Existentielles Dilemma
Der Philosoph Ernst Bloch beginnt seine Einleitung in die Tübinger Philosophie mit den Worten "Wir sind. Aber wir haben uns noch nicht. Darum werden wir erst." Mit drei Sätzen beschreibt er die Selbstwerdung als wesentliche Aufgabe der Philosophie. Der Verlust des Paradieses als aus der Einheit von Ich und Selbst geborenes ursprüngliches Glück hat in der Seele des Menschen die Sehnsucht, sich wieder zu finden, tief eingegraben. Viele haben viele Wege entdeckt, aber alle haben erfahren, dass jeder seinen eigenen Weg entdecken muss. Für dieses Abenteuer hat die Natur jeden von uns hinreichend ausgestattet. Diese Gaben bündeln sich in der Begabung innerer Wahrnehmung. Im Dunst des Milieus eigener Entwicklung geht vielen leider nach und nach der klare Blick nach innen verloren. Trotz getrübter Innensicht hält sich die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung aufrecht. Dieser Beweggrund treibt die Suche nach dem rechten Weg an. Eines Tages findet sich die Seele an einem Wegkreuz vor die Entscheidung gestellt. Diese Gabelung erscheint als Alternative zwischen Kunst und Philosophie. Es ist die Wahl zwischen Glauben und Wissen. Da aber bei einem zwei-, drei- oder vierjährigen Kind Vernunft und Verstand noch nicht hinreichend entwickelt sind, entscheidet das Gefühl.
Kunst und Philosophie unterscheiden sich nicht durch das innere Formen, sondern wesentlich durch das Gestalten. Während Kunst vor allem durch physisches Gestalten Innenbilder sichtbar werden lässt, gestaltet sich Philosophie vor allem metaphysisch, also jenseits alles sinnlich Vernehmbaren.
Kunst und Philosophie unterscheiden sich nicht durch das innere Formen, sondern wesentlich durch das Gestalten. Während Kunst vor allem durch physisches Gestalten Innenbilder sichtbar werden lässt, gestaltet sich Philosophie vor allem metaphysisch, also jenseits alles sinnlich Vernehmbaren.
wfschmid - 29. Juni, 04:00
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