Die spezielle Wahrnehmung

© urs
Das vernunftbegabte Lebewesen verfügt vor allem über vier besondere Arten und Weisen des Wahrnehmens:
1. das körperliche Wahrnehmen der Sinne,
2. das seelische Wahrnehmen der Gefühle,
3. das vorgestellte Wahrnehmen des Geistes und
4. das spezielle Wahrnehmen der Intuition.
Diese Arten und Weisen des Wahrnehmens fließen während des Bewusstwerdens zusammen und vermischen sich zu einer Vorstellung, in der sich unsere Stimmung, Einstellung, Haltung und Vorhaben widerspiegeln.
In dieser Spiegelung erfahren, beobachten und begreifen wir die Welt. Das alles vollzieht sich so spielerisch leicht, dass wir gar nicht mitbekommen, wie komplex und kompliziert alles abläuft.
Diese Unklarheit führt zu einer verschwommen Vorstellung von der eigenen Gestaltung des Daseins. Hier mehr Klarheit zu gewinnen, gleichsam etwas Aufklärung zu leisten, das ist die Absicht dieser Erörterung. Vordringlich wird größere Klarheit vor allem dort, wo es um die Vermittlung von Bildung geht, also um die Ausbildung geistiger Prozesse.
So ist vielen Lehrenden in Schulen und Hochschulen noch immer kaum bewusst, dass es weniger auf die Technik des Lehrens (Didaktik) ankommt, sondern vielmehr auf die Förderung der Begabung der Lernenden (Methodik). Gerade besonders Begabte sind darauf angewiesen, dass ihnen die Besonderheit ihrer geistigen Ausstattung bewusst gemacht wird. Gerade Hochbegabte leiden oft darunter, dass sich die besonderen Kräfte, die in ihnen stecken, kaum oder sogar überhaupt nicht entfalten können.
Da hohe Begabung oft zugleich auch mit hohen Ansprüchen an sich selbst einhergeht, finden Betroffene häufig das, was sie machen, nicht gut genug. Sie lassen sich auch nicht von bewundernder Anerkennung bzw. Lob überzeugen, sondern empfinden das, was andere so bewundern, als völlig unzureichend. Auf diese Weise entgehen ihnen Befriedigung und Freude an ihrem Schaffen.
Hier vermag wahrscheinlich allein Hilfe zur Selbsthilfe aus einer gewissen Selbstverstrickung zu befreien.
Da Begabung vor allem durch Intuition lebt und auch durch sie schafft, liegt es nahe, die Intuition auch als Weg zu sehen, um sich der Begabung angemessen zu nähern.
wfschmid - 11. März, 05:00
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Trackback URL:
https://wolfgangschmid.twoday-test.net/stories/75228760/modTrackback