5
Jan
2009

Einfach!

erinnern_lassen

Wegen des in der Vergangenheit allseitig unterschätzten Einflusses des limbischen Systems und der weitaus überschätzten Regelung durch die Vernunft ist noch längst nicht gesagt, dass das beschriebene Training auch tatsächlich erfolgreich ist. Das Gehirn verfügt über gute Strategien, um unerwünschte, sich anbahnende Veränderungen zu verhindern. Die am häufigsten angewandte Strategie ist zu verhindern, dass die Absicht etwas zu verändern überhaupt bewusst wird. Mit anderen Worten: die meisten Vorsätze werden schlichtweg einfach vergessen. Denn Vergessen bedeutet ja, dass im Gedächtnis vorhandene Inhalte aus irgendwelchen Gründen nicht mehr im Bewusstsein auftauchen. Ich denke, dass die Gründe hierfür schon klar sind, denn diese Inhalte gelten als vom limbischen System unerwünschte Besucher im Bewusstsein.
Aber so einfach diese Strategie ist, so einfach lässt sie sich verhindern. Da eine Verhaltensänderung etwa 30 Tage benötigt, bis man sich an sie gewöhnt hat, braucht man sich an den Vorsatz täglich nur einmal durch den elektronischen Kalender (z.B. Google oder Yahoo) daran erinnern zu lassen. So simpel das ist, so gut wirkt das! 

4
Jan
2009

Lernen geht allein mit Gefühl (2)

synchronisieren

Das setzt allerdings voraus, dass Vernunft und Gefühl miteinander synchronisiert (Intuition) sind. Das bedeutet, dass jemand über eine gute Intuition verfügt und vernünftige Entscheidungen gefühlsmäßig fällt. Und umgekehrt wird er gefühlsmäßige Entscheidungen vernünftig treffen. Solche Entscheidungen zeichnen sich also durch große Gelassenheit aus. Diese Harmonie zwischen Großhirn und limbischen System ermöglicht zugleich auch eine störungsfreie Ausführung von Entscheidungen. Diese werden nicht immer wieder erneut in Frage gestellt. Wenn also wichtige Veränderungen des Verhaltens erfolgen sollen, dann bedarf dieses Vorhaben einer Vorbereitung, welche in der Harmonisierung von Gefühl und Vernunft besteht. Diese Vorbereitung kann in einem Training des Trainings bestehen. Das kann z.B. unaufwändiges Putzen sein, das täglich zu einer ganz bestimmten Zeit (Stelle im Tag) kommentarlos (!) ausgeführt wird! Dieses Training kann auf jede der Pflichten bezogen werden, die ohnehin anfallen. Es bedarf etwa 30 Tage bis ein Verhalten zur Gewohnheit (habit) geworden ist und dann auch viel leichter fällt. Erfolgreiche Menschen kennen dieses strategische Vorgehen aufgrund sehr früher Erfahrungen bereits intuitiv.

Fotsetzung folgt

3
Jan
2009

Lernen geht allein mit Gefühl

lernen_mit_gefuehl

Sie wollen etwas verändern, aber Sie können Ihren Vorsatz nicht erfolgreich umsetzen. Der Grund hierfür liegt darin, dass Ihr Vorsatz lediglich ein Bestandteil (Glied) in einer Kette von Gewohnheiten ist. Wenn Sie also einen Vorsatz fassen, bezieht er sich lediglich auf ein Moment des Verhaltens, nicht aber auf die gesamte Verhaltensweise.

Sobald Sie also von Ihrer Gewohnheit (habit) abzuweichen trachten, wird Ihr Entschluss von den Gefühlen des Vertrauten heftig in Frage gestellt. Geben Sie diesen Gefühlen nicht nach, dann verbrauchen Sie zu viel Energie und werden entladen; es entstehen negative Gefühle. Interessant ist, dass dies für den Alltag nicht gilt. Das Wort Alltag steht ja für eine Wiederholung des tagtäglich Gleichen. Merkwürdigerweise vermissen wir diese Gewohnheiten nicht, wenn der Alltag beispielsweise wegen der Ferien ausfällt. Unser Gehirn misst nun aber Gewohnheiten nicht mit zweierlei Maß, sondern kommentiert sie gefühlsmäßig. Die Schwierigkeit, bestimmte Gewohnheiten zu verändern oder gar aufzugeben, ergibt sich daraus, dass sie gefühlsmäßig positiv belegt sind. Der positiven Bewertung des limbischen System lässt sich nicht durch eine negative vernünftige Bewertung des Großhirns beikommen. Die einzige Möglichkeit, das zu tun, besteht darin, ein vernünftiges Argument zu finden, um dieses gefühlsmäßig noch positiver zu bewerten als die besagte Gewohnheit. Wer eine Abhängigkeit aufgeben will, kann nicht damit argumentieren, in Zukunft gesünder leben zu wollen. Für das limbische System ist das schlichtweg kein Argument, weil es das gesündere Leben gefühlsmäßig ja überhaupt noch nicht erfahren hat.

Fortsetzung folgt morgen!

2
Jan
2009

Kleinvieh macht auch Mist

enttaeuschung

Die gegenwärtige Krise hat wie alles auch ihre Geschichte. Sie ist gewachsen aus vielen kleinen Gaunereien, aus der sanften heimlichen Entwertung aller Werte. Nicht mehr der Wert zählt heute, sondern der Preis. Man verdient sich nicht mehr den eigenen Vorteil, sondern ertrickst ihn sich. Vortäuschung falscher Tatsachen, Geschicklichkeit im Umgang mit Schein ist an die Stelle der Anstrengungen des Daseins getreten. Und wohin führt so etwas?
Zur Enttäuschung, also zum Ende der Täuschung, denn jeder erheuchelte Vorteil wendet sich irgendwann in einen überraschenden Nachteil. Dass vor dem echten Erfolg die Anstrengung steht, ist ein unvermeidbares Gesetz des wahren Fortschritts. Auch die radikalste Wende ist eine Kreislinie aus vielen kleinen Punkten.

1
Jan
2009

W i s s e n s c h a f t - Wissen schafft

wissenschaft1

Eine Weise der Alétheia ist die Wissenschaft, das zum Vorschein bringen und Formulieren von Regeln und Gesetzen, um Phänomene berechenbar und damit auch vorhersagbar zu machen. Wissenschaftliches Vorgehen beruht auf klaren Wahrnehmungen, sorgfältigen Betrachtungen, genauen Beobachtungen und trennscharfen allgemeinen Beschreibungen für den konkreten Fall. Wissenschaftlich erkannt werden können vor allem Elemente oder Momente und Beziehungen zwischen ihnen (= Strukturen) und Beziehungen zwischen Strukturen (Systeme). Bevor eine wissenschaftliche Unternehmung gestartet wird, muss zunächst einmal festgelegt werden, welche Eigenschaften vom welcher Erscheinung auf welchem Weg überhaupt untersucht werden soll. Zudem ist anzugeben, aus welchem Grund und zu welchem Zweck das überhaupt geschehen soll und unter welchen Voraussetzungen welche Mittel in welchem Umfang eingesetzt werden sollen. Bevor über Räume und Zeiten entschieden werden kann, muss vor allem über die zu erwartende Wirkung und die hierfür erforderliche Maßnahme entschieden werden. So in etwa sieht der Steckbrief eines Forschungsprojekts allgemein aus. Diese Bestimmungen lassen sich aber nicht spontan, sondern nur nach und nach herstellen. Das hängt mit einer verzögerten Schärfenein-stellung zusammen. Aus dem selben Grund müssen auch häufig Sätze wie-derholt formuliert werden, bis sie trennscharf genug gefasst werden können.

31
Dez
2008

Existentielle Alternative

existenz

"Eines Tages werde ich traurig den Hut vor jenem ziehen müssen, welcher ich hätte sein können!" Diese Wirklichkeit wünscht sich zwar niemand, aber auf die meisten Menschen kommt diese Erfahrung so unausweichlich zu wie der Tod. Die Erfahrung des Mangels an wirklich gelebten Leben ist in uns angelegt. Kaum jemand verfügt über die Intelligenz und Begabung, die Möglichkeiten, die sein Leben für ihn bereithält, auszuschöpfen. Es ist einzig das Geheimnis des Augenblicks, das diese Fähigkeit verschenkt. Das Geheimnis des Augen-blicks liegt darin, einfach zu tun, was gerade anliegt. Jene Menschen, welche über diese Fähigkeit verfügen, besitzen gleichsam von Kindheit an eine sehr ausgeprägte grundlegende Superregelung mit einer sehr klaren Vor-gabe für ihr Leben, und das in Verbindung mit einem ebenso hoch intelligenten wie hoch begabten Regler, der nur Maßnahmen zulässt, die ausnahmslos der Vorgabe dienlich sind. Die vorhandene Intelligenz und Begabung ermöglichen es, die getroffenen Maßnahmen auch konsequent gegen alle Widerwärtigen durchzusetzen. Die Regelgröße ist so empfindlich eingestellt, dass sie sich nicht so schnell mit einer Leistung zufrieden geben. Nicht Mittel-, sondern Höchstmaß an Leistung ist angesagt. Was machen aber jene, welche zwar noch klare wenngleich nie eingelöste Vorgaben vergegenwärtigen können, aber sich eben immer noch nicht in der Lage sehen, ihre Vorstellungen auch in erfolgreiches Handeln umzusetzen? Jene Blockade, welche sie am meisten daran hindert, endlich zu beginnen, ist die auf den ersten Blick sehr überzeugende Feststellung, dass es doch für einen Neubeginn bereits zu spät sei. Wie aber kann das jemand wissen, der es nie ausprobiert hat. Einer solchen Blockade kommt nicht mehr als die Funktion einer Ausrede zu. Viele Menschen haben, bevor sie damit begonnen haben, den Führerschein zu machen, sich eingeredet, dass sie das niemals schaffen. Dennoch haben sie diesem Vorur-teil widerstanden und haben regelmäßig die Fahrschule besucht und schließlich auch die Führerscheinprüfung erfolgreich abgelegt. Es ist selten zu spät für etwas, aber auch nie zu früh dafür! Jeder Anfang wird verzögert, wenn man zögert.

30
Dez
2008

Wider die neuronale Völlerei

geistiges-wahrnehmen

Neuronale Vokabeln sind eine Erweiterung dessen, was bei Descartes (Link zu Wiki) bereits als Regeln des Geistes angelegt war.
Für erfolgreiche Menschen ist der Umgang mit neuronalen Vokabeln (Tools) kein Thema; sie nutzen diese tagtäglich, um ihren Verstand vor 'Verunreinigung' durch Informationsmüll freizuhalten oder eine Dominanz der beiden neuronalen Basis-Funktionen zu verhindern. Diese beiden grundlegenden Funktionen menschlichen Daseins sind das Träumen und das Suchen (nach Neuem). Beide Funktionen münden letztlich in den Grundbedürfnissen, etwas erleben zu wollen. Bei einem schwachen Charakter (geringes Selbst-Durchsetzungsvermögen) bzw. bei zu schwach ausgeprägtem Ich verselbständigen sich Träume und Abenteuerlust zur Schönfärberei der Gestaltung eigenen Daseins. Letztlich spielt man sich das Dasein nur vor und verkauft Fremdes als Eigenes so überzeugend, dass man letztlich davon überzeugt ist, dass nicht das Fremde als Eigenes adaptiert wurde, sondern das Fremde nichts Anderes als das zufällig parallel auftretende Eigene sei. Leute mit derartigen Verdrängungsmechanismen, geben ihre Quellen nicht preis und verschweigen, woher sie ihre Gedanken letztlich haben, oder sie verfälschen Quellen schlichtweg, indem sie sogar einen anderen Autor, zumeist historisch weit zurückliegend, einsetzen. Während in der Wirtschaft dieser Produktklau gerichtlich geahndet wird, lässt man so etwas bei wissenschaftlichen Texten wegen der Schwierigkeit des Beweisens zwangsläufig zu. Dabei wirkt doch bereits die Wiederholung eines Gedankens verräterisch. man sollte sich bereits bei Feststellung einer nicht offen gelegten Übernahme von Gedanken mit einem solchen Text nicht weiter beschäftigen. Wer neuronal gut organisiert ist und deshalb über einen klaren Verstand und eine wertorientierte Vernunft verfügt, wird mit Gedanken- und Ideenklaus nichts zu tun haben, weil er selbst über hinreichend viele Gedanken und Ideen verfügt.

29
Dez
2008

Neuronale Vokabel, was lässt sich damit anfangen

Das Vergegenwärtigen neuronaler Vokabeln reaktiviert klare Muster. Wird dieses Reaktivieren regelmäßig (mindest 1x täglich) wiederholt, dann kommt das einem 'endurance training [mind]' gleich. Ich beabsichtige, mit Beginn des Jahres ein solches systematisches Training innerhalb des Begriffskalenders einzuführen. Mich würde aber interessieren, wer daran überhaupt Interesse hätte. (bitte email an mail@wolfgang-schmid.de)

Man kann es sichtbar machen

Rasterung des Geistes

28
Dez
2008

Neuronale Vokabel

Eine neuronale Vokabel besteht aus einer neuronalen Regelung einer Entscheidung über eine Alternative ("Ja" oder "Nein"). Eine solche Regelung besteht aus:

A) Vorgabe,
B) Strategie,
C) Maßnahme,
D) Durchführung,
E) Erfolg,
F) Folgerung,
G) Gelegenheit.

Fallbeispiel zu A - G:
a) Einschreiben Benachrichtigung im Briefkasten, obwohl zu Hause (Postzustellung hat wieder einmal nicht geläutet!)
b) Strategie: Abholen innerhalb einer Woche, jetzt 1 Tag vor Weihnachten keine Lust totz Neugier, wenn Neugier zu groß wird, dann zur Post gehen,
c) Abholung aufschieben,
d) abwarten,
e) Gefühl keine Steigerung der Neugier,
f) Entscheidung, nicht noch heute abholen,
g) Abholung am letztmöglichen Tag: Montag
(Auflösung des Einschreibeninhaltes später)

27
Dez
2008

Wer mit Neubeginn spielt, hat schon verloren

Bei seiner diesjährigen Ansprache wirkte der Bundespräsident stellenweise fast heiter, als er von der alles bedrohenden Finanzkrise sprach. Man konnte wirklich den Eindruck gewinnen, als hätte er bereits das Ende dieser globalen katastrophalen Krise vor Augen. Auf diese Weise wirkte seine Zusicherung, dass wir die Krise gemeinsam meistern können, besonders glaubhaft. Und wir nahmen ihm auch ab, dass wir die Krise als Chance sehen können, unsere Welt besser zu ordnen.

Aber wir haben die Chance, aus diesen schlimmen Fehlern zu lernen erst, wenn wir wirklich verstehen, was geschehen ist. Das wir alle über unsere Verhältnisse gelebt haben, das ist uns mittlerweise klar. Dass uns eine in uns angelegte neuronale Funktion letztlich dazu verführte, das ist noch nicht in unser Bewusstsein gedrungen. Diese neuronale Funktion ermöglicht uns zu träumen, um die Wirklichkeit besser aushalten zu können. Der Mensch verbringt ein Drittel seines Tages mit Tagträumen, ein weiteres Drittel mit Arbeit und schließlich das letzte Drittel mit Schlaf.

Weil wir nicht bemerken, wenn wir tagträumen, können wir leicht übersehen, wenn wir unsere Wirklichkeit mit unseren Träumen verwechseln. Wir träumen beispielsweise davon, bestimmte Bücher zu lesen und kaufen sie uns. Wenn es sich um Bücher handelt, deren Thematik unser besonderes Interesse weckt, dann kaufen wir Bücher darüber, auch wenn wir die bereits vorhandenen noch gar nicht gelesen haben. Auf diese Weise füllen sich bei manchen Menschen Regale mit Büchern über Buddhismus, Gesundheit und Erfolg. Mit ihren Büchern haben sie sich viele Möglichkeiten verschafft, sich zu informieren. Aber sie informieren sich nicht, sie träumen nur davon, das jederzeit tun zu können.

Es gibt noch andere Wirklichkeiten, über die wir uns hinweg zu träumen versuchen, so zum Beispiel, wenn wir mehr scheinen wollen als wir sind.
Dann geben wir mit Dingen an, die wir zu diesem Zweck gekauft oder zu denen wir eine Beziehung haben. "Mein Haus, mein Auto, meine Frau!"! So wird die Erfüllung dieses Traumes in der Werbung verkauft. Selbst mit dem Outfit der Frau wird geprahlt wie mit der eigenen Armbanduhr oder dem teuren Handy.
Dass hiermit die Entwertung wichtiger Werte erfolgt, fällt den Machern schon gar nicht mehr auf.
Nach und nach haben wir das Geld an die Stelle unserer Werte gesetzt. Dass sich aber mit Geld ohne Wertebewusstsein nicht mehr umgehen lässt, das wurde uns so lange nicht klar, bis wir nicht mehr in der Lage waren, mit Geld überhaupt noch umzugehen.
Erst da sind wir in unseren Luftschlössern wach geworden und zeigten uns jäh außerstande, ohne Werte noch irgendwelche Anstrengungen zu unternehmen. Vor Jahren haben wir noch nach den Werten gefragt, heute fragen wir nur noch nach dem Preis.
Angesichts der Ohnmacht, ohne Wertebewusstsein überhaupt noch irgend etwas richten zu können, verfallen wir dem Wahn, alles zugrunde gehen zu lassen, um wieder neu beginnen zu können. Das ist der gefährlichste Traum, den wir zur Zeit träumen. Wir fahren alles gegen die Wand, damit wir neu aufbauen können. Wenn wir das nicht schnellstens duchschauen, und die Lust am Untergang aufgeben, werden wir die Finanzkrise nicht überwinden können. Das Schlimmste, das uns jetzt zustoßen kann, sind Manager, die sich als Masochisten gefallen.

26
Dez
2008

S I C H T E N

Angesichts der Bilderflut um uns herum bleibt das Bewusstwerden des Bilderlebens zunehmend häufiger aus. Das Bilder-Leben der Fantasie 'stirbt ab' und das Bild-Erleben vermittelt immer weniger Ideen. Dieser Verlust des inneren Wahrnehmens schränkt auch das äußere (sinnliche) Wahrnehmen ein.
Dieser Vorgang ist nicht etwa nicht umkehrbar. Als selbstreparierendes Organ vermag das Gehirn neuronale Verbindungen zu reaktivieren. Zum Zweck solcher Selbstreparatur existiert die neuronale Funktion des Bewusstseins, gleichsam ein Regler, der neuronale Vorgänge zu verändern vermag. Das Bewusstsein vollzieht sich als jeweils augenblickliche Vergegenwärtigung von Sichten wie: Ansicht, d.i. die kategorisierte Vergegenwärtigung oder Wahrnehmung unter einem ganz bestimmten Aspekt, die Vorsicht, das ist die vorwegnehmende Vergegenwärtigung (Antizipation), die Einsicht, das ist die kategorisierende zusammenfassende Vergegenwärtigung von Wahrnehmungen, die Rücksicht, das ist die Vergegenwärtigung der Bedingung der Möglichkeiten. Jede dieser Sichten wird gefühlsmäßig rückgekoppelt. So wird Einsicht als sogenannter "Aha-Effekt" erfahren, Vor-Sicht und Rücksicht als Sorge und Ansicht als "Abstand" und "Gelassenheit" oder auch als umgekehrtes Gefühl.Vorsicht, Rücksicht, Ansicht beruhen eher auf Erfahrungen oder auf erfahrunsbedingten Modellen als Einsicht, die sich unvoreingenommen ereignen kann. Die einzelnen Möglichkeiten zu sichten, dominieren unterschiedlich "ernsthaft". So kann es geschehen, dass jemand etwas vor lauter Vorsicht plötzlich als vordringlich erachtet, aber aufgrund eines Sichtwechsels dann doch völlig vergisst.

25
Dez
2008

Liebe

Wer von der Liebe in der Vergangenheit sprechen muss, hat sie nie erfahren

Apostel Pauslus "Über die Liebe"

Das Hohelied Salomos

20
Okt
2008

Wenn man will, kann man das sehen

Verstehen können bedeutet tun wollen


Unser Gehirn erledigt ständig mindestens vier Aufgaben zugleich:

1.es ist kritisch, indem es Vorhandenes daraufhin überprüft, wie es sich verbessern oder gar erneuern lässt,
2.es ist kreativ, indem es vorhandene Ideen weiterzuführen und vielleicht sogar auszuführen versucht,
3.es ist ökonomisch, indem es laufende und gespeicherte Abläufe zu vereinfachen und dann in vereinfachter Form erneut anzubieten versucht,
4.es ist aktuell, indem es anstehende Aufgaben oder gar Probleme zu lösen versucht.

Je nach dem, unter welchem Aspekt man die neuronale Aktivität des Gehirns darstellt, kommt man auf eine unterschiedliche Anzahl von Prozessen. Die neuronale Vielfältigkeit ließe sich auch von den neuronalen Funktionen her darstellen und dann könnte man sagen, dass das Gehirn ständig:

1.perzipiert: Außenreize filtert,
2.apperzipiert: ausgefilterte Außenreize in Innenreize überführt,
3.flektiert: Innenreize filtert,
4.reflektiert: ausgefilterte Innenreize bewusst werden lässt,
5.affiziert:äußere bzw. sinnliche Wahrnehmungen fühlt,
6.emotionalisiert: zueinander in Beziehung gesetzte Außen- und Innenreize gefühlsmäßig auf Verträglichkeit hin gefühlsmäßig kommentiert, also Lust oder Unlust erzeugt.

Manche vergleichen die neuronalen Funktionen des Gehirns mit Berufen, und dann ergeben sich beispielsweise wiederum folgende ebenfalls zugleich ablaufende Tätigkeiten.

1.Das Gehirn arbeitet künstlerisch, wenn es Wahrnehmungen komponiert oder Betrachtungen gestaltet,
2.das Gehirn arbeitet philosophisch, wenn es neue Gedanken erzeugt,
3.das Gehirn arbeitet wissenschaftlich, wenn es vorhandene Verhaltens- oder Handlungsmuster und Erfahrungen zu vereinfachen versucht,
4.das Gehirn arbeitet psychologisch, wenn es innere Abläufe kommentiert,
5.das Gehirn arbeitet spielerisch, wenn es Vorhandenes neu arrangiert oder neue Kombinationen ausprobiert,
6.Gehirn entscheidet, wenn es Prioritäten setzt.

Gleichgültig, unter welchem Aspekt man auch die neuronale Aktivität des Gehirns betrachtet und zu welcher Aufschlüsselung man auch gelangt, es bleibt letztlich eine Frage des Geschmacks, wie man das darstellen möchte. Unbefriedigend dabei bleibt die Zufälligkeit der Auswahl, denn es zeigt sich weder eine befriedigende Begründung für die Wahl der Darstellung wie für die Entscheidung über die Anzahl der zu behandelnden Prozesse. Da ein gewisser Grad an Willkürlichkeit nicht abzustreiten ist, drängt sich die Frage auf, ob es denn nicht eine verlässlichere Grundlage gibt, auf der entschieden werden könnte, welche Darstellung wirklich zutreffend ist. Diese Frage lässt sich deshalb sehr leicht beantworten, weil unser Gehirn selbst uns die Möglichkeit anbietet, ihm bei der Arbeit zuzuschauen und das auch zu beschreiben, was es uns beobachten lässt. Das Wissen um diese Möglichkeit ist schon lange bekannt und ist unter dem Begriff der Introspektion in die Geschichte der Wissenschaft eingegangen.1 Introspektion [lateinisch] bedeutet wörtlich Selbstbeobachtung, also die nach innen, das heißt auf das eigene Bewusstseinsgeschehen, gerichtete Beobachtung. Letztlich vollzieht sich das Philosophieren auch als Introspektion, nämlich als das Versprachlichen des Betrachtens der eigenen Gedanken. Dass wir dem Gehirn bei seiner Arbeit zuschauen können, hat vor allem den großen Vorteil, dass wir den Prozess der neuronalen Tätigkeit beeinflussen können. Und da sind wir inmitten der Praxis, denn Introspektion lässt sich nun einmal nicht erklären, man muss diese Beobachtung selbst üben, um sie verstehen zu lernen.

19
Okt
2008

Man kann entweder pünktlich sein oder rechtzeitig ankommen

n der englischen Sprache bezeichnet das Wort "Vision" das Sehvermögen, und in der französischen Sprache steht das Wort "Vision" auch für. Traum) meint  eine vorwärtsgerichtete positive fantasievolle Vorstellung, gleichsam ein  Idealbild von einer noch unbestimmten Zukunft. Visionen zu erzeugen, dass ist eine grundlegende Eigenschaft des Gehirns. das sich bevorzugt an der Zukunft orientiert, um die Gegenwart angemessen angemessen ausrichten zu können. "Gestern war heute noch morgen" zeigt das Wesen des Seins in der Zeit. Der Augenblick ist die einzige Zeit, in der wirklich sein können. Als Raum, der zwischen Vergangenheit und Zukunft liegt, gestaltet das Gehirn die Gegenwart, indem sie diesen aus Erfahrung auf Bedürfnisse einrichtet. Dieses Einrichten gestalten Lebewesen unterschiedlich. So lebt das Tier in den Tag hinein und erwartet, was da kommen wird. Der Mensch dagegen erwartet dagegen nichts mehr wirklich vom Tag, weil alles vorausgeplant ist. Im Gegensatz zum Tier braucht er nichts mehr zu erleben, insofern in diesem Wort noch so etwas wie das Leben erringen steckt. Weil das Tier keinen Plan hat, braucht es sich auch nicht zu rechtfertigen, weil etwas nicht eingehalten worden ist. Ein Tier kann nicht zu früh oder zu spät zu irgend etwas kommen. Es ist immer rechtzeitig. Die rechte Zeit ist die "Uhr" der Natur. Die technische Uhr zeigt die richtige bzw. rechte Zeit, den rechten Augenblick (kairós) nicht an. Die technische Uhr erlaubt es pünktlich, aber nicht rechtzeitig zu sein. Um das Gehirn zum Schaffen anzuregen, kann man niemals pünktlich sein, aber eben rechtzeitig. Von Natur her kennt das Gehirn durchaus die recht Zeit, also die bevorzugten Augenblicke des Tages, in denen es gern spielt und neue Gedanken ausprobiert. Im Gegensatz zu Menschen, die in der technischen Zeit leben, haben Menschen, die in der natürlichen Zeit leben, Schwierigkeiten, pünktlich zu sein. Okay, man kann entweder pünktlich ein oder rechtzeitig ankommen.
Neben der äußeren Zeit existiert für das Gehirn auch eine innere Zeit, die sich ausschließlich an Ereignissen orientiert. Auf diesen Abschnitt bezogen, bedeutet das, es existiert im Augenblick die Zeit der Vision, also jene Dauer, welche das Gehirn diesem Phänomen schenkt. Die Gedanken, die es während dieser zeit erzeugt, lassen sich gut versprachlichen, solange dies rechtzeitig geschieht. Die rechte Zeit lässt sich erfahren, solange das Denken  und schreiben fließt. Während dieser zeit sollte man sich auch unbedingt darauf beschränken, einfach nur zuzuschauen und aufzuschreiben. Sobald man versucht, diesen Fluss zu stoppen, indem man das Geschriebene prüft, fällt man in eine andere Zeit. In dieser anderen Zeit interessiert sich das Gehirn dann vielleicht dafür, ob es mit seinen Gedanken etwas auch tatsächlich Verwertbares wie eine Art Modell geschaffen hat. Aber es wird dann schwierig, die rechte Zeit des Schaffens zurückzubekommen. Die Zeit der Vision ist dann möglicherweise verpasst, weil eben bereits vorbei. Was für den Schreiber gilt, das gilt selbstverständlich auch für den Leser oder den Hörer. Der Text muss es ihm ermöglichen, rechtzeitig ankommen. Wer einen Text in der falschen Zeit liest, kann ihn nicht verstehen. Er läuft der Zeit gleichsam ständig hinterher, weil er nicht im Augenblick des eigentlich Gedachten sein kann. Als echte Zeit dauert die "Vision" genau so lange, wie dieses Wort braucht, um das, was es als Erscheinung beinhaltet als Sein zu erschließen. Entbergen, das ist ein typischer Ablauf in der rechten Zeit, in der ja auch kein "richtig" oder "falsch" existiert, sondern allein "verborgen" bzw. "unwahr" oder "unverborgen" bzw. "wahr". Die rechte Zeit der Vision besteht in der Klarheit dessen, was hier zur Sprache gelangt. Klarheit aber existiert für das Gehirn allein im Fall der Nachvollziehbarkeit und somit in der Einsicht, wie sich Vision vollzieht. Den einfachsten Fall von Vision lässt sich schaffen, wenn man dem Gehirn ein visionäres Wort schenkt, folglich ein Wort, mit dem es spontan spielen kann, denn schließlich vollzieht sich Vision allein im spontanen Spiel des Gehirns. Das visionäre Wort kann ein Wort sein, aus dem eine Gedicht oder eine Geschichte oder auch eine spontane Unternehmung besteht. Auf den Punkt gebracht: Das Gehirn visioniert, sobald es einen Wort oder Ton hat, mit dem es spielen kann. Um aus dem Wort "Sonnenblume" ein schönes Gedicht zu machen, brauchen Sie eine Vision, konkrete für ein Gedicht geeignete Bilder. 
Versucht man nun ein Wort aus der rechten Zeit in die richtige Zeit zu übersetzen, dann wandelt sich die Frage nach der Erfahrung mit dem, was das Wort inhaltlich bedeutet, in die Frage, wie sich diese Erfahrung modellieren, also als wissenschaftliches Modell darstellen lässt und als begriff fassen, also definieren lässt.Es liegt natürlich nahe, das gleich am Beispiel der Vision zu verwirklichen. Frage zum Schluss dieses Abschnitts: Gehört diese Umsetzung noch zu dem, was das Gehirn mittels "Vision" durchzusetzen trachtet?

Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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