Dämmerung der Vernunft
Der Mythos schildert die Dämmerung der Vernunft als Vertreibung aus dem Paradies. Paradies ist der Name für die vollkommene Harmonie von Körper, Seele und Geist. Alle Lebewesen des Paradieses existieren und erfahren die Gegenwart Gottes noch instinktiv.
Indem Lebewesen Werkzeuge entdecken, erfahren sie ihren Körper plötzlich als Mittel zum Zweck der Nahrungsbeschaffung.
Mit erwachendem Bewusstsein leben sie nicht mehr von der Hand in den Mund, sondern fangen an zu sammeln. Als Mittel zum Zweck des Ernährens erfahren die Hände das Greifen. Die Sinne erschließen Greifbares als Verzehr- oder Machbares.
Steine taugen nicht, um sich zu ernähren, aber um sich Nahrung zu beschaffen. Sie taugen, um Nüsse aufzuschlagen oder Stöcke, um nach Nüssen auf Bäumen zu schlagen.
Mit dem Greifen geht Vergleichen einher. Das Entwickeln von Alternativen des Entweder – Oder prägt sich aus. Mit der Entstehung von Alternativen werden Konsequenzen entwickelt. Entweder taugt etwas zum Essen oder zum Bearbeiten von Früchten. Wenn Nüsse mit Steinen aufgeschlagen werden, dann können sie gegessen werden. Alternativen und Konsequenzen setzen das Vergleichen voraus. Vergleiche schaffen Voraussetzungen, aus denen Schlüsse gezogen werden können. Mit der Entdeckung von Dingen in der Natur entwickelt sich zugleich logisches Denken.
Einmal entwickelte, erfolgreiche Verhaltensmuster werden gemerkt und wiederholt. Die Entstehung eines Repertoires von Verhaltensmustern ermöglicht das Vorhersehen und Planen von Aktionen. Die Entwicklung logischen Denkens fördert zugleich das Entstehen der Fantasie. Denken wird als Bilderleben der Fantasie erfahren.
Erst mit dem Philosophieren wird diese Erfahrung als Bild-Erleben der Vernunft und als Bild-Erleben des Verstandes erlebt.
Das rein fantastische Erfahren des Bilderlebens der vorphilosophischen oder mythologischen Zeit wird noch von Trieben oder Bedürfnissen geregelt. Anstelle der Neugier bestimmt noch der Nahrungstrieb das Verhalten.
Indem sich die Vorstellungskraft entwickelt, formt sich das Vermögen, das eigene Tun wahrzunehmen und zu betrachten. Durch das Reflektieren des Bilderleben wird vor allem Vernunft und Verstand unterschieden und das Augenmerk weniger auf die Seele gerichtet.
Das Erwachen seiner Vernunft bezahlt das Lebewesen mit dem Verlust seines Paradieses. Zurück bleibt ein tiefes Gefühl des Verlustes. Das Ich hat einen wesentlichen Teil seines Selbst verloren. So suchen manche vernunftbegabte Lebewesen ihr Leben lang nach dem Selbst, ohne sich darüber bewusst zu werden, dass sie in Wahrheit das Paradies meinen.
Um die tiefe Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies zu stillen, bieten esoterische Scharlatane und Gurus Scheinwege an und lassen sich solches Vorgaukeln nicht selten teuer bezahlen. Aber letztendlich sind auch die kleinen Leidenschaften des Alltags Überbleibsel des ursprünglichen Triebs oder des Instinkts auf der Suche nach verlorener Glückseligkeit.
Indem Lebewesen Werkzeuge entdecken, erfahren sie ihren Körper plötzlich als Mittel zum Zweck der Nahrungsbeschaffung.
Mit erwachendem Bewusstsein leben sie nicht mehr von der Hand in den Mund, sondern fangen an zu sammeln. Als Mittel zum Zweck des Ernährens erfahren die Hände das Greifen. Die Sinne erschließen Greifbares als Verzehr- oder Machbares.
Steine taugen nicht, um sich zu ernähren, aber um sich Nahrung zu beschaffen. Sie taugen, um Nüsse aufzuschlagen oder Stöcke, um nach Nüssen auf Bäumen zu schlagen.
Mit dem Greifen geht Vergleichen einher. Das Entwickeln von Alternativen des Entweder – Oder prägt sich aus. Mit der Entstehung von Alternativen werden Konsequenzen entwickelt. Entweder taugt etwas zum Essen oder zum Bearbeiten von Früchten. Wenn Nüsse mit Steinen aufgeschlagen werden, dann können sie gegessen werden. Alternativen und Konsequenzen setzen das Vergleichen voraus. Vergleiche schaffen Voraussetzungen, aus denen Schlüsse gezogen werden können. Mit der Entdeckung von Dingen in der Natur entwickelt sich zugleich logisches Denken.
Einmal entwickelte, erfolgreiche Verhaltensmuster werden gemerkt und wiederholt. Die Entstehung eines Repertoires von Verhaltensmustern ermöglicht das Vorhersehen und Planen von Aktionen. Die Entwicklung logischen Denkens fördert zugleich das Entstehen der Fantasie. Denken wird als Bilderleben der Fantasie erfahren.
Erst mit dem Philosophieren wird diese Erfahrung als Bild-Erleben der Vernunft und als Bild-Erleben des Verstandes erlebt.
Das rein fantastische Erfahren des Bilderlebens der vorphilosophischen oder mythologischen Zeit wird noch von Trieben oder Bedürfnissen geregelt. Anstelle der Neugier bestimmt noch der Nahrungstrieb das Verhalten.
Indem sich die Vorstellungskraft entwickelt, formt sich das Vermögen, das eigene Tun wahrzunehmen und zu betrachten. Durch das Reflektieren des Bilderleben wird vor allem Vernunft und Verstand unterschieden und das Augenmerk weniger auf die Seele gerichtet.
Das Erwachen seiner Vernunft bezahlt das Lebewesen mit dem Verlust seines Paradieses. Zurück bleibt ein tiefes Gefühl des Verlustes. Das Ich hat einen wesentlichen Teil seines Selbst verloren. So suchen manche vernunftbegabte Lebewesen ihr Leben lang nach dem Selbst, ohne sich darüber bewusst zu werden, dass sie in Wahrheit das Paradies meinen.
Um die tiefe Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies zu stillen, bieten esoterische Scharlatane und Gurus Scheinwege an und lassen sich solches Vorgaukeln nicht selten teuer bezahlen. Aber letztendlich sind auch die kleinen Leidenschaften des Alltags Überbleibsel des ursprünglichen Triebs oder des Instinkts auf der Suche nach verlorener Glückseligkeit.
wfschmid - 28. Juni, 04:00
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