17
Nov
2010

N.N. (33)




Das Internet ist wie jedes neuronale Netz voller Schlaglöcher, in denen Kröten lauern, die Dich teilweise oder ganz zu verschlingen drohen. Fallensteller, Abzocker und selbst ernannte Gurus verführen zum Unglück.

Wer nicht freiwillig ein Schlangennest aufsucht, sollte auch das Internet meiden. Zu viele Missionare des absolut Richtigen ergehen sich in selbstgefälligen Ergüssen, maßen sich die Wahrheiten der Besserwisser an.

Hüte Dich selbstgefälligen Priestern der Eitelkeiten zu glauben. Und behalte Deine Texte doch lieber für Dich, damit sie weder zerfetzt oder aufgefressen werden.


Mütter, die Kinder aus Liebe zu ihnen nicht gebären, hassen sich selbst. Reiche, die Armen helfen, um sich voller Nächstenliebe darzustellen, beschämen sich und andere öffentlich. Therapeuten, die sich am Leid anderer aufgeilen, verkaufen ihre Seele auf dem Markt der Untugenden.

Um sich selbst im Zaun zu halten, haben versuchsweise Ehrliche erst die Zehn Gebote und dann die Bergpredigt erfunden. Schließlich rundete eine vielversprechende Heilsgeschichte das Unbehagen ab.

Der Niedergang einer Kultur beginnt mit den Heilslehren selbsternannter Heiliger.


Der Turm der Wünsche darf nicht in den Himmel wachsen. Jeden Tag, an dem gebaut wird, verändert sich die Statik.

Jeder Tag stabilisiert das innere Gleichgewicht. Wer dafür nichts investiert, riskiert, dem Ich das Selbst zu nehmen. Die Sanftheit, mit der das Ich sich selbst entzieht, geschieht so unauffällig, dass die Seele dabei sanft entschläft.

Schöpferische Gedanken werden nur von einer lebendigen Seele geboren!


Die Unermüdlichkeit des Seins bewährt sich in der Wiederholung des Gleichen. Die Geduld sich wiederholender Neuanfänge begleitet das hartnäckige Schaffen auf seinem langen Weg zum Erfolg.

Manche Schöpfungen brauchen sehr tiefe Wurzeln, um wachsen zu können. Nicht nachlassen und schon gar nicht aufgeben sind die nicht enden wollenden Wehen des schöpferischen Denkens.

Geduld ist der Same des Erfolgs.


Zeit ist nur im Augenblick. Nur im Augenblick erfährt sich Sein als Da. Dasein ist gereinigte Gegenwart. Gegenwart erlebt sich nur, wenn sich Vergangenheit und Zukunft auflösen und in den einen Strom münden.

Wer sich im Strom der Zeit reinigen will, muss loslassen können. Im Loslassen finden sich Selbst und Ich in der Einsamkeit absoluter Freiheit. Sinn und vertraute Werte verflüssigen sich und lösen sich in schmerzhafter Gelassenheit auf. Vertrautes entzieht sich und Unterschiede werden gleich, ohne in Gleichgültigkeit zu enden.

Alles bricht auf, um den Aufbruch in fremde Erfahrungen vorzubereiten.



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Wolfgang F.A. Schmid

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