Pädagogik als Kunst ästhetischer Erziehung
Auf der Webseite der Hermann-Hesse-Schule, eine Gesamtschule des Kreises Offenbach heißt es:
"In einem Wörterbuch findet man unter „Ästhetik" als Bedeutung die „Wissenschaft vom Schönen". Unter der Vielzahl von Bedeutungsvariationen ist dies für die Schule vielleicht die einfachste und aussagekräftigste, wobei das Ästhetische nicht nur vom Produkt (Kunstwerk) her zu verstehen ist, sondern Kunst von der Leistung des Ästhetischen für den Menschen. In dieser Konzeption ist das Ästhetische ein ebenso fundamentaler Aspekt des Menschseins wie wissenschaftliche Erkenntnis, Sprache und Gesellschaft. Kunst in diesem Sinn, damit ist gemeint Malerei, Bildhauerei, Architektur, Musik, Tanz, Literatur, Theater und Film, um nur die wichtigsten Teilgebiete zu nennen, kann definiert werden als menschliches Handeln, das wahrnehmbare Formen als Ausdruck menschlicher Gefühle schöpferisch gestaltet (Langer, 1962, zit. n. Fritzsche, 1994)."
Konsequenz:
"Die Schulgemeinschaft der Hermann-Hesse-Schule ist überzeugt von den auch hinreichend wissenschaftlich belegten positiven Auswirkungen der ästhetischen Bildung auf den schulischen und außerschulischen Werdegang ihrer Schülerinnen und Schüler und hat der ästhetischen Erziehung (produktiv und rezeptiv) einen entsprechenden Stellenwert im Schulprogramm und im Stundenplan eingeräumt. Ästhetische Erziehung gilt dabei als Prinzip, d.h., sie kann nicht nur in den dafür prädestinierten Fachrichtungen wie Musik, Kunst, Darstellendes Spiel oder Deutsch stattfinden, sondern auch in allen anderen Fächern. Herausragendes Beispiel dafür ist die „Mathemeisterschaft 2009", wo die Verbindung zwischen Kunst, Umwelt und Mathematik in bemerkenswerter Weise gelungen ist."
Bericht:
"„Zeichne Dein Lieblingstier aus Funktionen“, lautete der Arbeitsauftrag. Die „Querdenker“ zogen zunächst einen Orca aus schlichten Bögen. Dann gesellten sie noch zwei Baby-Wale hinzu, ein paar Vögel, Eisberge und Welle. Sinuskurven symbolisieren den Meeresboden, angelehnt an die Darwinschen Theorien könnten sie auch einen DNA-Strang darstellen. Insgesamt waren 45 Linien zu berechnen, allein ein Dutzend Funktionen für das Muttertier.
Sechs Wochen lang arbeitete das Sextett zusammen, montags, donnerstags und freitags blieben die talentierten Teenager länger in der Schule, manchmal auch mittwochs. Mehr als zwölf Stunden waren sie so beschäftigt, zu Hause tauschten sie aktuelle Erkenntnisse per E-Mail aus. Immer wieder landeten fehlgeschlagene Versuche im Papierkorb, erzählte Pädagogin Irmtraud Böhm. Sie schritt ein, wenn sich ihre Schützlinge auf dem Holzweg befanden.
„Ich habe auch viel dazu gelernt“, gestand die Studienrätin offen. Vor allem von Computer-Experte Sebastian, der für das Projekt ein eigenes Vorgehen entwickelt hat. Die Gruppe füllte schließlich 1 376 Zeilen und 25 Spalten im Excel-Programm, um die Strichzeichnung in lineare Funktionen umzusetzen. Das fand auch Schulleiter Michael Weis „spannend und interessant“. Der Sieg mache ihn „rasend stolz“, er dankte seiner Kollegin Böhm, der es immer wieder gelinge, Schüler für die Mathematik zu begeistern."
Die mathematische Auflösung der Zeichnung ist ein typisches Beispiel dafür, was schon die Mathematiker und Philosophen als Mathematik, Technik des Lernens, verstanden haben. Dieses Verständnis verhält sich streng analog zu dem, was der Philosoph und Dichter Friedrich Schiller unter ästhetischer Erziehung versteht, nämlich die Vertiefung sinnlicher Wahrnehmung durch das Spiel ihrer Eigenschaften durch die Vernunft, aus dem die Fantasie Möglichkeiten zu denken entwickelt. Die mathematische Formel f(x) = -0,175x² + 6.0522x - 46,498 ist der Gedanke der sinnlichen Form, das ist das Bild von der Außenlinie der rechten Schwanzflosse eines Killerwals.
Würde ästhetische Bildung gegenwärtigen Mathematikunterricht maßgeblich bestimmen, dann wären Schüler in die Lage versetzt, Mathematik wieder wie ursprünglich ästhetisch zu verstehen. Mathematik ist nämlich letztendlich die Form, Sinneseindrücke denkend zu gestalten.
"In einem Wörterbuch findet man unter „Ästhetik" als Bedeutung die „Wissenschaft vom Schönen". Unter der Vielzahl von Bedeutungsvariationen ist dies für die Schule vielleicht die einfachste und aussagekräftigste, wobei das Ästhetische nicht nur vom Produkt (Kunstwerk) her zu verstehen ist, sondern Kunst von der Leistung des Ästhetischen für den Menschen. In dieser Konzeption ist das Ästhetische ein ebenso fundamentaler Aspekt des Menschseins wie wissenschaftliche Erkenntnis, Sprache und Gesellschaft. Kunst in diesem Sinn, damit ist gemeint Malerei, Bildhauerei, Architektur, Musik, Tanz, Literatur, Theater und Film, um nur die wichtigsten Teilgebiete zu nennen, kann definiert werden als menschliches Handeln, das wahrnehmbare Formen als Ausdruck menschlicher Gefühle schöpferisch gestaltet (Langer, 1962, zit. n. Fritzsche, 1994)."
Konsequenz:
"Die Schulgemeinschaft der Hermann-Hesse-Schule ist überzeugt von den auch hinreichend wissenschaftlich belegten positiven Auswirkungen der ästhetischen Bildung auf den schulischen und außerschulischen Werdegang ihrer Schülerinnen und Schüler und hat der ästhetischen Erziehung (produktiv und rezeptiv) einen entsprechenden Stellenwert im Schulprogramm und im Stundenplan eingeräumt. Ästhetische Erziehung gilt dabei als Prinzip, d.h., sie kann nicht nur in den dafür prädestinierten Fachrichtungen wie Musik, Kunst, Darstellendes Spiel oder Deutsch stattfinden, sondern auch in allen anderen Fächern. Herausragendes Beispiel dafür ist die „Mathemeisterschaft 2009", wo die Verbindung zwischen Kunst, Umwelt und Mathematik in bemerkenswerter Weise gelungen ist."
Bericht:
"„Zeichne Dein Lieblingstier aus Funktionen“, lautete der Arbeitsauftrag. Die „Querdenker“ zogen zunächst einen Orca aus schlichten Bögen. Dann gesellten sie noch zwei Baby-Wale hinzu, ein paar Vögel, Eisberge und Welle. Sinuskurven symbolisieren den Meeresboden, angelehnt an die Darwinschen Theorien könnten sie auch einen DNA-Strang darstellen. Insgesamt waren 45 Linien zu berechnen, allein ein Dutzend Funktionen für das Muttertier.
Sechs Wochen lang arbeitete das Sextett zusammen, montags, donnerstags und freitags blieben die talentierten Teenager länger in der Schule, manchmal auch mittwochs. Mehr als zwölf Stunden waren sie so beschäftigt, zu Hause tauschten sie aktuelle Erkenntnisse per E-Mail aus. Immer wieder landeten fehlgeschlagene Versuche im Papierkorb, erzählte Pädagogin Irmtraud Böhm. Sie schritt ein, wenn sich ihre Schützlinge auf dem Holzweg befanden.
„Ich habe auch viel dazu gelernt“, gestand die Studienrätin offen. Vor allem von Computer-Experte Sebastian, der für das Projekt ein eigenes Vorgehen entwickelt hat. Die Gruppe füllte schließlich 1 376 Zeilen und 25 Spalten im Excel-Programm, um die Strichzeichnung in lineare Funktionen umzusetzen. Das fand auch Schulleiter Michael Weis „spannend und interessant“. Der Sieg mache ihn „rasend stolz“, er dankte seiner Kollegin Böhm, der es immer wieder gelinge, Schüler für die Mathematik zu begeistern."
Die mathematische Auflösung der Zeichnung ist ein typisches Beispiel dafür, was schon die Mathematiker und Philosophen als Mathematik, Technik des Lernens, verstanden haben. Dieses Verständnis verhält sich streng analog zu dem, was der Philosoph und Dichter Friedrich Schiller unter ästhetischer Erziehung versteht, nämlich die Vertiefung sinnlicher Wahrnehmung durch das Spiel ihrer Eigenschaften durch die Vernunft, aus dem die Fantasie Möglichkeiten zu denken entwickelt. Die mathematische Formel f(x) = -0,175x² + 6.0522x - 46,498 ist der Gedanke der sinnlichen Form, das ist das Bild von der Außenlinie der rechten Schwanzflosse eines Killerwals.
Würde ästhetische Bildung gegenwärtigen Mathematikunterricht maßgeblich bestimmen, dann wären Schüler in die Lage versetzt, Mathematik wieder wie ursprünglich ästhetisch zu verstehen. Mathematik ist nämlich letztendlich die Form, Sinneseindrücke denkend zu gestalten.
wfschmid - 29. Mai, 04:30
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