Visionen?
Sind Friedrichs erfahrene Erscheinungen nur Spiele seiner Fantasie mit Bildern erinnerter Erfahrungen? Der kleine Friedrich hat sich nie Gedanken darüber gemacht. Für ihn gilt das, was sich ihm zeigt, als selbstverständlich. Wenn er mit seinem verstorbenen Großvater spricht, tut er das allein, weil er ihn sehr gern hatte. In solchen Gesprächen zeigt sich nichts, was den kleinen Jungen sonderlich gewundert hätte. Zudem behandelte er Verstorbene immer, als ob sie anwesend wären, nur unsichtbar eben wie viele seiner fantasierten Spielgefährten. Friedrich war auch nicht darüber erstaunt, dass ihm in der Regel geholfen wurde, wenn er nur intensiv um etwas bat. Er sprach nie über seine abendlichen Begegnungen. Später war für ihn völlig klar, dass es seine lebhafte Fantasie war, die ihm seine kindlichen Begegnungen ermöglichte. Als er dann in seinem Studium von Visionen der Heiligen erfuhr, sah er in solchen Phänomenen nicht mehr als das, was er als unheiliges Kind erfahren hatte.
wfschmid - 18. Juni, 04:00
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