16
Feb
2009

Feingefühl

feingefuehl
Um bewusstseinsbezogene Neuronen durch ästhetische Information ansprechen zu können, bedarf es eines gewissen Feingefühls und innerer Stabilität als Bedingung der Möglichkeit, neuronale Veränderungen überhaupt durchsetzen zu können. Wer sich seiner Vorstellung nicht sicher ist, sollte lieber nichts verändern wollen, denn die Wahrscheinlichkeit der Verschlechterung ist höher als die der Verbesserung. Das bedeutet, dass jeder systemische Eingriff starker Selbstsicherheit bedarf. Seiner selbst sicher zu sein bedeutet genau zu wissen, wie man sich verhalten muss. Es macht also durchaus Sinn, sich neuronale Strukturen sehr genau zu vergegenwärtigen.

Wir hatten das Verhalten von Nervenzellen u.a. am Beispiel eines eintreffenden Reizes bereits beschrieben. Wir wollen nun diese Form der gestaltenden Veranschaulichung wieder aufnehmen. (Vgl. Modul: Was tut das Gehirn, wenn es arbeitet?) Auf diese Weise wird in "Ordi und Co" (Shaker-Verlag 1999) die Geschichte des Ersten Gedankens erzählt.

15
Feb
2009

Zellregelung

zellregelung

Die Regelung einer Zelle besteht aus folgenden Konstituenten:

1. Vorgabe (Input-Transmitter),
2. Regler (Auslösung von Potentialen),
3. Maßnahme: Definition des Output-Transmitters,
4. Regelung (Transmission),
5. Rückkopplung durch die angesprochende Nervenzelle.

Der Vorgang der Regelung durch einen neuronalen Verbund, dessen Repräsentantin die einzelne Nervenzelle ist, lässt sich bei entsprechender Sensibilität und Übung bzw. Erfahrung vergegenwärtigen. Diesem Phänomen wollen wir uns mit einem Fallbeispiel behutsam nähern.

Da die Spiegelneuronen im Sprachzentrum des Gehirns liegen, ist ganz offensichtlich für diese Vergegenwärtigung eine sehr klare Bildersprache erforderlich. Das verlangt eine entsprechend gut ausgebildete Vorstellungskraft. Ich habe bereits im Alter von etwa 7 Jahren die Erfahrung gemacht, wie sich Schmerzen auflösen lassen. Da ich in diesem Alter regelmäßig an starken Bauchschmerzen litt, und es jeden Samstag Rindfleischbrühe mit Nudeln gab, habe ich diese Suppe möglichst heiß gelöffelt und mir dabei vorgestellt, dass sie meine Schmerzen 'verbrennt'. Ich habe also in Gedanken die Suppenbrühe genau auf die schmerzenden Stellen gerichtet und zwar so lange, bis diese verschwanden. Mit der Zeit traten schließlich diese Schmerzen nicht mehr auf.

Das Beispiel soll zeigen wie sehr es auf die Klarheit der Bilder ankommt, welche das Ziel des korrigierenden Verhaltens anschaulich gestalten. Diese Bilder sind sehr subjektiv, und sie leben vom individuell schöpferischen Einfall. Da mit solchen Bildern sogar das Immunsystem gestärkt werden kann, lassen sich auf diese Weise auch gewisse Erkältungs- oder andere Krankheitssymptome beseitigen.

14
Feb
2009

Spiegelneuron

spiegelneuron2
Spiegelneuronen sind Nervenzellen, die im Gehirn auf Grund von nur vorgestellten Inhalten des Bewusstseins die gleichen Potentiale auslösen wie Vorgänge, die nicht nur in der Vorstellung, sondern in der Wirklichkeit geschehen. Insofern veranlassen Spiegelneuronen zu der Feststellung: "Der gesunde Mensch ist, was er sich vorstellt!" "Gesund" bedeutet hier, dass diese Vorstellungen nicht aus dem Bereich möglicher Wirklichkeiten verrückt sind. Die Vorstellungen müssen also mögliche Wirklichkeiten beinhalten.

Selbstverständlich existieren hier Grenzwerte. So kann sogar ein von den Ärzten bereits aufgegebener Mensch wieder gesunden, wenn er nur neurologisch geschickt genug das Selbstheilungsvermögen seines Organismus nutzt. Sehr viel sicherer ist es jedoch, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen und prophylaktisch etwas gegen die Störung oder gar Zerstörung von Zellen zu unternehmen.

Behauptung: Wenn die Regelstruktur einer Zellgruppe bekannt ist, lässt sich diese auch wieder "einregeln"! Das ist der zureichende Grund, warum wir uns mit der Struktur einer Zelle beschäftigen.

13
Feb
2009

Zellarten

zellarten1
Analog zu den verschiedenen Funktionen des Bewusstwerdens existieren unterschiedliche Neuronen, welche diesen Funktionen gerecht werden. Der Umgang mit diesen unterschiedlichen Neuronen vereinfacht die Darstellung neuronaler Phänomene. Die Funktionen Perzeption, Apperzeption, Flexion und Reflexion sind bereits in diesem Begriffskalender beschrieben worden (Suche unter entsprechendem Stichwort).

Unbewusster Aufbau von Spannungen kann nun dadurch entstehen, dass Perzeptionen ständig verdrängt werden müssen, weil sie aufgrund von Flexionen als unerwünscht erscheinen. Das geschieht beispielsweise dann, wenn Wünsche nicht zugelassen werden, wenn irgendwelche unbewussten Programme das verhindern wie beispielsweise "Ich kann mir das nicht leisten!". Eine solche abwehrende neuronale Kette kann gefühls- und/oder verstandesmäßig gesteuert sein. Die Reaktion der Zelle erfolgt relativ unabhängig von ihrer Steuerung. Mit anderen Worten: Es ist ziemlich gleichgültig, ob die Steuerung gefühls- oder verstandesmäßig erfolgt. Es ist sogar gleichgültig, ob eine Zelle durch reale oder irreale Signale angesprochen wird. Der irre gewordene Mensch erfährt seine verrückte Wirklichkeit real. Und innerhalb gewisser Grenzen kann eine starke Vorstellung von Gesundheit einen kranken Menschen sogar wieder heilen.

12
Feb
2009

Informationelle Konflikte

informationelle_konflikte

Verspannungskopfschmerzen: (Schmerz: Geschichte, Definition, Ätiologie und Diagnose)

Auf Grund des Wissen über den Zusammenhang von Information und Zelle stellt sich der Verspannungsschmerz vor allem als informationeller Konflikt dar, der auf einer sich widersprüchlich konstituierenden Information beruht.

Solche Konflikte können auftreten:

wenn der Kurzspeicher überfordert ist,
wenn Nachrichten ungeordnet eintreffen,
wenn zu viele Nachrichten zugleich eintreffen,
wenn Transmissionen gestört werden,
wenn Mitteilungen Grundbedürfnissen zuwiderlaufen.

So wie Spannungskopfschmerzen informationell aufgebaut werden, so können sie auch durch Information wieder aufgelöst werden. Heilungen verlaufen grundsätzlich informationell. Es handelt sich um Information, die Zellen strukturell oder systemisch günstig beeinflussen. Das geschieht nicht nur im Fall der Instabilität, sondern auch im Fall der Stabilisierung oder Aufhebung von Störungen in Zellen. So entstehen beispielsweise Spontanheilungen aufgrund der Selbstreparatur von Zellen. Das Bewusstsein scheint u.a. dazu eingerichtet zu sein, um Destrukturierung und Desensibilisierung von Zellen zu verhindern.

11
Feb
2009

Selbstauskunft

selbstauskunft
Es ist nicht einfach, die Gesamtheit neuronaler Prozesse als System vozustellen und dieses so zu gestalten, dass man sich darin einfach zurechtfinden kann. Diese Schwierigekeit lässt sich dadurch auflösen, dass man die Fähigkeit des Gehirns zur Selbstauskunft nutzt. In Gedanken an diese Selbstauskunftei setzt sich die Vergegenwärtigung einer Bewegung von außen nach innen durch. Diese Richtung scheint das Gehirn in Gedanken über sich selbst als System zu empfehlen. Folgt man dieser Empfehlung, dann bietet es sich an, die verschiedenen Bereiche, durch die man gelangt, zu nennen. Und sogleich wird eine Entscheidung verlangt, die ganz und gar nicht unwichtig erscheint, weil von ihr die Art und Weise abhängt, wie das Gehirn als System zum Vorschein gelangt.

Eine Vorentscheidung ist ja längst gefallen nämlich durch die Auffassung, dass es sich beim Gehirn in jedem Fall um ein System handelt und nicht etwa um ein Chaos neuronaler Vorgänge, bei denen es durch irgenwelche Zufälle zu Ergebnissen kommt. Es ist also entschieden, dass das Gehirn systematisch vorgeht. Andererseits zeichnet sich das System Gehirn durch hohe Spielfreude aus. Nun, das erweist sich keineswegs als Widerspruch, weil sich jedes Spiel durch Regeln auszeichnet, nach denen gespielt wird. Eine Spielregel legt den Umgang mit Möglichkeiten, mit denen gespielt wird, fest. Und gleich wichtig ist, dass das Ziel, welches durch das regelgemäße Vorgehen erreicht werden soll, eindeutig bestimmt wird.

Welche Ziele aber setzt sich das Gehirn? Als selbstreparierendes Organ ist das Gehirn vor allem an seiner Selbst-Erneuerung interessiert. Das bedeutet, es versucht, neuronale Vorgänge zu verbessern, um damit zunehmend erfolgreicher zu werden. Dieses Anliegen des Gehirn spiegelt sich in der Sehnsucht nach Verjüngung wider. Das Gehirn träumt nicht vom Altern sondern vom Jungbleiben; zumindest was den Verstand angeht, scheint dieses teilweise zu erreichen zu sein. Es gibt Menschen, die können sich bis ins hohe Alter einen jugendlichen Geist bewahren. Hinter der Vorstellung von einem jugendlichen Geist steckt die Annahme von Beweglichkeit, Entdeckerfreude, Abenteuerlust, Gewinn von Einfluss in seiner Welt, kurzum: das ständige, erfolgreiche Unterwegssein. Das jugendliche Gehirn liebt den Augenblick des Neuen, Überraschenden und nicht die Wiederholung des immer Gleichen.

Die mit zunehmendem Alter wachsenden Schwierigkeiten des Gehirns liegen weniger in seiner Geisthaftigkeit, sondern vielmehr in seiner Organhaftigkeit. Die geistige Jugendhaftigkeit läuft dem immer mehr schwächelnden Organ zuwider. So können Gedanken zwar immer schneller entwickelt werden, aber die elektrochemischen Zustände bremsen die wachsende Geschwindigkeit wieder aus.

Angesichts dieses Dilemmas kommt vom Gehirn folgender Hinweis: Die jeweiligen elektrochemischen Zustände sind die Träger von Information. Aus diesem Grund werden sie auch Transmitter (Überträger- oder Übertragungsstoffe) genannt. Information wird durch Transmitter einserseits übertragen, andererseits wird der Transmitter durch Information verändert. Da Transmitter auch auf die Struktur (Beziehung der Teile zueinander) einer Zelle des Gehirns wirken, könnte ja diese mittelbar durch Information günstig beeinflusst werden.

Diese Idee erscheint zunächst völlig absurd, vor allem dann, wenn man das Gehirn als Hardware und Information als Software betrachtet. Diese Trennung ist allerdings in bezug auf das Gehirn nicht angebracht, weil das Gehirn als System gleichsam virtuell ist, und virtuelle System existieren allein informationell. Die Eigendidaktik des Gehirns sieht sich demnach gar nicht so schlecht an. Das ist genau einer jener Fälle, die für das Gehirn typisch sind. Das Gehirn liefert ein Motiv, damit in seinem Sinn gespielt werden kann, aber was das für ein Spiel sein soll und wie es gespielt werden soll, das überlässt es dem Nutzer. Wenn man so einer Idee folgt, dann fragt man sich selbstverständlich, ob es Phänomene gibt, die eine solche Idee stützen oder eben genau nicht. Dass Zellen nicht einer tödlichen Zwangsläufigkeit folgen müssen, zeigen alle Fälle von sogenannten spontanen Selbstheilungen wie auch die vielen erfolgreichen Veränderungen durch Heiler. Die Frage ist nur, wie so etwas ablaufen könnte und wie das Wissen darum zu nutzen wäre.

Beginnen wir mit einem einfachen Phänomen. (Verspannungskopfschmerzen, nächster Artikel)

10
Feb
2009

Logik

logik1
Sichten: Ansicht, Durchsicht, Einsicht, Gesamtsicht, Hinsicht, Rücksicht, Umsicht, Übersicht, Vorsicht bezeichnen unterschiedliche Möglichkeiten, sich etwas anzusehen.

Ansicht: Etwas einfach so sehen wie es subjektiv zum Vorschein gelangt. Es existieren verschiedene Ansichten zu etwas.

Durchsicht ist das systematische Durchsuchen von Beständen. Jemandem fällt beispielsweise der Name einer Person nicht ein und er versucht sich daran zu erinnern, indem er in alphabtischer Reihenfolge Buchstaben ausprobiert.

Einsicht ist das, was auf Grund von einzelnen Teilen als Ganzes oder auf Grund von Argumenten als Entscheidung gesehen werden kann.

Gesamtsicht: einzelne Ereignisse werden mit einer bestimmten Absicht zusammengefasst.

Hinsicht bedeutet das Betrachten von etwas unter einer bestimmten Perspektive oder unter einem bestimmten Aspekt.

Rücksicht ist ein von einer Kategorie geregeltes Betrachten.

9
Feb
2009

Inneres Sehen

inneres_sehen

Inrospektion ist gleichsam das Wahrnehmen des Wahrnehmens, also das Wahrnehmen des Betrachtens, Beobachtens und Begreifens. Insofern kann man auch sagen, dass Introspektion die bewusstseinskontrollierte Intuition ist. Was auf Grund von Introspektion formuliert wird, unterscheidet sich sehr stark von intuitiven Formulierungen. Dieser Unterschied soll an einem kleinen Beispiel aufgezeigt werden. Dieses Fallbeispiel trägt den Titel "Reizaufnahme". Zuerst also die introspektive Formulierung zur Reizaufnahme:

Reizaufnahme (introspektive Fassung): Damit ein Sinnesreiz bewusst werden kann, muss er entweder auffällig oder aufdringlich sein. Dieser Sinnesreiz muss also entweder die Aufmerksamkeit (Aufmerksamkeit) oder die Konzentration (Konzentration) erregen. Der Knall, der beim Zusammenstoß zweier PKWs auf einer Kreuzung entsteht, ist auf jeden Fall laut genug, um als auffällig bewusst zu werden. Der Unfall, von dem ich geträumt habe, ist auf jeden Fall aufdringlich genug, um heute besonders vorsichtig zu fahren. Vorausschauendes Fahren bedeutet, mögliche Verkehrssituationen durchzuspielen.

Reizaufnahme (Intuitive Fassung): Ein äußerer Reiz durchläuft also in seinem Gang durch diese Bereiche eine Art Untersuchungsflur. Wir wollen das einmal an einem Reiz beobachten, um zu erfahren, wie das vor sich geht. Wir machen also gleichsam mit ihm eine Reise in das Innere unserer Existenz. (Ein Satz unterwegs...)

Intuition kann jederzeit in Introspektion übergehen und so zum Gegenstand einer Betrachtung werden.

Der Übergang von der Intuition in Introspektion geschieht durch Imagination. Es existiert offensichtlich ein sensibler Punkt des Übergangs. Gewöhnlich geschieht das nicht bewusst. Man merkt es nicht, wenn man sich plötzlich inmitten der Introspektion befindet und Vorgänge betrachtet statt sie zu erzählen. Selbstverständlich lässt sich dieser Übergang auch ganz bewusst herbeiführen. Da Imagination durch die Vorstellungskraft (Fantasie) erzeugt wird, stellt sich die Frage, was die Fantasie bewegt, sich in einen Wahrnehmungsprozess einzumischen.

Intuition
Introspektion
Imagination
Definition
... sind offensichtlich verschiedene Arten und Weisen inneren Wahrnehmens, und es erscheint so, dass die Fantasie an allem ganz offensichtlich beteiligt ist. Das verwundert nun gar nicht, da das Gehirn ganzheitlich arbeitet und in jedem Moment alle Kräfte beteiligt sind. Offensichtlich handelt es sich bei der Intuition, Introspektion, Imagination und Definition um unterschiedliche Qualitäten der Fantasie. Diese Feststellung weist eigentlich darauf hin, dass eine Trennung zwischen "links" und "rechts" nicht aufrechtzuerhalten ist. Klar ist, dass Abstraktion ohne gleichzeitige Konkretion nicht vergegenwärtigt werden kann.

8
Feb
2009

Was tut das Gehirn, wenn es arbeitet?

das_gehirn_arbeitet1

Das lebende Gehrin ist aktiv, es ist ständig arbeitend unterwegs, um zu entdecken. Das, was das Gehirn antreibt, sind die Bedürfnisse, sich und damit die Welt zu entdecken. 

Das Gedächtnis ist kein riesiger Speicher wie sich das viele vorstellen, sondern es ähnelt eher einem überaus großen Einkaufszentrum, das sich letztlich niemals vollständig erkunden lässt. In diesem Zentrum existieren verschiedene Bereiche, deren Aufgabe es ist, das Gehirn mit jenen Neuigkeiten zu versorgen, an denen es so sehr interessiert ist.

Wenn ein Satz in diesen Bereich gelangt, wird zuerst danach geschaut, ob er sich selbst versteht. Ein Satz der sich selbst versteht, ist mit Bildern unterwegs, die zu ihm passen. Nur ein bilderreicher Satz kann sich erfolgreich im Gehirn fortbewegen und Geschichte machen.

7
Feb
2009

Ein Satz im Urlaub

satz_im_urlaub

Ich habe mir zuvor auch nicht vorstellen können, was ein Satz wie ich mit Urlaub anfangen soll. Ich war also vollkommen erstaunt, dass ich mich zuerst in einer Art Schönheitsfarm namens "Ars Grammatika“ wiederfand.

Die Grammatik (Sprachlehre, altgriechisch [τέχνη] γραμματική, [technē] grammatikē „Kunst des Lesens und Schreibens“, von γράμμα, gramma, „Geschriebenes, Buchstabe“; lat. [ars] grammatica) bezeichnet eigentlich in der Linguistik und Sprachforschung jede Form einer systematischen Sprachbeschreibung. Dabei steht der Begriff der Grammatik einmal für das Regelwerk selbst, auf der anderen Seite wird Grammatik auch für die Theorie über eine bestimmte Sprache oder Sprachfamilie verwendet. Teile der neueren grammatischen Forschung bestehen in der Frage, wie weit sich vor allem natürliche Sprachen auf formale Sprachen reduzieren lassen.

Mit diesem Wissen im Hintergrund erwarte ich von der Schönheitsfarm vor allem eine Formkur, weil ich vielleicht doch unzureichend formuliert wurde.

6
Feb
2009

Infotainement

infotainement1

Die Gedächtnisneuronen mögen es gar nicht, wenn ihr Netz "Infotainement" genannt wird, weil sie die Verwaltung von Inhalten sehr ernst nehmen und sagen, dass diese Kunst des Einnehmens und Wiedergebens weder etwas mit "Information" noch mit "Entertainement" zu tun habe. Zudem sei auch Wissensvermittlung keine unterhaltsame, sondern arbeitssame Angelegenheit. Vielleicht haben sie wirklich recht, denn was wäre ich ohne die Zuverlässigkeit der Gedächtniszellen, die bei uns einfach liebevoll Memos genannt werden. Memos können wir jederzeit alles fragen. Die entsprechende Anlaufstelle wird kurz "Info" oder auch nur "i-Punkt" genannt.

Ich begebe mich also zum i-Punkt, um zu erfahren, wie ich meine Ferien im Unbewussten gestalten könnte. Die hierfür zuständige Memo zeigt mir mögliche Ferienorte wie Logika und Aesthetica. Diese Urlaubsgegenden gehören der Vernunft und der Fantasie, die durchaus nicht in allen Menschen zu finden sind.

5
Feb
2009

Wer so richtig blind ist, merkt das nicht mehr!

blind

Zu meiner Überraschung gerieten wir kurz vor unserer Rückkehr ins Vorbewusstsein in eine Nervenanstalt, in der wir daraufhin untersucht werden sollten, ob wir überhaupt dazu taugen, im Vorbewusstsein auf unsere Aufgabe zu warten. Sätze, die ihre Inhalte nicht verstehen, können nämlich auch nicht zum Verstehen beitragen.

Diese Untersuchung verlief sehr schnell. Mein Begleiter, der blinde Satz, wurde sofort an das Vergessen überwiesen und löste sich infolgedessen spontan auf. Dann kam eine Art Superneuron auf mich zu und wollte von mir wissen, was denn meine Aufgabe sei. Ich erklärte, dass ich zum Wachdienst gehöre und auf das Bewusstsein zu achten habe, dass die Potenz eines Menschen von seiner Kompetenz der Sprache abhängt. Was Menschen nämlich nicht sagen können, das vermögen sie weder zu erfahren noch zu verstehen. Die Weite des Seins wird nur durch die Enge der Sprache begrenzt.

Nach dieser meines Erachtens 'gelungenen' Formulierung wurde ich in die Ferien geschickt. Ich soll mich im Unbewussten erholen und die Angebote des Langzeitgedächtnisses nutzen.

4
Feb
2009

Da ist es doch gut, dass ich wenigstens meine Bilder dazu habe.

zwillinge1

Allein diese Identifikation reicht aus, um mich ins Vorbewusstsein zurückzuschicken.

Während dieser Rückkehr wandere ich durch eine flurähnliche lange Galerie, in der Situationen ausgestellt sind, in denen mir dieser Satz begegnete. Es sind zugleich jene Bilder, die während meiner Rückkehr einige Sekunden lang im Bewusstsein erscheinen.

Soweit ich weiß, werden diese Projektionen "Flexionen" genannt. Werden solche Flexionen bewusst gesucht, dann erhalten sie den Namen "Reflexionen". Ich wundere mich schon etwas darüber, dass mir während meiner Rückkehr ins Unbewusste so viele Wörter und Begriffe begegnen. Da ist es doch gut, dass ich wenigstens meine Bilder dazu habe. Ansonsten könnte ich mit diesem Weg gar nichts anfangen und wäre ziemlich orientierungslos! Tatsächlich treffe ich unterwegs auf einen Satz ohne Bilder, der sich wie ein Blinder durch die Galerie tastet. Ich biete ihm meine Hilfe an, die er dankbar annimmt.

Während ich ihn durch die Galerie führe, erzählt er mir, dass er sich in seiner Bedeutungslosigkeit sehr unsicher fühlt. Dieser bemitleidenswerte Satz ist in seinem kurzen Leben niemals den Zwillingen begegnet. So nennen wir in unserer Welt die beiden Geschwister Logik und Phantasie. Das hat zur Folge, dass der Satz blind durch diese Gegend irrt, weil er ohne Verstand und Vorstellungskraft ist. Als ich mich nach seiner Herkunft erkundige, erzählt er mir, dass er der Ausspruch von einem Menschen ist, von dem er auch schon nicht verstanden worden ist. Und er berichtet, dass es ihm bei diesem Menschen gar nicht gut ergangen sei. Ich bin neugierig und will von ihm wissen, wie es Menschen ergeht, die mit Sätzen umgehen, die sie nicht verstehen. Und der blinde Satz erzählt mir zu meiner Überraschung, dass sie so tun, als seien ihnen die Sätze bestens bekannt. 

3
Feb
2009

System instruction macro (SIM)

SIM

SIM TRAIN (SIM-Training)

SIM TRAIN

SIM steht für "system instruction macro". Ein Makro ist eine Abfolge von Instruktionen innerhalb eines Systems. Sims ist der Name von Neuronen, welche für solche Instruktionen ansprechbar sind. SIM TRAIN ist das Trainieren solcher Makros. SIM ARRAY ist eine Gruppe von Neuronen zur Bearbeitung einer bestimmten Aufgabe.

SIM CITY ist ein 20 Jahre altes und fortwährend verbessertes Spiel, das die individuell geregelte Entwicklung einer Stadt steuert. Die Idee ist, ob sich nicht analog dazu die Entwicklung eines Gedankens im Gehirn simulieren lässt, um das Denken besser verstehen zu können. Zu diesem Zweck müssen wir uns zunächst in jenem Sytsem umsehen, welches wir als unser Gehirn bezeichnen. Einem äußeren, also sinnlichem Reiz eröffnen sich gleich drei Bereiche, durch welche er sich hindurch bewegen muss. Diese drei Bereiche gehören zum Gedächtnis. Sie werden dementsprechend bezeichnet. Der erste Bereich ist das Ultrakurzgedächtnis oder Vorbewusstsein, in welchem sich ein Reiz nur wenige Sekunden aufhält, bevor er, günstig zurecht gemacht, im Bewusstsein erscheint. Wenn er während der Vergegenwärtigungszeit maximal 10 Sekunden lang untersucht wurde, wird er ins Unbewusstsein oder in das Langzeitgedächtnis entlassen. Ein äußerer Reiz durchläuft also in seinem Gang durch diese Bereiche eine Art Untersuchungsflur. Wir wollen das einmal an einem Reiz beobachten, um zu erfahren, wie das vor sich geht. Wir machen also gleichsam mit ihm eine Reise in das Innere unserer Existenz.

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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