Licht der Vernunft

<<== Unsicherheit
Es wird im Modul "Unsicherheit" bereits angedeutet, dass das Licht der Vernunft etwas mit der Entdeckung des Sokrates zu tun haben muss. Wie die Sonne in der Raumzeit des Werdens das Werdende erhellt und dessen ständige Veränderung zeigt, so erhellt das innere Licht in der Raumzeit der Vernunft das Seiende und zeigt dessen Unveränderlichkeit.
Die 'diesseitige' Raumzeit des Werdens der Naturwissenschaften ist eine andere als die 'jenseitige' Raumzeit des Seins der Philosophie. Das vernunftbegabte Wesen vermag sowohl die Welt des Werdens als auch die Welt des Seins wahrzunehmen. Indem es sich von der Welt der Sinne abwendet und der Welt des Geistes zuwendet, verzichtet es auf jenen existentiellen Raum, in dem die Zeit maßgeblich bestimmend wirkt, und es betritt jenen Raum, in welchem weder Vergangenheit, Gegenwart noch Zukunft existieren und damit auch Erinnerungen und Erfahrungen fehlen. Das vernunftbegabte Wesen taucht ein in die Unendlichkeit eines ewigen Stromes. Da sich ständig alles gleich bleibt und sich somit nichts verändert, kann auch nichts gelernt werden. Angesichts des inneren Licht des Seins ist das auch nicht mehr erforderlich, da sich der gesamte Reichtum natürlichen Wissens dem reinen Denken geistiger Wahrnehmung erschließt. Aber wer der sinnlichen Wahrnehmung verhaftet bleibt, ist unfähig, so etwas zu glauben.
==> Das Wissen der Seele
wfschmid - 24. Juni, 04:30
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