25
Okt
2011

Das Haus des Verstandes

 
Als die Vernunft sich in Raum und Zeit vorfindet, er­kennt sie den Verstand als alles ordnende Kraft.

Doxa spürt die Unsicherheit der Vernunft und er­klärt ihr, dass dieses Museum die Annahmen des Verstandes ausstellen, um zu zeigen, dass diese Annahmen von Wirklichkeit auf Glaubenssätzen beruhen. Die Arbeit des Verstandes besteht darin, uns ein existenzfähiges Haus zu schaffen. Und die Arbeit der Vernunft ist es, uns in diesem Haus einzurichten. Es ist nichts Anderes als der schöne Schein, den alle brau­­chen, um sich wohl zu fühlen. Mehr als diese grundlegende Erkenntnis gibt es hier nicht zu sehen, denn dieses Museum hat nur so viele Räume wie Du brauchst, um dich zu finden.

Und plötzlich findet sich die Vernunft vor dem Ortseingang von Psema wieder, dem Ort der verlorenen Sätze. Und jenen Satz, welchen sie gefunden hat, ist der, dass alles, das als wirklich gilt, vom Verstand gesetzt ist.

Die Vernunft möchte nun wieder zur Definition zurückkehren und sendet ihr deshalb eine Nachricht.

Die Definition vergegenwärtigt sich in der Vorstellung der Vernunft und erkundigt sich neugierig da­nach, wie ihr die Begegnung mit Doxa bekommen ist. Die Vernunft erzählt der Definition alles ausführlich. Die Definition stellt dabei erstaunt fest, dass die Vernunft selbstsicherer geworden ist und vor all­em lo­ckerer. Sie scheint nicht mehr alles so ernst zu nehmen.

Die Definition schlägt vor, nun wieder ins Sein zurückzukehren, um den Weg mit dem Verstand gemeinsam fortzusetzen. Aber die Vernunft hat Bedenken.
 

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Wolfgang F.A. Schmid

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