfremdet ist, vermag nicht mehr vorurteilsfrei wahrzunehmen.

14
Sep
2010

Das Auge des Bewusstseins



Jeder Text ist für das Gehirn gleichsam ein Drehbuch zu einem inneren Film. Dieser Film wird im Kopfkino aufgeführt. Die Leinwand in diesem Kino besteht aus Vorstellungen, auf welche die Gedanken projiziert werden. Aus den Worten, die schnell aufeinander folgen, entstehen Bilder und in den Abschnitten des Textes entwickeln sich die einzelnen Szenen zu jener Geschichte, welche das Denken vorstellt.

Aber längst nicht jeder Text ist drehreif. Längst nicht alle Texte werden vom Gehirn angenommen, um daraus einen Film zu machen. Denn das interessanteste Thema nützt nichts, wenn die Kamera alle Bilder verwackelt, weil die einzelnen Sätze unklar bleiben. Und es lässt sich auch nichts mehr erkennen, wenn die Kamera das Geschehen nicht nahe genug heranholen kann, weil zu viele Textstellen zu abstrakt gehalten werden. Ebenso kann man nichts sehen, wenn man mit der Kamera zu dicht an das Objekt herangeht und sich der Text dann in Einzelheiten verliert.

13
Sep
2010

Der Atem des Gehirns



Der Atem des Gehirns ist das Denken. Bewusst atmen bedeutet für das Gehirn das Denken fühlen. Ich bin nicht wie Descartes meint, indem ich denke, sondern ich bin erst, wenn ich mich denkend fühle. Wie ich atmen muss, um leben zu können, so muss ich fühlen, um denken zu können. Für das Gehirn sind nur gefühlte Gedanken echte Gedanken.

Um denken zu können, müssen mindestens folgende drei Voraussetzungen erfüllt sein:

Denken braucht klare Vorstellungen. Denken klärt innere und äußere Wahrnehmungen.
Denken braucht Worte, welche die Gedanken formen. Worte sind wirklich nur zu gebrauchen, wenn sie Bilder gestalten.
Denken braucht Gefühle. Gedanken, die (sich!) nicht interessieren und engagieren, dürfen nicht bleiben.

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

Ergänzende Webseiten

 

Archiv

Mai 2021
April 2021
März 2021
Februar 2021
Januar 2021
Dezember 2020
November 2020
Oktober 2020
September 2020
Juni 2020
Mai 2020
April 2020
März 2020
Februar 2020
Januar 2020
Dezember 2019
November 2019
Oktober 2019
Juni 2019
Mai 2019
April 2019
März 2019
April 2018
März 2018
Februar 2018
Januar 2018
Dezember 2017
November 2017
Oktober 2017
September 2017
August 2017
Juli 2017
Juni 2017
Mai 2017
April 2017
März 2017
Februar 2017
Januar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Februar 2016
Januar 2016
Dezember 2015
November 2015
Oktober 2015
September 2015
August 2015
Juli 2015
Juni 2015
Mai 2015
April 2015
März 2015
Februar 2015
Januar 2015
Dezember 2014
November 2014
Oktober 2014
September 2014
August 2014
Juli 2014
Juni 2014
Mai 2014
April 2014
März 2014
Februar 2014
Januar 2014
Dezember 2013
November 2013
Oktober 2013
September 2013
August 2013
Juli 2013
Juni 2013
Mai 2013
April 2013
März 2013
Februar 2013
Januar 2013
Dezember 2012
November 2012
Oktober 2012
September 2012
August 2012
Juli 2012
Juni 2012
Mai 2012
April 2012
März 2012
Februar 2012
Januar 2012
Dezember 2011
November 2011
Oktober 2011
September 2011
August 2011
Juli 2011
Juni 2011
Mai 2011
April 2011
März 2011
Februar 2011
Januar 2011
Dezember 2010
November 2010
Oktober 2010
September 2010
August 2010
Juli 2010
Juni 2010
Mai 2010
April 2010
März 2010
Februar 2010
Januar 2010
Dezember 2009
November 2009
Oktober 2009
Juni 2009
Mai 2009
April 2009
März 2009
Februar 2009
Januar 2009
Dezember 2008
Oktober 2008
Februar 2007
Januar 2007
Dezember 2006
November 2006
Oktober 2006
September 2006
Dezember 2005
November 2005
Oktober 2005
September 2005
August 2005
Juli 2005
Juni 2005
Mai 2005
April 2005
März 2005
Februar 2005
Januar 2005
Dezember 2004

Aktuelle Beiträge

. . .
Man muss alle Bewegungen der Natur genau beobachten,...
wfschmid - 25. Mai, 09:45
Unsichtbare Welt
Neuronale Dämmerung im Dunkel des Unbewussten. Der...
wfschmid - 24. Mai, 06:44
glaub' oder glaube nicht was...
glaub' oder glaube nicht was geschehen ist schuf dich ich...
wfschmid - 15. Mai, 04:07
Annähern
Loslassen können Es erinnern Leuchtende Bilder An diesen einzigartigen...
wfschmid - 14. Mai, 08:30
Magische Linien 1
Magische Linien 1 Geschützte Markierung Gefühle der...
wfschmid - 13. Mai, 09:26
Magische Linien 1
Geschützte Markierung Gefühle der Atem die Energie ein...
wfschmid - 13. Mai, 09:23
Sehr schön
Lieber Wolfgang, meine Emails kommen offenbar nicht...
snafu - 6. Mai, 10:55
. . .
So offenbart sich im Stillleben Vincent van Goghs „Ein...
wfschmid - 30. April, 10:52

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Status

Online seit 7775 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 24. Juli, 02:02

Suche (AND, OR erlaubt) - Nächste (leere) Zeile anklicken!

 

Credits

 

 

Es gelten die Rechtsvorschriften für Webseiten der Universität Flensburg © Texte: Wolfgang F. Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) wfschmid(at)me.com Bilder: Ulrike Schmid (sofern nicht anders ausgewiesen) mail(at)ulrike-schmid.de

 wfs


development