Verpflichtung
"Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!" Unter Gleichgesinnten ist man solidarisch und hält zusammen. Die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe wird gesellschaftlich durch Berufe ausgewiesen und diese wiederum durch Uniformen und/ oder Titel. Je höher der Rang um so rücksichtsvoller und vorsichtiger begegnet man einander. Das starke Gefühl der Verbundenheit wird durch Vertrauen, Zuverlässigkeit und Toleranz ausgedrückt. Verstärkt wird diese Verbundenheit noch durch Parteien, Verbände und Gesellschaften. Das Ausbrechen aus einer solchen sozialen oder politischen Verflechtung gilt als Netzbeschmutzung oder gar als Verrat. Alltagspolitik ist der für jeden sichtbare, tägliche Ausdruck netzgebundenen Verhaltens. Solche, durchaus lebewesenhaften Verflechtungen werden häufig vorschnell als Verfilzung missgedeutet. Je höher jemand im Rang steigt um so mehr setzt er sich der Gefahr einer Netzabhängigkeit aus. Er muss über eine starke Persönlichkeit verfügen, um ständig aufgrund natürlich gewachsener Verflechtung und gegen Verstrickung zu unterscheiden und widerstehend entscheiden zu können. Aber natürlich gewachsene Netze enthalten auch in ungewöhnlicher Verdichtung kritische Netzpunkte, über welche das gesamte Netz im günstigen Fall unter Wahrung netzeigener Regeln und Gesetze geregelt wird. Für das Netz der Wissenschaft hat Aristoteles vor gut zwei Jahrtausenden einen solchen wesentlichen und heute noch gültigen Punkt geschaffen. Das, was diese Keimzelle des Netzes der Wissenschaft vor allem ausmacht, ist die persönliche Verpflichtung dem Wesen des Wissens gegenüber.
r. n. 13
r. n. 13
wfschmid - 24. Juli, 04:00
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