28
Jun
2012

Leitmotiv

 

bewegt2
 

<<== Urgrund des Daseins


Das Leitmotiv für die Gestaltung eigenen Daseins zeigt sich entweder in einem Zeitfenster oder durch Vorbilder. In nicht seltenen Fällen entwickelt es sich einfach aus den Spielen der Fantasie, aufgrund von Begegnungen oder aus dem, was der Aufmerksamkeit auffällt und deshalb interessant und nachahmenswert erscheint. So kommt es, dass Kinder oft den Beruf ihrer Eltern wählen oder deren Arbeit fortsetzen. Bisweilen kann es auch geschehen, dass sie sich aufgrund von Aggressionen für das Gegenteil entscheiden. Was in Wirklichkeit eine Leistung des Nachahmungstriebs ist, wurde noch vor wenigen Jahren auf vererbte Veranlagungen zurückgeführt. Gleichzeitig wurde der erzieherische Einfluss überschätzt. Aber längst ist inzwischen klar, dass Erziehung höchstens nur anzuregen vermag, aber gewöhnlich fördert, indem sie die Begabungen, die sich zeigen, fordert. Vor allem von jenen, welche Kinder zuerst betreuen oder unterrichten, verlangt das ein feines Gespür für das, was bei einem Kind möglich ist.
Das schließt nicht aus, dass ein Kind sich ganz allein von sich aus, auch gegen widrigste Umstände auf den Weg machen und sich durchsetzen muss. Selbstverständlich bleibt es auch dabei auf verständnisvolle oder gleichgültige Erwachsene, die es machen lassen, angewiesen.

Weil Denken ein inneres Bildgeschehen ist, begreifen wir am besten durch Bilder. Selbst scheinbar Unbegreiflichliches und schier Unglaubliches kann sich uns durch Bilder, Gleichnisse und Beispiele erschließen. So wählt Jean-Jaques Rousseau die Kunstfigur "Emile", einen gesunden, durchschnittlich begabten Jungen aus reichem Haus, an dessen Entwicklung er die Prinzipien der Erziehung aufzeigen kann.
Und bereits Platon wählt das Gleichnis von den Gefangenen in der Höhle, um den 'sperrigen' Begriff "paideia" (Erziehung, Bildung) klären zu können.
Selbst in der Bibel zeigt sich der zu vermittelnde Gott nur in Bildern und Gleichnissen. Gott spricht durch Bilder und Gleichnisse und nicht etwa in Worten.

Großartige Vorbilder liefern die Vorlage für Entscheidungen, für so schwierige Sachverhalte wie die Entstehung eines existentiellen Leitmotivs. Bilder sind Begriffen gegenüber zu bevorzugen.
Wir greifen Rousseaus Idee auf. Wir nennen unsere Figur "David". Um der Schwierigkeit der Namensfindung zu entgehen, überlassen wir uns dem Zufall und wählen jenen Namen, welchen die App "Namenstag" heute anzeigt, und das ist "David"!

==>> David

 

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Wolfgang F.A. Schmid

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