Gefühl
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Das Gefühl zeigt zuverlässig die subjektive Befindlichkeit während des Bewusstwerdens an. Das Gefühl mischt sich zumeist aus Stimmung (Affektion) und Einstellung (Emotion).
Die Stimmung bezieht sich auf die sinnlichen Wahrnehmungen bzw. die Umgebung oder Außenwelt des wahrnehmenden Wesens.
Die Einstellung bezieht sich dagegen auf die inneren Wahrnehmungen bzw. die Innenwelt des wahrnehmenden Wesens. In der Regel lässt sich nicht spontan ausmachen, woher die augenblickliche Befindlichkeit herrührt.
Jedoch vermag jeder seine Befindlichkeit introspektiv zu reflektieren. Es ist wichtig, bei Verschlechterung der Befindlichkeit der Ursache auf den Grund zu gehen, um Maßnahmen zur Verbesserung ergreifen zu können. Das setzt allerdings entsprechende Empfindlichkeit (Sensibilität) voraus. So ist beispielsweise vorausgesetzt, zwischen "Ursache" und "Grund" unterscheiden zu können. Das ist wichtig, weil sich ansonsten die Befindlichkeit nicht verändern lässt.
Die Befindlichkeit ist der Vorbote bzw. der Helfershelfer körperlicher Erkrankungen. Die auf Harmonie ausgelegten körperlichen Prozesse werden durch negative Befindlichkeiten so gestört, dass es zu Schädigungen kommt. Durch Verbesserung der Befindlichkeit lässt sich so etwas verhindern, besonders wenn dies durch Bewegung unterstützt wird.
Wird die Befindlichkeit vor allem durch eine negative Einstellung gestört, dann liegen Ursache und Grund dafür vor allem in schlechten, unverarbeiteten oder fehlerhaft verarbeiteten Erfahrungen.
Es gilt allgemein als schwierig, solche Fehler in der Vergangenheit nachträglich zu erfassen.
Oft hilft es auch, gegen die Selbstvorwürfe noch den Selbstbehauptungswillen zu setzen oder sich in der Kunst des Loslassen von der Leidenschaft an Leiden, die wiederum Leiden schafft, zu üben. Der Körper sollte erst gar nicht falsch lernen, dass Jammern sehr viel leichter ist als Arbeiten.
Das Gefühl ist die erste Instanz, die jede Information durchlaufen muss. Es gibt demnach keine Information, die sich nicht stimmungsmäßig auswirkt. Dementsprechend sorgfältig wird sie auch verarbeitet oder eben gar nicht. Information, die sich stimmungsmäßig ungünstig auswirkt, wird eher vertagt (verdrängt) als andere. Es ist demnach unsinnig, Information negativ zu formulieren. Kritik, die nicht mit einem Lob beginnt, wird kaum angenommen.
Gefühle schützen das Wesen vor Zerstörungen durch äußere oder innere negative Einflüsse. Sie zeigen mögliche Gefahren durch die Arten und Weisen von Stimmungen an. Erreichen diese gar den Zustand tiefer Niedergeschlagenheit (Depression) mit bereits auftretenden körperlichen Folgen, dann ist es für die Betroffenen kaum mehr möglich, dagegen Widerstände zu entwickeln. Wesentlich günstiger wäre es also, eine solche Entwicklung erst gar nicht so weit kommen zu lassen.
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