5
Jun
2016

Denk mal!

Intelligenz ist die Fähigkeit zu ordnen!

Wo ist heute von dir intelligentes Verhalten gefragt?

Bitte 3 Beispiele in 3 Stichwörtern!

Mäeutik


Als Fragetechnik wird Mäeutik (μαιευτική maieutikḗ [téchnē] „Hebammenkunst“) genannt mit der Tätigkeit einer Hebamme verglichen.
Gemeint ist, dass man jemanden zur Erkenntnis verhilft, indem man ihn durch geeignete Fragen dazu veranlasst, fragliche Sachverhalte selbst herauszufinden.

So wird die Einsicht mit Hilfe der Hebamme – des Lernhelfers – geboren, der Lernende ist der Gebärende. Den Gegensatz dazu bildet Unterricht, in dem der Lehrer den Schülern den Stoff belehrend (dozierend) mitteilt.


4
Jun
2016

Streetworker der Vernunft


Was wir begreifen wollen, muss uns berühren oder wir müssen es berühren können. Weil Sokrates ein Philosoph der praktischen Vernunft war, ist er stets bemüht gewesen, seine Philosophie für jeden nachvollziehbar darzustellen.

Zum Leidwesen seiner Frau Xanthippe verbrachte er seine Zeit mit Gesprächen und Diskussionen auf Strassen und Märkten, statt Einkäufe und Besorgungen rechtzeitig nach Hause zu bringen. Das Haushaltsgeld gab er häufiger aus, um mit seinen Freunden Wein zu trinken, statt es für das Essen zu Hause zu verwenden.

Sokrates nervte die Leute vor allem durch seine Neugier und die damit verbundenen kritischen Fragen. Aber seine Art und Weise des Fragens war neu. Er fragte nicht, um als Wissender aus- oder abzufragen, sondern um als jemand, der weiß, dass er nichts weiß, durch Antworten auf seine Fragen zu Wissen zu gelangen.

Sokrates hat zu diesem Zweck eine eigene Methode zu fragen entwickelt. Diese Fragetechnik wird Mäeutik (μαιευτική maieutikḗ [téchnē] „Hebammenkunst“) genannt.


3
Jun
2016

Existentieller Bruch


Der Preis der Vernunft ist das Versagen des Instinkts. Wahrnehmen wird nicht mehr unmittelbar erfahren und in spontanes Reagieren überführt. Die unmittelbare Beziehung des Lebewesens zur Natur wird durch Bewusstwerden gebrochen. Der Bruch mit der Natur wird mythisch als Beschreibung aus dem Paradies erfahren.

Das Erwachen des Geistes durch Entdecken, Werkzeuge zu gebrauchen, lässt Möglichkeiten erfahren, Probleme alternativ zu lösen. Als Vermögen, Verhalten zu organisieren und antizipieren entwickelt sich Vernunft. Das Gehirn bildet Strategien des Suchens und Ordnens aus.

Bewusstwerden organisiert sich zunehmend als Denken, indem Wahrnehmen erfahren kategorisiert wird.


2
Jun
2016

Verführerische Überführungen


Metaphysik überführt sinnlich Vernehmbares in das, was es wesentlich ausmacht.
Mathematik überführt sinnlich Vernehmbares in das, was es messbar macht.
Kybernetik überführt sinnlich Vernehmbares in das, was es kalkulierbar macht.

Mit jedem dieser geschichtlich bedingten Entwicklungen geht ein Paradigmenwechsel einher.
Metaphysik überführt Mythos in Logos.
Mathematik überführt Natur in Naturwissenschaft.
Kybernetik überführt Natur in Technik.

Helmar Frank nennt diese Epochen:
Phase der phänomenologischen Analyse oder Phase der Kalkülisierung,
Phase der Mathematisierung
und
Phase der Objektivierung.

Das vernunftbegabte Lebewesen versucht zunehmend mehr, natürliche Abläufe an die
Technik zu delegieren. Kalkülisierung, Mathematisierung und Objektivierung überführen die Vernunft an technische Systeme.

Gegenwärtige Faszination der Technik demonstriert die Arglosigkeit, mit der dies Entwicklung vorangetrieben wird. Der Überlebenswille des Menschen pervertiert zur Selbstzerstörung.


1
Jun
2016

Hallo Wach


"Hallo Wach“ heißen Wach-Tabletten, die bei Autofahrern nächtlichen Sekundenschlaf auf der Autobahn verhindern sollen.

Unser Gehirn verfügt über vergleichbare Mittel gegen körperliche, seelische oder geistige Trägheit. Diese Mittel zur Optimierung neuronaler Aktivitäten werden Motive genannt.
Wider schulische Fehlbildungen existieren korrigierende neuronale Initiationsmöglichkeiten.
Schöpferische Gehirne wollen spielen, suchen (forschen), entdecken, schaffen.


31
Mai
2016

Gefühlte Sprache


Wahrnehmungen künstlerischer Bilder werden unmittelbar limbisch dekodiert und scheinen als spontane Gefühle hervor.

Der Zuspruch des Seins hängt davon ab, ob er anspricht. Geschmack wertet Sinneseindrücke subjektiv frei. Reflexionen a posteriori verderben den Geschmack und engen Möglichkeiten, wesentlich zu sein, ein.

Gefühlte Sprache findet keine Worte. Sie gibt lediglich körpersprachliche Zeichen.


30
Mai
2016

Kunst der Verstellung


Als Ich-Selbstdarstellung erscheint Selbst als schöngefärbtes Ich. Mit Schminken aller Art verstellt wird wahre Intimsphäre verborgen. Jedes Ich behält Selbst als ureigenes Geheimnis.

Diese scheinbar angeborene Gewohnheit ist in Wahrheit anerzogene Routine. Ältere lehren Jüngere vorbildlich Askese des Verschweigen. "Nicht immer alles allen sagen“, das gehört zum guten, weil vertrauten Umgangston. „Danke, gut!“ ist wie ein Reflex auf die Antwort geworden „Wie geht es Ihnen?“.

Das Selbst als Schneckenhaus des Ich taugt nicht als Selbstschutz.


29
Mai
2016

Kunst und Sprache = Kunstsprache ?


Autoren setzen vorzeigbar ins Werk, was sie für mitteilbar halten. Schwierige zweifelhafte Wege zur Erkenntnis werden gesperrt. Verwachsene Gebiete erscheinen geschönt, um besser dazustehen.

Schöngefärbte Texte vermitteln, was niemals wesentlich war. Geschönte Gedanken decken Zweifelhaftes zu. Nie gewesene Sicherheit spiegelt sich im Schein des Unfertigen. Schöpferisches versickert im Vergessen.

Hinter Vorwänden entkleiden sich Gedanken, um sich natürlicher Ansprüche zu entledigen. Hinter Paravents der Eitelkeiten ziehen sich Reflexionen konventionell um.


28
Mai
2016

Nach fast fünf Jahrzehnten (2)


In Sein erfrorenes Werden vereist Dasein. Gefühle erkalten in leerer Umgebung.
Inneres Licht erwärmt die Seele wenig, wenn es draußen sehr kalt ist.

Denken organisiert sich durch Erfahrung, Fantasie und Gefühl. Denken ist intuitiv, spielerisch und emotional.

Totzeit bringt dieses Triple pointiert als Wesen des Werdens durch Sein zum Ausdruck.

Das Wesen der Natur selbst spricht sich dem Denken selbst zu, um wesentlich als Sein erfahren zu werden.

Sich vom Selbst abstrahierend, scheint der Zuspruch des Seins sprachlich kontemplativ zu.

Meditativ erfährt sich Sein denkend als Wesen,
das sich schweigend zur Sprache bringt.

Alles Seiende spiegelt Sein wider,
um Wahrheit zu offenbaren.

Diese spricht sich dem empfangenden Wesen intuitiv zu, damit es entsprechend geformt gestaltend existiere.

Hinter dem Horizont wandelt sich Sprache zur reinen Intuition und bleibt auf diese Weise verborgen im Dasein anwesend.

In der Allgegenwart des allseienden Seins des Geistes bleiben Wesen wesentlich in Verbindung.


27
Mai
2016

Nach fast fünf Jahrzehnten (1)


Zeit Zoom

Neuronale Dämmerung im Dunkel des Unbewussten. Lichtungen scheinen hervor. Bewusstwerden inszeniert Spielräume der Fantasie.

Aus kindlichen Tagträumen erwachsen jugendliche Motivationen existentieller Ideen.

Bewusstwerden wandelt sich in Bilderleben. Heraustreten aus erwachendem, geheimnisvoll schöpferischem Unbewussten.

Erwachen in eine Spielwelt voller Fantasien und Tagträume, großes Glück im tiefen Unglück verlorener Kindheit. Starker Schutz gegen hasserfüllte Gier einer verlorenen Kriegerwitwe, die sich an einem verzweifelten Kriegsblinden vergreift.

Wirkungslose seelische Misshandlungen angesichts starker innerer geistiger Kräfte.
Religiöse fanatische Stimmungen keimen häufig in Ausweglosigkeiten. Die Seele flüchtet in frühe technische Vergnügungen, bis sie dieses Versagen in Einsamkeiten des schwarzen Waldes zwingt, versinken und fast ersticken lässt.

Erneut befreien religiöse Fantasien von aufgezwungenen Fesselungen und entführen aus düsterer Schwere in mystische Leichtigkeit.

Das Geschick treibt zurück in strenge scheinklösterliche Enge und führt schließlich zur Ausflucht in größere Eigenständigkeit. Vorbildliche Lehrer animieren Fantasien nunmehr zu philosophischen Spekulationen. Erwachter Ehrgeiz verläuft zwar hektisch, aber doch letztendlich mehr oder weniger zufällig in unauffällig religiös gefärbten praktischem Handeln.

Gedanken leben von der Seele, die sie gebärt. Im Denken spiegelt sich gelebtes Leben wider. Es ist philosophisch nicht ungewöhnlich, dass sich Werden in Sein flüchtet und sich dort zu verflüchtigen droht. Unberechenbares Verhalten verschafft Angst. Existenz seit jeher als Kunst, davon zu abstrahieren, um sich in angenehmere Vorstellungen zu flüchten.

Totzeit als Sprung vom Werden ins Sein. Dasein verflüchtigt sich kontemplativ durch Überführen in Jenseitiges. Wesen lässt sich als meditative Form subjektiv spielerisch freier gestalten als Anwesen.

Freies spielerisches Gestalten lässt die Seele freier atmen und sich aus der Enge des Alltags befreien.
Indem die Seele wieder atmet, verschenkt sie selbstheilende Kräfte schöpferischen Denkens.
Fantasieren erzeugt spontanes selbstorganisierendes Antizipieren. Schwierige Situationen lassen sich meistern.

Fantasie erzeugt Bilder, und als Bilderleben formt Denken und somit freies Handeln, um Leben schöpferisch zu gestalten. Utopien der Selbstheilung aktivieren mit helfenden Bildern Selbstheilungskräfte. Das Gehirn reorganisiert fehlgeleitete Transmissionen, um Heilungen zu ermöglichen.

Widerschein einer lichten Idee dringt in die Leere des Daseins.
Neonuntergang

Bläue in altmodischen Scheibengardinen.
Altbaugehäuse hinter Rauhfaser.
Zerstörtes Uhrwerk in Ebenholz.
Verkümmerte Pflanzen auf dem Fensterbrett.
Rest von starkem Kaffee in ziegelroter Keramiktasse.
Staubteilchen auf milchig brauner Brühe.
Zerknüllte Notizen. Papierknäuel auf dem
Holzfußboden.

Verdichtung
Sein lichtet Wesen, indem es Werden verbirgt.
Wissen versichert, was Glauben verspricht. Übernatürliches überspielt Natur.
Der Tod beendet das Leben zwar nicht, aber er nimmt ihm, was es lebendig macht: Sinne, Triebe, Bedürfnisse, Bilder.
Im Himmel ist wohl Seele als auch Geist rein.
Himmel existiert als reiner Geist a priori.
Denken von Sein meditiert Werden als Wesen und setzt als Anwesen ins Werk.
Metaphysisches selbstheilendes Träumen formt mögliche Wirklichkeiten und gestaltet Antizipationen des Alltags.

Ein zehnjähriger Junge zwischen Tag und Traum, Tagträume helfen über alltägliche tiefe Verletzungen hinweg.
Kein Arzt kommt gegen dessen heftige Kopfschmerzen an. Erst durch das mitfühlende Verstehen eines Homöopathen wird er davon befreit.

In Sein gefrorenes Werden. Im Wesentlichen erstarrtes Denken. Verzicht auf Bilder gibt Gestaltungen hinter Horizonten frei. In Kontemplation eingekehrte Meditation offenbart Wahrheiten nichtenden Nichts.
In Bilder gesetzte Texte zeitigen erst Verstehen.


26
Mai
2016

Interimsmoment


…. ein Grundelement der Mathematik, mit dem verschiedene Rechenoperationen ausgeführt werden können. Analog hierzu können Totzeiten als Quanten als Grundelemente eines natürlich organisierten Systems sein.

Voraussetzung dieser Annahme ist ein zureichender physikalischer Grund für die Viele-Welten-Interpretation.
Zur Klärung eines solchen Grundes bietet sich folgende Überlegung an: Mögliche Möglichkeiten spielen mit sich selbst. Mögliche Möglichkeiten gewinnen wirkliche Möglichkeiten. Wirkliche Möglichkeiten informieren Energien. Informierte Energien formen Materie. Materie bindet und löst, vereinfacht und vervielfacht, gleicht an und unterscheidet, Entstehen und Vergehen gestaltend.

Anders formuliert: Mögliche Möglichkeiten wirken in Richtung wirkliche Möglichkeiten. Das griechische Wort für wirken ist "ergo" und für das Etwas innewohnende Wirken "en_ergon", Energie also: energon ε von E e/E => 1 = Information i. (=> bedeutet „strebt nach). e/E =1 = Information

Information steht für Transformation von Energie in Materie. also für Materie in Form von Energie. Information ist eine vektorielle Größe: Energie —> Materie = Information. Als Vektor repräsentiert sie parallele Entwicklungen. Der durch E=>M = I verursachte Urknall gibt demnach Anlass, das Entstehen paralleler Universen anzunehmen.

Der Begriff Parallelwelt oder Paralleluniversum bezeichnet also eine hypothetische Welt oder ein Universum, das außerhalb des bekannten Universums existiert, wobei die Gesamtheit aller Parallelwelten als Multiuniversum bezeichnet wird.

Die Viele-Welten-Theorie, die auf den Physiker Hugh Everett zurückgeht, ist eine alternative Interpretation der Quantenmechanik. Die Viele-Welten-Interpretation spricht allen möglichen Zuständen (also z.B. „Katze tot“ und „Katze lebendig“) gleichermaßen physikalische Realität zu.

Es gibt dann tatsächlich ein Universum, in dem das Atom zerfallen ist, und eines, in dem das Atom noch nicht zerfallen ist. Im ersten Universum öffnen wir den Kasten und finden die Katze tot, im zweiten Universum ist die Katze lebendig. Erinnerungen und das, was wir als Realität wahrnehmen, entsprechen dann nur einer von unzähligen möglichen Entstehungseschichten des Universums.

Wenn aber ein vernunftbegabtes Lebewesen durch Tod bzw. aufgrund der Totzeit in ein paralleles Universum wechseln sollte, dann müsste dessen Quantenzustand „materielos“ sein.

ist ein materiell gestaltetes energon ε. Mögliche Möglichkeiten sind eine Form von informationsloser Energie. Mögliche Möglichkeiten verfügen über 0 Gestalt. Aber als solche umfassen sie unendlich viele Ideen. Eine Idee ist eine wirklich gewordene Möglichkeit oder wirkliche Möglichkeit. Energie gestaltet von sich her Formen der Möglichkeit. Die Information für diese Verwirklichung a priori ist "Zufall". Zufällig wird aus möglichen Möglichkeit eine wirkliche Möglichkeit. Die ursprüngliche Bewegung ist charakterisiert durch Richtung und Weg (im Zeichen: "->"). Diese Bewegung repräsentiert als solche "Gestalt" a priori. Das griechische Wort für mögliche Gestalt ist "idea", also Idee. Bei der ursprünglichen Energie handelt es sich folglich notwendigerweise um geistige Idee, die in allem, was aus ihr wird gegenwärtig ist.


25
Mai
2016

Wahrnehmungsproblematik


Wahrnehmen ist die Bedingung der Möglichkeit, sich zu täuschen. Statt Wahrnehmen, nehmen wir wahr, d.h., wir projizieren in das, was wir sinnlich vernehmen. Genauer gesagt wird das, was vorweg bedürfnisbedingt ausgefiltert wird, emotional durch Erinnerungen bzw. Erfahrungen komplementiert.

Die limbische Funktion des physiopsychischen Wechsels ist angeboren und dient der Selbst-Erhaltung (Ich-Bewusstsein) des vernunftbegabten Lebewesens.


24
Mai
2016

Geheime Offenbarung des Dämonen (daimónion)


Das Daimonion (auch Dämonion) bezeichnet in der griechischen Antike einen persönlichen Schutzgeist, der Teil des Ichs ist.

Das Daimonion wurde von Sokrates als innere Stimme von göttlichem Ursprung erklärt. Diese innere Stimme warnte ihn in entscheidenden Augenblicken und hielt ihn von der Ausführung einer unrechten (vgl.: "adikia") Absicht ab. (Nach Platon Apol. 31 D und 41 D, Xen. Mem. I, 1, 6 warnte das Daimonion peri - tôn adêlôn, hopôs an apobêsoito.) Er verstand es als eine Gegeninstanz zum Logos, die das erkennt, was der Vernunft verborgen bleibt, und vom Falschen abrät, jedoch zu nichts zurät. Sein Daimonion schätzte Sokrates so hoch ein, dass er ihm auch gegen seine rationale Einsicht gehorchte.

Die innere Stimme orientiert sich gewöhnlich intuitiv am Erfahrungsschatz einer Person. Der Name dieses Erfahrungsschatzes ist „Gewissen“.

Intuition werden durch das Gewissen Grenzen gesetzt. Gewissen, das ist die Vorgabe des Verhaltensspielraums durch Werte und Normen, Regeln und Gesetze, Vereinbarungen und Verträge, Gebote und Verbote (Kann - und Muss - Vorschriften).

Die Ausprägung des Gewissens wird durch Bildung und Erziehung maßgeblich bestimmt.
Gewissensbildung ergibt sich gleichsam aus Erziehung. Regelungen des Verhaltens durch das Gewissen können durch Triebe oder Bedürfnisse verfälscht bzw. gestört werden.

Wenn nun Gott als innere Stimme - wie Augustinus es annimmt - zu einem vernunftbegabten Lebewesen spricht, dann tut er dies als auch die Fantasie subjektiv personifiziertes Gewissen. Gott vermag dann nur das zu offenbaren, was individueller Erfahrung entspricht.

Erst wenn Gott diesen persönlichen Bereich verlässt, offenbart sich durch die innere Stimme Wahrheit.

Folgender Text repräsentiert eine solche Offenbarung:

"1. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Solche Götter lassen deine Triebe neben mir erscheinen. Wende dich nicht ab von mir, indem du deine Gier befriedigst!

- Ich bin der Herr, dein Gott. Ich bin allgegenwärtig, aber du kannst mich weder sehen noch hören oder sonst irgendwie sinnlich vernehmen. Sobald aber dein Ich kann in seinem Selbst ruht, spürst du meine Gegenwart und lauscht dem, was ich dir durch die innere Stimme schweigend mitteile!"

- Ich bin der Herr, dein Gott. Unmittelbare Allgegenwart aber bleibt Dir verehrt. Als endliches Wesen vermagst Du Unendliches nicht zu fassen. Als vernunftbegabtes Lebewesen bleibt Dir Geistloses verwehrt.

- Ich bin der Herr, dein Gott, allmächtiger, allgegenwärtiger reiner Geist. Ich wohne nicht im Himmel, von dem Gläubige träumen, sondern ich bin als reines Sein selbst der Himmel.

- Ich bin der Herr, dein Gott. Deine wortlosen Gebete vermag ich nicht zu erhören, denn du kannst mich nicht verstehen. Als eines Sein bin ich zwar Schöpfer allen Werdens, aber alles wird dann ohne mich.

- Ich bin der Herr, dein Gott, auf den du sterbend noch hoffst, weil du glaubst und vergeblich liebst. Aber sobald du tot bist, findest Du Dich im Nichts.

- Ich bin der Herr, dein Gott und als solcher reines Sein und Nichts zugleich. Jenseits von Sein und Nichts existiert nur das Nichtige als Hölle alles Seienden.

Als zureichender Grund psychischer Orientierung bleibt das Gewissen hoch wahrscheinlich auch ‚drüben‘ deren Bestandteil und Verständigungsgrund gleicher sensibler Schwingungen.


23
Mai
2016

Herz vs Kopf


Entscheidungen werden vorwiegend entweder emotional oder rational gefällt. Limbisch geregelte Entscheidungen beeinflussen vor allem körperliche Funktionen. Im negativen Fall können sie sogar krank machen.

Rational geregelte Entscheidungen beeinflussen vor allem seelische Funktionen. Fehlentscheidungen können hier ebenfalls krank machen. Das bekannteste Beispiel rationaler Fehlentscheidungen ist beispielsweise Burnout.

Das Gesagte könnte zum Anlass folgender Spekulation werden:

Trieb- und bedürfnisbedingte Entscheidungen erzeugen, mit der Fantasie spielend, Träume und Tagträume. Einer der gravierendsten Phänomene zwischen Nacht- und Tagtraum (er)schafft die Fantasie als Himmel.

Das aus der Fantasie geborene, überaus beeindruckend geträumte Reich Gottes wird schriftlich fixiert und erfährt nach und nach als Bibel unzählige Anhänger dieser Idee.
Analog zum Zeitalter des Mythos wird die Idee eines über die Menschen herrschenden Gottes als Mittel zum Zweck eines einträglichen Geschäfts missbraucht. Schließlich organisiert sich dieser religiöse Wille zur Macht als Kirche.

Ungläubige überzeugende und bekehrende, durchaus überzeugende Repräsentanten lassen den geträumten Ursprung des Reiches Gottes als solchen ‚schnell‘ in Vergessenheit geraten. Ein biblisch begründeter Glauben wird für seine Anhänger zum zureichenden Grund einer negativen Utopie des Lebens.

Es ist bislang dem Denken nicht gelungen, dieser Art und Weise zu glauben Herr zu werden. Bis heute wird über und um die Existenz Gottes gestritten. Dabei wird nicht bedacht, dass sich der theologisch zugrunde gerichtete Gott als längst nicht mehr ‚lebensfähig‘ erweist und jeglichen Streit über ihn erübrigt. Nietzsches Wort vom Tod Gottes bleibt gültig.

Nichts desto trotz herrscht das gläubige, religiöse Herz über den besser wissenden Kopf.


Seit 16 Jahren BEGRIFFSKALENDER

Wolfgang F.A. Schmid

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