3
Jan
2013

Buch Arete

 
Nachdem Arete einige Stunden geschlafen hatte, erwachte sie vom Lärm im Haus tobender Jungens. Xanthippe erwartete sie bereits mit einem köstlichen kleinen Mahl, das sie eigens zubereitet hatte.
Bei ihr am Tisch saß eine ärmlich gekleidete, hübsche Frau, die Xanthippe mit Myrto vorstellt. "Myrto gehört zu den Verhältnissen meines Mannes. Weil sie als Witwe allein nicht zurechtkommt, wohnt sie bei uns!" Myrto aber erklärt, dass sie kein Verhältnis, sondern die zweite Frau Sokrates sei.

Arete sind solche Verhältnisse ganz offensichtlich sehr unangenehm, sie versucht abzulenken und unterbricht Myrto, indem sie nach den Namen der Jungen fragt. Xanthippe erklärt, dass Lamprokles ihr Sohn ist, und Myrto ergänzt, dass Sophroniskos und Menexenos ihre Söhne sind.

Arete erklärt, dass sie und ihr Mann noch keine Kinder haben, weil noch nicht die rechte Zeit dafür sei. Xanthippe und Myrto blicken sich verwundert an und fragen Arete erstaunt, wann denn die rechte Zeit sei. "Dann, wenn Archäos und ich beide dazu Lust haben!". Die beiden Frauen scheinen sich jetzt noch viel mehr zu wundern.

Xanthippe fragt, ob sie und ihr Mann noch nie etwas von guten Staatsbürgern gehört haben. Dann nämlich wüssten sie, dass es zu deren Pflichten gehört, für Nachwuchs zu sorgen.

Arete erklärt stolz, dass die friedlicheren Kyrener da anders denken als die kriegerischen Athener. Sie ergänzt "Ich weiß sehr wohl, dass die Bevölkerung Athens durch zahlreiche Kriege arg geschrumpft ist, und kriegslüsterne Politiker deshalb auf Nachwuchs drängen! Das ist aber nicht das Problem in Kyrene!"

Arete verspürt immer weniger Lust auf eine Stelle an der Akademie in Athen. Insgeheim sucht sie bereits nach einer Ausrede, um zu ihrem Archäos nach Kyrene zurückkehren zu können, ohne jemanden zu beleidigen. Also provoziert sie die beiden Frauen, sich über Männer auszulassen, um dann die völlig verschüchterte, verängstigte Frau zu spielen, die jetzt schleunigst zu ihrem Mann zurückkehren muss, damit dieser nicht mit einer anderen Frau die Ehe aufs Spiel setzt.

Voll gespielten Verständnisses verabschieden sich Xanthippe und Myrto von Arete.
 

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Wolfgang F.A. Schmid

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