Enteckung der Kunst des Lernens
Es ist eine grundsätzlich falsche Annahme, dass Denken linear abläuft. Vermutlich entstand dieser Irrtum bereits in den Anfängen der Geschichte des Denkens durch Philosophen, die selbst keine Mathematiker waren. Die ersten Philosophen verstanden sich zugleich auf die Geometrie. Ihr geometrisches Denken veranlasste sie, dieses Denken als Mathematik zu bezeichnen. Mathematik aber bedeutet in der deutschen Sprache „Kunst des Lernens“. Philosophen wie Thales (* um 624 v. Chr.; † um 547 v. Chr.) oder Pythagoras (* um 570 v. Chr. auf Samos; † nach 510 v. Chr.) fassten demnach das Denken als Erkennen von Verhältnissen zwischen sinnlich vernehmbaren Erscheinungen auf. Aber als erkannt galt für sie nur etwas, das so zu beschreiben war, dass alle dieser Beschreibung zustimmen mussten. Diese Zustimmung wurde durch einen für alle nachvollziehbaren, mathematischen Beweis geradezu erzwungen. Die Leute fanden das so beeindruckend, dass sie diese Denker ehrfurchtsvoll Freunde der Weisheit (in ihrer Sprache „Philosophen“) nannten.
wfschmid - 24. April, 04:00
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