Selbstschutz
Der beste Weg, sich selbst zu schützen, ist zu machen, was man will und nicht, was man soll. Erziehung beginnt mit dem Verstehen unschuldigen Überdrusses jugendlicher Unschuld und nicht mit der Widerspenstigen Erziehung.
"Früh krümmt sich, wer ein Häkchen werden will!" Erziehung ist keine Anpassung, sondern das Gegenteil. Widerstand gegen Überkommenes ist Bedingung der Möglichkeit des Neubeginns.
Die erste Begegnung mit einer frechen chaotischen Lerngruppe erregt keinen Schrecken, sondern reizt zum Lachen über natürliche Unordnung. Da hilft keine Disziplinierung, sondern nur die Überraschung eines ungewöhnlich beeindruckenden Beginns wider die Langeweile eines öden Unterrichtsalltags.
Neben unverzichtbarer Ausstrahlung des Lehrenden hilft der Ansporn zu begründet natürlicher spielerischer Leistung. Wer Unordnung nicht spielerisch in Ordnung zu überführen versteht, sollte auf das Lehren gleichgültig welcher Form verzichten. Das Gehirn lernt allein spielerisch schöpferisch oder gar nicht.
Die ersten drei Sekunden sind entscheidend für jede erste Begegnung. Durch das Selbst ungeschützt offenbart sich das Ich unfreiwillig. Ohne Selbstschutz wirkt das Ich schwach und ängstlich. Selbstsicherheit ist der Lohn für bisweilen mühsam Schöpferisches.
wfschmid - 21. Juni, 05:05
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Trackback URL:
https://wolfgangschmid.twoday-test.net/stories/97063225/modTrackback